Frage von anonymeshilfe, 165

Ich komme in meinem Leben nicht mehr klar und niemand will/kann mir helfen Was kann ich noch tun?

Ich bin 19 Jahre jung und habe schwere Depressionen. Erfahren habe ich das vor etwas mehr, als 2 Monaten, als ich in die Psychiatrie eingewiesen wurde (freiwillig, ich wollte in die Klinik!).

Naja ich habe mit der Zeit gelernt mit einigen Facetten meiner Persönlichkeit besser umzugehen und habe aus dem Aufenthalt sehr viel mir nehmen können. Allerdings wurden auch einige Wunden neu aufgerissen. Dinge, die ich dachte sie seien längst verarbeitet, waren nur enorm gut verdrängt.

Ich wurde vor etwa 10 Tagen entlassen (6 davon verbrachte ich heulend in Italien).

Um das ganze etwas abzukürzen habe ich Dinge erfahren, die dafür gesorgt haben, dass ich eine Menge Vertrauen in meine Mutter verloren habe. Ich bin wütend traurig und vor allem alleine.

Ich habe noch keinen ambulanten Platz und bekomme auch keine Medikamente gegen die Depression.

Schon gestern Nacht fing ich an mich zu ritzen. Da war es noch nicht so dramatisch, aber aufgrund meines Zustandes wollte ich doch noch mal meinen Hausarzt konsultieren. Dieser war allerdings im Urlaub. Also bin ich zu einer Vertretungskraft. Diese wollte mich allerdings auch nicht auf Anti-Depressiva einstellen, sie hat mir erneut eine Einweisung ausgestellt ud mich in die Klinik geschickt.

Unter anderem auch, weil ich hin und wieder Gedanken an den Selbstmord habe, die mir mittlerweile richtig Angst machen (in der letzten Nacht kam mir urplötzlich der Gedanke: " Wenn du dir das Leben nimmst, dann am besten Aufhängen, in der Regel erstickt man dabei nicht, sondern das Genick bricht...

...Eine Anleitung zum Strick binden gibt es bestimmt im Netz!"

Eigentlich will ich mir gar nicht umbringen, deswegen machen mir diese Gedanken so Angst.

Als ich dann mit der Einweisung in der Anmeldung der Klinik saß, war ich nach 5 Minuten schon wieder draußen. Ich hätte keinen Grund nach 10 Tagen schon wieder eingewiesen zu werden. Ich bräuchte lediglich ambulant jemanden. - Das mag ja gerne sein, aber bitte heute und nicht erst in drei Monaten!

Ich sollte mich dann noch mal bei einem ambulanten Dienst melden, dort habe ich einen Termin für in 2 Wochen. Das ist schon mal nicht schlecht, aber von gut noch viel zu weit entfernt. Ich kann nicht mehr!

Ich habe mich in den letzten beiden Tagen auch so oft selbstverletzt, wie noch nie.

Ich will das nicht mehr. Mein Leben fühlt sich momentan einfach nicht mehr an, wie mein Leben, weil ich einfach so viel Mist erfahren habe (einiges eben auch an dem Wochenende nach der Entlassung).

Ich fühle mich von allen veraRscht. Die schEiß Klinik, die mich nicht mehr aufnehmen willl und auf der anderen Seite diese Ärztin, die mir nichts verschreiben will, was übrigens nicht daran liegt, dass ich keine Probleme habe, das könnte man eventuell denken, weil mir ja niemand helfen will, aber wenn sie mich nicht ernst genommen hätte, hätte sie mich auch nicht eingewiesen.

Was kann ich noch tun?

Ich habe echt so Ansgt, dass ich mir selber das leben nehme...

Antwort
von KriekerTV, 24

Hallo anonymeshilfe

Ich rate eigentlich allen immer zu einer Hypnose Therapie. Alleine schon durch den entspannten Zustand fühlt man sich schon viel freier. Ich vertraue eigentlich komplett in die Hypnose, dennoch kann sie auch Narben wider aufreißen, bei der suche nach dem Tatsächlichen Ursprungs, den du vermeintlich denkst zu kennen, der aber an einem ganz anderen Erlebnis entstand.

 Jetzt noch eine (Notfallhilfe) den mir früher meine Psychologin gab :

Ein Rangehens weise meiner damaligen Psychologin war immer wenn ein Gedanke (in deinem fall ein Suizid Gedanke) kommt, holst du einen Handgeschriebenen Zettel heraus wo kraft gebende Worte drauf stehen zB. du bist stark / ich glaub an dich / ich glaub an mich / selbstbewusst / Kraft / Freude / Erfolg usw. du bist bestimmt so talentiert das du das in einen super Text zusammen fassen kannst!

Ich glaub an dich

PS: mach keine Dummheiten, das Leben ist zu kurz dafür.

Dein Florian

Antwort
von Pescatori, 34

Was Du von Deinen Erfahrungen in der Klinik berichtest, überrascht mich.

Und zwar positiv!

