Frage von mylovearehorses, 29

Ich komme mit einem Pony nicht mehr klar-was nun?

Hey:)

Meine RB steht auf einem privaten Hof. Dort hat die Besitzerin noch 2 andere Norweger:

Eine 30-jährige und eine 3-jährige Stute.

Mit meiner Rb und der "Oma" komme ich mega gut klar und darf auch mit beiden arbeiten. Nun zu der jungen Stute:

Am Anfang hat alles super geklappt. Nun stehen die drei aber auf einer neuen Weide (24h zur Zeit) und als ich mal Freundin A mitgenommen habe, ist die Junge auf sie zugerannt und sie hat sich das Bein verstaucht. Alles wieder gut abgeheilt. Wir dachten es kommt daher, weil Freundin A unsicher war.

Letzten Sonntag nahm ich Freundin B mit. Diese reitet auch. Die Stute kam mit Dauer angelegten Ohren auf uns zu. Als ich meine RB von der Koppel führen wollte, schlug das Pony nach mir aus. Zum Glück hat es mich verfehlt, da ich im letzten Moment nach hinten ausgewichen bin.

Vor ca. 3 Wochen stand noch ein Friesenwallach bei den 3 Ponys. Die Besitzerin von ihm hat mir erzählt, dass das Pony sie mal umgerannt hat und ihr Arm danach blau war.

Als ich die Stute abgespritzt habe (da sie Durchfall hatte) legte sie andauernd die Ohren an und tänzelte herum. Als ich von ihr weg ging und nur das Wasser auf sie spritze entspannte sie sich.

Was eventuell auch noch relevant ist, ist dass sie immer komplett ausrastet (auf der Koppel herumrast und versucht rauszukommen) sobald ich ein Pony hole.

Bis zu der "Ausschlagattacke" war ich mir im Umgang mit Pferden immer sehr sicher, aber heute als ich für meine Reitstunde (anderer Hof auf Schulpferd) mein Lieblingspferd gerichtet habe, hatte ich 'Angst,' dass er mich tritt.Ich hab keine Lust, dass ich nicht mal mehr hinten um ein pferd gehen kann oder mich nicht mehr richtig traue meine RB zu holen.

Was soll ich jetzt tun?

Mit der jungen Stute darf ich nicht arbeiten (mal davon abgesehn dass ich das nicht will) weil die Besitzerin in den Herbstferien mit Bodenarbeit beginnt. Ich bin am verzweifeln, da ich meine RB wenigstens bis zu den Prüfungen behalten will und nicht schon früher aufhören muss, weil ich Aangst vor dem einen Pony habe....

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 20

wenn die stute dich hätte treffen WOLLEN, hätte sie dich getroffen. ein pferd reagiert 8 mal schneller als ein mensch.

allerdings scheint der youngster auf der wiese das ranghöchste tier zu sein. ein ausgeprägtes selbstbewusstsein, dass durch nichts in die schranken gewiesen wird. im normalfall übernehmen ältere ranghohe tiere diese form der erziehung.

es gibt möglichkeiten, ein auf einen zu laufendes pferd mit hilfe der körpersprache zu stoppen (solange das laufen keine panikreaktion ist).

die stute hat auch niemanden umgerannt. sie hat lediglich sich wie ein ranghohes pferd verhalten - und den rangniederigen gerempelt. sie wird die person jeweils mit der schulter im vorbeilaufen umgeworfen haben. das ist das sogenannte rempeln. wenn das rangniedrige pferd nicht aus dem weg geht, rempelt der ranghöhere es an und schiebt es zur seite.

das problem sehe ich darin, dass du das jungpferd nicht so in die schranken weisen darfst, wie es richtig wäre.nehme ich jedenfalls an. das jungpferd auf seinen platz zu verweisen ist so gesehen kein arbeiten, sondern sozialisation auf den menschen.

sprich die besitzerin auf das problem an und frage, was du genau tun sollst, damit du nicht in gefahr gerätst. was ICH tun würde, weiss ich - aber du bist halt nicht ich. sobald du die kleinste unsicherheit zeigst, gehst du ja ein nicht abzuschätzendes risiko ein.

oft hilft bei pferden, die sich in der pubertät befinden und sich flegelhaft benehmen schon, wenn das pferd auf enen zukommt, einen entschlossenen  und vor allem plötzlichen schritt auf das pferd zuzumachen, ihm einen erdklumpen vor die füsse zu pfeffern und laut "buh" zu rufen.  wenn das pferd dann stehenbleibt,  gehst du drauf zu und versetzt ihm im vorbeigehen einen herzhaften stoss mit dem ellbogen in die schulter. aber RICHTIG herzhaft (DIR muss es wehtun, dann ist es grad richtig). wenn du keine angst vor dem pferd hast, hilft das normalerweise. 

das verfahren an ein paar aufeinanderfolgenden tagen wiederholen. dann sollte das pferd gelernt haben, dass es oberhalb von ihm noch einen höheren rang gibt. allerdings wird das pferd alle anderen menschen, die auf die koppel gehen, auch weiterhin austesten.

solltest du angst vor dem kleinen angeber haben, dann lass diese versuche lieber bleiben.

