Frage von andreasbh, 167

Ich möchte meinem Bruder eine Obstwiese für 10.000 € verkaufen, die laut Bodenrichtwert aber 70.000 € wert ist. Wie vermeide ich Schenkungsteuer?

Das betreffende Grundstück ist 2000qm groß und liegt am Ortsrand. Obwohl nur eine Obstwiese, hatten meine Eltern eine Gelegenheit zur Erschließung genutzt. Es bleibt im Kataster aber eine landwirtschaftliche Fläche. Diese wurde per Notar von den Eltern an mich übertragen, basierend auf einem Schätzwert von 15.000 € geschätzt. Im Gegenzug musste ich meinen Brüdern je 5000 € zahlen. Da ich weggezogen bin und ein Bruder die Obstwiese nutzt, will ich sie ihm für 10.000 € verkaufen. Der Notar hat mitgeteilt, dass die Wiese gem. Bodenrichtwert 70.000 € wert ist. Das juckt uns so gesehen nicht; wir wollen es ja in der Familie behalten. Nur: Bei einem Verkauf gegen 10.000 € bleiben wir 60.000 € unter dem "Wert", und diese seien als Geschenk zu betrachten. Abzüglich Freibetrag (20.000 € bei Geschwistern) blieben also 40.000 € schenkungssteuerpflichtig. Der echte Verkaufswert dürfte ohnehin deutlich unter 40 €/qm liegen (zu groß, nass, baufällige Stallung). Es liegt übrigens am Rand der 40-Euro-Zone. Wie kann man den Wert senken, damit die Übertragung ohne Schenkungssteuer vonstatten geht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hoermirzu, 125

Erkundige Dich über Nutzungsrecht, ... ,

Frag auch `mal einen Notar/Anwalt, der nicht nur das eigene Konto auffüllen will.

Antwort
von DerGeodaet, 75

Hallo,

da stimmt etwas nicht. Wiese mit Obstbäumen hat in der Regel einen Wert zwischen 5 und 10 €/qm. Bei 35 €/qm könnte es sich schon um Bauland handeln.

Ich würde mich bei dem zuständigen Gutachterausschuss für Grundstückswerte schlau machen (in der Regel beim Kreis oder kreisfreier Stadt).

Antwort
von EdnaImmers, 75

Wenn ich die Frage richtig verstanden habe, besitzt Du ein voll erschloßenes Grundstück am Ortsrand, dass z.Zt. von Deinem Bruder als Obstwiese genutzt wird.

In Deinen Besitz ist gekommen ist es durch eine Art Kauf: Du hast jedem Deiner Brüder 5000 € gegeben / hat Dich das Grundstück 10000€ Gekostet. 

Wenn Du es länger als 10 Jahre im Besitz hast kannst Du es steuerfrei an jeden x-beliebigen verkaufen. ( öffentlich zum Verkauf anbieten und sammeln, was an Kaufangeboten kommt - das wäre dann der Verkehrswert light/ verkaufen musst Du ja nicht! 

Der Kaufpreis ist für die Grunderwerbsteuer und den besonders für den Notar (Gebührenordnung) von Interesse.

Der Bodenrichtwert ist halt ein Richtwert, der anhand von getätigten Verkäufen oder durch kommunale Gutachterausschüsse geschätzt und festgelegt werden. Sie sind in der Höhe angreifbar. Muss man dem FA nachweisen. Wenn nachweislich der Wert darunter liegt kann der geringere Wert vom FA akzeptiert werden (Ermessensspielraum ) 

Problematisch ist, dass Du das quasi  Grundstück verschenken willst .... für 10.000€ übernommen und für 10.000€ weitergeben. 

Wer hat eigentlich die Kosten / Grundsteuer, Erschliessungskosten, laufende Kosten an die Gemeinde ( wenn das Grundstück erschlossen ist .... dann fallen meist auch Kosten an.) bezahlt. 

Wer hat das Obst geerntet? Wenn Du alle Kosten getragen hast, war die Übernahme des Grundstücks ein schlechtes Geschäft. War das im Sinn eurer Eltern?

Außerdem: Was willst Du dem anderen Bruder dann schenken .... nur mal so gefragt? Du kannst mit Deinem Vermögen machen was Du möchtest - ich könnte mir aber vorstellen, dass es in keiner Familie gut ankommt, wenn A ein erschloßenes Grundstück von 70.000€ lt BRW geschenkt bekommt ..... und B nix

Kommentar von andreasbh ,

Danke. Wertermittlung über Angebote könnte weiterführen. Übrigens - da in einigen Antworten zumindest mangelnder Geschäftssinn unterstellt wird: Ja, ich verschenke nicht nur meinen Erbteil (nämlich mein Drittel des damaligen Schätzwertes von 15.000 €), sondern auch noch die Zinsen auf die augezahlten 10.000 €. Ist aber alles fair und es gibt andere Gegenleistungen (Elternbetreuung etc.).

Kommentar von EdnaImmers ,

Scheinst ein prima Bruder zu sein! 

Kann man eigentlich Brüder adoptieren ?? < grins> 

Antwort
von agrabin, 96

Wenn 2000 m2 70.000 Euro kosten sollen, dann würde der Preis für einen Hektar ja bei 350.000 Euro liegen. Das halte ich für einen Obstbaumbestand für viel zu  hoch.

Antwort
von schelm1, 81

Der Bruder wird sich so sehr über den Schenkungsanteil freuen, dass evtl. Steuern sich geradezu marginal ausnehmen.

Läßt er die Fläche parzellieren und verkauft sie zum Baulandpreis, wird seine Freude mindestens so gewaltig sein, wie jetzt Ihre Großzügigkeit!

Kommentar von andreasbh ,

An Fremde verkaufen könnte ich auch selber. Der geringe Verkaufspreis in der Familie und die weitere Nutzung als Wiese statt Bauland haben schon ihre Gründe.

Kommentar von schelm1 ,

Die Gründe sollen auch fürderhin Ihr wohl gehütetes Geheimnis bleiben!

Antwort
von IndaFace, 81

also mir fielen nur dinge ein, die dann andere kosten generieren würden


teilen und alle 10 jahre verkaufen, hast du immer grundbuch, teilen kostet auch richtig, etc pp


verkaufs deinem bruder auf dem papier einfach für 70,000

was in wirklichkeit fließt, interessiert niemanden


dann hast du aber hohe grunderwerbssteuer und vielleicht spekusteuer


Kommentar von wurzlsepp668 ,

is klar, Grundwerwerbsteuer zahlt der Verkäufer .....

und eine Speku-Ssteuer gibt es nicht

Kommentar von IndaFace ,

ach seppel, du kennst dich nicht aus

er versteht mich schon, die schenkungssteuer zahlt auch sein bruder, könnte ihm auch am a5sch vorbei gehen

und wie da spekusteuer anfallen könnte, wenn er es für 10k geerbt hatte und jetzt für 70k verkauft

Kommentar von wurzlsepp668 ,

dann erklär mir mal, was die Speku-steuer ist ....

bin mal gespannt, nachdem ich mich ja nicht auskenn .....

Kommentar von andreasbh ,

Danke. Bei 70.000 € kostet das erstmal nur die Grunderwerbssteuer; der Deal mit den Eltern liegt mehr als 10 Jahre zurück, also keine Spekulation im Spiel. Auf den zweiten Blick aber dürfte der offizielle Gewinn in meine Einkommensteuer einfließen, womit der Spaß noch teuerer wird.

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