Frage von atirnd, 332

Ich möchte kopftuch tragen aber weiss nicht wie anfangen. Kann mir jemand tipps geben?

Ich bin 17 j. Jung und lebe in der schweiz. Ich überlege seit längerem ob ich ein kopftuch tragen sollte. Zur info in meiner familue ist es überhaupt nicht üblich und von wenigen toleriet ein kopftuch zu tragen. Ich weiss nicht wie ich das anfangen soll. Ich hatte schon mal einen freund, war im freibad und habe auch weitere sachen gemacht die man als muslima nicht machen sollte. Ich habe mich von zeit zu zeit geändert da ich bemerkt habe das ich fehler gemacht habe. Wenn ich jetzt ein kopftuch trage habe ich angst wie andere reagieren. Ausserdem mache ich eine berufslehre in einem büro. Wie soll ich dem chef und meinen lehrern mitteilen das ich gerne ein kopftuch tragen wil. Bitte kann mir jemand helfen?

(Kennt zufälliger weise jemand eine gute seite wo man schöne bekleidung für kopftuchtragende frauen finden kann ? :D)

Antwort
von halloschnuggi, 132

Die Sorte von Muslims kenne ich, sind zwar Muslims aber eben nicht mehr. Dich erwartet eine etwas harte zeit vorallem weil du sagst das deine Familie dagegen ist, sprich erstmal mit deiner Familie und sag das du es machen willst und mach es, ich meine was sollen die machen? Dich umbringen, glaub ich nicht, das wird schon mit der Zeit... In der Schule musst du niemadem was erklären oder es ankündigen, fragen kannst du ja beantworten aber deine Lehrer Bescheid sagen undso brauchst du nicht, auser in der Schweiz herscht Kopfucht verbot. Im Büro müsstes du aber deine Chef fragen wie er dazu steht, wenn er das nicht so toll findest kannst du es eben verschieben oder deine Ausbildung abbrechen , ist natürlich leicht gesagt, kenne aber einige die das so gemacht haben. Ich wünsche dir viel Glück und kraft.

Antwort
von uyduran, 123

Hallo!

Wenn deine Familie ebenfalls muslimisch ist, dann dürfte das mit dem Kopftuch doch kein Problem sein. Du kannst ja beim Abendessen einfach mal darüber mit deinen Eltern reden, dass du seit Neuem darüber nachdenkst, vielleicht ein Kopftuch zu tragen. Dann siehst du, wie ihre Reaktion ausfällt.

Mich würde aber interessieren, wie du überhaupt zu dem Entschluss gekommen bist. Denn religiös sein ist das eine, konservativ sein das andere. Religiös sein bedeutet für mich, dass ich meine Religion praktiziere und mich intensiv mit ihr auseinandersetze. Konservativ sein bedeutet, dass man ein eher statisches und rückwärtsgewandtes Verständnis von Religion hat und deswegen Widersprüche mit religiösen Forderungen und deren Umsetzung in der heutigen Zeit auftreten. Ich gebe dir ein Beispiel dazu: Es gibt Muslime, die sich ernsthaft die Zähne mit einem Zweig putzen, bloß weil der Prophet es früher getan haben soll. Das ist für mich eindeutig ein Zeichen missverstandener Religionsausübung. Der Prophet putzte sich schlichtweg aus dem Grund mit einem Zweig die Zähne, weil es vor 1400 Jahren noch keine Zahnbürsten gab. Deswegen muss man heute als Muslim aber nicht auf Zahnbürsten verzichten! Merkst du hier den Unterschied zwischen religiös und konservativ? Religiöse praktizieren ihre Religion und passen sie dem zeitlichen Wandel an, Konservative imitieren die Vergangenheit und verwechseln häufig Religion mit Tradition.

