Frage von lilimax, 138

Ich möchte mir ein Islandpferd kaufen. Ich reite den Wallach seit knapp einem Jahr. Kann mir jemand weiterhelfen?

Wie oben schon geschrieben, möchte ich mir meine bisherige Reitbeteiligung kaufen. "Mein" süsser ist jetzt 7 Jahre alt, total lieb im Umgang mit Mensch und Pferd. (Ja, ich weiss wie teuer ein Pferd sein kann und wie viel Zeit sowas benötigt ) Verkauft wird er wegen Änderungen im Privatleben der Besitzerin. Jetzt machen mir aber noch einige Dinge Schwierigkeiten... Gerne würde ich den Buben bei seinen Freunden (die anderen zwei Isis der Besitzerin) stehen lassen. Ich überlege mir aber, wie gut die Idee wirklich ist. Schliesslich hat jeder so seine eigenen Ansichten, was wo wie und wann. Ich könnte ihn, wenn ich das wollte, auch für die Reitstunde "vermieten". Dies würde mir mehr Freizeit bringen. Jedoch habe ich da auch wieder Angst, dass ich mich dann plötzlich nach den Reitschülern richten muss oder dass dies dem Pferd mehr schadet als dass es was bringt. Würdet ihr noch zusätzliche Punkte (ausser die normalen) im Kaufvertrag festlegen, wenn er bei der Vorbesitzerin stehen bleibt?

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 39

Ob Du finanziell, zeitlich und reiterlich in der Lage bist, ein Pferd zu kaufen oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. So mancher hat das Unterfangen Pferd recht blau-äugig und unbedarft angegangen und mitunter so manches an Lehrgeld gezahlt. In sofern ist es schon mal prima, dass Du Dir im Voraus über einige, auch nicht unwichtige Dinge Gedanken machst.

Ich kann Dir an dieser Stelle nur sagen, was ich machen würde und das wäre zum allerersten und allerwichtigsten eine große Ankaufsuntersuchung. Mit Röntgenbildern von allen Beine, Rücken und Hals. Denn auch wenn der Kleine in der ganzen Zeit noch nichts gehabt haben sollte, in der Du ihn kennst, so kann es durchaus Schädigungen geben, die bereits vorhanden, aber noch nicht spürbar sind. 

Es braucht nur ein Knochenchip an einer dummen Stelle, wie einem Gelenk zu stecken, der bereits jetzt reibt, aber noch nicht viel angerichtet hat. Plötzlich ist aber die Lahmheit da und wenn der Chip an einer Stelle sitzt, die nicht operabel ist, dann hast Du den Salat. 

Oder so unschöne Erkrankungen wie "Kissing Spines" - also engstehende Rückenwirbel, die sich berühren und dem Pferd Rückenschmerzen bereiten. In jungen Jahren meist noch kein großes Problem, bei fortschreitender Abnutzung jedoch schon. Und gerade bei einem Isländer, die ja gerne mit hochgerecktem Hals und durchgedrücktem Rücken davonstrampeln ist das dann ein richtiges Problem. 

Deshalb ist eine Ankaufuntersuchung unabdingbar. Natürlich kostet sie Geld - aber die Tierärztlichen Kosten, die später entstehen, wenn unentdeckte Erkrankungen behandelt werden müssen und die Kosten für ein eventuell dann unreitbares Pferd, die sind viel viel höher.

Und selbst wenn Du das Pferd im Moment erst mal dort stehen lässt, so kannst Du es immer und jederzeit woanders hinstellen, wenn Du feststellst, dass es eben doch nicht für Dich funktioniert. Probiere es aus, wenn Du dort bis jetzt gut klar gekommen bist, Dich in der Stallgemeinschaft wohl fühlst und es dem Pferd dort gut geht. Gibt es jedoch einen anderen Stall, der bessere Bedingungen bietet, der vielleicht näher ist und wo es besseren Unterricht gibt, schönere weiden und was weiß ich noch was sonst, dann wechsel.

Vermieten für Reitunerreicht würde ich mein Pferd nicht. Es juckeln dann ständig andere Leute auf meinem Pferd rum und veranstalten unter Umständen Sachen mit ihm, die mir nicht passen. Dann doch lieber eine Reitbeteiligung, also jemand, mit dem ich mich gut verstehe, dessen Reitstil mir zusagt und bei dem ich weiß, dass es meinem Pferd gut geht auch wenn ich selber nicht da bin. Und auch dafür kann man Geld nehmen. Wie viel, das hängt leider von den Gepflogenheiten Deiner Region ab.

