Frage von kushromantik, 88

Ich mag es, andere Leute psychisch zu verletzen, was tun?

Also, hi erstmal.

Ich hab vor allem in letzter Zeit herausgefunden, dass ich anscheinend großen Gefallen daran finde, Leute psychisch zu verletzen. Oder seelisch, oder was auch immer.

Und nein, damit meine ich nicht, dass ich diese Person beleidige oder sonstwas. Beispielsweise bei meiner besten Freundin. Natürlich hab ich sie echt lieb, und sie ist mir verdammt wichtig, und mir ist bewusst, dass ich der wichtigste Mensch in ihrem Leben bin, da sie mir das oft sagt. Aber irgendwie mag ich es, Menschen, die mir echt wichtig sind, psychisch ans Ende zu bringen. Ich weiß, das mag krank klingen, aber ich mag es, wenn ich total abweisend zu ihr bin (durch meinen Schulwechsel und ihre und meine neuen Freunde hatten wir höchstens zwei Tage keinen Kontakt und schreiben sonst auch nur Kleinigkeiten) und sie teilweise ignoriere, worauf sie sehr traurig reagiert und mich anfleht mit ihr zu reden.

Ich hab schon so etwas gegooglet, und dabei kam immer raus, dass es der verletzenden Person an Selbstbewusstsein mangelt, obwohl ich eigentlich 'ne normale Portion an Selbstbewusstsein besitze und auch nicht den Eindruck habe, dass ich dies als Bestätigung gebrauchen könnte und es deswegen tue.

Inwiefern soll ich das jetzt interpretieren? Ist es jetzt arg schlecht, sodass ich mir "Hilfe" suchen sollte oder was soll ich sonst tun? Und woran könnte das liegen?

Vielen Dank im Voraus. :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tasha, 87

Du wirst einen Gewinn aus Deinem Verhalten ziehen. Überlege Dir mal, wie es Dir ginge, wenn Du aufmerksam wärest und sie nicht ignorieren würdest. ODER sage ihr vorher, dass Du jetzt erst mal Zeit für Dich brauchst und Dich so und so lange nicht melden wirst.

Frage Dich, was Du Dir von einer Beziehung (auch Freundschaft) erhoffst, wann sie für Dich erfolgreich wäre. Wie würde es Dir gehen, wenn Du Dein Verhalten ändern und immer aufmerksam statt ignorant wärest? Was, wenn Du sie aufbauen würdest statt sie "ans Ende zu bringen"?

Ich kenne ein ähnliches Verhalten wie Du es zeigst von Narzissten. Die "müssen" in jeder Situation die Kontrolle behalten und wenn es ihnen schlecht geht - auch aus Gründen, für die keiner etwas kann - "müssen" sie jemanden verletzen, es gibt ihnen dann Auftrieb zu sehen, dass sie damit erfolgreich waren. Diese Menschen sind sehr einsam, weil sie aufgrund ihres Verhaltens UND ihrer Einstellung niemanden an ihrer Seite haben - das geht ja nicht, weil sie ja immer die Kontrolle haben müssen, also lassen sich alle anderen von ihnen manipulieren, also können sie mit niemandem auf Augenhöhe reden. Sie wünschen sich das zwar, können es aber selbst nicht zulassen, da sie dann ja die Kontrolle abgeben müssten - und damit zugeben, dass sie nicht alle Fäden in der Hand halten, dass andere evtl. besser in etwas sind als sie selbst, sie also dafür nicht bewundern. Das Bewundern brauchen sie aber dringend, weil sie das Gefühl haben, selbst wenig zu können, das aber immer schön zu kaschieren (selbst wenn sie große Fähigkeiten haben, bleibt das Gefühl).

