Frage von jorelll, 64

Ich komm nicht klar und hab keine Perspektive für mein Leben?

Ich (17/w) komm echt nicht mehr klar. Ich versuche mich so kurz wie möglich zu fassen:

Ich hab starke Depressionen und kaum Lebensfreude. Ich belaste meine Mutter damit ständig und sie macht sich sorgen um mich und deshalb hab ich schuldgefühle. Meine Mutter war immer die einzige die von Anfang an da wsr und mich unterstützt hat.

Ich will meine Mutter nicht weiter belasten oder enttäuschen.

Freunde hab ich (momentan) nicht. Alle haben mich wegen der Depression allein gelassen. Ich habe angst mich irgendwem (ausser familienmitgliedern) anzuvertrauen weil freunde kommen und gehen. Deswegen bin ich momentan total einsam, denn sie haben mich einfach alle allein gelassen, ist denen egal was mit mir ist.

Ich hab Probleme damit mit Menschen umzugehen und hab immer Angst was falsch zu machen. Ich mach so oft irgendwas falsches und bekomm dadurch Probleme und hasse mich selber weil ich so dämlich bin. Und hab dann auch ständig wieder Schuldgefühle.

Ich werde für immer alleine bleiben weil meine Familie muslimisch ist (ich bin Atheistin) und sie verbieten Beziehungen. Das heisst ich müsste mich mit jemandem ein, zwei mal treffen und mich dann SOFORT entscheiden ob ich ihn heiraten will oder nicht. Und es muss ein Moslem sein, alle anderen werden in der familie nicht akzeptiert. Und wie gesagt ist meine Mutter die einzige der ich vertrauen kann weil kein anderer mich so unterstützt und alle anderen würden mich verlassen so wie meine alten "freunde"

Meine mutter würde nichts mit mir zu tun haben wollen sobald ich einen freund hab. Ich hab angst davor von zuhause rausgeschmissen zu werden oder so... deshalb ertrag ich auch keine Liebesszenen in filmen (das triggert) und keimer versteht das...

Ich komm nicht klar, ich bin einsam, hab keine freunde, werd nie verliebt sein dürfen, hab starke verlustängste (was meine mutter betrifft) und hab kaum lebensfreude und auch keine Pläne für meine zukunft. Ich kann nicht mehr...bitte helft mir

Antwort
von Zeitreisende123, 4

Hey jorellll, das Problem mit den Depressionen und der Einsamkeit kenne ich nur zu gut, das ging mir lange Zeit so ähnlich.

Was mir da geholfen hat waren keine Therapien oder so, sondern Freunde, die ich im Internet gefunden habe. Ich gebe dazu, an einigen von diesen Menschen im Internet bin ich, genau so wie im real life, daran zerbrochen, aber zwischendrin habe ich auch wirklich Leute kennengelernt, die mich verstanden haben oder einfach, zumindest im Internet, für mich da waren.

Wichtig ist es dabei jdoch, zu unterscheiden, wo und welche "Freunde" man kennenlernt. Meine beste Internetfreundin habe ich in einem Forum für kleine Kinder kennengelernt, das jetzt aber leider seit einigen Tagen geschlossen ist, sonst hätte ich es dir weiterempfohlen (ja, ich habe gelesen, dass du 17 bist, aber in diesem Forum gibt es wirklich Leute, die für einen da sind, auch, wenn das Forum für kleine Kinder gemacht ist, sind dort einige, die im Alter von 16 sind).

Aber zurück zu meiner Freundin und wie die Freundschaft angefangen hat: Das Ganze begann mit einem Tagebuch, welches ich angefangen habe zu schreiben (dort konnte man sowas) und es gab eine Kommentarfunktion.

Immer, wenn ich wieder besonders depressiv war oder einfach etwas niederschreiben wollte, hsbe ich dort einen Eintrag verfasst, der oft etwas länger geworden ist, als ich ursprünglich vor hatte.

Sie hat diese Einträge kommentiert und mir so sehr geholfen.

Einerseits habe ich durch das Aufschreiben meiner Gefühle und Gedanken mich mit ihnen auseinandergesetzt und es verarbeitet, andererseits habe ich von einer Person Unterstützung, manchmal auch Tipps bekommen oder einfach gewusst, dass sie für mich da war und sich die Zeit nahm, meinen Eintrag zu lesen.