Das Kopftuch fällt in meinen Augen auch eindeutig in die Kategorie Konservativ. Bei genauer Betrachtung ist es keine religiöse Vorschrift und auch sonst gibt es hierzulande keinen wirklich praxisrelevanten Grund, es zu tragen. Wüstenklima haben wir keines, Frauenrechte werden vom Staat geschützt und offene Haare gelten ohnehin nicht mehr wie früher als Reizobjekt, sondern sind stinknormaler Bestandteil des Alltags. Somit ist das Tragen des Kopftuches in erster Linie Imitieren der Vergangenheit. Wenn man dem Gebot, als Frau nicht zu aufreizend in der Öffentlichkeit zu erscheinen, dennoch nachkommen möchte, dann genügt es vollkommen, keine körperbetonte Kleidung zu tragen, auf Schminke zu verzichten und die Haare zu einem Zopf zusammenzubinden.

Aber das ist meine persönliche Sicht der Dinge. Mach das, was du für richtig hälst, da sollte dir weder deine Eltern, noch dein Lehrer oder Chef im Weg stehen - nur solltest du vorher wirklich gut darüber nachgedacht haben.

LG

Kommentar von AbuAziz ,

Dieser von dir so negativ und als altertümlich betitelte Zweig nennt sich Miswak. Und unser Prophet Muhammad, Allahs Segen und Heil auf ihm, hat dieses Stück Holz nicht zufällig benutzt. Man kann nämlich auch Zweige von anderen Büschen oder  Bäumen zur Zahnreinigung benutzen. Dieses Holzstückchen(Miswak) kommt vom Zahnbürstenbaumes (Salvadora persica). Du solltest mal die zahnpflegenden Inhaltsstoffe kennenlernen und du wirst feststellen, dass in einer heutigen Zahnbürste diese Inhaltsstoffe nicht vorkommen und extra dazu gekauft werden müssen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Misw%C4%81k

Würdest du mir bitte die Beweise liefern, warum das Bedecken der Frau keine religiöse Vorschrift ist. Wo und wie hast du die genauen Betrachtungen angestellt. Aus Koran und Sunnah? Bitte erläutere und beweise mir mit Beweisen aus Koran und Sunnah, oder von den Überlieferungen der Ahl-ul-Bayt, dass du recht hast. 

Kommentar von suziesext06 ,

"Würdest du mir bitte die Beweise liefern", nein umgekehrt ist zu verfahren: wer Vorschriften, zb das weibliche Vermummungsgebot behauptet, DER muss einen EINDEUTIGEN Beweis aus dem Koran als dem Wort Allahs erbringen, und nicht aus dem Wort und den Bräuchen von Menschen (Hadith/Sunna, Fatwas).

Kommentar von uyduran ,

Würdest du mir bitte die Beweise liefern, warum das Bedecken der Frau keine religiöse Vorschrift ist.


Erstens gibt es keine Sure im Koran, die das Tragen eines Kopftuches vorschreibt. Zweitens gab es zur Zeit des Propheten bei der Gebetswaschung keine Geschlechtertrennung, Frauen und Männer haben gemeinsam die rituelle Waschung vollzogen. Da die Haare bei der Gebetswaschung befeuchtet werden, ist es selbstverständlich, dass die Frauen sie in diesem Moment nicht bedeckt hatten (klar, sonst hätten sie diese ja nicht anfeuchten können). Wenn es also eine religiöse Pflicht gewesen wäre, dass Frauen ihre Haare vor den Männern bedecken müssen, dann hätte es logischerweise eine Geschlechtertrennung bei der rituellen Waschung gegeben.

Historiker bestätigen: Im gesamten Mittelmeerraum und natürlich auch in den Wüstengegenden, bedeckten in damaligen Zeiten Männer wie Frauen ihren Kopf, um sich vor Sonne und Staub zu schützen. Das galt für Christen, Juden und Muslime aus einem ganz profanen Grund, dem Klima. In der islamischen Kultur wurde das Kopftuch dann zu einem sozialen Statussymbol, das zwischen "freien" und "unfreien" Frauen unterscheiden sollte. Frauen von höherem gesellschaftlichen Stand verschleierten sich, Dienerinnen und Sklavinnen war es bei Strafe verboten, sich zu verschleiern (Das von allen Rechtsschulen anerkannte Werk "El-Mebsut" besagt, dass der Weggefährte des Propheten und zweiter Khalif Omar ibn al Khattap eine Sklavin schlug, weil sie ihre Haare bedeckte.). Es hatte also rein gar nichts mit der Religion zu tun, denn die Dienerinnen und Sklavinnen, denen es verboten war, ein Kopftuch zu tragen, waren ja ebenso Muslime. Erst später, lange nach dem Tod des Propheten, missbrauchten dann fundamentalistische Prediger diese ursprünglich soziale Regelung zu einem religiösen Gebot. Sie behaupteten, muslimische Frauen seien dazu verpflichtet, Kopftücher zu tragen und begründeten es damit, dass die Haare ein Reizobjekt darstellen würden, das die Männer provozieren würde.

