Frage von WieButter, 53

Ich möchte meinem Hund helfen, bin aber nicht sicher wie ich vorgehen soll?

Hallo, wir haben seid 6 Monaten einen Hund aus dem Tierschutz. Er war anfangs furchtbar ängstlich, die ersten Tage fast panisch. Er konnte eigentlich auch nichts, nicht spielen nicht recht laufen und freude zeigen auch nicht. Jetzt ist alles schon sehr viel besser und er ist ein richtiger Traumhund geworden.

Allerdings ist er immer noch sehr ängstlich in ungewohnten Situationen. Gerade wenn Besucher kommen (am schlimmsten große Männer, oder Leute mit Kopfbedeckung) reagiert er total ängstlich. Er grummelt dann geht gebückt macht sich klein. Wenn der jenige dann auf Ihn zugeht wirft er sich unterwürfig und fängt an zu zittern. Hält aber abstand.

Ich würde Ihm gerne in der Situation mehr Sicherheit geben. Bin mir aber nicht sicher wie genau ich das mache ohne Ihn in seinem Verhalten zu verstärken. Hat jemand Erfahrung?

Ach ja er war in keiner Situation, egal welche auch nur ansatzweise Agressiv.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von HARUMIN, 22

Erstmal DH an dich, das du einem Hund aus dem Tierschutz ein schönes Zuhause gibst. :o)

Zu deiner Frage: Ich selber habe einen Hund aus einem Tierheim - meine Hündin war am Anfang auch extrem ängstlich. Sie hatte Angst vor allem - zum Glück hat sich das gebessert.
Interessanterweise hatte auch sie vor allem vor Männern Angst. Das soll jetzt nicht wie ein "Vorurteil" oder so klingen, aber oftmals sind es die Männer, vor denen (ängstliche) Hunde Angst haben.
Der Bruder meiner Hündin, etwas zutraulicher damals als sie, hatte auch längere Zeit Probleme, sich an sein "Pflegeherrchen" zu gewöhnen/ihn zu akzeptieren.

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich dir nur sagen: Du kannst nicht viel machen, außer deinem Hund mit deiner Anwesenheit Sicherheit zu geben. Die Sicherheit, das ihm nichts passiert, solange du da bist. Du passt auf ihn auf.

Aber das kannst du nichtmal selbst entscheiden - der Hund bekommt durch dich nur Sicherheit, wenn er dir vertraut und eine Bindung vorhanden ist.
Ist ja klar, wenn er keine Bindung/kein Vertrauen zu dir hat, wie soll er dann durch deine Anwesenheit Sicherheit bekommen?
Er muss wissen, wenn du da bist, passiert ihm nichts.

Selbst wenn dann diese Sicherheit da ist, kannst du immer noch nicht viel machen. Ich denke, und so war es auch bei mir, dass das mit der Zeit kommt.

Was du aber wirklich machen kannst: Den Leuten sagen, das sie den Hund einfach ignorieren sollen.
Kein anstarren und schonmal gar kein antatschen (streicheln etc.).
Als ob der Hund nicht da ist.
Nach einer gewissen Zeit kommt der Punkt, an dem die Neugierde beim Hund durchbricht. Dann wird mal mindestens in 10 Meter Abstand am Gast geschnüffelt.
Aber auch da kein Mucks/keine Bewegung vom Gast: Das würde den Hund ggf. nur erschrecken.

Natürlich kannst du auch deinem Hund zeigen, das der Gast nicht böse ist, d.h. ihn umarmen oder ihm auch sagen, das er (Gast) sich mal hinhocken kann/soll und dem Hund seine Hand hinhalten soll/kann.
Du kannst auch dem Gast ein Leckerli in die Hand drücken, das er es dem Hund gibt/hinwirft.
Bei mir und meiner Hündin hat das nur nichts gebracht. Bei ihr kam das wirklich mit der Zeit. Davor wurde sie einfach vom Gast ignoriert.
Daraufhin ist sie wirklich, nach einer gewissen Zeit, hin um zu schnüffeln.

