Frage von LeonLional, 100

Ich möchte sehr gerne Soziologie studieren, da mich das Sozialgefüge menschlicher Begebenheiten und Gesellschaften interessieren?

Die Berufsaussichten stehen aber sehr schlecht.Ein Soziologe verdient im Schnitt "nur" 3,500€. Ich möchte wohl gerne so gut wie mein Vater (etwa 5,800€ montl.) verdienen. Der Einstiegsgehalt liegt bei manchen Berufen schon deutlich über dem Gehalt eines langjährigen Soziologen, und da ich diesen Studiengang noch nie besucht habe, weiß ich nicht, ob dieser auch der richtige Studiengang ist. Nur fasziniert mich einfach die Wissenschaft der Sozial-und Geselltschaftsgefüge, trotzdem möchte ich auch meinen jetzigen Lebensstandard beibehalten. Was soll ich tun?

Antwort
von LuckyLuke90, 46

Sprichst Du von Brutto oder Nettoverdiensten?

5.800 € Brutto sind schon eine Hausnummer, Soziologen gelten ja nicht gerade als diejenigen Studienabgänger, nach denen der Arbeitsmarkt schreit. Tendenziell haben wir in unserer Hochschullandschaft zu viele Geisteswissenschaftler.

Interessanter als das Studium wäre die Frage nach dem angestrebten Beruf. Dann kann man auch besser einschätzen welcher Verdienst realistisch wäre.

Kommentar von LeonLional ,

Ich habe noch keinen Wunschberuf vor Augen :D

5.800€ sind jetzt keine Höchstleistung, aber es ist ziemlich gut. Wir leben gut.

Kommentar von LuckyLuke90 ,

Geld ist schön, aber auch nicht alles. Speziell im sozialen Sektor arbeiten viele Menschen die es nicht des Geldes wegen machen, sondern der Menschlichkeit, der Dankbarkeit und des Guten Gewissens wegen.

Als junger Mensch möchte man natürlich möglichst viel Geld mit seiner Arbeit verdienen. Bei den meisten kommt aber irgendwann der Punkt an dem man auch anderen Dingen wert beimisst. Für mich bspw. ist das Geld zwar wichtig, aber nicht das wichtigste. Es zählen auch Dinge wie:

- Spaß an der Arbeit

- Geregelte Arbeitszeiten

- Work/Life-Balance

- Vereinbarkeit Familie und Beruf

- Freie Wochenenden, keine Rufbereitschaft

- Nähe zum Arbeitsplatz

- Jobsicherheit

Solche Dinge lassen sich oft nicht mit Geld aufwiegen. Viel Geld hört sich natürlich schön an aber brauchst Du das auch? Musst Du von Anfang an dasselbe wie Dein Vater (Der eine Familie zu versorgen hat, evtl. ein Haus abbezahlt) verdienen?

Zum Berufseinstieg reicht Dir im Normalfall ja auch eine kleine Wohnung etc.

Kommentar von Krjhg ,

Es gibt übrigens nicht allzu viele Leute, die 5800 verdienen. Der Durchschnitt dürfte bei 2300 liegen, grob geschätzt.

Antwort
von Tschoba, 46

Schon schwierig allen Ansprüchen gerecht zu werden ;-) Ich denke, entweder wirst du die finanziellen Wünsche zurück schrauben müssen oder deine Interessen erweitern/verlagern.

Ich bin ja immer dafür etwas zu studieren/arbeiten, wofür man sich begeistern kann. Ich persönlich schaue weniger auf den Verdienst. Aber das ist eben individuell verschieden. Psychologie, Philosophie, Kulturanthropologie würde ich dir noch nennen, aber da wird es finanzielle wahrscheinlich nicht anders aussehen (zumindest nicht bei Psychologen).

Und wenn du nicht sicher bist, was mit einem Soziologie-Studium auf dich zu käme: Du kannst dich einfach in Einführungsvorlesungen einschleichen - hab ich auch gemacht ;-) Fällt niemandem auf (nur bei Seminaren ist es eher schwierig) und du bekommst einen Einblick.


