Frage von DevaKaldet, 144

Ich möchte wieder leben, wie kann ich das schaffen?

Hallo community.

Ich bin noch realtiv neu hier, also stelle ich mich kurz vor:

Ich bin männlich, 28 Jahre alt, litt etwa 12-13 Jahre lang unter teils schweren Depressionen mit Suizid-Tendenzen, welche ich zum Glück durch 2 Jahre Therapie wieder in den Griff bekommen konnte. Seit Sommer 2015 bin ich offiziell von meiner Depression geheilt und muss sagen, damals fühlte ich mich auch dementsprechend gut.

Aber in den letzten Monaten hat mein Leben eine ungünstige Wendung genommen, meine Freundin, mit der ich 4 Jahre zusammen war, hat mich verlassen und ich kämpfe seither stark nicht wieder in eine Depression zu verfallen, was mir nicht leicht fällt. Ich hab meine Tiefpunkte und gelegentliche "Normalphasen" aber bin emotional und psychisch alles andere als stabil.

Ich bin ausgezogen und lebe momentan in einer 30m² Wohnung, das ist nicht viel, reicht aber für mich.

Mein Problem ist nun, dass ich in letzter Zeit erneut feststellen musste, dass ich eigentlich unfähig bin mein Leben zu leben. Ich bin asozial, habe keinerlei Interesse andere Leute zu treffen, auszugehen und fühle mich als würde ich niemals im Leben etwas erreichen können.

Dazu sei noch gesagt, dass ein wichtiger Teil meiner Therapie darin bestand dass ich mir selber Erfolg verbieten würde, was ich vorrübergehend lösen konnte.

Ich habe eine Leidenschaft, die ich unglaublich gerne zu meinem Beruf machen würde, aber ich stehe mir dabei selber immer im Weg. Indem ich mich vergrabe, zurückziehe in Untätigkeit versauere und mich selber demotiviere, bevor ich ernsthaft angefangen habe etwas zu machen.

Ich bin, kurz gesagt nicht in der Lage das Leben zu leben. Zumindest so, dass es lebenswert wäre.

Habt ihr Tipps, Tricks oder therapeutische Ansätze, oder einfach nur ein paar aufmunternde Worte für mich, damit ich anfangen kann mein Leben wieder zu leben?

lg euer DevaKaldet

Antwort
von Andrastor, 59

Ich würde dir dringend dazu raten wieder eine Therapie anzufangen!

Ansonsten rate ich dir einfach mal etwas zu machen und wenn du dabei bist, nicht aufzuhören! Haushalt zum Beispiel.

Irgendwann wirst du ja wahrscheinlich Wäsche waschen müssen, wenn du damit fertig bist, mach gleich weiter und putz die Wohnung und im Anschluss zieh dir deine Sportsachen an und geh laufen.

Glaub mir, es kann manchmal Wunder bewirken etwas zu tun was getan werden muss und dann Sport zu betreiben, dann fühlt man sich gleich besser und eher in der Lage etwas Produktives zu machen!

Kommentar von DevaKaldet ,

Hmm.. Sport zu machen hab ich unten schonmal gelesen. Ich werde mir Mühe geben den Rat zu befolgen.

Antwort
von violatedsoul, 39

Erst mal musst du dir bewusst machen, dass du nicht geheilt bist. Du hast in einer guten Therapie nur gelernt, wie du mit deinen Gedanken und Gefühlen besser oder anders umgehen kannst.

Wenn du eine Leidenschaft hast, dann lebe sie, wenn du die Möglichkeit hast. Setze dir kleine Ziele. Du musst nicht die Welt aus den Angeln heben, sondern nur in deiner kleinen Welt zurechtkommen.

Eine Trennung ist immer scheizze. Aber diese Gefühle durchleben dann alle Menschen. Sich verkriechen bringt mal was über einige Tage. Aber man muss sich auch wieder selbst im Nacken packen und aufrichten.

Suche dir jemanden zum Reden. Familie, Freunde. Mache Sport, der gibt immer ein gutes Gefühl. Gehe viel raus an die frische Luft, das tut der Seele gut. Und versuche, nach vorn zu schauen. Die Vergangenheit kannst du nämlich nicht ändern. Wenn du sie therapeutisch beackert hast, kannst du die schwersten Koffer im Keller stehenlassen.

Dass es manchmal schwer ist, einen Sinn im Leben zu sehen, weiß ich selbst. Ich bin seit über 20 Jahren im Wechselbad der Gefühle und kann mich somit in andere Betroffene gut einfühlen.

