Frage von Linda2305, 101

Ich muss schreiben es geht nicht anders!?

Ich bin 16 Jahre alt und habe meinen Vater am 19.08.2016 im Alter von nur 50 Jahren verloren, ich habe es immer noch nicht realisiert immer wenn ich daran denke, dass er weg ist kullern ein paar tränen, richtig weinen kann ich aber nicht ich schäme mich sogar ein wenig dafür ich würde nichts lieber als einfach losheulen - tagelang, es geht einfach nicht. Seit seinem Tod bin ich so extrem Antriebslos fasst schon depressiv als ob dass nicht schlimm genug wäre habe ich auch noch Angst um meine Mutter da sie ja eh schon viele Jahre depressiv ist, ich habe Angst das sie auf dumme Ideen kommt, ich hab sie seitdem nicht mehr lachen sehen, immer nur weinen ich weiß echt nicht mehr weiter. Manchmal habe ich gar keine Lust mehr auf diese ganze Scheie hier, Ich will doch nur meinen Vater mehr nicht ist das denn zuviel verlangt?! Das Wissen dass er nie meinen ersten Freund kennen lernt, nie seine Enkel sieht genau das macht mich so unbeschreiblich fertig, Ich kann ihn nie mehr um Rat bitten dabei habe ich doch noch so viele Fragen, er hatte immer eine passende Antwort. Ich bin einfach überfordert - werde es denke auch nie mehr nicht sein. Ich denke daran das ich ihm eine Woche vor seinem Tod noch Konzert Karten geschenkt hatte, er hatte sich so lange gewünscht mit meiner Mutter dorthin zu gehen, als hätte ich es geahnt. Könnt ihr mir sagen Warum, warum mein Papa? Wisst ihr eigentlich was für eine Wut ich bekomme wenn ich sehe wie andere ihre Eltern behandeln? Warum passiert mir so eine Scheie ich war nie ein schlechter Mensch, mein Vater auch nicht.

Wisst ihr ich will einfach nicht mehr, ich will nicht mehr.

Antwort
von gri1su, 39

Es gibt viele Arten der Trauer, dich hat wohl eine der "schlimmsten" Arten erwischt.

Manche sind einfach nur traurig, weil ein lieber Mensch nicht mehr da ist, Andere quälen sich mit Wut, Verzweiflung, vielen Fragen und auch Selbstvorwürfen.

Dein Verhalten ist ganz normal, aber es besteht die Gefahr, dass du dich selbst herunterziehst. Selbstvorwürfe und Fragen auf die du (leider) keine Antwort mehr bekommen kannst, solltest du ausblenden. Ich weiß, ist nicht einfach, aber es gibt Menschen, die dir dabei helfen können. Suche das Gespräch mit Personen, die dein Vertrauen geniessen - in deinem privaten Umfeld oder auch bei externen Fachleuten. Reden hilft dir unendlich viel, um deine Trauer zu verarbeiten und in ein erträglicheres Maß umzuwandeln.

Und nicht zuletzt: Du brauchst auch Kraft, um nun ganz besonders für deine Mutter da zu sein - sie hat es jetzt zumindest genau so schwer wie du. Daher: Gemeinsam geht es oftmals leichter, auch wenn der Anfang schwer ist.

Ich wünsche dir viel Energie und Hilfe, um deine / eure Situation erträglicher zu machen.

Antwort
von Philipp59, 11

Hallo Linda2305,

das, was Du hier geschrieben hast, geht mir sehr nahe! Aus Deine Worten spricht verständlicherweise tiefe Verzweiflung und Trauer. Mein herzlichstes Beileid!

Einen lieben Menschen durch den Tod zu verlieren, hinterlässt eine riesige Lücke, die niemand so richtig wieder füllen kann. Du stehst momentan noch sicher noch unter Schock und kommst wahrscheinlich innerlich auch nicht mehr richtig zur Ruhe. Wie Du schreibst, haben sich dazu auch noch depressive Gefühle eingestellt. In dieser Situation wäre es sicher nicht schlecht, einmal Deinen Arzt aufzusuchen, der Dir vielleicht etwas zur Beruhigung geben könnte.