Kommentar von Tschoba ,

Oder Politologie/Politikwissenschaft...keine Ahnung, aber schätze da verdient man nicht übel :-D

Kommentar von LeonLional ,

Politik hatte ich auch in meiner Favouritenliste, überlege noch :D

Kommentar von Tschoba ,

Kann auf jeden Fall nicht schaden mal in Vorlesungen reinzuschnuppern. Und manchmal bieten Berufsinformationszentren ja auch so Invoferanstaltungen oder können sir sagen, was du später arbeiten kannst du wie das mit den Gehältern aussieht

Antwort
von sozialtusi, 56

Da gilt es abzuwägen, ob Interesse oder Broterwerb im Vordergrund stehen ;)

Ich kenne Soziologen, die fahren TAxi, ich kenne welche, die verdingen sich als freiberufliche Dozenten (Mindestlohn im Sozialsektor derzeit 14 Euro/Stunde) und ich kenne welche im öffentlichen Dienst. Letztere verdienen das meiste Geld - halt das, was die Mitarbeiter in Arbeitsagenturen halt so bekommen. LOB-System, der ganze Mist...

Kommentar von LeonLional ,

Also.. Dass Soziologen als Taxifahrer gelten ist völliger Schwachsinn, der empirisch widerlegt ist! Laut mehreren Studien ist sogar kein einziger Soziologe als Taxifahrer mit dabei!

Kommentar von sozialtusi ,

Dann muss ich mich wohl mal beim Ersteller der Statistik melden ;) Oder ich schicke meinen Kumpel dort mal vorbei ;)

Es geht ja nicht darum, was "gilt", sondern in diesem Fall, was ICH erlebe.

Kommentar von LeonLional ,

Wie fande er das Studium denn? :

Kommentar von sozialtusi ,

Das Studium an sich soll sehr interessant gewesen sein. Er ist da voll drin aufgegangen. Mein Ding war es nicht. Ich musste im Studium eine Fachprüfung in Soziologie machen und fand es sterbenslangweilig ;)

Kommentar von rotreginak02 ,

@LeonL: sie gelten nicht als Taxifahrer, sondern es gibt so einige, die später als Taxifahrer arbeiten, weil sie nichts besseres gefunden haben. Empirisch widerlegt? Wie das denn ? Haben die alle Taxiunternehmen dahingehend überprüft, ob jemand vorher mal Soziologie studiert hat??? Wohl kaum. "Sozialtusi" kennt offenbar welche, ich ebenfalls.

Kommentar von WelleErdball ,

Ich habe selbst Soziologie studiert und kann sagen, JA es gibt genug Leute die hinterher mit Soziologie keinen Fuß in die Tür bekommen aber da muss man auch genauer hinsehen und das Warum hinterfragen. Zum Einen sind die Leistungen interessant, ob man in der Regelstudienzeit abgeschlossen hat und wenn nicht, wie lange hat man überzogen (ich kenne auch jemanden der 16 Semester für den Bachelor in BWL brauchte) und zum Anderen: Mit einem Bachelor reißt man in Soziologie genauso wenig wie in Psychologie oder manch anderen Studienfächern. Wer ein klares Ziel vor Augen hat, sich spezialisiert der steht schon wieder ganz anders da.

Antwort
von Krjhg, 19

Ich habe Soziologie im Nebenfach studiert und kenne keinen Soziologen, der 3500 verdient. Ich kenne allgemein nicht mal jemanden, der so viel verdient... Doch, eine Person. Und die ist Informatik Master.

Wenn du wirklich viel verdienen willst, musst du dich durchboxen und überall bekannt machen, die richtigen Praktika vorweisen und eben DEN Job finden. Vielleicht wäre ein duales Studium gut, dann bist du direkt an eine Firma gebunden.

Antwort
von versus00, 50

Kannst Soziologie ja im Nebenfach studieren.

Kommentar von LeonLional ,

Aber mit welcher Kombi? :D

Kommentar von versus00 ,

BWL zum Beispiel, wenn Du der Meinung bist, dass Du fast 6000 Euro im Monat wirklich brauchst.

Kommentar von LeonLional ,

Brauchen tut man es nicht. Aber ich möchte die Welt bereisen.

Kommentar von WelleErdball ,

Politikwissenschaften ist eng an Soziologie angelehnt. So hatten wir in Soziologie Vorlesungen zusammen mit den Politikwissenschaften und umgekehrt. Die Verdienste und Berufsaussichten sind hinter nicht besser oder schlechter als mit einem Abschluss in Soziologie. Verdienstklassen ü 3000 Euro sind unrealistisch.

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