Frage von Selling, 125

Ich nehme in meinem Leben gar nichts ernst - Warum ist das so?

Hallo,

Ich nehme in meinem Leben überhaupt nichts ernst. Auf Fotos habe ich immer ein Grinsen im Gesicht, aber in Wahrheit hasse ich mein Leben, und komme mit nichts und niemandem klar.

Warum also, kann ich nichts ernst nehmen, und auch durchziehen? Die Entscheidungen die ich treffe sind auch nie, von großer Verbundenheit bzw. Festigkeit...

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psychologie, 79

Hallo Selling,

es kann durchaus positive Seiten haben, nicht alles so ernst zu nehmen. Aber bei Dir scheint das Dein Leben zu bestimmen. Es fehlt der ausgleichende Pol, auch mal ernst sein zu können. Ist das soweit richtig?

Vielleicht bist Du noch recht jung und konntest es Dir erlauben, alles mit Leichtigkeit zu betrachten. Vermutlich gab es noch nicht dramatische 'Schicksalsschläge'. Das sind erstmal Spekulationen, denn aus Deinen kurzen Angaben, kann ich leider nicht viel erkennen.

LG Buddhishi

Kommentar von Selling ,

Ich bin 26. Mein Vater starb als ich 7 Jahre alt war. Seit dem Zeitpunkt fühle ich mich verunsichert, co-abhängig (liebes/beziehungssüchtig) und von Angst dominiert

Kommentar von Buddhishi ,

DANKE, für Deine Offenheit. Jetzt kann ich es, glaube ich, besser verstehen.

Das war eine schockierende Erfahrung für Dich, nicht wahr? Ich könnte mir vorstellen, dass das SO ernst für Dich war, dass Du nun, salopp gesagt, vom Ernst die Schnauze voll hast.

Und zu Deinem Schutz wird ein Teil von Dir eine Fassade um Dich herum gebaut haben, in der Du nach außen Leichtigkeit ausstrahlst.

Das hat vermutlich auch dazu geführt, dass Du mit nichts und niemandem klar kommst, weil Dein wahres Ich sich ja in Deinem Innern versteckt, um nicht wieder verletzt zu werden.

Das verstehe ich sehr gut, aber die anderen wissen das ja vermutlich so nicht und sehen nur Deine grinsende Fassade. Fühlst Du Dich manchmal wie ein trauriger Clown? Dieses Gefühl habe ich gerade, als ich versucht habe, mich in Dich hinzufühlen.

Jetzt verstehst Du es vielleicht etwas besser, aber das hilft Dir noch nicht wirklich weiter, ne? Es ist hier auch wohl nicht der adäquate Raum, das noch alles weiter aufzubröseln, denn ich möchte jetzt nicht weiter an Deiner Mauer kratzen.

Ich fände es gut, wenn Du Dir jemanden suchst, mit dem Du nach und nach die Mauer wieder abbauen kannst. Das könnte ein Psychologe/in sein, zu dem Du Vertrauen aufbauen kannst.

Ich bin in Gedanken bei Dir, alles Gute

Buddhishi

Antwort
von birne25, 49

Kann doch auch schön sein, den ganzen Schrott hier nicht zu ernst zu nehmen ;)

Ich würde dir empfehlen, was du suchen, dass du ernst nehmen kannst. Weil es dir Spaß macht, weil du darin aufgehst, weil es dich erfüllt, weil du genau das machst was du willst... Mir hat es z.B. geholfen ins Ausland zu gehen. Ich hab da in einer sozialen Einrichtung gearbeitet (iiih sozial). Und ja, das hat mir tatsächlich viel gegeben, ich hab zum ersten mal das was ich tue sehr ernst genommen, weil ich das Gefühl hatte wirklich was gutes zu tun.

Und sowas motiviert mich, wenn ich weiß, dass ich was Gutes tun kann. Vllt findest du mal raus, was dein persönlicher Motivator ist? Jeder hat sowas, das ihn antreiben kann. Man muss es nur finden ;)

Antwort
von triunitas3in1, 31

Du hast schon früh "gelernt" wie vergänglich und unzuverlässig diese Welt sein kann... nicht einmal auf Eltern, die eigentlich "Beschützer" sein sollten, kann man sich verlassen... wie soll man sich dann darauf verlassen können, dass eigene Entscheidungen beständig sein werden? Es ist ja eh unsicher, dass es auch tatsächlich "fest" bleiben wird... also kann/muss man auch nichts ernst nehmen. Soweit zu dem "warum?"...

Andereseits gehört es einfach zum Lauf der Dinge, dass sie sich verändern. Nichts bleibt, alles kommt und geht... wie kann man da noch überhaupt irgendwas ernst nehmen und auf Beständigkeit hoffen? ;-)

Selling, ich sehe deine frühe Verlusterfahrung wie ein Geschenk, dass dich "gelehrt" hat, die Dinge der Welt nicht ernst zu nehmen, da sie ALLE vergänglich sind... versuche nicht, dich an irgendwas festzuklammern (Menschen, Entscheidungen,...) das macht dich nur unsicher, eben weil es sowas wie "große Verbundenheit bzw. Festigkeit" nicht gibt... NICHTS ist sicher in der Welt "da draußen"!

Antwort
von EisBlumee, 53

Ich Kenn das nur zu gut. Ich hab oft diese alles-egal-Einstellung und bei mir liegt es daran, dass ich mir einfach immer denke, dass man sowieso nur ein leben hat und man eh stirbt und es dann kein Sinn hat mit nem perfekten leben zu sterben oder mit einem nicht so tollem. Ich verstehe den Sinn des Lebens kaum also denke ich mal, dass es auch bei dir daran liegen könnte.

Antwort
von Alien623, 48

Zwischendurch hab ich auch so Phasen wo mir auch allea egal ist und mich nichts juckt und ich einfach weiter mache....
Aber du solltest manche Sachen schon ernst nehmen weil sie eventuell für deine Zukunft wichtig sind und wenn du dir das jetzt verbaust, dann ärgerst du dich später richtig und bereust, dass es dir egal war.
Also mein Ratschlag : Nimm nicht alles zu ernst aber lass dir auch nicht alles egal sein.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community