Vielleicht helfen dir diese Worte:

"Ich bin stark, weil ich meine Schwächen kenne. Ich bin lebendig, weil ich eine Kämpferin bin. Ich bin klug, weil ich dumm gewesen bin. Und ich kann lachen, denn ich habe Traurigkeit kennengelernt. Ich bin eine stolze, starke Frau, die es durch harte Zeiten geschafft und gelernt hat, im Regen zu tanzen....."

Drehe es auf dich als Mann, Männer tanzen ja auch.........

Kommentar von DevaKaldet ,

Das ich geheilt wäre, hab ich nicht behauptet, oder doch? Muss meine Frage nochmal durchlesen. Ich hatte meine Depressionen im Griff nach der Therapie, das war es was ich gemeint hatte.

Aber deine Tipps sind gut, ich werde versuchen mehr Sport zu machen. In meinen seltenen Hoch-Phasen war ich sogar produktiv, aber sobald die Phasen vorbei sind, schleichen sich wieder die "wozu das alles" Gedanken ein.

Kommentar von violatedsoul ,

Ja, diese Phasen kenne ich. Ich versuche an jedem schönen Tag, wo die Sonne scheint, die Sonne auch in mein Herz zu lassen.

Antwort
von enzoright, 2

Natürlich kann ich dir nicht die besten Tipps geben. Ich habe eine mittelschwere-schwere Depression seit 2.5-3 Jahren ich habe es geschafft von meinem tiefsten Punkt bis zu meinem jetzigen Zustand Ohne Therapeut! Ich wurde in eine Klinik eingewiesen. Wie ich es geschafft habe ist mich selber kennenzulernen ein Endziel deines Lebens dass wen du das erreichen würdest zu dir selber sagen kannst. Ich habe etwas unglaubliches für mich erschaffen eine Zukunft an der ich nie geglaubt habe. Du brauchst ein Endziel dass dich auf jedenfall motiviert weiter zu machen egal was kommt. Sicher es gibt kleine Phasen aber nachdem solltest du direkt wieder an dein Ziel denken. Als nächstes definierst du 1 Ziel dass dich näher an dein Endziel bringt und dies erweiterst du immer wieder. Ich weiss man fühlt keine Motivation in einer Depression also ich habe keine Motivation gefühlt. Aber ich habe mir vorgestellt wenn ich dieses Ziel erreichen würde wäre mir die Depression egal und wenn ich dieses Ziel nicht erreichen würde dann könnte ich grade unter der Brücke schlafen wenn du weisst was ich meine. Du musst klein anfangen je mehr dass du aus der Depression raus kommst je schneller kannst du dir neue Ziele stecken. Du sollst also ein kleines Momentum aufbauen.

Ich mache ein Beispiel ich habe damit angefangen jeden Tag 2 Liter Wasser zu trinken. Dann Bücher zu lesen über das Endziel selbstverständlich wenn du willst über die Depression was ich aber nicht empfehlen würde. Dann habe ich bei den Pfadfinder weiter gemacht. Dann jeden Tag sich pflegen. Dann habe ich angefangen jeden Tag Velo zu fahren. Bei Festivals als Helfer einspringen dass hilft sehr stark für dein Selbstvertrauen.

Was du auch noch brauchst falls es hart auf hart kommt sind Mentoren zu denen du Vertrauen aufgebaut hast und dir helfen dein Ziel zu erreichen. Am besten Leute die es selber geschafft haben. Das Ziel zu erreichen.

Vielleicht denkst du jetzt ich kann mich nicht motivieren. Es ist schwierig zu erklären wenn du ein Ziel gefunden hast dass du um alles in dieser ganzen Welt bevor du drauf gehst erreichen willst. Dann wirst du über jedes Hindernis kommen egal was es ist.

Als letztes kann ich sagen dass ich es bald geschafft habe ich vermute noch 2-6 Monate bis ich geheilt bin. ;)

Dieses Endziel hat noch eine andere Funktion wenn du in ein Hoffnungslosesdenken kommst dann musst du dich so schnell wie möglich daran erinnern warum du hier bist um dein Ziel zu erreichen dass es Zeit Verschwendung ist über dies nachzudenken. Du musst dich dann daran erinnern dass du dein Ziel egal was es ist erreichen willst.

Dein Ziel sollte einigermassen hohe Ansprüche an dich stellen. Am Anfang musst du einfach mit kleine Schritte beginnen.

Ich hoffe es hilft dir und du schaffst es aus der Depression.

Mit Freundlichen Grüssen <3

Antwort
von merilin, 41

nimm so schnell wie möglich wieder Kontakt zu einem Therapeuten auf! Du solltest Dir eine Aufgabe suchen die Erfüllung verspricht. Möglicherweise ein Ehrenamt. Tierheim etc... 

Kommentar von DevaKaldet ,

Ich möchte um ehrlich zu sein nicht wieder in eine Therapie. Ich hab auch momentan noch nicht das Gefühl dass es wieder nötig wäre.

