Frage von Junge1982, 56

Ich möchte mit meiner Familie in eine günstigere Wohnung umziehen. Wie soll ich mit dem Thema Privatinsolvenz umgehen?

Liebe Community,

ich plane mit meiner Familie 2 Erwachsene und 2 Kinder in eine günstigere Wohnung umzuziehen. Wir haben uns auch schon einige Wohnungen angesehen und ich stoße da auf folgende Problematik: in 90% der Fälle muss man eine sog. Mieterselbsauskunft ausfüllen. Hier stolpere ich über den Passus: Über unser Vermögen wurde in den letzten 5 Jahren kein Insolvenzverfahren eröffnet. Meine Insolvenzeröffnung ist jetzt aber knapp 3 Jahre her. Aktuell befinde ich mich in der Wohlverhaltensphase. Und nun zu meiner Frage was soll ich tun.

  1. Ich kann versuchen den Mietvertrag auf meine Frau abschließen lassen und mich als Mietbürge mitverpflichten, so dass ich diese Angaben nicht treffen muss. Das sieht dann aber ein bisschen komisch aus.
  2. Ich kann flunkern und hoffen, dass der Vermieter 2 Jahre nichts von meiner Insolvenz mitbekommt oder es ihm egal ist, riskiere aber damit warscheinlich eine fristlose Kündigung.
  3. Ich kann die Wahrheit sagen und riskiere aber dann, dass ich bei dem neuen Vermieter gleich unten durch bin, weil er denkt, dass ich die Miete nicht zahlen kann und ich somit die Wohnung nicht bekomme.

Bisher wurde die Mieter immer pünktlich bezahlt und unser jetziger Vermieter würde uns eine Mietschuldbefreiungserklärung ausstellen, wo wir seit 4 Jahren wohnen und nie Schulden gemacht haben. Eine positive Schufa meiner Frau ist ebenfalls vorhanden.

Ich bedanke mich schon mal im Voraus für jede Meinung. Insbesonder würde mich interessieren, was die Vermieterseite für eine Meinung hierzu hat.

Danke

Antwort
von Turbomann, 22

@ Junge1982

Also "flunkern" bringt dich gar nicht weiter, denn auch Vermieter haben die Möglichkeit herauszufinden, ob du gelogen hast oder nicht.

Viele Menschen müssen Insolvenz beantragen und eine Schufaauskunft wollen auch die meisten Vermieter haben. Was man verstehen kann, da es zu viele Mietnomaden gibt.

Normalerweise müssen doch beide Eheleute den Mietvertrag unterschreiben.

Spiele ganz einfach mit offenen Karten und wenn du eine einigermassen gute Erklärung für deine Insolvenz abgeben kannst, dann sollte es auch noch vernünftige Vermieter geben.

Warum fragst du denn nicht mal deinen Insolvenzverwalter, wie man das am besten macht?

Antwort
von troublemaker200, 14

Ich bin Vermieter und wäre sehr skeptisch Dir gegenüber denn Du hattest mal ne Phase in der Du offenbar nicht mit Geld umgehen konntest.
Wenn ich als Vermieter meine Unterschrift unter den MV setze, wiegt das quasi mehr als ein Ehevertrag. Ich bekomme den Mieter nur sehr sehr schwer wieder raus aus der Bude wenn mal was vorfallen sollte.

Selbst wenn der Mieter nicht zahlt, keine Kohle hat, kann ich ihn nicht einfach rauswerfen sondern muss ihn rausklagen. Das kann lange Zeit dauer, in der der Mierter mir keine Miete zahlt. Das ist der Grund warum ich Dir gegenüber vorsichtig wäre. Nicht falsch verstehen bitte!!

Ich rate Dir zu folgendem:
Spiel mit offenen Karten und stehe auch weiterhin zu Deinen Fehlern die Du mal gemacht hast. Keinesfalls schwindeln beim MV und auch nicht versuchen zu täuschen indem der MV auf Deine Frau läuft.

Warte bis die Privatinsolvenz komplett durch ist und dann such für Euch ne neue Wohnung.

Viel Erfolg, und nix für ungut!!

Antwort
von DieMoneypenny, 10

Ich würde entweder den Vertrag nur auf deine Frau abschließen (bürgen wirst Du nicht können) oder vorher mit dem Vermieter persönlich sprechen und ihn aufklären, dass Du es Dir gar nicht "leisten" kannst, neue Schulden zu machen, die Du nicht begleichen kannst. Damit würdest Du Deine RSB riskieren und bist wohl der zahlungswilligste Mieter den er sich wünschen kann. Davon abgesehen, ist Deine Frau ja auch haftbar, wenn ihr beide drin steht.

Antwort
von BernhardBerlin, 23

Flunkern. Wenn Ihr irgendwann mal mit der Miete in Rückstand bleibt, schmeißt Euch der Vermieter ohnehin raus. Ob Du dann wahrheitsgemäße Angaben über die Vermögenslage zu Beginn des Mietverhältnisses gemacht hast oder nicht, spielt keine Rolle mehr. Gekündigt ist gekündgt.

Antwort
von Mignon4, 26

Ich kann deine Fragen leider nicht beantworten, möchte dich nur darauf hinweisen, dass du nach meiner Auffassung (die falsch sein kann!) in dieser Insolvenzphase gar nicht aus Bürge auftreten darfst oder wenn doch, vermutlich nur mit vorheriger Zustimmung deines Betreuers. Das solltest du abklären.

Abgesehen davon hat der Vermieter von deiner Bürgschaft nichts, weil du in der Insolvenz bist. Eine Bürgschaft ist immer nur so gut wie der Bürge. Du bist im Augenblick ein sehr schlechter Bürge.

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