Mittlerweile schreiben wir per Mail, da das Forum ja geschlossen ist.

Vielleicht hilft dir sowas ja auch...ich weiß es nicht, vielleicht ist es die auch zu privat, mit einer Person, die du real nicht kennst, über dich und dein Leben zu schreiben, aber, mir hat es zumindest geholfen. Und gerade, dass diese Person ich eben nicht real gekannt hat, hat mir die Kraft gegeben, wirklich über alles offen zu schreiben.

Über eine Rückmeldung, was du dazu denkst, würde ich mich freuen...

Zeitreisende123

Antwort
von Philipp59, 6

Hallo jorell1,

dass Du Probleme hast, neue Kontakte zu schließen, kann verschiedene Ursachen haben. Dennoch liegt keine unüberwindbare Kluft zwischen Dir und den anderen. Vielleicht hilft es Dir, wenn Du zunächst einmal Deine eigene Persönlichkeit ein wenig unter die Lupe nimmst.

Wie ist es um Dein Selbstbild bestellt? Glaubst Du, niemand würde Dich mögen und Du könntest nichts Sinnvolles zu einem Gespräch beitragen? Was könnte Dir jetzt helfen, dieses negative Selbstbild zu überwinden? Mach Dir bewusst, dass auch Du über eine ganze Reihe von Pluspunkten verfügst. Denke einmal ganz bewusst über Deine Stärken und Begabungen nach und schreib sie Dir am besten auf. Wenn Du Deine Pluspunkte kennst, gewinnst Du an Selbstvertrauen und siehst nicht nur das Negative an Dir.

Vielleicht macht Dir ja Schüchternheit zu schaffen. Es fällt Dir wahrscheinlich sehr schwer, auf andere zuzugehen und Dich im entscheidenden Moment in ein Gespräch einzubringen. Wenn es Dir so geht, dann braucht dies keine unüberwindbare Kluft zu anderen entstehen zu lassen. Fang einfach mit kleinen Schritten an, in dem Du Dir jemanden aussuchst und Dich nach ihm erkundigst. Dabei musst Du Dich nicht unbedingt auf Deine Altersgruppe beschränken. Es kann auch sehr enge Freundschaften zu Personen geben, die einen sehr großen Altersunterschied aufweisen.

Denke daran: Bei neuen Freundschaften geht es vor allem darum, ehrliches Interesse am anderen zu zeigen. Sprich daher nicht zu viel von Dir selbst, sondern sei vor allem ein guter Zuhörer. Es kann leicht passieren, wenn Du in einem Gespräch mit anderen versuchst zu dominieren oder Deinen Gesprächspartner gar herabsetzt, dass eine Kluft entsteht und man sich von Dir zurückzieht. Wenn Du mit jemandem nicht einer Meinung bist, sei dennoch geduldig und lass ihn ausreden. Besser ist es, eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zu finden. Du gewinnst auch bei anderen enorm an Sympathie, wenn Du im Umgang mit ihnen die Einstellung bekundest, die uns Gottes Wort empfiehlt. Dort steht gemäß 1. Petrus, Kapitel 3, Vers 8: "Schließlich seid alle gleich gesinnt, bekundet Mitgefühl, habt brüderliche Zuneigung, zartes Erbarmen, [seid] demütig gesinnt".

Übrigens gibt uns Gottes Wort im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen immer sehr hilfreichen Rat. Richtet man sich danach aus, dann gelingt es viel leichter, neue Kontakte zu schließen. Hier noch ein Tipp, der eine gute Kommunikation fördert: "Eure Rede sei stets gefällig, mit Salz gewürzt, damit ihr wißt, wie ihr jedem zu antworten habt." (Kolosser 4:6). Das bedeutet, dass unser Reden nie abstoßend sein darf, sondern aus gefälligen Worten bestehen sollte. Das schließt unnötige Streitigkeiten, Beleidigungen oder selbstgerechte Verurteilungen aus. Wenn Du also versuchst, neue Kontakte zu schließen, dann bleib in Deinen Erwartungen realistisch. Es ist einfach so, dass man nicht von jedem gemocht wird oder bei jedermann beliebt sein kann. Daher bringt es nichts, Freundschaften um jeden Preis schließen zu wollen.