Also das aus meiner persönlichen Erfahrung. Wichtig ist nur, egal wie du es letztlich machst, das der Gast nicht zu aufdringlich wird (dem Hund gegenüber).
Kein ständiges hinterherlaufen und auch nicht den Hund einsperren sodass er keine andere Wahl hat. Kein von oben mit der flachen Hand streicheln, kein von oben zu dem Hund beugen.
Gerade bei ängstlichen Hunden.
Aber bitte auch keine "eeextreem langsamen Bewegungen" um den Hund nicht zu erschrecken o.ä. - das verunsichert ihn nur mehr als alles andere. Nicht hektisch - aber auch nicht sterbend langsam.

Soweit, nochmal, aus persönlichen Erfahrungen.

Hoffe das hilft dir/euch weiter. :o)

Kommentar von HARUMIN ,

Danke Dir für den ☆!

Antwort
von Racalla2001, 18

Du musst ihm zeigen das die personen nicht böse sind. Geh zu ihneb umarme sie so das euer hund das sieht und gib ihnen vielleicht etwas leckeres für deinen hund damit sie ihm das geben. So gewöhnt er sich an die personen

Antwort
von PuzzlesChoice, 4

Versuche doch mal dich vorher mit Hund und Besuch draußen zu treffen und dann gemeinsam in die Wohnung zu gehen. Mitunter wirkt dann alles nicht ganz so bedrohlich. Noch besser wäre es, wenn du regelmäßig jemanden hast, der das mit euch gemeinsam trainieren kann. Am besten mehrmals täglich, falls die Zeit es zulässt. Je öfter du diese Situation übst, desto langweiliger wird es für den Hund. Du kannst den Hund auch  in ein separates Zimmer verweisen, solange bis der Besuch sich hingesetzt hat. Im Sitzen ist auch der größte Mann kleiner. Dem Besuch würde ich auch ein paar Leckerlies empfehlen, aber auf keinen Fall auf den Hund zu gehen, schließlich kommt der Hund zum Knochen. Habe Geduld, wer weiß was dem Tier widerfahren ist.

Antwort
von Cosizma, 17

Hey, erstmal finde ich es toll, dass du einen Hund vom Tierschutz geholt hast. Du musst bedenken, dass er schon viel erlebt hat. Vielleicht wurde er richtig gequält und zwar von Männern. Geh vielleicht mal zu einem Hundetrainer, das hilft meistens sehr, da er da auch schnell Anschluss unter anderen Hunden findet:)

!!Aber das wichtigste, gib ihm/ihr das Gefühl, dass er/sie dir vertrauen kann!!

Kommentar von AlderMoo ,

...und zwar von Männern...

...oder auch von Frauen...

Ansonsten: Sei für den Hund unbedingt berechenbar und nutze die Kommunikationsformen, die auch Hunde untereinander pflegen, so gut es geht. Damit gewinnst Du sein Vertrauen.

Mach keine plötzlichen Bewegungen, schrei nicht rum, kurzum erschreck' ihn nicht. Er beobachtet Dich jetzt sehr genau. Was Du jetzt verbockst, kannst Du kaum mehr gut machen. Ein sehr gutes Sachbuch aus neuester Zeit ist sicherlich auch nicht der verkehrteste Weg.

Kommentar von Cosizma ,

Warum schreibst du das unter meine Antwort???

Antwort
von NickiAT, 9

Toll, dass Du dem Hund ein schönes neues Zuhause gegeben hast.
Wie hier schon von anderen geschrieben, ist es sehr wichtig, dass Du dem Hund Sicherheit vermittelst. Aber ich würde nicht versuchen, ihn direkt in die Situationen hinein zu führen, sondern ihm zu jeder Zeit die Wahl lassen.
Sprich: Wenn Besuch kommt, begrüße ihn und bitte gleich darum, den Hund erst einmal in Ruhe zu lassen. 

Versuche auch nicht, den Hund aktiv in die Begrüßung mit einzubeziehen, sondern lass ihn entscheiden, was er tut. Sucht er bei dir Schutz (z. B. hinter dir verstecken), lass es unkommentiert zu. 

Mit der Zeit gewöhnt sich der Hund an den Besuch und sieht er, dass keine Gefahr davon ausgeht und Du selbst völlig entspannt bist, wird auch er entspannter.

Das Alles erfordert oft viel Zeit und viele Besucher zum Üben - aber irgendwann wird es "Klick" machen und Dein Hund versteht, das ihm niemand etwas tut und Du ihn beschützt.

Viel Spaß noch mit Deiner Fellnase!

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