Frage von hundefresser, 77

Ich möchte von anderen nichts Positives über mich hören?

Ich (w/17) leide seitdem ich 13 bin an Depressionen und einer Essstörung (ja-ha, ich wurde diagnostiziert. Ich habe einen Psychotest durchgeführt bei einer Psychiaterin). Mein Problem ist es, dass ich mich überhaupt nicht akzeptieren kann, vor allem äußerlich. Ich finde mich sooo hässlich, dick, dumm und wertlos. Ich frage mich echt, wie sowas wie ich existieren kann. Ich bin wirklich von meiner Meinung überzeugt. Ich höre jedoch wirklich relativ oft von Leuten, wie schön ich doch sei, was für eine perfekte Figur ich doch hätte etc. Und es sind ziemlich viele Jungs an mir interessiert (Ich bin jetzt nicht eingebildet klingen, lol paradox oder?).

Nur das Ding ist, dass ich das alles gar nicht hören und mitkriegen möchte. Ich kann und will es nicht verstehen, warum andere so ein Bild von mir haben. Je länger ich drüber nachdenke, desto aggressiver werde ich, weil ich denke, dass sie alle nur lügen und was vorspielen, weil ich einen Spiegel habe, in den ich schauen kann und ich weiß, wie ich aussehe... Ich nehme Komplimente überhaupt nicht ernst und mag sie auch nicht, sie reizen mich nur.

Ist das "normal"? Kommt das öfters vor oder bin ich jetzt total gestört und werde demnächst nen Amoklauf starten? LOL

JA, ICH GEHE BEREITS IN THERAPIE.

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von holjan, 4

Nun ja, du leidest unter 2 Krankheiten, die viel mit einem gestörten Selbstbild zu tun haben.

Insofern ist es angesichts deiner Erkrankung(en) relativ normal, das du dich selbst als völlig anders wahrnimmst, als deine Mitmenschen. Auch das es dir schwer fällt ihnen zu glauben, wenn sie Positives über dich zu sagen haben, ist quasi z.b. etwas, das im Rahmen deiner Erkrankungen häufig vorkommt.

Die anderen lügen im Regelfall also tatsächlich nicht, wenn sie dir Komplimente machen - es sind lediglich deine Erkrankungen die dich daran hindern, diese auch für voll zu nehmen, da du dich halt völlig anders (deutlich negativer) wahrnimmst.

Da bleibt nur die Daumen zu drücken, das die Therapie anschlägt und du es irgendwann schaffst, deine Positiven Seiten auch als positiv zu erkennen und dich selbst zu lieben.

Ich wünsche dir alles Gute.

Antwort
von Elilein, 25

Mir ging es mal genauso wie dir als ich schwere Depressionen hatte. Ich dachte auch jeder macht sich mit seinen Komplimenten über mich lustig, dass jede Nettigkeit und jedes Lächeln mir gegenüber eigentlich nur Spott ist und dass mich jeder anlügt. Ohne die Krankheit zu besiegen kannst du daran auch nur schwer etwas ändern.

Was aber helfen könnte wäre wenn du selber an dir arbeitest, das hat mir viel geholfen. Du sagst dir gefällt dein Aussehen nicht, dann ändere es. Kleide dich anders, ändere deine Haare, benutze Make-up, treibe Sport.

Du sagst du magst dich als Person nicht, beschäftige dich mehr mit dir selbst auf kritische aber nicht herablassende Art und Weise, auch wenn ich weiß wie schwer das in dieser Phase ist. Versuch dir eine Liste zu erstellen auf der du aufschreibst was du an dir gut und was schlecht findest. Dann frag auch deine Freunde und Verwandte was sie an dir mögen und was nicht und schreib es dir auf. Es ist schön wenn man positive Dinge über sich selber lesen kann, denn mit jedem mal wird es dir ein ganz kleines Stückchen besser gehen, auch wenn du denkst dass es nicht so wäre. Und dadurch dass du auch erfährst was störend an dir ist kannst du versuchen dich an dieser Stelle zu bessern.

Geh mehr raus und versuche dich dazu zu zwingen etwas mit Freunden zu machen. Behalte dabei immer im Hintergrund "Wenn sie mich nicht mögen würden wie ich bin, dann würden sie gar nichts mit mir machen wollen. Aber sie machen etwas mit mir denn sie akzeptieren mich, auch wenn ich es nicht selber kann!". Das habe ich mir immer wieder vorgesagt wenn ich Panik bekam dass mich alle Leute hassen würden.

Was auch hilft ist meditieren. Es gibt dir einerseits die Möglichkeit ein wenig körperlich und geistig ruhiger werden zu können, andererseits kannst du hier auch in Ruhe über alles nachdenken was dich belastest und es quasi von dir wegstoßen. Du wirst merken wie gut es dir geht wenn du das regelmäßig machst.

Essstörungen sind kaum alleine behandelbar, aber dafür bist du ja schon in einer Therapie, was ich sehr gut von dir finde. Nicht jeder traut sich mit seinen Problemen Hilfe anzunehmen.

