Frage von glory20001, 61

Ich komme nicht mit meiner Mutter klar bzw. sie nicht mit mir. Ich weiß nicht mehr weiter. Was jetzt?

Hallöchen erstmal. Ich weiß das man in der Pubertät nicht wirklich mit den Eltern klar kommt. Aber ich bin wieder an einem Punkt angekommen wo ich nicht mehr leben will. Der "Streit" kam eigentlich aus dem nichts. Ich habe ihn angefangen. Es kam: "Was gab's in der Schule?". Ich zeigte meiner Mutter das ich gernervt war und wurde lauter. Das ganze hatte sich aufgeplustert. Meine Mutter hat mich wieder runter gemacht und verglichen -wie schon mein ganzes Leben. Ich war schon am Packen um den Weg von 4 Stunden zufuß zur Psychiatrie vorzubereiten. Da hatte mich dann aber der selbsthass gepackt. In unserer Familie ist eine schlechte Kommunikation. "Es gibt ja nichts schlechtes". Ich schätze mal das ich so reagiere weil mich dieses oberflächliche Gelaber aufregt. Zudem habe ich den Hass gegen sie schon sehr lange. Diesen kann ich nicht äußern und es platzt aus mir raus. Ich kann ihr nicht verzeihen und das werde ich auch nicht. Ich hatte mein ganzes Leben lang noch nie eine Bindung zu ihr. Sie hatte mich damals geschlagen und mir immer die Schuld für alles gegeben. Jetzt gibt es nur noch die Schuldzuweisungen. Aber alles mit aufgesetzter Liebe, damit die zeigen kann wie toll sie als Mutter ist. Naja, genug ausgegeult. Ich kann nichts mehr richtig einschätzen, deswegen wäre es gut wenn ihr mir helfen könntet ! Ich weiß Grad keinen Ausweg mehr ...

Antwort
von norbert9014, 4

Hmmm... Pubertät ist schwierig, - aber das entschuldigt nicht alles.

Ja,- Du hast sehr gut beschrieben wie diese Eskalation in etwa abgelaufen ist. Und Deine Mutter scheint ihren großen Schatten sehr deutlich über Dich zu werfen. Da geht es nicht um einzelne Situationen und die mikroskopisch detaillierte Nachschau auf einzelne Eskalationsstufen und-muster. 

Du beschreibst die Situation zwischen Dir und Deiner Mutter als massiv belastet... seit Deiner Kindheit.

Zu denken gibt mir: "...  Ich war schon am Packen um den Weg von 4 Stunden zufuß zur Psychiatrie vorzubereiten..."

Das weist einerseits schon sehr darauf hin, dass Du bereit bist "was auf Dich zu nehmen" um für Dich eine Lösung zu finden. (Auch wenn diese natürlich keine dauerhafte sein kann, sondern nur ein erster Schritt)                                            Weiter denke ich, hast Du diesen Schritt schon mindestens einmal gewählt?

Wenn ja,- was war hilfreich? Und woran hakt es jetzt, dass diese Situation wieder so unerträglich eskaliert? [Ich gehe davon aus, dass die Situation nie wirklich beruhigt war, sondern eher so eine Art "Friedens-u. Verhaltensvertrag" geschlossen wurde..???]

Wenn Dein Nickname auf Dein Geburtsjahr hinweist, bist Du jetzt 15 Jahre alt. Wo willst Du in einem Jahr in Deinem Leben stehen? Was ist passiert, wenn Du frei durchatmen und mit klarem Kopf Deine nächsten Wochenenden und Ferien/Urlaub planst?

Könnte es hilfreich sein, Hilfe in Anspruch zu nehmen? Therapeutisch, psychologisch... über das Jugendamt?  Was wird wichtig sein?

Du wirst irgendwie in Bewegung kommen müssen. Für eine Lösung Schritte unternehmen. Gespräche mit der Mutter... was soll raus kommen? Ist eine dauerhafte Lösung überhaupt möglich? Wer kann Dich unterstützen? Kannst Du vielleicht zur Oma ziehen, Tante,großer Bruder/Schwester ziehen??

Grundsätzlich: Konzentriere Dich auf Dich selbst: Du kannst nur für Dein Leben verantwortlich sein,- was immer Deine Mutter tut oder was wünschenswert wäre... das hast Du nicht in der Hand! Also konzentriere Dich auf Dich!

Sincerely, Norbert

Antwort
von Bolinna, 3

Am besten. du rufst mal die Nummer gegen Kummer 111 116 an. Das Telefonat ist kostenlos. Dort sitzen gut qualifizierte Fachkräfte, die dir bestimmt helfen können. Viel Glück und Mut und Erfolg wünsche ich dir.

Antwort
von simon7909, 22

Sei bitte froh das Du überhaupt eine Mutter hast. Liebe sie und schätze sie, vor allem respektiere sie!

Kommentar von glory20001 ,

Ich liebe sie dafür das sie mir Essen kauft, das ich an eine gute Schule kann und einen Dach überm Kopf habe. Doch für den Rest hasse ich sie. Ich kann schon verstehen wenn man sagt "sei froh eine Mutter zu haben" doch die war noch nie eine für mich. Als so habe ich auch auf einer gewissen Art und Weise keine Mutter.

Kommentar von simon7909 ,

Ich habe vor einer Woche meine Mutter verloren und jetzt fehlt sie mir ohne ende... daher solltest du versuchen mit deiner Mutter ins reine zu kommen. Glaub mir, rede mit ihr, setzt euch zusammen und redet. Es ist sicherlich eine schlimme Phase, aber auch die geht vorbei.

Kommentar von glory20001 ,

Großes Beileid. Und Entschuldigung für die harsche Antwort. Naja... beim versuchen kann man ja nichts verlieren ...

Kommentar von simon7909 ,

Schon gut..

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