Hier bei uns in NRW sind Reitbeteiligungen für meinen Geschmack viel zu günstig. Meist kosten sie weniger als wenn derjenige 4mal im Monat Reitstunden nehmen würde, was ich bekloppt finde, weil bei einem Privatpferd in der Regel die Ausrüstung besser ist und man es ganz anders nutzt, als ein Schulpferd, das einem meist nur für die Reitstunde zur Verfügung steht.

Kommentar von DerSchlauste88 ,

würd ich auch kaufen also pferde sind ja schon was tolles hier ein link zum poerfekten pferd http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%...

Antwort
von VanyVeggie, 78

Hallo, 

nichts für ungut, aber wenn du das Pferd schon vor den Kauf "vermieten" möchtest und dir jetzt schon Sorgen um deine Freizeit machst, dann denke bitte nochmal gut darüber nach. Im Sinne des Pferdes ist es nicht, das Tier an Reitschüler zu vermieten.

Wegen dem Kaufvertrag kannst du dir verschiedene Muster im Internet ansehen und kopieren. Wir wissen ja nicht, wie du das haben möchtest. Was ich dir noch ans Herz legen würde ist eine AKU vorher machen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von lilimax ,

Ich antworte mit Zitaten aus meinen Anderen Antworten. Jedes mal alles neu zu schreiben dauert ewig ;)

Die Idee, ihn für Reitstunden zu vermieten kam eigentlich von der bisherigen Besitzerin. Ich habe ich bereits Pro und Contra Listen geschrieben und darüber nachgedacht. Ich möchte das lieber zu einem Späteren Zeitpunkt festlegen. Die Vorbesi hätte (wahrscheinlich) gerne direkt eine Antwort darauf.

Auch die hohen Kosten sind mir bewusst. Ich hab alles min. Drei mal durchgerechnet, weil ich mir nichts anschaffen möchte, was ich mir im Endeffekt nicht leisten kann.

Fakt ist, dass ich weder aus Zeitlichen noch aus Finanziellen Gründen auf Hilfe von aussen angewiesen wäre (ausser eben bei nicht voraussehbaren Dingen wie Krankenhausaufenthalt oder so).

Ich möchte aber nicht ein paar Monate nach dem Kauf über Dinge stolpern, welche von Anfang an schon hätten geregelt sein können. Darum frage ich hier nach.

Kommentar von VanyVeggie ,

Wenn das zeitlich kein Problem darstellt, dann lass es sein mit dem Vermieten. Dabei kann einiges schief gehen und für´s Pferd ist es auch nicht toll. Solltest du mal wirklich keine Zeit haben, dann ist es nicht schlimm wenn das Pferd 2x in der Woche nix leisten muss, wenn´s im Offenstall steht. 

Du bist dir ja ansonsten in allem bewusst. Ich denke nicht, dass du da über irgendwas drüber stolperst insofern du dir einen passenden Kaufvertrag raus suchst und ein AKU abschließt. 

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 46

Ob es dir zusagt, wie irgendwelche Dinge da in dem Stall gehandhabt werden, mußt du ja selber sehen. So ganz sein eigener Herr ist man ja nirgends - außer, man ist Eigemtümer des Reiterhofs;-)

Überall muss man sich nach den jeweiligen Gegebenheiten und Abläufen  richten.

Wenn das alles so weit in Ordnung ist für Dich, kannst du das Pferd ja oder stehen lassen.

Mit dem Vermieten des Pferdes hat das aber doch nichts zu tun..!?

Erst kaufst du eine Pférd. Punkt.

Dann hast du einen Einstellplatz. Punkt.

Und dann kannst du die Gedanken machen, ob du es täglich selber reiten, oder dir Freiraum verschaffen möchtest, indem du es bereiten läßt, oder jemand anderem zur Verfügung stellst - aber das regelt man nicht vorher vertraglich, sondern gestaltet  das dann so, wie es einem selber und dem .Pferd gut tut.

Wenn du das vermischst, ist das völlig unbefriedigend für alle Beteiligten. Sollte es aus finanziellen Gründen  sein, dass du das Pferd als Schulpferd zur Verfügung stellst, lass das ganze besser sein! Wenn nämlich nachher mal was ist mit dem Pferd, stehst du allein dafür grade. Dann hilft dir keiner mehr, den Ausfall ( weil ja der Verdienst, den das Pferd erwirtschaftet, mit einkalkuliert wird) und die Tierarztrechnung zu bezahlen.