Du schaffst das schon irgendwann, versuche immer optimistisch zu bleiben und setze dir Ziele für die Zukunft, irgendwelche Meilensteine die du unbedingt in deinem Leben erreichen willst und auf die du hinarbeiten kannst. Ob es eine Weltreise, ein großes Haus oder ein eigener Zoo ist spielt dabei keine Rolle.

Viel Glück und gute Besserung, LG Elilein.

Antwort
von WelleErdball, 13

Ich bin wirklich von meiner Meinung überzeugt

Und so lange du so sehr davon überzeugt und nicht bereit bist von dieser Sichtweise abzurücken bzw mehr zu reflektieren kannst du zu Fachärzten und Therapeuten springen soviel du möchtest und wenn die bereits nicht für mehr Einsehen sorgen können wird auch ein Laienportal den Schleier nicht lüften.

Antwort
von Philipp59, 16

Hallo hundefresser,

ich vermute einmal, dass Deine Depressionen mit Deiner Essstörung zusammenhängen. Auch Deine Selbstwahrnehmung und Dein damit verbundenes Problem, die Komplimente anderer als ehrlich ernst anzusehen, steht damit in Zusammenhang. Daher möchte ich hier nur auf das Thema Essstörungen eingehen.

Zuerst einmal sollst Du wissen, dass Du mit Deinem Problem nicht allein dastehst. Essstörungen sind ein Problem, vor dem weltweit Millionen Erkrankte, vorwiegend Frauen (90%) stehen. Betroffen sind sowohl Ledige als auch Verheiratete, alle Altersgruppen, sowohl junge Mädchen als auch Frauen im reiferen Alter.

Du fragst Dich womöglich, warum es so schwer ist, mit den Essanfällen und dem anschließenden Erbrechen aufzuhören. Es reicht aber nicht, einfach davon loskommen zu wollen! Es müssen vielmehr die zugrunde liegenden psychischen Probleme erkannt und angegangen werden.

Was könntest Du selbst tun? Auch wenn Du das Problem gern vor anderen verbirgst, wäre es doch gut, das offene Gespräch mit Deiner Familie zu suchen. Möglicherweise haben Deine Angehörigen unbewusst zur Entstehung Deiner Essstörung beigetragen, indem sie vielleicht zu großen Wert auf die Figur und das Aussehen gelegt haben. Sollte das auch in Deinem Fall zutreffen, dann müsste Deine Familie ihre Einstellung überdenken. Du sollst auch wissen, dass die meisten Essgestörten Perfektionisten sind. Sollte das bei Dir der Fall sein, dann denke daran, dass Fehler zum Leben gehören und nicht Deinen Wert als Person bestimmen. Niederlagen sind normal, gehen vorüber und können auch überwunden werden. Wenn Du Dir das bei einem der nächsten Fehlschläge bewusst machst, wirst Du wahrscheinlich nicht so sehr am Boden zerstört sein.

Versuche auch, Dich als ein Individuum zu sehen, dass sich nicht in die von anderen ausgedachte Form pressen lässt. Das fördert Deine Selbstachtung und Dein Selbstwertgefühl. Ist Dir aufgefallen, dass Essgestörte leicht zu Frustessen neigen? Das kann daher kommen, dass sie nicht gelernt haben, frei Ihre Meinung zu äußern, vor allem auch dann, wenn sie von anderen nicht gern gehört wird. Wenn es Dir auch so ergeht, dann lerne, Deinen Ärger nicht einfach herunterzuschlucken. Offen seine Meinung zu äußern bedeutet ja nicht unbedingt, Dampf abzulassen oder seine ganze Wut herauszulassen. Es bedeutet, offen und deutlich das zu sagen, was man denkt. Tust du das nicht, dann mag es sein, das Dein Drang zu ungesundem Verhalten zunimmt. Du stürzt Dich quasi in eine Essattacke, wenn sich Frustration in Dir aufstaut. Wenn Du noch bei Deinen Eltern wohnst, dann mache ihnen klar, dass es sehr auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung ankommt. Wenn möglich, halte zu Ihnen einen offenen Gedankenaustausch und sensibilisiere sie für Deine Erkrankung.

Viele, die wegen eines Problems verzweifelt sind, übersehen leicht, dass die Bibel eine einzigartige Quelle des Rates und Trostes ist. Die Bibel geht zwar nicht auf das Thema Essstörungen ein, doch zeigt sie, dass Gott an jedem einzelnen interessiert ist und sehr viel für die Leidenden empfindet.

