Frage von moonchild1972, 49

ich möchte ein autobiographisches Sachbuch rausbringen. Muss ich die Namen der Personen und Einrichtungen ändern?

Liebe Mitglieder der Community,

ich möchte ein Buch, welches ich bereits als Manuskript vorbereitet habe, veröffentlichen.

In diesem Buch geht es um die Verbrechen einer Institution, mit der Leute meines Umfeldes zu tun gehabt haben, und die unter anderem durch diese Institution und deren Handlungsweisen, bzw Vorgehensweisen verstorben sind.

Ich möchte gerne Fotos einiger Opfer darin veröffentlichen und deren Namen, damit sie nicht vergessen werden.

Meine Frage ist, ob ich mich damit strafbar machen könnte und ob diese Institution mir strafrechtlich bzw auch persönlich schaden könnte.

Und wie ist es - gesetz der Fall, dass es verboten ist - trotzdem möglich, auf die Verbrechen hinweisen zu können und die Opfer namentlich und mit Bildern zu würdigen. Kann ich die Institution verallgemeinern, in dem ich einfach den Namen einzelner Einrichtungen nicht erwähne? Könnte ich statt Fotos Zeichnungen reinsetzen? Kann ich die Namen vereinzelter Personen abändern?

Und wer kann mir einen Verlag nennen, der an diesen Themen Interesse findet und es veröffentlichen könnte?

Es ist wichtig für mich.

Danke im Voraus.

Mondkind

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gschyd, 32

Eine  Autobiographie ist es wenn Du über Dich selbst schreibst - so wie es sich anhört hast Du eine Biographie geschrieben.

Einige rechtliche Infos zu "Verfassen eines Buches - Dürfen Namen und Bilder von Personen mit ins Buch ?" http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/103979-verfassen-eines-buch...

und auch hier "Reale Namen von Personen in Autobiographie?" http://www.frag-einen-anwalt.de/Reale-Namen-von-Personen-in-Autobiographie--f100...

Ich würde Dir auf alle Fällen raten das Buch vor Veröffentlichung einem Anwalt vorzulegen.

Betreffend Verlag wäre allenfalls Bastei Lübbe interessiert (wobei "Anklage" von Institutionen einer Veröffentlichung im Wege stehen könnte) https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/sachbuecher-erfahrungen/id_5594370

Kommentar von moonchild1972 ,

vielen Dank. Du hast mir sehr geholfen.

Ich werde alles so tun, wie es in den Verlinkungen drin steht.

ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

Kommentar von gschyd ,

Sehr gern geschehen, freut ich sehr konnte ich helfen - und Dir Merci für den Stern :)

Kommentar von gschyd ,

und sei nicht zu enttäuscht wenn es nicht klappt ... für die Personen resp. deren Hinterbliebenen da zu sein und sie zu unterstützen ist auch viel wert (denn nicht jeder möchte erlebtes Unrecht öffentlich machen)

Antwort
von Twitizen, 19

Wenn es wirklich um Verbrechen geht, solltest Du a) gute Beweise dafür haben und b) einen Anwalt zu Rate ziehen. Die "Insitution" und auch die beteiligten Personen könnten Dich auf vielerlei verklagen, etwa Verleumdung oder üble Nachrede. Ich gehe mal davon aus, dass diese Verbrechen bereits polizeilich bekannt sind, sonst könntest Du dich hier auch noch durch fehlende Anzeigepflicht strafbar machen.

Fotos von Opfern wiederum greifen in deren Persönlichkeitsrechte ein. Hier musst Du unbedingt die (am besten schriftliche) Erlaubnis der Hinterbliebenen und ggf. des Fotografen einholen, bevor Du sie verwendest. Zeichnungen sollten erlaubt sein, wenn Du sie selbst gemacht bzw. die Rechte dafür hast.

Die Institution und handelnde Personen zu verfremden ist sicher eine Möglichkeit, wobei sich die Betreffenden immer noch für identifizierbar halten könnten und Klage einreichen (ob sie damit erfolgreich sind, sei mal dahingestellt - siehe "Beweise"). Andererseits ist ja fraglich, wie interessant ein Sachbuch noch ist, wenn es fiktionalisiert wurde. Einen Verlag kann ich Dir leider auch nicht nennen, im Zweifelsfall bleibt Dir ja auch das "self publishing" auf Amazon & Co.

Wenn es Dir generell eher darum geht, die Opfer zu würdigen, solltest Du mit ihren Hinterbliebenen sprechen, wie das am besten zu bewerkstelligen ist. Manch einer WILL das ja vielleicht gar nicht.

Expertenantwort
von Rubezahl2000, Community-Experte für Buch, 16

Wenn du an eine Veröffentlichung über einen Verlag denkst, wäre da sowieso erst mal die riesige Hürde, einen Verlag zu finden, der das veröffentlicht.
Falls sich ein Verlag finden sollte, dann kümmern die sich natürlich um die juristischen Aspekte der Veröffentlichung.

Antwort
von Othetaler, 22

Wie gut sind deine Anwälte?

Welche konkreten Beweise hast du?

Falls nicht beide in ausreichender Menge, solltest du lieber vorsichtig sein, was Firmen und Namen angeht.

Antwort
von AnnJabusch, 13

Meine Frage ist, ob ich mich damit strafbar machen könnte und ob diese
Institution mir strafrechtlich bzw auch persönlich schaden könnte.

Aber so was von! Wie Othetaler schon fragte: Wie gut sind deine Anwälte?

Was du, klingt nicht so, als würdest du Institionen mit Ruhm übergießen wollen (was juristisch nicht zu bemängeln wäre), sondern du willst in deinem Buch anklagen.

Selbst wenn du recht hast und stichhaltige (also gerichtsfeste!) Beweise dafür hättest, würden die betreffenden Institutionen rechtlich dagegen anzugehen versuchen. Und schon sind die Anwälte gefragt. Das kann teuer und langwierifg werden.

Du wirst kaum einen Verlag finden, der dieses Risiko auf sich nimmt. Und genau das sollte auch dich als Privatmenschen vorsichtig sein lassen!

Die einzige Chance wäre wirklich, die Namen aller Beteiligten (auch Institutionen!) so abzuändern, dass sie nicht mehr erkennbar sind.

Ich möchte gerne Fotos einiger Opfer darin veröffentlichen und deren Namen, damit sie nicht vergessen werden.

In dem Fall musst du unbedingt deren schriftliche Genehmigung einholen (oder die der Angehörigen). Nicht jeder möchte, dass sein Schicksal in die Öffentlichkeit gezerrt wird.

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