Frage von STEVEY18, 111

Ich möchte gerne wissen,ob diese Kündigung rechtlich überhaupt erlaubt ist?

Hallo, ich habe ein ganz dummes Problem. Bei einer der letzten Lieferungen in unserem Laden waren "Werbegeschenke" an den einzelnen Packungen befestigt. Da ich und die gegenwärtige Auszubildende dachten diese wären kostenfrei, haben wir uns je einen Becher genommen. Auf die am Abend aufgekomme Frage vom Chef, ob ich was davon wüsste wie das möglich sei, da diese Pakete mit dem Becher ein wenig teurer sind,antwortete ich unwahrheitsgemäß, dass ich nichts wüsste, da wir beide zudem daran beteiligt waren. Mir und der Auszubildenden ging es schlecht, da wir nun die diese Becher entwendet hatten. Wir vereinbarten erst einmal nichts zu sagen und nochmal darüber zu sprechen. Dann hatte ich allerdings den Samstag und den Montag frei, ging Dienstag den 02.02.2016 ganz normal zur Arbeit, arbeitete auch den ganzen Tag dort. Sowohl der Chef als auch die Auszubildende verhielten sich normal. Am Abend dann schickte er die Auszubildende schon heim und wollte sich mit mir noch unterhalten. Dann legte er mir eine fristlose Kündigung vor mit dem 02.02.2016 als Kündigungsdatum. Die Auszubildende hatte den Becher zurückgegeben und gesagt, dass ich es war und sie mitgemacht hätte, zu einem Zeitpunkt an dem ich nicht anwesend war. Als ich ihm die Situation nach wahrer Begebenheit schilderte, wollte er davon nichts wissen, auch als ich mich entschuldigt hatte und sagte ich wollte mit der Auszubildenden auch sprechen, was wir nun machen sollten und wie wir es mit den Chef klären könnten; dazu hatte ich ja aber nie die Möglichkeit bekommen, sondern wurde sofort ohne Möglichkeit es zu klären an den Pranger gestellt. Sie ist nun Zeugin des Vorfalls hat also auch nie etwas mit dieser Situation zutun und ich bin als Alleinige Täterin fristlos, ohne ein Anzeichen und ohne Abmahnung gekündigt worden. Mit sofortiger Wirkung. Ich war sofort als Stellvetr. Filialleitung eingestellt worden und dann wird mir von jetzt auf gleich der Boden unter den Füßen genommen und ein Kündigungsdatum, dass ich in Zukunft immer werde erklären müssen: 02.02.2016 und dem Kündigungsgrund, dass ich gestohlen habe! Ich hatte mich an dem Abend bei ihm entschuldigt und ihm das genauso gesagt, wie oben schon beschrieben, dass wir darüber sprechen wollten. Ist das Rechtens? Ohne Abmahnung, wegen einem Becher von 2 oder 3 €, wo ich mich nurnicht getraut hatte ihn zurückzugebe, da es beschämend ist und ich ehrlich dachte er wäre gratis gewesen, sonst hätte ich ihn niemals genommen. Schließlich stand ich auch in einer vertrauenswürdigen Position. Was kann man nun tun?

Antwort
von marcussummer, 44

Diebstahl von Firmeneigentum wird von der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung aktuell schon bei sehr geringen Werten als Grund für eine fristlose Kündigung anerkannt. Man denke nur an die Bienenstichentscheidung und die Pfandbons... 

Allerdings ist bei jeder fristlosen Kündigung auf die Umstände des Einzelfalles abzustellen, sodass vom Regelfall durchaus auch Ausnahmen bestehen können. Deine Rolle als stellvertretende Filialleitung sowie der Umstand, dass du den Sachverhalt zunächst geleugnet hast, dürften da aber eher "strafschärfend" wirken.

Ich würde dringend empfehlen, den Sachverhalt zeitnah mit einem arbeitsrechtlich spezialisierten Anwalt zu erörtern. Möglicherweise kann der im Gespräch ein paar Punkte finden, welche auch zu deinen Gunsten sprechen. Aber bitte erwarte nicht zu viel! Diebstahl im Arbeitsverhältnis ist gar nicht gut...

Antwort
von derBertel, 33

Wie ich das persönlich sehe, sei mal dahingestellt. Nur soviel: Wenn ich jeden rauskanten würde, der ohne mein Wissen mal einen halben Sack Zement mit nach Hause nimmt, dann müsste ich mir wahrscheinlich jede Woche neue Namen merken.

Vielleicht hilft dir der folgende Link ein wenig weiter.

http://www.hlvs.de/2012/03/ausserordentliche-kuendigung-bei-diebstahl-und-unters...

Kommentar von STEVEY18 ,

Ja vielen Dank, der Artikel war sehr hilfreich.

Antwort
von GanMar, 19

Da ich und die gegenwärtige Auszubildende dachten diese wären kostenfrei, haben wir uns je einen Becher genommen.

Selbst wenn die Dinger kostenfrei gewesen wären, hätten sie dem "Chef" gehört. Also ist der Vorwurf des Diebstahls absolut berechtigt. Und das ist nun mal Grund genug für eine fristlose Kündigung. Und als stellv. Filialleiter mußt Dir zurechnen lassen, wenn eine Auszubildende unter Deiner Aufsicht eine Tasse nimmt. Immerhin hast Du es ihr erlaubt oder es zumindest geduldet.