Folgender Text aus der Bibel stammt von dem berühmten König David, der in seinem Leben viele Höhen und Tiefen erlebte und der wusste, was es bedeutet, verzweifelt und manchmal sogar ausweglos zu sein. Rückblickend auf seine Erfahrungen, die er mit Gott gemacht hatte, schrieb er einmal: " Ja, auf Gott warte still, o meine Seele, denn von ihm ist meine Hoffnung. Ja, er ist mein Fels und meine Rettung, meine sichere Höhe; Ich werde nicht zum Wanken gebracht werden. Auf Gott beruht meine Rettung und meine Ehre. Mein starker Fels, meine Zuflucht ist in Gott. Vertraut auf ihn zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht" (Psalm 62:4-8).
Obwohl Gott diesen David nicht durch ein Wunder aus seinen Bedrängnissen befreite, machte er dennoch die Erfahrung, dass Gott ihm zur Hilfe kam und ihn mehr als einmal aus Todesgefahren rettete. David konnte diese Erfahrungen nur deshalb machen, weil er selbst auch etwas tat: Er wandte sich an Gott im Gebet und er schüttete ihm sein Herz aus. Die Psalmen sind voll von seinen innigen Gebeten zu Gott.

Diese kleine Exkursion in die Bibel kann Dir etwas Nützliches sagen: Auch Du kannst Dich in Deiner Not an Gott wenden und ihm all Deine innersten Gedanken mitteilen. Wenn Du seine Nähe und seine Freundschaft suchst, dann kann er Dir dabei helfen, manches in Deinem Leben zu bewirken, was ohne seine Hilfe nicht möglich gewesen wäre.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, Deine Krankheit Stück um Stück zu besiegen und ein Leben zu führen, dass wieder mehr Freude macht! Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

Antwort
von AnnaSCV, 21

"normal" kann man nicht wirklich definieren. Jeder hat irgendwelche komischen Macken. 

Ob etwas normal ist oder nicht, darüber sollte man sich eigentlich keine Gedanken machen.

Aber viel wichtiger ist ja wie es dir geht und das ist bestimmt nicht gut für dich dass du so denkst. Du bist ja in ner Therapie, ich hoffe das man dir dort helfen kann, du musst halt irgendwie lernen dich zu akzeptieren.

Soll wohl helfen wenn man sich jeden Tag selbst immer wieder sagt wie schön man ist und dann glaubt das Gehirn das irgendwann oder so.. Aber dein Therapeut kann dir da wahrscheinlich besser helfen :D

Antwort
von Winkler123, 22

Das ist eine komplizierte Problematik und nur was für geschulte Psychotherapeuten. Da wird dir hier niemand eine sinnvolle Antwort geben können. Nur soviel : Nicht jeder Therapeut ist gut ...

Antwort
von Koroso, 18

ich hab eine wirklich schlaue und hübsche kleine schwester, doch die hat mehr oder weniger das gleiche problem. Es ist eine einstellungssache, wie man das leben sieht und nicht sich selbst. Ich kenne einen haufen wirklich nicht ansehnlicher menschen, doch die sind glücklich und haben oft einen festen partner und teils auch schon kinder. Naja über dein aussehen kann ich nichts sagen, hab dich ja noch nie gesehen, doch ich wette es ist nicht so schlimm, wie du es sagst. Es ist wie mit der eigenen stimme. niemand hört sich selbst gerne reden und genauso ist es teils auch bei dem äuserlichen. Du selbst findest dich vllt hässlich, doch andere nehmen dich nicht so wahr. Wenn du meine 100%ige und ehrliche meinung über dein erscheinungsbild hören möchtest muss ich ein foto von dir sehen. NEIN nicht irgendwelche komischen posen oder nackte haut, sondern du, so wie du bist, in normaler kleidung. Wenn ich ein foto von dir sehe sage ich dir die wahrheit.....

Kommentar von ploterzuila ,

Du würdest hedem sagen dass er sie schön ist .*jedem

Kommentar von Koroso ,

nein, solch ein mensch bin ich nicht, gib mir die möglichkeit und ich verspreche eine ehrliche meinung zu geben,     pack einfach für 5 minuten ein bild von dir auf dein profilbild und ich beäugle dich ohne zu schönen.   VERSPROCHEN.

Antwort
von ploterzuila, 14

Was für ein psychotest? Nur du selbst kannst wissen was gut für dih ist kein therapeut kann dir diese entscheidung abnehmen

Antwort
von Unbekannt2411, 2

Ich habe zwar keine Depressionen, aber ich weiß wie du dich fühlst. Man ist so unzufrieden mit sich selbst und wenn jemand einem dann ein Kompliment macht, dann kann man das nicht ernst nehmen. Ich gehe meistens nicht einmal darauf ein und ignoriere es. 

Die Menschen können einem so viele Komplimente machen wie sie möchten und einen für schön oder hübsch halten, aber in meinen Augen kann man das nur sein, wenn man mit sich selbst zufrieden ist. Solange man das nicht ist, kann man sich nicht lieben. Es macht mich auch manchmal echt sehr traurig. 

Antwort
von Blastaz145, 21

Die Jungs geben dir auch nur komplimente weil sie dich ins Bett bekommen wollen :D

Du solltest halt an deinem Selbstwert gefühl arbeiten

Therapie bringt eh kaum was.. mach Sport oder such dir ein Hobby was dir Spaß macht

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community