Würde ich "mein" Schulpferd kaufen, würde ich es vermutlich  auch dort im Stall lassen und erlauben, dass es die eine oder andere Stunde im Unterricht  eingesetzt wird. Aber ich würde nie das Mitbestimmungsrecht aus der Hand geben, wann und mit wem mein Pferd läuft!

Kommentar von lilimax ,

Danke für die Antwort. :)

Wahrscheinlich mache ich mir zu viel Stress mit Dingen, die man nach und nach organisieren kann... Ich möchte auf keinen Fall, dass das Pferd oder ich dann unzufrieden sind.

Die Idee mit den Reitstunden kamen nicht von mir. Klar würde mich das Finanziell ein wenig unterstützen, aber nötig wäre es nicht.

Das Pferd läuft momentan nicht im Unterricht. Ich glaube auch nicht, dass es möglich wäre ihn sofort einzusetzen, da er m.M.n. noch sein Gleichgewicht verbessern sollte, bevor er von anderen/Fremden geritten wird.

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 44

Klar hat jeder seine eigenen Ansichten von was, wo, wie usw. aber das hast du in jedem Stall. Die einen weiden über 5 Wochen lang an, die nächsten knallen die Pferde einfach auf die Weide. Wie es im jeweiligen Stall läuft hängt vom Stallbesitzer und den dortigen Einstellern ab. Wenn alle zufrieden sind, dass die Pferde ohne anweiden raus kommen, dann wird daran für einen einzigen nichts geändert werden. 

Wenn der Stall dort für dich in Ordnung ist und du mit der Haltungsform zufrieden bist, dann spricht nichts dagegen dort stehen zu bleiben. Wichtig ist eben, dass du klar machst, dass das dann DEIN Pferd ist und die Vorbesitzerin nur was als Stallbesi (ist sie doch, oder?) zu melden hat, und nicht mehr als Besitzerin. Das kann unter Umständen mal Probleme machen. Allerdings bleibt dir dann immer noch der Stallwechsel hinterher.

Also wenn du dir ein Pferd kaufen willst und jetzt schon darüber nachdenkst wie du dir mehr Freizeit einräumen kannst, dann würde ich mir das nochmal gut überlegen. Wenn es dir jetzt schon zeitlich zu anspruchsvoll ist und du von einer RB o.ä. abhängig bist, dann lass es. In den Schulbetrieb würde ich mein Pferd nie geben, du wirst es immer wieder neu korrektur reiten müssen und das nervt. Wäre für mich absolut keine Option. 

Da muss nix spezielles in den Kaufvertrag, wenn das Pferd dir gehört, gehört es dir und du verfügst darüber. Da hat die Vorbesi nichts mehr zu melden. 

Kommentar von lilimax ,

Vielen Dank für doe Antwort. :)

Die Vorbesitzerin ist nicht die Stalleigentümerin, hat aber ihre anderen 2 Pferde auch dort untergestellt. Ich habe einfach die Befürchtung, dass sie nicht "loslassen" kann, und dann eigenständig über Dinge entscheidet, welche mit mir -also der Besitzerin- nicht ausgemacht wurden. 

Ich weiss, dass ein eigenes Pferd viel mehr zu tun gibt als eine RB. Darum habe ich sehr lange über so eine Anschaffung nachgedacht. Auch habe bereits Leute angefragt, die mein Pferd betreuen, wenn ich mal nicht kann oder Ausfalle. Man weiss ja nie was passiert (Krankenhaus o.ä). 

Die Idee, ihn für Reitstunden zu vermieten, kam eigentlich von der bisherigen Besitzerin. Ich würde sie wahrscheinlich sehr enttäuschen, wenn ich das strikt ablehnen würde. Trotzdem muss ich auch für mich und das Pferd schauen. Darum habe ich bereits Pro und Contra Listen geschrieben und darüber nachgedacht. Ich möchte das lieber zu einem Späteren Zeitpunkt festlegen und schauen, wie das so klappt ohne Reitschüler. Die Vorbesi hätte (wahrscheinlich) gerne direkt eine Antwort darauf.