Kommentar von mylovearehorses ,

das problem ist, dass ich nur 1 oder höchstens 2mal zu meiner rb komme. anders kriege ich das leider mit der schule nicht hin...

Kommentar von ponyfliege ,

das macht nichts. pferde haben ein erstaunlich gutes gedächtnis.

Kommentar von Urlewas ,

Sogar Schulpferde, die jede woche 10 verschiedene Reitschüler herumtragen, welche  sich übers putzen und Satteln hinaus nicht mit dem Tier befassen, kennen ihre Reiter...

Kommentar von PaulchenPony ,

Besser hätte ich es nicht sagen können. Daumen hoch!

Antwort
von Hetja3, 5

Wenn du das nächste mal auf die Koppel gehst nimm eine Gerte mit. Das gibt dir Sicherheit und du hast im Notfall etwas um dich zu verteidigen. Dann gehst du selbstsicher "dein" Pferd holen. Achte dich auf deine Haltung ( nicht geduckt usw.) .

Wenn die Stute nun doch in deine Richtung kommt und dir dabei eventuell sogar noch droht: Drehe dich zu ihr mach dich gross, wenn sie nicht geht gehe bestimmt auf sie zu und verscheuche sie, du entscheidrst wie nahe sie dir kommen darf. Achte aber unbedingt darauf nie hinters Pferd zu geraten! Wenn sie nicht sofirt reagiert darfst du ruhig bestimmter werden oder die Gerte gebrauchen.

Und immer wichtig: Mit der Besitzerin reden.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 18

Besprich das mit dem Besitzer.

Wenn hier jemand sagt, nimm die Gerte mit, und die Besitzerin will das nicht, bekommst du ein Problem.

Übrigens würde ich, wenn ich Angst vor dem Pferd hätte und deshalb " bewaffnet" komme, vielleicht sogar eine lange Peitsche mitnehmen. Denn wenn das pfed Dir so nah kommt, dass es dich treten kann, hilft dir die Gerte auch nichts. 

Mit der peitsche kannst Du die pferde auch separieren, ohne zuzuschlagen und ohne in den Gefahrenbereich  zu treten.

Oft hilft es aber schon, wenn du eine Hand in Richtung eines Pferdeauges hebst. Dann wenden  viele schon ab und gehen einfach weg. 

Kommentar von mylovearehorses ,

das mit der hand hab ich schon gemacht. und auch schon weggeschoben (als sie mir hinterher gelaufen ist)

Kommentar von Beutelkind ,

Das mit der Hand oder mit der langen Peitsche oder mit einer Handvoll Erde, oder mit einem geworfenen Handschuh, oder mit der Gerte oder einem Pferdeball oder eben "einfach nur" mit Willensstärke - das kannst Du nur dann ausführen, wenn Du Dir Deiner Selbst sicher bist!! 

Fühlst Du Dich vom Grundsatz her ängstlich, so verhalte Dich tunlichst authentisch!

Es mag Pferde geben, bei denen Du mit dem Überraschungseffekt kurzzeitige Erfolge generieren kannst ( --> huch: Ein Ball?! Die schmeißt gar mit Erde?!), Deine Führungsstärke wird jedoch zunächst immer wieder mal abgefragt werden und da ist es besser, mit Glaubwürdigkeit zu punkten!

An Deiner Stelle würde ich mich darum reißen, mit dem "schwierigen" Stütchen am Boden zu arbeiten... Ich würde bestrebt sein, ihr Hinterteil umarmen zu können...^^ :)

Vertrauen entsteht durch Vertrauen!

Du traust momentan der Stute nicht und sie traut Dir nicht. Da würde ich am Vertrauen arbeiten wollen und einen "Machtkampf" nach Möglichkeit zu vermeiden trachten!

Kommentar von Urlewas ,

Ach, beutelkind, im Prinzip hast du sicher recht - nur hat die FS bereits zu verstehen gegeben, dass sie da nicht fur zuständig werden kann. Es geht hier, wenn ich es richtig verstehe, einfach im " Schadensbegrenzung", also darum, wie sie heil an das andere Pferd dran kommt.