Ehrenamtlich im Tierheim arbeiten?... Sollte ich vielleicht mal versuchen, ich mag Tiere eigentlich sehr gerne...

Danke für den Rat.

Antwort
von xsmipers, 52

Ich hoffe dir vom Herzen das es dir besser geht :) schau in der Phase als du mit deiner Freundin zsm warst, war das Leben noch "lebenswert" bist du mal reisen gewesen ? Wenn nein würde es dir sehr helfen. Ich würde dir raten in ärmere Ländern zu reisen und für 2 Wochen dort zu leben. Das wird dir zeigen wie schön du es hier hast und das es manchen Menschen viel schlechter geht. Ich war noch nie in einer Depression und kann es mir vorstellen wie schlimm es für die Betroffene ist. Meine Tante hatte auch Depressionen gehabt, danach hat sie einen Enkeln bekommen und seid dem sieht man meine Tante nur noch lachen. Sie ist glücklich und die Depressionen sind um 80% verschwunden. Wir wärs einen Haustier zu kaufen. Kaufe dir dein Lieblingshaustier und beschäftige dich mit ihm. Die Zeit, mit dem du mit dein Haustier verbringst, lässt das du alle sorgen um dich herum vergisst. Eine Studie hat bewiesen das die beste Therapie, einen Haustier zu besitzen ist. Und schau dir Am Tag 5 Minuten Katzenvideos an.

Kommentar von DevaKaldet ,

Danke, das sind nette Tipps.

Reisen war ich, Haustiere hatte ich, meine ehemalige Freundin hat die Katzen behalten. Ich kann mir im Moment keines leisten, da ich von Sozialhilfe lebe. 

Als meine Beziehung in die Brüche gegangen ist, hab ich auch meine Arbeit verloren.

Kommentar von xsmipers ,

Es gibt Orte die Katzen verschenken. Oder kennst du die App shpock ? Es ist ein Flohmark App und auf der Seite werden oft Haustiere verschenkt oder für 20€-100€ vk, weil einige umgezogen sind und kein Haustier führen dürfen. Und als was hast du denn gearbeitet, und weshalb ist dein Beruf nach der Trennung in die Brüche gegangen ?

Kommentar von DevaKaldet ,

Ich meinte, ich habe momentan nicht die Mittel eine Katze zu erhalten (Futter, Katzenstreu, Tierarzt etc.) mehr als die Hälfte meiner Familie lebt auf dem Land, ich könnte meine Wohnung mit hunderten Kätzchen vollstopfen, wenn ich wollte ;)

Als meine Beziehung in die Brüche gegangen ist, hab ich als Verkäufer für Trauringe gearbeitet.

Ich war sehr unkonzentriert bei der Arbeit und hab es dann nicht ausgehalten ständig glückliche Paare zu betreuen, die sich ihre neuen Trauringe abholen oder welche bestellen wollen. Das hat in der Situation einfach nur weh getan und aufgrund dieser schlechten Arbeitsleistung hat mich meine Chefin zur Seite genommen und ich hab einvernehmlich gekündigt.

Seither bin ich arbeitslos und ich suche auch nicht wirklich nach Jobs.

Antwort
von VanesLavin, 16

Hallo

Ich habe das alles bereits hinter mir. 

Mach Dir keine Sorgen es wird auch wieder alles besser. Ich schreibe Dir ausführlicher wenn ich mehr Zeit habe.

Pass auf Dich auf

Liebe Grüsse VL

Antwort
von llp2002, 13

Mach was du willst. Mach dein Hobby zum Beruf und wenn es nicht klappt, dann gibt es immer jemanden der dich auffängt, Freunde, Familie...
Sei nicht unsicher in deinem darsein es lohnt sich immer zu leben, selbst wenn du nicht mehr leben willst denk an deine Freunde und Familie, willst du die etwa einfach im Stich lassen?!
Du lässt das Lied des lebens einfach abspielen, aber du musst lautstark mitsingen...

Kommentar von DevaKaldet ,

Eines meiner größten Probleme ist, dass ich a) keine Freunde (mehr) habe und b) meine Familie damit überfordert ist mich aufzufangen, bzw sie zu einem Großteil Schuld sind an meiner psychischen Verfassung.

Mein Hobby würde ich gerne zum Beruf machen.... 

Kommentar von llp2002 ,

dann hör Musik das hilft immer^-^ am besten rock das ist ziemlich motivierend und macht happy... Mach dein Hobby einfach zum Beruf und wenn es nicht klappt dann versuch es nochmal und nochmal bis es klappt du musst kämpfen... man muss für die schönsten Dinge kämpfen. außerdem kannst du umso stolzer auf dich sein so ein großen Sprung gemacht zu haben...

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