Frage von Sven2025, 113

Ich krieg das nicht mehr aus meinem Kopf, was tun?

Hey,

Ich habe vor kurzem einen ADOS-Test von der Charitee Berlin machen lassen. Der Psychologe meinte, dass er Autismus bei mir definitiv ausschließen kann, da ich nicht einmal ansatzweise auffällig bin. 

Jedoch krieg ich diesen Hintergedanken Autismus, welcher bei allen sozialen Interaktionen dominiert (war das und das jetzt Autistisch?), wie wahrscheinlich auch schon viele Autismusinteressierte von euch mitbekommen haben, nicht mehr aus meinem Kopf.

Mein einer Freund meinte letztens beispielsweise zu mir, dass ich öfter zweideutige (sexuelle) Dinge nicht verstehe und wenn, dann muss ich erstmal überlegen. Das hat mir in der Schule schon oft das Klischee "etwas Langsamer" oder "Spätchecker" gegeben. Ob das jetzt direkt für Asperger spricht weiß ich nicht und tut auch nichts zur Sache.

Auf jeden Fall will ich wissen, was hinter diesem ewigen zwanghaften Hinterfragen steckt. Ich möchte das Thema Autismus, welches mir die letzten Jahre fälschlicherweise immer wieder unter die Nase gerieben wurde, endlich abhaken, aber ich weiß nicht wie.

LG Sven

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Antwort
von EstherNele, 49

Ach Sven ...

so viele Fragen zu deinen (eingebildeten) Autismus-Symptomen, so viele Antworten, viele auch von selbst Betroffenen oder Angehörigen, welche schon dadurch, wie selbstreflektiert du dein gefühltes Anderssein beschreibst, sicher waren, dass du so gar nichts Autistisches hast.

Jetzt hast du einen Befund, die Charité ist eigentlich eine gute Adresse dafür, und nun zweifelst du die Kompetenz dieses Befundes an ...

Wenn es dir nicht reicht - geh zur Asklepios Fachklinik Brandenburg, auch die mit diagnostischer Erfahrung, was Autismus betrifft.

Vermutlich wird man auch bei weiteren Befundungen nichts Autismusspezifisches bei dir finden.

Warum kannst du nicht einfach für dich akzeptieren, dass du an manchen Stellen vielleicht ein bisschen anders "tickst" von der Denke her? 

Vermutlich tut das fast jeder zweite - nur dass wir uns den Kopf nicht darüber zerbrechen, ob die anderen bestimmte Dinge ebenso mental verarbeiten. 

Antwort
von NoDoubts, 43

Autismus, oder "Asperger" bei Erwachsenen genannt, umfasst weit aus mehr Symptome, als nur ständiges Hinterfragen oder eben Zwangsgedanken. Das umfasst auch mehr, als Schwierigkeiten mit sozialen Kontakten, oder mit dem Denken. 

Manche Leute verstehen keinen Sarkasmus oder keine Ironie, manche Leute verstehen Witze immer als letzter und manche verstehen eben keine zweideutigen Sachen - heißt doch noch lange nicht, dass man eine Krankheit hat, oder dass man Autist ist, verstehst du? Manche Menschen sind eben so. 

Oft redet man sich Krankheitsbilder auch ein, ist absolut davon überzeugt und geht zum Arzt mit einer "quasi Selbstdiagnose" und ist dann enttäuscht, wenn der Facharzt einem mitteilt, dass man die Krankheit nicht hat. 

Und dann zweifelt man an der Aussage des Arztes - wieso zweifelt man nicht an sich selbst? Dass man mit der Selbstdiagnose, oder dem Verdacht, eben falsch lag? Lass dir von anderen einfach nichts einreden. Nicht jeder ist der schnellste im Denken und manches ist eben auch Charaktersache. 

Kommentar von Naajed ,

Gute Antwort, ich denke dies ist auch hier der Fall.

Antwort
von DeliriumTremens, 26

Hey Sven,

du hast also diesen Test machen lassen und er ist negativ. Auch wenn eine Diagnose eine Chance sein kann, Dinge endlich benennen zu können- und das scheint mir dein Anliegen zu sein- sei froh, dass du nicht die Diagnose erhalten hast.   

Ich kenne ganz wundervolle Menschen mit Autismus, die ich sehr gut leiden kann. Die Diagnose Autismus finde ich erstmal nicht schlimm, sehe aber auch ganz klar die potentiellen Schwierigkeiten, die mit autistischen Symptomen einhergehen können. Will damit sagen: ein Mensch ist ein Mensch, egal, was er hat- aber man sollte doch froh sein, wenn man nichts hat. Verstehst du?  

Dass dich der Gedanke an den Autismus nicht verlässt, liegt meiner Meinung nach daran, dass du so eine handfeste Erklärung für deine Schwierigkeiten hättest und diese so besser als Teil von dir annehmen könntest. Du könntest somit Frieden mit dir schließen. Dadurch, dass du jetzt quasi "Nichts" hast, eine negative Diagnose, "musst" du weitersuchen. Die bessere Variante wäre aber, dich selbst mehr zu akzeptieren. Du bist sehr defizitorientiert. Siehst die Dinge, die dir schwer fallen, die Dinge, die du nicht kannst. Die hat aber jeder Mensch. Fokussiere dich auf die Dinge, die du gut kannst, die du gerne an dir magst. Ich bin sicher, du findest welche, wenn du es zulässt.