Das Kopftuch (und erst recht andere Verschleierungsformen, wie der Tschador, der Niqab oder die Burqa) sind also eindeutig keine religiöse Pflicht, sondern wurden erst später (von Männern, wohlbemerkt) als solche bezeichnet. Selbstverständlich können sich Muslimas verschleiern, wenn sie meinen, dass sie damit dem Gebot, in der Öffentlichkeit nicht zu aufreizend zu erscheinen, näher kommen. Nur ist es eben keine Pflicht. Ich persönlich halte nicht viel von derartigen Verschleierungen, da sie den Islam in meinen Augen falsch darstellen. Außerdem missfällt mir die Moral, die hinter diesen Verschleierungen steckt: Männer werden als rein triebgesteuerte Wesen gesehen, die gar nicht anders können, als Frauen mit offenen Haaren sexuell zu belästigen. Und Frauen werden zum einen einzig auf ihre Sexualität reduziert, zum anderen sind sie es auch noch, die für das Fehlverhalten der Männer büßen müssen, indem sie das Handicap auf sich nehmen, täglich mit irgendeiner Verschleierung herumlaufen zu müssen. Ein solches Menschenbild entspricht nicht der Realität.

Kommentar von safevi ,

Vollverschleierung hat absolut nichts mit Islam zu tun.Die Menschen sind damals so rumgelaufen wegen der Hitze.Außerdem wird im Koran nicht erwähnt, dass man seine Haare als Frau bedecken muss.

Kommentar von suziesext06 ,

"dass man seine Haare als Frau bedecken muss"  jedenfalls nicht das Haupthaar  :)

Antwort
von celaenasardotin, 182

Mit deinem Chef würde ich auf jeden Fall vorher sprechen. Die meisten finden es nicht so lustig , wenn man sie da vor vollendete Tatsachen stellt.

Antwort
von saidJ, 89

Esselamu alejkum
Es freut mich wirklich zu hören das du selbst unter diesen Umständen diesen wichtigen Schritt machen willst .
Am besten redest du mit deinen Eltern ganz ruhig darüber erklärst ihnen alles .
Du sagst ihnen das du diesen Schritt jetzt für dich machen willst und du ja im Endeffekt nichts schlechtes machst .
Seit stark und bitte Allah drum dir zu helfen .
Möge Allah dir helfen und es dir leicht machen .

Antwort
von MizzC, 140

Am besten fängst du langsam damit an. Wenn du etwas wirklich möchtest sollte dich nichts daran hindern es zu lassen, außer du gefährdest Andere damit und das ist nicht der Fall.

Du hast ja gesagt, dass du mittlerweile angefangen hast dich zu verändern, dann ist das eben dein nächster Schritt der Veränderung und sollte auch nich als komisch betrachtet werden.
Es könnte für einige zwar gewöhnungsbedürftig werden, aber mit der Zeit wird dies dann zum normalen Alltag gehören.

Deine Mitarbeiter und Chefs sollten auch keine Probleme damit haben.
Nur Mut, dann klappt das schon.

Kommentar von atirnd ,

Sehr aufmunternse worte. Ich danke dir :)

Kommentar von MizzC ,

Nichts zu danken :)

Antwort
von saliii15, 127

Bekleidung: sefamerve und modanisa ;)

Antwort
von HansH41, 74

Wäre ich dein Chef, dann würdest du bestimmt kein Kopftuch tragen wollen.

Willst du eigentlich länger in der Schweiz leben?

Kommentar von HansH41 ,

Danke für den Pfeil.

Antwort
von suesstweet, 104

Lege all deine negativen Gedanken und die Vorurteile von den Menschen beiseite. Dann wird es dir einfacher fallen, Kopftuch zu tragen.