Ob die fristlose Kündigung Bestand hat, wenn Du Kündigungsschutzklage einreichst, steht auf einem anderen Blatt.


Antwort
von Socat5, 59

Rein rechtlich kann dir bei Diebstahl fristlos gekündigt werden. Wie das ganze gelaufen ist und wie unfair sich die andere verhalten hat, ist leider unwichtig. Trotzdem kann man ja über alles reden. Mir kommt es vor als hätte man nur auf einen Grund gewartet, kann das sein?

Kommentar von Royce ,

Jein. Es gibt eine GErichtsentscheidung (ihr erinnert euch vllt an die Schlecker Kassiererin?), da war irgendwas mit Augenhöhe und Verhältnismäßigkeit. Sie musste wieder eingestellt werden.
Allerdings kommt es mir auch so vor, als hätte man bei euch nur auf eine kleine Lapalie gewartet.
Mach dich bei einem Arbeitsrechtler schlau

Antwort
von blackforestlady, 31

Das ist Deine eigene Schuld, die Ware, ob es Werbung ist oder nicht, gehört dem Chef. Daher ist es Diebstahl und wurdest zurecht gekündigt. Man hätte den Chef fragen können, aber so. Das wird Dir für Deine nächsten Stelle eine Lehre sein, wenn Du eine zweite Chance bekommen solltest. 

Antwort
von Rosswurscht, 27

Diebstahl ist Diebstahl und Unwissenhit schützt vor Strafe nicht. Du dachtest zwar der Becher wäre kostenlos, nachgefragt hast du jedoch nicht. Und selbst wenn der Becher kostenlos währe, gehörte er trotzdem der Firma!

Theoretisch darf man nicht mal Müll mit nehmen.

Diebstahl lässt eine fristlose Kündigung zu.

Im ürbigen ist auch nicht unbedingt der Wert der Wahre entscheident, sondern der Vertrauensbruch gegenüber der Firma/dem Chef. Da reichen ein paar Cent. Die rechtssprechung ist hier sehr streng. Du wirst kaum eine Chance haben den Job wieder zu bekommen, wenn nicht dein Chef doch noch ein Einsehen hat.

Antwort
von WetWilly, 43

Sorry, aber: die fristlose Kündigung ist gerechtfertigt. Du hast damit gerade die besondere Vertrauensstellung missbraucht, arbeitsrechtlich ist das die sogenannte "Erschütterung des Vertrauensverhältnisses", die regelmäßig eine fristlose Kündigung rechtfertigt.

Ich bin selbst Arbeitgeber und hätte Dir ebenfalls gekündigt - gerade, als Du auf die Frage nach dem Verbleib der Becher noch gelogen hast. Das war die Chance, die Dir gegeben wurde...

Du kannst nun nur noch hoffen, dass sich der Arbeitgeber auf einen Aufhebungsvertrag und ein wohlwollendes Zeugnis einlässt, den Aufhebungsvertrag datiert z.B. auf den 31.01.2016.

Du kannst ggf. dem Arbeitgeber den Aufhebungsvertrag schmackhaft machen, indem Du den Verzicht auf Kündigungsschutzklage anbietest. Eine Gerichtsverhandlung will niemand - Du nicht, und auch der AG nicht.

Antwort
von Kleckerfrau, 39

Du hast gestohlen, also ist die Kündigung auch rechtens. Die Geschichte drum rum ist da uninteressant.

Antwort
von MancheAntwort, 44

ich glaube, dass diese fristlose Kündigung rechtmäßig ist, aber wegen einer

Belanglosigkeit ?

Ich denke, dass dir nur ein Anwalt helfen kann, den du auf jeden Fall

aufsuchen solltest, um Kündigungsschutzklage einzureichen !

Kommentar von Kleckerfrau ,

Diebstahl im Betrieb, egal wie hoch der Wert war, ist ein Grund zur fristlosen Kündigung.

Kommentar von blackforestlady ,

@Manch...Man kann sogar für eine Büroklammer, die man einsteckt, fristlos gekündigt werden. Oder wenn man sein Handy am Arbeitsplatz an der Steckdose aufladen will. Da hilft auch kein Anwalt mehr.

Antwort
von Silneos, 33

Diebstahl ist ein fristloser Kündigungsgrund. Kannst mal mit deinem Anwalt sprechen aber ich denke nicht das da viel rumkommt, aber einen Versuch ist es Wert.

Antwort
von Hideaway, 22

Was kann man nun tun?

Schnellstmöglich eine neue Arbeitsstelle suchen. Entwendung von Firmeneigentum gehört unabhängig von der Schadenshöhe zu den schwersten Vergehen im Arbeitsverhältnis. Der Arbeitgeber kann sich darauf berufen, dass eine Weiterbeschäftigung für ihn nicht zumutbar ist. Und beim ALG ist erst mal Sperre.

Ich war sofort als Stellvetr. Filialleitung eingestellt worden

D

as macht es doppelt schlimm

  1. Besondere Vertrauensposition
  2. Leitungsfunktion, aber keine Ahnung von nix

 und dann wird mir von jetzt auf gleich der Boden unter den Füßen genommen und ein Kündigungsdatum, dass ich in Zukunft immer werde erklären müssen

Nein, den Boden hast du selbst aufgerollt.

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