Antwort
von Isildur, 5

Hallo,

suche auf jeden Fall das Gespräch mit der Besitzerin deiner RB und der, der jungen Stute. Weiß denn die Besitzerin des Youngsters, vom Verhalten ihres Pferdes?

Das Tierchen kommt mir aus deinen Beschreibungen recht frech und respektlos vor, kann bei einem Jungpferd schon mal passieren. Hatte ihr Verhalten denn Konsequenzen, bzw. was für Konsequenzen?

Wir hatten mal eine bissige Hannostute auf der Weide von meinem Kinderpony. Das war viel Getue, wenn man der mit einer entsprechenden Haltung gegenüber getreten ist, war sie lammfromm - wenn nicht hatte man blöderweise ein ernsthaftes Problem.

Ich würde sofort mit der Besitzerin sprechen und sie soll dir sagen, wie ihr das Problem in den Griff bekommt.

Antwort
von Beutelkind, 18

Hallo mylovearehorses,

für mich liest sich das so: Pubertierendes Stütchen wird auf neue Weide gestellt und fühlt sich berufen, die Leitstute zu geben... Vielleicht ist ihr der Friesenwallach zu Kopf gestiegen, das kann schon mal vorkommen... :)

Das Stütchen ist jung, fremd auf einer neuen Wiese und es sticht sie halt der Hafer zu sehen, wen sie "ihrer Herde" einverleiben könnte und auch, ob sie in der Lage ist, "ihre" Weider für "ihre" Herde zu verteidigen...!
An Deiner Stelle würde ich in nächster Zeit davon absehen, "Hoffremde" mit zu der kleinen Herde zu nehmen! Die Pferde müssen erst mal dort angekommen sein, sich sicher fühlen und vor allem muss die Rangordnung untereinander geklärt sein, dies kann mitunter etwas dauern.

Schade, dass Du mit der Kleinen nicht arbeiten darfst/magst! Frag doch die Besitzerin, ob Du bei der Bodenarbeit mitmachen oder zunächst auch nur zusehen darfst, denn Du könntest aus Deinen Beobachtungen viel über das Wesen der Stute erfahren!
Solange Du Angst hast, ist es sowieso klug, zunächst Abstand zu halten und nur das zu machen, wobei Du Dich sicher fühlst!
Intakte Pferde spüren Deine innere Wahrheit und spiegeln diese! Hast Du Angst, ängstigt sich das Pferd, dann ängstigst Du Dich wieder und so fort, das kann zu einer Teufelsspirale werden...

Suche das Gespräch mit den anderen Stallnutzern, erzähle von Deinen Problemen mit der Stute und teile auch Deine Ängste mit!
Vielleicht gibt es die Möglichkeit, in der nächsten Zeit gemeinsam mit einem Pferdekundigen Deine Reitbeteiligung von der Wiese zu holen.
Und auch in Deiner Reitschule solltest Du das Problem ansprechen, bevor sich Deine Ängste verselbstständigen.

Solche Ängste im Umgang mit Pferden sind meiner Meinung nach weit verbreitet und doch ist das offene Gespräch darüber in vielen Ställen verpönt. Bei uns werden solche Probleme gemeinsam besprochen und gelöst, wobei sich die Lösungswege oftmals gerade in der Bodenarbeit zeigen! Von daher rate ich Dir, bei der Bodenarbeit nach Möglichkeit auf jeden Fall zuzusehen!

Kommentar von mylovearehorses ,

das problem ist halt, dass die 3 ponys der gleichen besotzerin gehören und sie halt nicht da ist wenn ich oder die andere rb da ist. daher kann ich niemanden fragen ob er ihn holen könnte. auf der koppel standen sie vor ca 1,5 monaten schonmal, mussten die aber dann verlassen weil sie zu abgegrast war. auf der "neuen" koppel, gab es das problem nicht. sie ist mir und meiner rb zwar immer hinterhergelaufen aber da konnte ich sie noch wegscheuchen und hatte auch kein problem mit ihr-wie jetzt.... bei der bodenarbeit würde ich zuschauen wenn es schulisch klappt

Kommentar von Beutelkind ,

Okay...
Vielleicht könntest Du "Deinem" Pferd beibringen, auf Zeichen von Dir zu Dir zu kommen? Wenn's nicht gerade das rangniedrigste Pferd ist, sollte das ein Weg sein, Dein Problem elegant zu lösen!

Antwort
von Weymez, 8

Hey,

Rede auf jedenfall mit der Besitzerin. 

Das Pony hat null Respekt und das kann wirklich gefährlich werden..  Wie du ja schon bemerkt Hast...  

Ich würde da nicht alleine dran Rum Dokton...  

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