Brich dem Teufel das Bein! :-)

Kommentar von earnest ,

Ich glaube, dir hat gerade der nicht existierende Teufel ein Bein gestellt.

Antwort
von Pegasus1912, 99

Hallo ,

es wird natürlich für dich eine große Umstellung. Das ist wie mit einem Menschen der plötzlich anfangen möchte Vegan zu leben. Wichtig ist,das dir das so gefällt. Gerade bei dieser Religion ist die einzige Stimme die zählt die von Allah. Wenn deine umliegenden Menschen Atheisten sind , also Leute die nicht an Gott glauben, wird es ziemlich schwer für dich,da du ersteinmal komisch angeguckt wirst und viele unangenehme Fragen aushalten musst. Doch wenn du es von Herzen willst, eine echte Muslima zu sein , dann solltest du die Blicke von "Ungläubigen" ertragen, damit du deinem Gott, Allah, gefällst. Ich selber habe nicht den Koran gelesen und bin eher christlich, aber eines kann ich dir auf deinen Weg mitgeben- steh zu deinem Gott ,und hör nicht auf andere die deine Religion verspotten :-) Liebe Grüße 

Kommentar von sozialtusi ,

Sie ist ohne Kopftuch aber keine falsche Muslima ;)

Kommentar von Pegasus1912 ,

Es ist aber Brauch bei dieser Religion  (bei beiden Geschlechtern natürlich) das reizende zu verstecken, und das sind bei der Frau nun mal die Haare. Eine ganze Verschleierung ist glaube ich nicht unbedingt von Nöten, aber wenn man auch als Muslimin wahrgenommen werden möchte , ist es doch OK Kopftuch zu tragen. Lg

Kommentar von earnest ,

Was ist denn an den Haaren "reizender" als zum Beispiel an den Augen?

Also doch Vollverschleierung, mit Vorhang vor den Augen?

Was hast du eigentlich für ein Männerbild? Alles lüsterne, notgeile Typen, die beim Anblick von zwei Haarsträhnen ausflippen?

Kommentar von Pegasus1912 ,

Ich habe lediglich die Sichtweise von Muslimen wiedergegeben

Antwort
von sozialtusi, 112
Kommentar von atirnd ,

Es ist mir eigendlich egal ob es pflicht ist. Ich würde es gerne machen :) 

Kommentar von sozialtusi ,

Ich werde wohl nie verstehen, warum sich Frauen erst jahrhundertelang Gleichberechtigung, Freiheit und Rechte erkämpfen und sich dann freiwillig wieder klein machen und unterwerfen...

Neulich sah ich im TV eine bemerkenswerte Muslima - eine tolle Frau, die sagte "Du bist mit Kopftuch keine bessere Muslima und ohne keine schlechtere".

Kommentar von ArbeitsFreude ,

Genau das ist der Punkt, liebe Atirnd: Was Du vorhast, bezeichnet man im Englischen mit "asking for trouble" - Das Gute an Europa ist: HIER darfst Du das.

Das traurige ist - und frage Dich das mal:
Wie viele Menschen anderen & muslimischen  Glaubens dürfen dies  (bei Gefahr für Leib und Leben) NICHT - IN ISLAMISCHEN LÄNDERN?!...

Kommentar von atirnd ,

Ja ich denke du hast recht. Eine muslima kann ohne kopftuch  villecht ein besserer mensch sein als eine mit kopftuch. Ein stück stoff macht keinen untershied deiner menshlichen persönlichkeit. Jedoch ist es doch leben und leben lasseb. Wer es tragen will soll wer nicht,der nicht. :)

Kommentar von sozialtusi ,

*Eine muslima kann ohne kopftuch  villecht ein besserer mensch sein als eine mit kopftuch.*

So hatte die Dame das nicht gemeint ;)

Kommentar von atirnd ,

Hahahah entschuldige. Meinte als eine ohne :) bim schon fast am schlafen :) naja ich wünsche dir eine gute nacht

Kommentar von sozialtusi ,

Verdammt, gleich Zehn! Jou, gute NAcht :)

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