Frage von vanessacb, 123

Ich leider unter meinem Vater!?

Guten Abend, Community. Ich weiß es ist bereits spät und es mag sein, dass dieses Thema nicht ganz so hier her passt, dennoch möchte ich es mir von der Seele schreiben und hoffe auf ein paar hilfreiche Antworten.

Wie es in der Fragestellung schon zu erkennen ist, habe ich massive Probleme mit meinem Vater. Meine Eltern leben zusammen, wir leben zu dritt und ich bin 18 Jahre alt.

Nun zum eingemachten: Vorab möchte ich erwähnen, dass mein Vater täglich mehrere Flaschen Alkohol (Bier) zu sich nimmt, teilweise und an manchen Tagen macht er den Eindruck als wäre er davon auch leicht betrunken. Er selbst sieht es nicht als Alkoholproblem an. Es ist auch nicht jeden Tag so, allerdings habe ich den Eindruck, dass er dadurch aggressiver wird. Ich beobachte das aber zu wenig um das genauer beurteilen zu können.

So haben wir ein relativ gutes Verhältnis zueinander. Allerdings ist mein Vater von seiner Persönlichkeit her sehr hart und scheint sehr kalt, das fordert er auch von seinem Gegenüber. Ich bin eher weich, ich weine auch relativ schnell z.b bei hoher Lautstärke während Streitigkeiten (gerade bei ihm, weil die Probleme immer mehr werden und mich kaputt machen). Es kam erst einmal vor, dass er mir eine geknallt hat (November 2015). Sonst beleidigt er mich, droht mir mit verschiedenen Dingen und macht mir allgemein Angst. Ich geh daran einfach kaputt und wenn ich deswegen weine, heißt es immer sofort, dass ich ein Weichei wäre, es zu nichts bringen würde und dumm wäre. Ich komme mir unglaublich gedemütigt, hilflos und alleine vor. Er schreit mich aus dem Nichts an, stürmt in mein Zimmer und macht mich zur Sau (verwendet dabei auch Beleidigungen, Drohungen, etc.). Wenn sowas passiert steht meine Mutter nur daneben und sagt/tut nichts. Ich weiß nicht so recht, was ich tun soll da vor wenigen Minuten wieder solch eine Situation stattfand. So langsam geht das, wie gesagt, an meine Psyche, was er gar nicht nachvollziehen kann, er ist der Meinung, das körperlicher Schmerz vielmehr wehtut als seelischer. Ich weine viel zu viel, lasse mich jedes mal klein machen und bin einfach depressiv, um dieses Wort endlich zu benutzen und um es mir selbst auch einzugestehen. Vom Jugendamt und Polizei sehe ich ab. Ich weiß nicht so recht ob das aufgrund meines Alters wirklich etwas bringt und ich will vermeiden, dass es so viele mitbekommen. Oder geht es nicht anders? Was würdet ihr tun, bzw. was ratet ihr mir? Danke im Voraus! Vanessa.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MusikFan21, 26

Hey Vanessa,

ich bin 21 Jahre und habe Jahre unter meinem Vater gelitten. Er hat ungefähr von 2008 bis 2012 häufig große Mengen Alkohol getrunken, hatte ständig Wutanfälle (dann knallten die Türen und anderes), hatte so laute Musik an, dass man es im ganzen Haus hören konnte und war allgemein gewalttätig, wenn es nicht so läuft wie er es wollte. Geschlagen hat er uns auch manchmal. Seit Ende 2012 liegt er nun als Pflegefall zu Hause, hat Krebs und lebt vermutlich nicht mehr lange. Auch wenn die Situation bei mir etwas anders war wie bei dir jetzt, kann ich dich vermutlich etwas verstehen.
So etwas ist seelisch sehr belastbar, besonders wenn man eher zu den Menschen gehört, die leicht anfangen zu weinen und sich nicht so wehren können.

Wir haben damals mehrfach die Polizei gerufen. Ostern 2012 war eigentlich so der schlimmste Tag, zweimal war die Polizei da und wir haben einen Tag bei meiner Oma verbracht. So war mein Vater mal alleine und konnte darüber nachdenken. Außerdem war die Polizei das einzige, wovor mein Vater etwas Respekt hat.

Als Tipps kann ich dir nur geben:

  • Wenn es zu schlimm ist und er dich schlägt oder ähnliches, dann geh zur Polizei oder zum Jugendamt. Die können dir evtl. helfen. Allerdings würde ich diesen Weg erst, wenn gar nix anderes möglich ist wählen.
  • Verlass dein Elternhaus. Du bist jetzt 18 Jahre und damit volljährig. Falls du noch zur Schule gehst, kannst du dir einen Nebenjob suchen und irgendwie kriegst du auch Geld dazu, um die Miete zu zahlen. Du kannst deine Eltern ja jederzeit besuchen, manchmal ist es einfach besser, dann kommst du zur Ruhe.
  • Wenn du nicht gleich ausziehen möchtest, dann geh für einen Weile, ein paar Wochen vielleicht zu deinen Großeltern, einem Freund oder ählichem. In dieser Zeit, kann dein Vater sich dann ein paar Gedanken machen und vielleicht erkennen, was er falsch macht.
  • Reden!!! Man kann nicht alles mit sich selber ausmachen. So etwas macht dich psychisch fertig, du musst mit Menschen sprechen. Entweder mit guten Freunden oder zu einem Psychotherapeut zu gehen. Wenn du zu einem Therapeuten oder ähnlichem gehst, bist du nicht krank, sondern holst dir Hilfe um mit einer Situation klar zu kommen. Außerdem erfährt davon niemand.
  • Sei Mutig!!! Sprich ihn an, sag ihm deine Meinung und fang dabei nicht an zu weinen. Du kannst nach dem Gespräch ja an die frische Luft gehen oder in deinem Zimmer gehen, falls du doch anfängst zu weinen. Nur in dem Moment stark sein und ihm deine Meinung sagen.  Wenn du dich nicht traust mit ihm offen zu reden, könntest du ihm auch einen Brief schreiben. Ob das etwas bringt, kann ich dir nicht sagen, du kennst deinen Vater und kannst das besser einschätzen.

Mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein. Wenn du schreiben willst, kannst du mir auch gerne eine Freundschaftsanfrage schicken.

Immer stark bleiben!

Antwort
von xXJolandaXx, 34

Hallo Vanessa,

Erstmal ist es nie zu spät für solche Problemdarstellungen. Ich bin selbst 18 und meine Mutter geht mit mir auch nicht gut um, so wie sie es eig. tun sollte. Dennoch hab ich gelernt ihr einfach mal zu wiedersprechen, da es einfach nicht anders ging. Ich bin der Meinung, dass du dich nur so währen kannst, wenn dein Vater dich andauernd erniedrigt. Du musst dir all deinen Mut zusammennehmen und deinen Vater so richtig deine Meinung geigen. Außerdem brauchst du nicht traurig sein, dein Vater sagt all die schlimmen Dinge nur zu dir, weil er selbst nicht mit seinem Leben klar kommt. Das hat nichts mit dir zu tun. Was denkt deine Mutter eig? Rede mal mit ihr darüber und offenbare dich ihr. Vielleicht kann sie dir ja helfen. Rede auch mal mit Freunden. Vielleicht findest du bei ihnen den Mut deinem Vater die Meinung zu sagen. Es gibt ja auch an jeder Schule Vertrauenslehrer. Die können dich beraten, wenn es um Probleme mit den Eltern geht, ohne gleich das Jugendamt einzuschalten. 

xXJolandaXx

Kommentar von vanessacb ,

Dankeschön für deine schnelle Antwort.

Ich verstehe was du meinst nur habe und finde ich einfach keinen Mut mit ihm zu reden, da ich Angst vor erneuten Handgreiflichkeiten und weiteren Beleidigungen/Drohungen habe...

Kommentar von xXJolandaXx ,

Das ist natürlich nachvollziehbar. Du könntest auch einen Bekannten/Verwandten um Hilfe bitten, sodass ihr zusammen zu ihm geht, so als seelische  Unterstützung. Und zum Schluss wenn du Angst hast, dass dein Vater wieder handgreiflich wird, bleibst du bei deinem bekannten/Verwandten für ein paar Wochen oder ziehst direkt aus, wenn es schlimmer wird. Dein Vater soll einfach mal merken, dass es dir wirklich nicht gut geht dabei. Er wird dich auch nicht weiterhin ernst nehmen wenn du weiterhin nur (sorry, wenn ich das so sage) rumheulst. Deswegen solltest du diese Maßnahmen ergreifen, damit dein Vater endlich mal checkt, dass du das nicht mehr erträgst. 

Antwort
von 123Florian321, 63

Ich verstehe dich - deine Situation ist schrecklich, aber er ist dein Vater und du möchtest nicht, dass ihm etwas passiert.

Auch wenn es seltsam klingt - ruf mal bei der Nummer gegen Kummer an, die können dich in solchen Fällen wirklich gut beraten.

Liebe Grüße und viel Glück!

Kommentar von vanessacb ,

Dankeschön. Nur weiß ich nicht genau, ob mir das etwas bringt das dies Menschen sind die die genaue Situation nicht kennen und nachvollziehen können. Ich bezweifle, dass sie mir zu etwas anderem raten werden als ein "persönliches Gespräch mit ihm", was mit ihm nicht möglich ist oder direkt Jugendamt/Polizeit.

Kommentar von 123Florian321 ,

Was willst du sonst machen? Außerdem kannst du ihnen deine persönliche Situation besser als mir hier beschreiben.

Kommentar von vanessacb ,

Ich glaube wenn ich das so genau wüsste, wäre ich nicht hier. Ich bin ratlos. Aber trotzdem danke.

Antwort
von Sarinara, 38

Das ist seelische Misshandlung!!! Hol dir bitte Hilfe, damit du Strategien für dich entwickeln kannst damit klar zukommen. Seelsorge Chats, Telefonseelsorge, am besten ein Psychotherapeut, das bedeutet nicht das du krank bist, sondern lediglich das du auf eine krank machende Situation höchst gesund reagiert, nämlich das es dich total fertig macht und du nicht weißt was tun!

Antwort
von Princessin1996, 22

Hei, als ich 15 war hatte ich einen freund der genauso war wie dein Vater. Seelisch ging es mir gar nicht gut war auch psychatrisch in Behanung. Wie wäre es anonymbei der polizei anzurufen. Oder wenns hart auf hart kommt ins frauenhaus mit deiner mama zu gehen? Ihr wirds genau wie dir gehen. Es schadet dir nur. Denk an dich und deiner mum

Antwort
von georgiaaa, 24

Ich habe genau das selbe durch gemacht. Bin jetzt 19 und ausgezogen.
Und habe davon Depressionen bekommen. Hol dir Hilfe bevor es zu viel wird!!!!

Antwort
von Ille1811, 10

Liebe Vanessa,

schau mal auf die Webseite WWW.Al-Anon.de. Al-Anon ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Menschen, die durch die Folgen des Alkoholtrinkens eines nahestehenden Menschen Probleme haben.

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