Natürlich sind meine Überlegungen aufgrund der vagen Kenntnisse Deiner Lage und den überlagernden Wirkungen eigener Erfahrungen sehr mit Vorsicht aufzunehmen.

Trotzdem wage ich mal, Dir meine Anmutungen mitzuteilen:

Überrascht hat mich die Tatsache, dass Du in der Klinik nicht sofort „medikamentös eingestellt“ wurdest. Stattdessen hast Du mit der Zeit gelernt mit einigen Facetten Deiner  Persönlichkeit besser umzugehen und aus dem Aufenthalt sehr viel mitnehmen können.

Dass ist nach meiner Erfahrung weit mehr, als Du heute von einer Klinik für Psychiatrie erwarten kannst.

Deine Entlassung kam wohl viel zu früh.

Spielte hier eventuell die Frage der Finanzierung durch die Krankenkasse eine Rolle?

Hing die Entscheidung eventuell auch damit zusammen, dass eine vorgeschriebene Therapie mit Psychopharmaka bei Dir nicht durchgeführt wurde?

Durch den Abbruch eines wohl sehr wichtigen psychotherapeutischen Prozesses bist Du nun in eine extreme Ausnahmesituation geraten.

Du beschreibst ja klar und deutlich selber Deine gegenwärtige Lage:

: Es wurden auch einige Wunden neu aufgerissen. Dinge, die ich dachte sie seien längst verarbeitet, waren nur enorm gut verdrängt.

Da hast Du mit Deiner Ärztin doch sehr viel erreicht!

Es ist – um es noch einmal zu betonen – sehr bedauerliche, dass diese so erfolgreiche Therapie plötzlich abgebrochen wurde und Du nun das Gefühl hast bodenlos zu stürzen.

Aber ist es Dir denn ganz belanglos, dass Dir in der Klinik so viel  Kraft und Handlungskompetenz zugetraut wurde, dass Du ohne Antidepressiva entlassen wurdest?

Nun geht ja wohl in allen deutschsprachigen  Länder die Urlaubszeit zu Ende. Damit steigt doch die Wahrscheinlichkeit, dass Du eine ambulante psychotherapeutische oder psychiatrische Unterstützung bekommen
kannst.

Wenn nun alle Dir verfügbaren Wege ausgeschöpft sind:

-Gespräche mit Dir wichtigen Menschen,

-Teilnahme an Veranstaltungen, die Deine Interessen ansprechen,

-die Dir vertrauten Wege der Selbstfindung (Sport? Wanderungen? künstlerische Betätigung?.....)

Wenn also alles, was Dir verfügbar ist, nicht mehr greift und auch die ambulante Unterstützung nicht möglich ist,

dann bleibt noch immer, was  taniavenue  hier schon so gut beschrieben hat.

Zum Schluss nur noch dieses:

Krisen führen uns in oft äußerst belastender Weise zu uns selbst.

 Wir sind ja auch gerade das, was zu Tage tritt,  wenn die alten Wunden schmerzvoll noch einmal  aufbrechen – um dann endgültig zu
verheilen.

Ich wünsche Dir von Herzen die Erfahrung, dass Du gerade jetzt – in diesen extrem schweren Tagen – schon auf dem Weg der Gesundung bist.

P.

Antwort
von Ostsee1982, 19

Für mich ist das schwer zu glauben, dass bei dir eine schwere depressive Episode festgestellt wird und diese in der Klinik nicht medikamentös eingestellt wird, das wäre nämlich der normale Vorgang, auch dass nach Entlassung eine Verschreibung mitgegeben wird, wenn das wirklich so sein sollte ist das unverantwortlich von Seiten der Ärzte.

Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass während der Therapie und auch hinterher Dinge an´s Tageslicht kommen die mit der Depression gedeckelt wurden, Probleme die der Körper und die Seele erstmal verarbeiten müssen. Wenn es dir derart schlecht geht solltest du dich an die Psychiatrie Ambulanz wenden und dich medikamentös einstellen lassen. Wenn es von der Entfernung her möglich ist dann such eine andere Klinik auf oder geh noch mal in dieselbe und mach ihnen klar, dass bei dir eine entsprechende Dringlichkeit gegeben ist.

Antwort
von Jule59, 36

Gibt es eine psychiatrische Tagesklinik in deiner Nähe? Das schiene mir die ideale Lösung, da sie das Bindeglied zwischen stationärer und ambulanter Therapie ist.

Wenn nicht, bleibt nur warten. Das fühlt sich grade alles andere als gut an, ist aber nicht zu ändern. Auch dann nicht, wenn du dich verletzt, weil du dir so viel Druck machst.

