Frage von GoldenFragrant, 189

Ich rede ständig mit mir selbst und erzähle mir dann selbst erfundene Dialoge, ist das noch normal ?

Hallo, ich wende mich einfach mal jetzt an die Community und hoffe auf keine blöden Antworten. Schon seit ich denken kann mit mir selbst. Dabei sage ich nicht Dinge wie "Wo ist der Schlüssel" oder sowas wie "Es sieht nach Regen aus, vielleicht sollte ich einen Regenschirm mitnehmen" wie andere Leute, noch sag ich mir Dinge beim Lernen vor. Sowas kann ich komischer Weise nicht. Ich bin ein Mensch der im Alltag (Schule etc) schnell Gedanklich abschweift und wirklich abnormal viel Tagträumt. Ich bin deshalb nicht schlecht in der Schule, ich bin auf einer Realschule und habe durchschnittliche Noten, obwohl ich wesentlich besser sein könnte wenn ich mehr aufpassen würde. Ich will eigentlich echt total gern aufpassen, teilweise schreib ich mir sowas wie "Hör zu" oder "Aufpassen" mit Edding auf die Hand, aber dann spätestens 10 Sekunden danach bin ich wieder weg. Das ganze frustriert mich sehr, alle von meinen drei Geschwistern sind Hochbegabt, dies wurde sogar nachgewiesen, aber ich bin so naja "Tiefbegabt" haha. Ich und so ziemlich alle anderen wissen das ich viel besser sein könnte aber ich bin halt ziemlich faul, und bin psychisch auch extrem gestresst, mich belasten sehr viele schlimme Dinge, die wenn man es so sagen kann, ziemlich meinen Verstand einnehmen und mich stressen. Ich litt vor einem Jahr sogar unter leichten aber lang anhaltenden Depressionen, welche ich erfolgreich überwand. Aber um auf meine Frage zurück zukommen, ich spreche eben mit mir selbst indem ich erfundene Gespräche aufsage. Ich bin beispielsweise mit meinem Exfreund unterwegs für den ich immer noch Gefühle empfinde und rede mit ihm, oder ich bin mit mehreren Freunden unterwegs. Alles was die Personen sagen ist in meinem Kopf, aber was ich sage sag ich laut. Und das passiert mir überall und jeden Tag sehr oft. Auch wenn die Tür von meinem Zimmer offen ist, und ich weiß das mich Personen wie meine Mutter oder mein Bruder hören können, mache ich es trotzdem, nur rede dann etwas leiser. Das hält leider nicht lange an, da ich eine Person bin die leider ziemlich laut redet (aber nicht unangenehm laut). Wenn mich dann meine Mutter fragt mit wem ich rede, ist es mir total peinlich und ich rede mich raus und sage sowas wie "Ich hab nur eine Audio auf Whatsapp an eine Freundin gemacht". Ich mach mir irgendwie total sorgen, ist das noch normal ? Ich hab im Internet gelesen das so etwas daran liegen kann wenn man einfach zu wenige Gesprächspartner zum reden hat, aber das kann es nicht sein. Ich habe Verhältnissmäßig viele Freunde, mit denen ich engen Kontakt knüpfe. Findet ihr mein Verhalten normal oder eher Besorgniserregend ?

Antwort
von Wolfnight, 55
Normal

Daran ist überhaupt nichts abnormal ^^

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass jeder Mensch auf dieser Welt eine andere Wahrnehmung, ein anderes Denken und eine andere Art hat, seine Gedanken zu verarbeiten? Du gehörst eben zu der etwas spezielleren Sorte, was aber nicht heißt, dass es nicht Menschen gibt, die dir in dem Punkt ähnlich sind. Ich zum Beispiel. Ich führe sehr häufig Selbstgespräche, nur mach ich das leise in meinem Kopf. Das mache ich, wenn ich mich auf ein wichtiges Gespräch mit jemandem vorbereite. Ich überlege mir, was die Person sagen könnte und was ich darauf antworten könnte, was sie daraufhin wieder sagen würde und soweiter. Zudem neige ich dazu, meine Wut an anderen auszulassen. Deswegen habe ich angefangen, meine Wutgespräche mit mir selbst zu führen und mir das Opfer nur vorzustellen. Danach ist meine Wut vergangen und niemand hat sie abbekommen müssen. Das mit der Konzentrationsschwäche habe ich auch, meine Gedanken schweifen so leicht ab, im Unterricht muss ich immer sehr streng mit mir sein. Aber es passiert nicht nur da, sondern... ja eigentlich immer und überall. Freunde haben mir schon gesagt, wann immer ich abwesend bin, würde ich total böse schauen :D Aber sie wissen inwzischen ja, was los ist.