Dein "spätchecken" ist nicht zwingend ein Symptom. Ich kenne sehr viele Leute, die Doppeldeutigkeiten nicht verstehen oder mit Ironie so ihre Probleme haben. Wer sagt denn, dass es Standard des Mensch-seins ist, das alles zu verstehen? An welchen Maßstäben orientierst du dich? Du akzeptierst in dem Moment die Bewertungen von Anderen, wenn du sie dir zu Herzen nimmst und bei dir den Fehler suchst, anstatt sie auf Richtigkeit und Beweggrund zu überprüfen. Selbstreflexion ist eine wertvolle Gabe, aber nicht, wenn man beginnt, sich bis in die Grundfesten selbst zu zermürben und gedanklich in einem Thema so gefangen ist, wie du.   

Ich wünsche dir alles Gute :)



Antwort
von Kimster, 14

Hi,

ich kenne das sehr gut, denn bei mir wurde Asperger-Syndrom erst im 2. Anlauf diagnostiziert. Der erste Arzt war kein Facharzt und hatte von Asperger-Syndrom anscheinend nicht viel Ahnung. Er meinte zu mir, wenn ich Autismus hätte, dann könnte ich ja gar nicht sprechen und ich sollte mir über meine "Macken" keine Gedanken machen, das hätte jeder.

Es hat dann ganze 8 Jahre gedauert, bis ich nochmals zu einem Arzt bin, diesmal zu einem Spezialisten. Ich habe auch die ganze Zeit über immer wieder diese Unsicherheit im Hinterkopf gehabt.

Aber ich denke, dass es bei dir evtl. anders sein könnte. Nur weil man Ironie teilweise nicht versteht ist man noch lange kein Autist. Das war z.B. bei mir nur ein sehr kleines von sehr vielen Problemen. Bei mir standen da eher so Dinge im Vordergrund wie: Kein Interesse an Freundschaften, massive Essstörung, zwanghafte Handlungen, keine Spontanität und besonders auch eine recht stark ausgeprägte Gesichtsbildheit. Also du siehst, dass Autismus, und genauso auch das Asperger-Syndrom, nicht nur aus einem Problem besteht. Normal fällt man schon relativ früh auf.

Allein schon, dass du sagst, dass du einen Freund hast, der dir das mit den sexuellen Zweideutigkeiten erzählt hat, spricht eher weniger dafür, dass du Asperger hast. Ich z.B. habe keinen einzigen Freund, der mit mir über sowas reden würde. Wahrscheinlich würden andere Leute, die Menschen, die ich als Freunde bezeichne, nicht mal als solche bezeichnen.

Also wenn du nicht sehr viel mehr Symptome hast als diese leichte Fehlinterpretation von Ironie, dann brauchst du dir absolut keine Gedanken machen, dann hast du es ganz sicher nicht!

Antwort
von Naajed, 46

Abend,

also ich denke einen Autist wäre es egal, ob er einer wäre oder nicht. Aber jeder Autist ist verschieden.

Ich denke schon, das der Psychologe recht hat. Er muss sich ja auskennen, sonst hätte er gar nicht Dich testen lassen können.

Bei Zwangsgedanken ist nicht z.B das ständige Hinterfragen von Dingen gemeint, sondern z.B. sieht der Autist ein unaufgeräumtes Zimmer und räumt in diesen auf :-). Oder das passiert dann nur in Gedanken, wie jemanden verbessern. Das mache ich andauern, bemerke oft Logik Fehler in ausgesprochenen Sätzen und korrigiere sie für mich im Kopf, ist auch besser so.

Ich finde Deine Frage ist anstrengend zu lesen, viele Rechtschreibfehler und die Grammatik ist auch nicht so gut.

Ich sehe auch hier keine Symptome vom Autismus übrigens, aber bin nur irgendjemand.

Kommentar von Sven2025 ,

Was heisst irgendjemand :D. Du scheinst hier schon Ahnung zu haben

Kommentar von Naajed ,

Irgendjemand, den niemand hier kennt und einen Rat geben will. Damit wollte ich im Grunde genommen sagen, dass ich kein Psychologe oder Fachmann für so etwas bin.

Kommentar von Sven2025 ,

Ja klar aber trotzdem danke :-)

Antwort
von Hiaslfranz, 41

Lass dir von anderen nicht immer alles einreden! He, wessen Leben
lebst du.. Deins? Gut.. Du bist nicht dafür da, dich von Psychos und anderen bewerten zu lassen. Erkenne dich selber an wie du bist.. und strebe nicht danach wie andere dich haben wollen.
Dann kommen dir auch wieder gute Gedanken. Wenn du dich selber akzeptierst.
Alles Gute!!

Antwort
von DarkScammer321, 47

Geh zu einem anderen Psychologen und lass dir da das "Urteil" bestätigen.

Kommentar von Sven2025 ,

Naja er war halt von der Charitee und wo sonst so seriös wie da?

Kommentar von crattie ,

Ich kann den ganzen Fall leider nicht beurteilen und auch bei der Charitee war ich noch nie selber, aber ich hab schon einige Sachen von dort gehört, die nicht gerade fachkompetent klangen. Mehr dazu kann ich allerdings auch nicht sagen...

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