Frage von davemirox, 84

Ich möchte bei Adobe Lightroom 6.0 eine RAW-Datei in ein Format exportieren, das nicht RAW ist. Wie kann ich dabei die beste Qualität erreichen?

Ich habe eine RAW-Datei in Lightroom 6.0 bearbeitet und möchte sie nun für eine Ausstellung (Druck, Beamer, Fotobuch, großformatige Darstellungen !KEIN FACEBOOK! !DATEIGRÖSSE SPIELT KEINE ROLLE!) in der bestmöglichen Qualität, aber nicht in RAW, exportieren.

Man kann z.B. JPEG 100% Qualität einstellen, aber geht dann trotzdem etwas verloren? Die Datei ist ja viel kleiner als das RAW. Auf welchen Wert soll ich die Pixel einstellen um die beste Qualität zu erreichen?

Vielen Dank

Antwort
von RalphPBerger, 59

Hallo,

Du gibst verschiedene Verwendungszwecke für die Bilder an; daher dürften auch verschiedene Exporteinstellungen notwendig werden.

Generelles vorab: Verlustfreie Daten erhälst Du bei einem Export für die Dateiformate *.tif, *.psd und *.dng.

Für die direkte Druckausgabe bietet sich das tif-Format an.
tif oder psd sind dann sinnvoll wenn noch eine Postproduktion/Retusche folgt. Das ist z.B. auch dann der Fall, wenn die Fotos nur vergrößert werden müssen. Hierfür bietet Photoshop interne Funkionen, es gibt aber auch Lösungen von Drittanbietern die mit speziellen Algorhythmen arbeiten um ein Optimum an Schärfe und Farbtreue zu erzielen. Bitte auf keinen Fall beim Export aus Lightroom vergrößern; die Ergebnisse sind nicht oder nicht viel besser als wenn die Bilder in Indesign oder Illustrator einfach hochgezogen werden.
*.dng ist das genuine RAW-Format, kann also in allen Programmen die RAW-Daten verarbeiten geöffnet werden und ist nur dann notwendig, wenn direkt noch an den RAW Daten Korrekturen durchgeführt werden.

Für alle diese Formate gilt: Export mit 16bit Farbtiefe, damit man anschließend Reserven für die Weiterbearbeitung / Ausgabe hat.

Eine jpg-Datei kann nur mit einer Farbtiefe von 8bit exportiert werden, was bei einer späteren Weiterverarbeitung Probleme geben kann, egal welche Qualität und Größe Du angibst.

Wichtig ist wofür Du exportierst: ‹großformatige Darstellungen› und ‹Druck› sagen mir: Du gibst die Daten an einen Dienstleister weiter der Fineart-Prints erstellt die zum Teil vergrößert werden sollen. Hier kann er dir sagen was für Ihn optimal ist, also das Format, die Farbtiefe, den Farbraum. Das ist sehr stark von seinem Equipment, seinem Workflow abhängig. Vielleicht hat er sogar ein spezielles Profil das er Dir zur Verfügung stellen kann.

Beim Fotobuch liegt die Sache etwas anders: Erstellst Du das Fotobuch selbst, so schau Dir auch hier die Vorgaben des Anbieters genau an; es sollten Infos zu finden sein welcher Farbraum (sRGB, AdobeRGB, proPhoto RGB), vielleicht auch welche Farbtiefe (8bit, 16bit) gewünscht ist.
Da die meisten Anbieter für den Consumermarkt arbeiten ist hier ein größtmögliches jpg im Farbraum sRGB ausreichend und sinnvoll, da die Gestaltungsprogramme der Fotobuchanbieter bei großen Datenmengen schon mal sehr langsam und anfällig werden können.

Bei Bildschirmausgaben (Beamer, Bildschirmpräsentation) ist nur darauf zu achten, ob der Bildschirm einen größeren Farbraum als sRGB darstellt. Dann gewinnt man durch eine Umstellung von Farbraum und -tiefe echt an Qualität. Bislang gibt es aber nicht allzuviele Systeme; das dürfte sich aber mit der Verbreitung von 4k-Bildschirmen ziemlich schnell ändern.

Zum Thema Farbtiefe gibt es zahlreiche leicht verständliche Informationen, einfach mal googlen; das Thema Farbräume ist um ein vielfaches komplizierter; ein recht guter Einstieg ist vielleicht das hier: http://fotovideotec.de/adobe_rgb/

Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen 🙃

Antwort
von SbodoS, 52

Vorweg, Raw sind die Daten die auf dem Sensor auftreffen. Raw müssein immer exportiert werden, wenn du sie weiterverwendest. Auch das Bild das dir hinten auf deiner Kamera angezeigt wird ist schon "bearbeitet" und zwar mit deinen Einstellungen die du in der Kamera getätigt hast. (Bei Canon "Bildstile" genannt), deshalb schaut das Raw meistens ganz flau aus, wenn du es in Lightroom öffnest.

Beste Qualität bei jpeg hast du natürlich bei 100%. Bei normalen Druckangelegenheiten sollte das natürlich reichen. Wenn du aber richtig auf Qualität setzt, dann musst du ins tif bzw tiff Format exportieren.

Wenn du das schon im Vorhinein weisst, dann solltest du auch in AdobeRGB Farbraum statt sRGB sowie mit 16, anstatt mit 8Bit fotografieren, aber meines Erachtens ist das echt für Vollprofis und grosse Produktionen.


Kommentar von Barris ,

Bei einem Fotodruck auf einem Fotodrucker bzw. Belichter wird jedes Format in JPEG umgewandelt, und 84 % bzw. Stufe 10 im Photoshop reichen dabei völlig, also ist ein Abspeichern als TIFF völlig überflüssig und verbraucht nur Platz.

Gute Anbieter wie Saal Digital oder Fotokasten informieren darüber auf ihren Seiten. Die Drogerie-Ketten dagegen listen einfach alle Formate auf, die sie verarbeiten können, darunter natürlich auch TIFF.

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