Es könnte sein, dass du ADS hast. Ich weiß, das klingt jetzt sehr negativ, aber so schlimm ist das gar nicht. Es bedeutet, du bist eben mehr in dich gekehrt und findest deine Gedankenwelt häufig interessanter als die wirkliche Welt. Wahrscheinlich hast du einige kreative Seiten. Versuch doch, sie hervorzuholen. Und die Selbstgespräche dienen offensichtlich dazu, deine Gedanken zu ordnen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

Kommentar von GoldenFragrant ,

Haha, das mit dem bösen Blick ist bei mir genau so :D Das mit dem ADS dachte ich auch schon, mein Bruder hat auch leichtes ADS. Ich hab dann meine Mutter gefragt ob der ADS Arzt von meinem Bruder mich auch mal testen kann, was dann auch gemacht wurde. Es kam raus das ich keines habe, der Arzt meint das ich einfach etwas faul bin, und auch Schlafmangel habe, was auch stimmt haha.

Kommentar von Wolfnight ,

Dann probiers mal mit ein wenig mehr Schlaf. Und sei mit der Umsetzung dieses Zieles bitte besser als ich :D Wenn es nicht funktioniert, hat der Arzt sich vielleich geirrt. Soll ja auch mal vorkommen.

Antwort
von RobertMcGee, 72
Eher nicht normal

Diese Gespräche mit nicht anwesenden Personen kenne ich leider, kommt bei mir manchmal vor, wenn ich psychisch unter Stress stehe, wenn verdrängte Erinnerungen auftauchen - nur antworte ich nicht laut darauf, auch nicht in Gedanken.

Könnte jedenfalls eine Psychose sein bzw der Anfang davon, wenn es dauerhaft ist - bin aber auch bloß "Hobby-Psychologe" mit gefährlichem Halbwissen und nicht vom Fach.

Nicht ganz normal, würde ich also sagen, aber auch nicht allzu besorgniserregend - obwohl ich mir vorstellen kann, daß das für dich selbst ziemlich belastend ist, wenn es jemand mitbekommt.

Wenn du dich von diesen Selbstgesprächen in deinem Leben eingeschränkt fühlst, solltest du aber mal mit einem Arzt darüber reden. Es gibt zwar keine psychisch gesunden Menschen -wir sind alle ein Bisschen kaputt- aber die Grenze zur Krankheit ist dann erreicht, wenn es dich daran hindert, dein Leben so zu führen, wie du es möchtest.

Kommentar von GoldenFragrant ,

Danke für deine Antwort ! :) Auf gar keinen Fall hindert mich das ganze in irgendeiner Weise daran mein Leben so zu führen, wie ich es möchte. Nur Teilweise ist es echt komisch, oder sogar in gewisser Weise beängstigend für mich. Beispielsweise, ich hocke einfach auf meinem Bett, starre die Wand bzw. mich im Spiegel an und dann beginnen diese Gespräche. Das ganze kann man sich wortwörtlich wie in einem Horrorfilm vorstellen. Ich hocke kerzengerade mit dem Blick an die Leere Wand auf einen Stuhl oder im Bett, und rede mit mir selbst, und das beängstigt mich irgendwo. Ich mache das oft wenn mir langweilig ist, oder ich von der Schule komme und mich dann auf das Bett hocke zum "entspannen". Bei einer Psychose tretet man ja kurzfristig aus der Realität aus, und ich kann schon irgendwie sagen das es so ist. Sollte ich mir da nicht irgendwie sorgen machen oder mich meinen Eltern anvertrauen ?

Kommentar von RobertMcGee ,

wenn du dir deswegen wirklich Sorgen machst, solltest du am besten direkt mit einem Arzt reden, finde ich

Kommentar von RobertMcGee ,

Die Forscher waren der Frage nachgegangen, wann Stimmen im Kopf überhaupt krankhaft sind. Seine eigenen Gedanken zu hören, wenn auch in Form fremder Stimmen, könne demnach sogar beim Denken helfen. Gute Stimmen seien leise und erschienen kontrollierbar.

Hab ich grad auf dieser Seite gefunden (die letzten Sätze von dem Artikel), vielleicht hilft dir das weiter.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/schizophrenie-stimmen-im-kopf-untersch...