Auch die hohen Kosten sind mir bewusst. Ich hab alles min. Drei mal durchgerechnet, weil ich mir nichts anschaffen möchte, was ich mir im Endeffekt nicht leisten kann. Klar würde mich das vermieten meines Pferdes da entlasten.  Wenn ich dann ständig korrigieren muss, und einen Trainer benötige, komme ich aber nicht billiger weg. 

Fakt ist, dass ich weder aus Zeitlichen noch aus Finanziellen Gründen auf Hilfe von aussen angewiesen wäre (ausser eben bei nicht voraussehbaren Dingen wie Krankenhausaufenthalt oder so).

Ich möchte aber nicht ein paar Monate nach dem Kauf über Dinge stolpern, welche von Anfang an schon hätten geregelt sein können. Darum frage ich hier nach.

Kommentar von MissDeathMetal ,

oke das klingt ja schonmal gut durchdacht. Wenn du Bedenken hast, die Vorbesi könnte sich ungefragt einmischen, dann kauf das Pferd und stell es woanders hin. Allgemein klingt das auch etwas komisch, warum will sie denn dass das Pferd im Schulbetrieb geht? 

Wenn du das Pferd kaufst gehört es dir (kauf es aber auch, keine Zur Verfügungstellung, kein Schutzvertrag, kein Kaufvertrag mit Klauseln!) und nur du entscheidest darüber und da hat dir niemand reinzuquatschen. In den Schulbetrieb würde ich das Pferd wirklich nicht stecken, aber warum ist die Vorbesi dann enttäuscht? Da komme ich nicht ganz mit, gibt sie die Reitstunden oder wie? Wenn du das Pferd kaufen willst sag ihr, dass der Schulbetrieb nicht in Frage kommt. Leere Versprechungen würde ich ihr nicht geben, das führt nur zu Streit. Andererseits kannst du natürlich Ja sagen, das Pferd 2 Wochen im Unterricht laufen lassen und dich dann dagegen entscheiden. Wenn es dann dein Pferd ist und im Kaufvertrag nicht festgehalten wurde, dass es im betrieb laufen muss (was ich in keinem Falle tun würde!) dann kann sie dagegen nichts machen. Trotzdem: Ehrlich währt am längsten. 

Wenn es dein Pferd ist, musst du allen klar machen dass es deines ist und andere nichts zu sagen haben. Gerade wenn du im Stall mit der Vorbesi stehst kann es Probleme geben. Ich kenne Leute, die haben da schlechte Erfahrungen gemacht. Da hat die Vorbesi dann plötzlich den Sattler gerufen weil sie der Meinung war, der Sattel würde nicht passen. Zahlen sollte es aber die neue Besiterin des Pferdes... und der Sattel passte. War nur nicht mehr der der Vorbesi. Wenn du jetzt schon Bedenken hast dann zieh in einen anderen Stall. Das erste eigene Pferd ist eh schon eine kleine Herausforderung, da braucht man keinen zusätzlichen Stress. Und glaub mir, sobald du alles alleine entscheiden musst und es nur von dir abhängt stehst du ein paar Mal und fragst dich, was du machen sollst und hast keine Ahnung weil du nichts falsch machen willst und gleichzeitig sowas nie entscheiden musstest ;) Aber das gibt sich dann :) 

Ansonsten: Auch andere Leute haben schöne Pferde ;) Wenn das Pferd dort nur Ärger mit der Vorbesi bedeutet lohnt es evtl auch sich andere Pferde anzuschauen

Kommentar von Urlewas ,

Unter diesen Umständen würde ich das Pferd auf keinen Fall dort stehen lassen!

Du wirst da nicht glücklich mit dem Pferd, wenn die Vorbesitzerin immer " die Kralle drauf hat". Also : entweder anderes Pfeed kaufen oder das Pferd  in einen anderen Stall stellen. 

Das wirkt grade so, als wolle sie Dir nur ihre finanzielle  Verantwortung aufdrücken, ohne ihre Besitzansprüche abzutreten.

Dass Sie enttäuscht wäre, mahnt in dem Fall gar nichts. Auch da weiß ich einLiedchen von zu singen - Menschen, die andere, die ein Weiches Herz haben,  immer über das Gewissen manipulieren. Ein Grund mehr, klare Grenzen zu setzen! Wir alle erleben Enttäuschungen, und da muss sie mit leben.  Du kannst dich nicht für die Glückseligkeit anderer Leute verantwortlich machen - erst recht nicht, indem Du dein (!) Pferd zum Spielball dieser Beziehungen machst.

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