Ich leide an Depressionen und Selbstmordgedanken. In einer Psychatrie war ich auch schon.. Es hat nicht geholfen. Was kann ich tun?

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Support

Liebe/r depressivMarai,

Deine Situation klingt besorgniserregend. Aber auch wenn es hier um einen guten Rat geht, ist es schwierig Dir einen zu geben, ohne Deine tatsächliche Situation genauer zu kennen. Sprich bitte mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust.

Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule sein. Du kannst Dich zudem jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen. Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz)

Herzliche Grüße

Renee vom gutefrage.net-Support

3 Antworten

Ich habe selbst seit meiner gesamten Jugend psychische Probleme. Von 13 bis 20 Jahren war ich bei vielen Therapeuten, aber irgendwie hat das nie geklappt.. 

Was mir geholfen hat, war LANGSAM mein Denken zu verändern. Viel zu lesen, der Buddhismus hat zum Beispiel interessante Ideen. 

Das wichtigste war für mich, mir darüber klar zu werden, dass nichts und niemand perfekt ist und alles richtig ist, so wie es ist. Alle Menschen haben das gleiche Potenzial und sind gleich gut. Du kannst dir vertrauen. 

Du musst verstehen, was die Ursache für deine Probleme ist und daran arbeiten. Oberflächliche Dinge und Ablenkungen sind unwichtig, brauchst du nicht. Andere Menschen sollten dir nicht wichtiger sein als du selbst. Deine Heilung ist das wichtige. 

Vielleicht ist es für dich auch eine Absicherung, sich jemandem (zum Beispiel Mutter oder beste Freundin) zu öffnen und immer alles zu erzählen, damit sie dich besser verstehen. Gute Besserung.

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Liebe Marie, Du musst einen Psychiater finden der Dir sympathisch ist. Dann geht alles viel einfacher. Zudem gibt es hochwirksame Medikamente gegen Depressionen und Ängste. Dann vergehen auch die Suizidgedanken. Ich weis Du packst das! Alles Gute🍀  

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Ich gebe dir jetzt mal eine ziemlich medizinische und eine weniger sozial-technische Antwort um dir einen Überblick zu verschaffen.

- Vorneweg: ich gehe davon aus, dass du dich psychotherpeutisch behandeln lässt. ich meine damit eine richtige psychotherpie und nicht das gespräch beim arzt, welcher danach einfach medikamente verschreibt.



- Hast du alle herkömmlichen Kategorien von Medikamenten
(SSRI, SSNRI, SNDRI, tri- bzw. tetrazyklische Antidepressiva (sedierend
und nicht sedierend), MAO-Hemmer, atypische Antidepressiva, Neuroleptika
(z.b. Seroquel oder Abilify, Abilify wirkt nicht sedierend sondern
antreibend), Stimmungsstabilisatoren (Lamotrigin, Lithium),
Methylphenidat usw durchprobiert?



- Sport: Sport wirkt gemäss diversen Studien stark antidepressiv.
Voraussetzung ist rund 30min pro Tag, so intensiv wie möglich. Die
Wirkung von sportlicher Betätigung setzt bereits nach wenigen Tagen ein
und wird mit der Zeit immer stärker.



- Alternativmedizin: Alternativmedizin hat einen völlig anderen Ansatz als Schulmedizin.



- Ketamin-Infutionen: wirken kurzfristig aber sehr stark antidepressiv.



- Botox. Gemäss allerneusten Studien hat Botox einen erstaunlich
positiven einfluss (50% ansprechrate auf medikationtherapie-resistente
patienten, vor allem bei agitierteren depressionen) auf depressionen.
dabei werden die sorgenfalten zwischen den augenbrauchen gelähmt.



- EKT-Elektro-Konvulsations-Therapie (früher Elektro-Krampf-Therapie
genannt). Die mit abstand wirksamste methode gegen depressionen. 70%
aller menschen die auf medikamente nicht reagiert haben sind
anschliessend fast symptomfrei. bei EKT spührt der patient heute nichts
mehr, da er unter einer kurzzeit-vollnarkose ist.



- subutex. ein opiat, welches stark antidepressiv wirkt. kommt erst zum schluss zum einsatz, da es abhängig macht.



- bei VNS (vagus nerv stimulation) ist wie bei THS (tiefe gehrin
stimulation) ein operativer eingriff nötig. bei vns regieren rund 25%
der EKT und medikationsresistenten patienten. Bei THS (steckt noch in
den kinderschuhen) sind es gemäss ersten schätzungen 90%.


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