Antwort
von Spirit528, 59
Normal

Ich habe das auch gemacht und musste es früh aufhören, weil man mich u.a. deswegen "therapieren" wollte. Hätte ich damit einfach weiter gemacht, wäre das gut für mein Seelenheil gewesen. Seit dem trage ich so viele Sachen mit mir herum über die ich nicht reden konnte, weil sich nie jemand fand. Aber mit sich selbst reden? Nee, das hat man aus Angst dann irgendwann verlernt.

Nun was denkst Du wie Künstler zum Sprechgesang kommen? Eben. Das ist eine tolle Ausrede wieso man vor sich hin reden bzw. rappt. Das ist ja nur zum Üben.

Antwort
von Pahana, 47

Keine Ahnung, ob das normal oder schon bescheuert ist. Selbstgespräche führe ich dann, wenn ich meine Gedanken ordnen will. Es ist eine Angewohnheit, wie etwa das Nägelkauen. Aber Nägelkauen scheint nicht gerade o.k. zu sein

Antwort
von robobird3000, 53

Also ich fasse nochmal zusammen: Du kannst dich nicht konzentrieren, schweifst ab und denkst immer laut, richtig?

Kommentar von GoldenFragrant ,

Konzentrieren kann ich mich eigentlich schon, wenn mich etwas in der Schule interessiert (was leider nicht allzu oft passiert) bin ich die Person die am meisten im Unterricht mit macht, und am meisten zuhört. Aber sonst schweife ich oft ab da ich gelangweilt bin, und denke immer laut, ja das ist richtig.

Kommentar von robobird3000 ,

Das kann passieren. Ich weiß zwar nicht woran das liegt, aber ein Kumpel von mir kann auch nicht leise denken/schreiben. Das kann mal nerven, aber muss man akzeptieren. Das ist relativ normal.

Antwort
von lightfairy98, 69

Alsoo ich kann dich total verstehen ich mach das nämlich auch haha. Nur dass ich eher auf englisch rede. Entweder fiktive Gespräche oder auch wenn ich ne Serie schaue dann einfach laut kommentiere.Als ich mit dem Fahrrad gefahren bin hab ich auch immer quasi geredet. Hab mir da noch nie groß Gedanken drüber gemacht, ob das abnormal ist. Ich finde du solltest dir nicht allzu viele Sorgen machen.

Kommentar von GoldenFragrant ,

Okay, vielen dank das beruhigt mich :) Bis vor kurzem hätte ich mir auch noch keine Gedanken gemacht ob mein Verhalten "abnormal" ist, aber nachdem mich meine Mutter mehrfach dabei "erwischt" hat, hab ich eben angefangen mir Gedanken darüber zu machen.

Kommentar von lightfairy98 ,

Hab ich mir auch schonmal überlegt. Beim Therapeuten meinten die allerdings das sei nicht schlimm oder so und es stört mich auch nicht wirklich. Ich mag diese Selbstgespräche. Ich mach das halt wenn keiner da ist bzw mich niemand hören kann

Antwort
von bro5413, 64

Das ist völlig normal. Jeder malt sich irgendwelche Situationen und die dazugehörigen Dialoge aus. Dass du das laut sagst liegt einfach daran dass du in deinen Gedanken zu vertieft bist um das rechtzeitig zu merken. Ich erkenne jetzt nichts was besorgniserregend ist.

Kommentar von GoldenFragrant ,

Okay, danke :)

Antwort
von derMannohnePlan, 20
Normal

Ich kann Dich erst einmal beruhigen. Jeder Mensch spricht mit sich selber. Unser Denken selber ist nichts anderes als ein Selbstgespräch. Also ein innerer Dialog.

Antwort
von mychrissie, 16
Eher nicht normal

Ich finde es schon besorgniserregend, weil es sich mit zunehmendem Alter wahrscheinlich noch verstärken wird, und du dann als verschrobene Alte rüberkommen wirst.

Übrigens, was ich auch noch besorgenderregend finde, ist solche langen Texte ohne Absätze zu schreiben.

Ich habe ihn auch nur gelesen, weil meine Mutter auch mit sich selbst dialogisiert hat, aber da war sie schon 94.

Antwort
von Volkerfant, 23
Normal

Da finde ich nichts Abnormales dabei.

Antwort
von Eluana, 3
Normal

Endlich, noch jemand mit derselben Besonderheit wie ich! :D

Antwort
von TYjazzy, 5
Normal

Mir geht das exakt wie dir, wollte gerade selbst recherchieren, ob etwas mit mir nicht stimmt. Aber ich bin beruhigt, dass das anscheinend nicht untypisch ist :)

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