Frage von FantaFanta76, 69

Ich möchte lieber vorerst eine Begutachtung zur Berufsunfähigkeit statt Erwerbsminderung, kann ich das beeinflussen?

Kurz zur Krankengeschichte: ich hatte mir mehrfach die Schulter gebrochen incl Trümmerbruch des Glenoids und Komplettabriss des Labums. Dieses führt, neben starken Schmerzen und Bewegungseinschränkung zu sogenannte habituellen Schulterluxationen. Da ich mittlerweile eine Gelenkersatz hat, ist es extrem wenn die Schulter luxiert. Sie rutscht bei Bagatellbewegungen heraus und kann nur unter Vollnarkose reponieren werden. Diese passiert mehr oder minder häufig, einmal sogar zweimal am Tag. Ist schon sehr schmerzhaft. Im Moment bin ich noch AU, aber es kristallisierte sich ( auch in meinen Augen heraus), dass ich meinen Beruf als Altenpflegerin nicht mehr machen kann.  Da ich erst 40 bin wurde ein Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben gestellt, damit ich eine Umschulung zu einem Bürojob bekommen kann. So weit so gut. Nun bekam ich Post von der RV das mein Antrag auf Erwerbsminderung in der Prüfung ist. Das hab ich ganz bestimmt nicht beantragt. Ich weiß zwar, das der Doc auf der Reha, der die Begutachtung für die RV machte etwas faselte von: was wollen sie mit dem Arm noch machen? Aber so hab ich das mir nicht gedacht. Was soll ich nun tun? Wie soll ich beweisen, dass ich noch später mehr als 3 h arbeiten kann? Ich bin erst 6 Monate AU ich gehe davon aus, dass sich durch Muskelaufbau noch etwas verbessert, denn so wie es jetzt ist kann es eh nicht bleiben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dickie59, 35

Hallo,

hilfsweise wird bei der Beantragung auf Teilhabe am Arbeitsleben auch gleich die Erwerbsminderung geprüft.

Ich hatte einen Fall eines Freundes, der hat lediglich Leistungen zur medizinischen Reha gestellt und wurde vollständig erwerbsunfähig.

Diesen Prozess kannst du nicht verändern. Wenn du deinen Antrag zurück nimmst, kannst du nicht auf Unterstützung hoffen, sondern auf deine Eigeninitiative und dir einen leidensgerechten Job suchen. Ich denke das wird schwierig.

Die DRV wird nicht in eine Umschulung investieren, wenn Sie weiß, dass du als Vollbeitragszahler nicht wieder erwerbsfähig hergestellt werden kannst.

Beste Grüße

Dcikie59

Kommentar von FantaFanta76 ,

Ich hab sowas bald vermutet

Kommentar von Dickie59 ,

viel, Erfolg, Danke für den Stern, du kannst mich gern kontaktieren, wenn das Ergebnis vorliegt, ich bringe 20 Jahre Versichertenvertreter und aktives Mitglied der Widerspruchsausschußmitglied bei der DRV mit.

Expertenantwort
von Konrad Huber, Experte für Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung, 31

Hallo FantaFanta76,

Sie schreiben:

Ich möchte lieber vorerst eine Begutachtung zur Berufsunfähigkeit statt Erwerbsminderung, kann ich das beeinflussen?

Antwort:

2016 -40 = ca. 1976 geboren!

Da Sie nach dem 1.1.1961 geboren sind, haben Sie in der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit!

Die DRV entscheidet in der Regel nach Aktenlage!

Hierzu zählt natürlich Ihre eigene Krankenakte!

Wenn die DRV an Hand Ihrer Akten festellt, daß derzeit keine Aussicht auf Wiederherstellung Ihrer Leistungsfähigkeit besteht, dann wäre eine Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben rausgeschmissenes Geld der Solidargemeinschaft!

Was soll ich nun tun? Wie soll ich beweisen, dass ich noch später mehr als 3 h arbeiten kann? 

Antwort:

Das können Sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht beweisen, das muß die Zeit zeigen, ob sich Ihre Leistungsfähigkeit wieder nachhaltig bessern läßt!

Alles braucht seine Zeit!!!

Zuerst sollten Sie für Ihre Gesundheit arbeiten, den Antrag auf Erwerbsminderungsrente durchpauken und abwarten, wie sich Ihr Gesundheitszustand weiter entwickelt!

Das Antragsverfahren auf Erwerbsminderungsrente ist ohnehin kein Spaziergang, denn für eine volle Erwerbsminderungsrente müßen Sie an Hand Ihrer eigenen Krankenakte glasklar nachweisen, daß Ihre Leistungsfähigkeit auf Dauer, auf unter 3 Stunden, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Treten Sie diesen Nachweis nicht an, müßen Sie damit rechnen, daß Sie keine volle, sondern allenfalls eine teilweise Erwerbsminderungsrente erhalten, wenn überhaupt!

Passen Sie also auf, daß Sie da jetzt durch falsch verstandenen Aktionismus keine falsche Taktik anwenden und letztendlich zwischen zwei Stühlen landen!

Die Erwerbsminderungsrente wird ohnehin in der Regel nur auf Zeit bewilligt und dann erfolgt in der Regel eine erneute Leistungs-/Gesundheitsprüfung!

Sollte Ihnen eine volle Erwerbsminderungsrente bewilligt werden, dürfen Sie pro Monat 450 Euro und zweimal pro Jahr bis zu 900 Euro zur vollen Erwerbsminderungsrente hinzuverdienen!

Beides zusammen funktioniert in der Praxis nicht, also entweder Teilhabe am Arbeitsleben oder Erwerbsminderungsrente!

google>>

deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

google>>

vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

google>>

erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

google>>

youtube.com/user/hubkon/videos

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von FantaFanta76 ,

Hab ich nicht ganz verstanden🤔. Ich möchte gerne eine Umschulung haben und NICHT in die Erwerbsminderung. Was soll ich machen?

Kommentar von Konrad Huber ,

Wie wollen Sie eine Umschulung stemmen, wenn Sie nicht belastbar sind? Die DRV hat sicherlich Ihre Akten gesichtet und wenn diese derzeit zum Schluß kommt, daß eine Umschulung zum Beispiel verfrüht ist, dann wird`s eng.

Holen Sie sich ggf. Rechtbeistand vom VDK mit Akteneinsicht in Ihre DRV-Akten!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad 

Kommentar von Dickie59 ,

warum soll sie nachweisen, dass sie nur unter 3 stunden arbeiten kann? sie will doch mehr arbeiten!

Antwort
von brido, 33

Du kannst nichts beweisen, sie schauen nur ob Du übertreibst oder depressiv bist. 

Kommentar von FantaFanta76 ,

Depressiv? Hast du nicht gelesen? Es ist eine Schulterfratur mit chronischer Luxation. Das sieht man auf den Röntgenbild!

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