Ich wünsche Dir, dass Du wieder Freunde findest, die Dich mögen (auch mit Depressionen) und die fest zu Dir stehen! Das ist in der heutigen Zeit sicher nicht leicht, doch gib bitte nicht auf!

LG Philipp

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 9

Grundsätzlich kann nur eine Fachperson eine Diagnose bestimmen. Das was ich schreibe ist also nur als Gedankenanstoss gedacht. Ich versuche dir nun mal eine relativ medizinische und weniger sozialtechnische Antwort zu geben.

Es gibt einen grossen Unterschied zwischen einer schwierigen Lebenslage und der Krankheit Depression. Damit es zu einer Diagnose Depression kommt müssen mehrere wissenschaftliche Kriterien erfüllt werden. Diese sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 festgehalten, also jenem Werk, auf welches sich auch Psychiater und Psychologen bei einer Erstabklärung berufen.

Bis man von einer Depression spricht, müssen mind. 2 Haupt- und mind. 3 Nebensymptome für mind. 2 Wochen dauerhaft in ausreichender Stärke vorhanden sein.

Hauptsymptome
- Freudlosigkeit und/oder Interessensverlust
- Antriebslosigkeit und/oder erhöhte Ermüdbarkeit
- Depressive Grundstimmung (alles negativ sehen, hoffnungslos ect.)

Nebensymptome
- Schlafstörungen
- Suizidgedanken
- Psychomotorische Aktiviertheit oder Hemmung
- Veränderter Appetit
- Vermindertes Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen
- Schuldgefühle und/oder Entscheidungsschwierigkeiten
- Vermindertes Konzentrationsvermögen

Das klingt etwas hart, doch das ist der rein medizinische Standpunkt. Anhand dieser Kriterien kannst du abschätzen wie es um die Krankheit Depression steht. Falls du unter diesen Symptomen leidest suche unbedingt eine Fachperson auf.

Depressionen können mittels Psychotherapie und/oder Medikamenten behandelt werden. Eine Psychotherapie kann auch bei alltäglichen Problemen helfen, Medikamente nicht.

Es ist also an dir zu beurteilen, ob dich deine Lebensumstände einfach deprimieren oder es sich wirklich um die Krankheit Depression handelt.

PS: Bin selbst von Depressionen betroffen.

Kommentar von jorelll ,

Die Depression wurde von meiner ehemaligen Psychiaterin vor ein paar Monaten diagnostiziert...

Kommentar von samm1917 ,

dann lasse dich unbedingt behandeln!!!!

Antwort
von Aabaab, 4

Du bist ein Musterbeispiel, was falsch verstandene Religion anrichtet. Solange du in dieser gefangen bist, kann und wird sich für dich nichts ändern.

Hinterfrage deine Religion, setze dich mit ihr geistig auseinander und wenn du sie nicht mittragen kannst, dann verlasse diese Gemeinschaft, sie macht dich krank.

mache dich auf die Suche nach dem wahren Gott. Jeder, der ihn aufrichtig sucht, darf ihn finden, er ist nicht fern von einem jeden von uns.

Antwort
von BelieveME, 22

Haben deine Eltern auch was gegen Freundschaften wenn der Freund ein  Junge ist?

Kommentar von jorelll ,

ja, haben sie...

Kommentar von BelieveME ,

Schade würde dir gerne mit dir schreiben und darüber reden aber bin männlich :(

Antwort
von FelinasDemons, 5

Wie wär's, wenn du dir mal jemanden zum reden suchst.

Kommentar von Ente222 ,

Felinas, leichter gesagt als getan. "Reden" wollen viele, zuhören aber nicht.

Kommentar von FelinasDemons ,

Psychologen hören zu...

Antwort
von xcreepyx, 12

Wie wärs mit einer Therapie, oder ner Familientherapie?

Ich weiß nicht ob ich dir iwie helfen kann, aber wenn du mit wem schreiben willst, hab ich immer zeit. Ich bin in der Schule schon wie eine Psychologin, weil jeder wenn er Probleme hat erst mit mir redet und nicht mit den Lehrern. 

Antwort
von quinann, 16

Geh zu einem Arzt, du solltest eine Therapie machen.

Kommentar von FelinasDemons ,

Dringend! 3 Fragen hintereinander hat sie bis jetzt gestellt.

Kommentar von BelieveME ,

Auf jeden fall aber ich denke Therapeut währe passender

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