Wenn SSV bereits während des stationären Aufenthalts ein Thema war, hast du sicherlich auch Strategien gelernt, mit dem Druck alternativ umzugehen. Mach sie dir bewusst und versuche, sie anzuwenden. Hier noch einmal ein paar Tipps:

http://www.rotelinien.de/alternativen.html

GEH LAUFEN! Klingt banal, kann aber enorm dabei unterstützen, den Druck loszuwerden. Am besten ist nicht zu schnelles, möglichst gleichmäßiges Laufen. Wenn dir erst mal nach Losrennen ist, ist das okay, wichtig ist aber, danach nicht außer Puste stehen zu bleiben, sondern noch ein bisschen langsam weiterzutraben.

Wenn grade niemand da ist, um dir zu helfen, musst du dir für die nächsten beiden Wochen alleine beistehen. Das kannst du, denn du hast bereits viele Überlebensstrategien in deinem Leben gelernt.

SSV ist eine davon, und auch wenn sie nicht die gesündeste ist, kann sie dich zur Not über die Runden bringen, bis du jemanden an deiner Seite hast. 

Kommentar von anonymeshilfe ,

svv wurde nie behandelt...

Kommentar von Jule59 ,

Dann hilft dir vielleicht der Link, ein paar Alternativen zu finden.

Antwort
von taniavenue, 83

Geh in die Klinik und äußere deine Suizidgedanken mit Nachdruck, eigentlich sind sie verpflichtet dich in diesem Fall aufzunehmen, da eigengefährdung besteht. Wenn es gar nicht mehr geht ruf 112 und schildere dort deine Suizidgedanken. Ein RTW(evtl mit Notarzt bin mir nicht 100% sicher) wird dich in die nächst geeignete Klinik fahren

Kommentar von anonymeshilfe ,

das Problem ist, dass ich ja nicht wirklich konkrete Suizidgedanken habe...

Wie gesagt ich will mich eben NICHT umbringen!

Kommentar von taniavenue ,

Das hast du oben aber anders geschildert und das was du geschildert hast sind SuizidGEDANKEN, du musst dich dennoch ja nicht wirklich umbringen wollen, dass wäre dann nämlich ein SuizidVERSUCH

Kommentar von anonymeshilfe ,

okay. das klingt logisch. aber ich habe ehrlich gesagt riesen große Angst vor den geschlossenen. Gibt es da keine andere Lösung?

(wenn nicht werde ich meine Angst wohl oder übel überwinden müssen!)

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Medizin, Psyche, Psychologie, 57

Hallo Anonymeshilfe,

erstmal herzlich willkommen bei uns. Du hast folgende Möglichkeiten:

Notarzt 112 und akute Suizidgedanken zugeben, sofortige Einweisung wird (freiwillig, vermutlich nicht unbedingt geschlossene und wenn nur kurz) veranlasst, ggfs. andere Klinik als bisher.

Überbrücken der Zeit bis zum ambulanten Therapiebeginn:

web4health - ärzte online

Emotions Anonymous | Selbsthilfegruppen für emotionale und seelische Gesundheit

Eine starke Gemeinschaft | TelefonSeelsorge Deutschland

Sowie Sozialpsychiatrischer Dienst, Psych. Beratungsstellen (kann Dir die Stadtverwaltung nennen) oder ähnliche Stellen in der Umgebung.

Alles Gute

Kommentar von Buddhishi ,

Habe gerade gesehen, dass Du aus NRW kommst. Hier die Liste:

http://www.vitos.de/fileadmin/user_upload/BAG/pdf_files/NRW2010.pdf

Antwort
von herakles3000, 52

Bevor du dir selber schadest versuche einfach mal  zb über das Seelsorgetelefon  mit jemanden zu reden den manchmal reicht schon alleine das  aus damit es einen etwas besser geht..Und wen dein Arzt zurück ist rede nochmal mit ihm.!

Kommentar von anonymeshilfe ,

danke, aber ich hasse es zu telefonieren und meine Gedanken gefühlt 1000 Leuten erzählen zu müssen, aber die Idee ist an sich nicht verkehrt!

Kommentar von herakles3000 ,

Vieleicht kannst du stattdessen mit einem guten freund oder Freundin über einiges davon rede es mus ja auch nicht über alles sein aber auch das kann helfen .!Selbst wen du  dadurch nur runter kommst oder von deinen Frust etwas los wird kann es hilfreich sein..

Antwort
von Prinzessle, 28

Also ich frage mich schon, was das für eine Klinik ist, die eine Therapie beginnt mit aufbrechen von Verdrängtem und den Patienten dann nicht darin begleitet.,,,zu mindest Ambulant weiter betreut ?

Hole Dir aus der Drogerie Johaniskraut ...das belebt ein wenig die Gemütsstimmung und dann suche einen anderen Arzt der Dich ernst nimmt.

Viel Glück und eine gute Besserung 

Kommentar von schokocrossie91 ,

Dar ist häufig so. Ambulant muss keine Klinik weiterbehandeln.

Kommentar von Prinzessle ,

Ja aber sorge tragen, dass jemand weiter betreut wird und zwar genau mit der begonnen Therapie....denn sonst macht es ja keinen Sinn Narben auf zu reissen, um dann den Patienten alleine damit zu lassen.  

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