Ich selbst habe vor wenigen Jahren meine Eltern und eine meiner Schwestern verloren und kann daher Deine Gefühle einigermaßen nachvollziehen. Man braucht viel Zeit, um den Schmerz wenigstens zum Teil verarbeiten zu können. Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über seine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann. Da es allerdings manchmal sehr schwerfallen kann, über seine Gefühle zu sprechen, fand ich den Tipp sehr hilfreich, einmal all das aufzuschreiben, was einen bewegt und es dann später wieder zu lesen.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Du brauchst Dich daher nicht zu schämen, wenn Du weinen musst. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer. Wenn Du das auch im Moment noch nicht so wirklich kannst, wird das jedoch zu einem späteren Zeitpunkt sicher möglich sein.

Mir hilft auch ungemein die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit ihr beschäftigt habe, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Verstorbenen sagte: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören   und herauskommen werden, ..." (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a). Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig? Du kannst also Deinen lieben Vater eines Tages wiedersehen!

Vielleicht könnte Dir ebenso wie mir die Hoffnung der Auferstehung helfen, mit der Trauer besser umgehen zu können. Ich sehe mit großer Erwartung der Zeit entgegen, in der niemand mehr den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen ertragen muss und sich das erfüllt haben wird, was mit sehr ergreifenden Worten im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, beschrieben wird, wo es heißt: "Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ (Offenbarung 21:3,4). Dieser Text aus der Bibel gefällt mir besonders gut und ich denke oft über die Zeit nach, in der Gott dieses Versprechen wahr macht.

Ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel, dass ich in meiner Antwort mehrmals die Bibel zitiert habe, da ich ja nicht weiß, wie Du dazu stehst. Ich habe jedoch festgestellt, dass sie eine unvergleichliche Quelle des Trostes und der Ermunterung ist, besonders in schweren Zeiten.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, mit Deinem Schmerz zu leben und ihn nach und nach zu verarbeiten!

LG Philipp

Antwort
von smile67, 36

Hey du, Ich bin 22 und habe im März dieses Jahres auch meinen Vater (66) verloren. Ich gebe dir einen Tipp wie ich es überstanden habe:
Denke dir wie stolz dein Vater auf dich wäre, wenn du dich auf die wichtigen Sachen im Leben (Schule, usw.) konzentrierst. Mach ihn weiterhin stolz, vielleicht schaut er ja von oben auf dich runter.
Geh raus, entspanne dich, fang ein Hobby ein oder gehe deinem Hobby nach... oder mache was zusammen mit deiner Mama! Meine Mama und ich haben nach dem Tod meines Vaters sehr viel Zeit in uns investiert und es ist schön sich gegenseitig zu unterstützen, wie schwierig die Zeit auch sein mag.
Eines habe ich auf jedenfall gelernt, die Zeit heilt alle Wunden. Du bist jung, lebe dein Leben solange du es noch kannst. Heul dich ruhig bei einer Freundin oder zuhause alleine aus. Du darfst es dir auch mal erlauben :) glaube mir, es wird wieder. Ich wünsche dir ganz viel Kraft :)

Antwort
von Ginalolofrigida, 30

Du kannst sicher sein, dass dein Vater dich sehr wohl sieht und auch Anteil an dein Leben nimmt.Geh mit deiner Mutter zu dem Konzert, wo sie hin wollten. Und tu etwas, damit dein Leben nicht so schlecht ist, vom Jammern wird es ganz sicher nicht besser.

Antwort
von MissHennessy, 37

Dein Papa ist an einem Ort , wo es im gut geht. Er ist nicht weg . Er ist jeden Tag bei dir als Engel ,er kann dich sehen ,du ihn aber nicht.egal wo du bist er ist da. Ich würde nicht wollen das du traurig bist . Und er wird deine Enkel sehen .nur du wirst davon nie was mit bekommen . Aber er sieht es und wird bis zum Ende dein Schutzengel sein und auf dich aufpassen .

Antwort
von 040815, 38

Ist normal, dass du erstmal so denkst. Es ist ja noch nicht so lange her. Bist du bei einem
Psychologen? Würde ich dir empfehlen.

Kommentar von Linda2305 ,

Für einen Psychologen habe ich gar keine Zeit, wegen meiner Arbeit.

Kommentar von 040815 ,

Dann musst die Arbeit mal hinten anstehen. Gesundheit ist wichtiger

Kommentar von Linda2305 ,

Wie soll ich denn das machen?

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