Frage von labradodle15, 161

Ich kann nicht mehr hier leben?

Hallo Leute, folgendes Problem: Ich wohne seit etwa 4 Monaten in einer Jugendwohngruppe noch zuvor wohnte ich in einer Großstadt. Diese WG ist jedoch in einer recht kleinen Stadt mit einer sehr schlechten Infrastruktur. Jeden Tag wenn ich nach meiner Freizeit wieder in dieses "Loch" muss, habe ich gar keine Lust mehr auf die Welt, mein Leben und meine Motivation ist auch nicht mehr wirklich vorhanden. Ich habe noch zwei Jahre Schule vor mir, da diese Schule quasi vor der Haustür liegt, bekomme ich auch keine Fahrkarte mehr mit der ich in meine Stadt fahren kann. Diese ganze Situation macht mich mega kaputt und ich habe das Gefühl, dass mich niemand versteht. Bei der nächsten Zusammenkunft von Jugendamt, meinen Eltern und den anderen Menschen will ich fragen, ob ich nicht vielleicht in eine andere WG kann die in einer größeren Stadt umziehen kann.
Außerdem bin ich schwul und muss mich in dieser kleinen Stadt "verstecken" weil ich nur noch "Schwuc" etc... Als Schimpfwörter höre --> ich kann nicht Ich sein.

Denkt ihr, dass das Jugendamt dieses Problem verstehen wird?

Antwort
von Dahika, 62

Verstehen werden dich die Mitarbeiter sicherlich. Aber Verstehen bedeutet nicht, dass man dann auch die Wünsche erfüllt bekommt. Du schreibst, dass du nicht mehr in "meine Stadt" fahren kannst.

Vielleicht ist das ja auch der Zweck des Ganzen. Ich weiß ja nicht, warum du in einer Jugendwohngruppe wohnst, aber oft ist es durchaus erwünscht, dass diese weit weg von den alten Kumpels liegt.

Aber Fragen kostet ja nichts. Wenn du deinen Wunsch gut darstellen kannst, dann ist es vielleicht möglich, dass du umziehst. Aber wie gesagt, manchmal liegt auch ein Sinn dahinter, dass du eben nicht mehr in "deiner Stadt" wohnst.

Antwort
von Menuett, 29

Schwierig wird es halt, wenn kein anderer Platz frei ist.

Dann kann man Dir Deinen Wunsch nicht erfüllen.

Sozialgesetzbuch (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und

Jugendhilfe - (Artikel 1 des Gesetzes v. 26. Juni 1990, BGBl. I S. 1163)

§ 5 Wunsch- und Wahlrecht

(1) Die

Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und

Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der

Gestaltung der Hilfe zu äußern. Sie sind auf dieses Recht hinzuweisen.

(2)

Der Wahl und den Wünschen soll entsprochen werden, sofern dies nicht

mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden ist.

Wünscht der Leistungsberechtigte die Erbringung einer in § 78a genannten Leistung in einer Einrichtung, mit deren Träger keine Vereinbarungen nach § 78b bestehen, so soll der Wahl nur entsprochen werden, wenn die Erbringung der Leistung in dieser Einrichtung im Einzelfall oder nach Maßgabe des Hilfeplans (§ 36) geboten ist.

Antwort
von jahn2016, 60

Hallo das Problem kannte ich ich bin seit 3 Jahren in der Jugendhilfe . Du kannst bestimmt die Einrichtung / Wohngruppe wechseln . Sag das beim nächsten " hilfeplangespräch " (das wo Eltern , Jugendamt , Betreuer zusammenkommen ) so heißt das bei mir! Du musst richtig argumentieren bei dem Gespräch und begründen warum du weg möchtest . spreche mit deinem bezugsbetreuer auf der Wohngruppe darüber oder einen Mitarbeiter an . Ich hab das auch gemacht und die Situation besserte sich für mich stark . Hoffe ich konnte dir helfen Mit freundlichen Grüßen Jahn

Antwort
von Menuett, 28

Das Jugendamt geht schon gerne auf die Wünsche der Jugendlichen ein. D.h. sie suchen eine Wohngruppe, die auch zum Jugendlichen passt.

Das mit der Mobberei in einer Kleinstadt kann ich mir sehr gut vorstellen. Das wird Dir aber auch in eine Großstadt passieren, aber richtig, da hat man wesentlich mehr Möglichkeiten dem auszuweichen.

Warum bist Du in einer Maßnahme? Gibt es da einen Zusammenhang, dass du in einen kleinen Ort gebracht wurdest, ist dies vielleicht Absicht?

Antwort
von KeinName2606, 56

Denke nicht, denn es ist kein Drama. Mobbing wäre natürlich was anderes, aber nur weil du in einem kleinen Ort lebst sind nicht alle schwulenfeindlich. Die gibts in der  Stadt genauso ;)

Du kannst sicher mit dem Rad oder einer selbstgekauften Zugfahrkarte in die Stadt fahren, wenn es sein muss. Auch am Land gibt es viele Aktivtäten, die fallen einem halt nicht in den Schoß.

Antwort
von Nordseefan, 54

Nein, das leben ist kein Wunschkonzert.

Sei froh, das dir überhaupt geholfen wird.

Es gibt auch in kleinen Orten, die Möglichkeit, seine Freizeit zu gestalten.

Kommentar von Menuett ,

Es ist im SGB 8 sogar festgelegt, dass die Wünsche der Jugendlichen nach Möglichkeit berücksichtigt werden sollen.

Schwuler ortsfremder Teenager in Kleinstadt?

Das ist eine Freizeitgestaltung mehr als nur schwierig. Wundert mich, dass er da überhaupt hinkam.

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