Ich würde Dir raten, mal über einen festgelegten Zeitraum das Gegenteil von dem zu tun, das Du jetzt tust - sei unterstützend, freundlich, hilfreich, zugewandt, baue Deine Freund auf. Zwinge Dich, das für ein paar Wochen zu tun und dann protokolliere, was Du tust, was Du dabei gedacht hast und wie es Dir damit geht. So kannst Du testen, ob Du Dein jetziges Verhalten brauchst oder nur fortführst, weil es etwas bewirkt, Dir zeigt, dass Du mit jemandem "spielen" kannst und "Spaß" macht. Vielleicht macht es ja auch Spaß, ein ehrlicher Freund auf Augenhöhe zu sein?

Antwort
von Shiranam, 72

Wenn Du deine Freundin magst, hör auf damit sie zu verletzen. Wenn Du nicht aufhören kannst, erzähle es ihr und hol dir professionelle Hilfe.

Mit dem Verletzen machst Du nicht nur sie kaputt, sondern auch dich. Wenn Du weiter so machst, wirst Du irgendwann ganz allein sein.

Es ist normal, dass man sich immer wieder die Bestätigung wünscht, dass die Andere einen mag und bei sich haben will. Aber Du gehst den falschen Weg und wirst langfristig die Leute, die Du magst vergraulen. Und es ist richtig so, dass Leute sich dann von dir abwenden. Du würdest das ja auch nicht mögen, wenn deine Freundin das mit Dir macht, oder?  

Antwort
von eltenjohn, 45

andere erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen kann auch therapiert werden, mit Erfolg

Antwort
von voayager, 40

Lerne Mißempfinden anderweitig auszudrücken. Es gilt Kulturtechniken sich anzueignen, die einem dazu bringen, Unmutsgefühle erstens offen auszudrücken und zweitens einem befähigen auch anderweitig dem anderen die Meinung zu sagen und ggf. auch zu stecken.


Antwort
von voayager, 25

Es gibt da den Begriff des verfolgten Verfolgers.

Antwort
von Sonja66, 50

Was eigentlich stört dich daran? Worin liegen deine Bedenken damit?
Was denkst du, ist nicht in Ordnung mit dir?

Kommentar von kushromantik ,

Mir wurde schon öfter gesagt, dass es krank ist und dass irgendwas "mit mir nicht stimmt". Deshalb wollte ich nachfragen, ob ich lieber in eine Art Behandlung gehen sollte oder nicht, da es mich ehrlich gesagt stört, dass jeder Zweite mir sagt, dass es echt nicht normal ist.

Kommentar von Sonja66 ,

Ja gut, das ist sicherlich ein Hinweis, dass bei dir irgendwas im Argen liegt und Aufmerksamkeit braucht; aber gut - bei wem ist das nicht? ;-)

Es stört dich also, dass andere dich als gestört bzw. nicht normal wahrnehmen - oder?
Noch was?

Antwort
von Turbomann, 45

Ich hab schon so etwas gegooglet,

Nicht im Netz nach der Ursache suchen, sondern zusammen mit einem Psychologen.

Du weist, was du richtig machen könntest, dann bitte fange an damit.

Überlege dir wie du behandelt werden möchtest und so solltest du mit deiner Freundin und deinem Umfeld umgehen.

Wenn du es magst, andere Leute psychisch zu verletzen, sie zu ignorieren, dass sie dann angekrochen kommen, dann hat das für mich schon etwas patalogische Züge an sich.

Rede mit einem Psychologen, der wird dir das genauer erklären können.

Antwort
von Lihou, 57

Hey. habe selber so einen "Freund", der das bei mir macht. Gehe gerade auf Abstand und entziehe mich Ihm langsam - wird dir auch passieren früher oder später.
Bei Ihm ist es wohl so, dass er da seine Macht über meine Gefühle hat und er sich so über mich stellt (in seinen Augen) Der Hauptgrund scheint aber zu sein, dass er mich dann wieder auffangen, trösten und mich so näher an Ihn binden kann. Einfaches Prinzip. Erst verunsichern und dann den Helden spielen, der wieder Mut macht. Funktioniert nicht auf Dauer und ist eine absolut ungesunde Beziehung.

Antwort
von hoizscheitl, 55

Du solltest zum Psychologen gehen,dass ist ja wirklich ein gestörtes sozial Verhalten

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