Frage von 0maik0, 21

Ich kann man beim Englisch sprechen nicht gut ausdrücken?

Hey, ich konnte mich letztes Jahr im Englisch Unterricht eigentlich ziemlich gut Ausdrücken und nun kann ich einfach nicht genau sagen was ich möchte und such die ganze Zeit nach den Begriffen. Obwohl ich jetzt seit ca. 3-4 Monaten extrem viele Englische Serien schaue und auch auch viel auf Englisch lese und mir sogar eine Sprache durch Englisch texte beibringe. Aber im Unterricht hatten wir z.B heute eine Diskussion und als ich reden wollte fielen mir extrem viele Wörter nicht mehr ein und ich stotterte extrem oft. Kann mir jemand sagen warum das so ist wenn ich mir den Text im Kopf durchgehe läuft es dann ziemlich flüssig.

Antwort
von Dahika, 7

Das ist halt der Unterschied zwischen passivem und aktivem Sprachgebrauch. Wenn man viel liest, viele Filme schaut, dann versteht man viel oder alles. .Aber bis zum Reden ist es leider noch mal ein großer Sprung.

Das ist ganz ähnlich dem Sprechenlernen kleiner Kinder. Die verstehen schon längst alles, bevor sie es sagen können. Die sagen dann vielleicht: "Wolfi Süssi habe wolle" (Ich, Wolfgang, hätte gerne Gummibärchen), aber verstehen die Mutter ganz genau: "Das geht jetzt nicht Wolfi. Du hast dir schon die Zähne geputzt."

Das ist leider völlig normal. Um für das aktive Sprechen richtig gut zu werden, muss man reden, reden, reden, reden.

Und dann kann man immer noch nicht telefonieren. ;-)

Immer, wenn ich Theaterkarten für ein Stück - oft Shakespeare - in London bestelle, schreibe ich mir den Satz, den ich  sagen möchte, auf und lese ihn dann ab. Peinlich, peinlich, aber so ist es nun mal.

Antwort
von Spielwiesen, 5

Ja, da merkt man erstmal, was im Kopf VOR der mündlichen Aussage erstmal abgeht: man muss wissen, was man (schnell) sagen will, man will den Satzbau richtig hinbekommen und nebenbei laufen auch noch Vokabelabfragen. das ist echtes Multitasking fürs Gehirn und eine Leistung, die schon ordentlich Wortschatz-, Grammatik und Syntaxkenntnisse erfordert. 

Mir ging es in meinem ersten Jahr in Frankreich so, dass vor lauter Theoriestau im Kopf lange Zeit erstmal nichts aus mir rauskam. Nach einem Aperitif änderte sich das aber, und nach einem Jahr dort habe ich schon ganz gute Gespräche führen können. Da war es auch noch ganz wichtig, die Antwort (inkl. Aussprache, Betonung, Nuancen usw.) zu verstehen - wobei verstehen heißt, dass man sich erstmal die Schreibweise überlegen musste, bevor man die Bedeutung erschließen konnte. Das ist im Englischen nicht sooo schlimm, vorausgesetzt, der Gegenpart spricht deutlich. 

Antwort
von Impered2, 20

Wahrscheinlich bist du etwas schüchtern und nervös, wenn es heißt vor anderen Leuten eine andere Sprache zu sprechen. Ich kenn das nur allzu gut, damals hatte ich dieses Problem auch.

Mir hat es geholfen wenn ich mich im Unterricht langsam daran gewöhnt habe, vor anderen Englisch zu sprechen. Also einfach bei Antworten wo du dir zu 100% richtig bist melden und diese sagen. Dadurch wirst du von alleine ruhiger. Zudem hilft es sehr wenn du nicht versuchst schnell alles runter zu rattern, dann vertust du dich meistens. Lass dir etwas Zeit, spreche eventuell etwas langsamer, so dass du in ruhe überlegen kannst was du als nächstes sagen möchtest. Zudem ist es auch nicht peinlich zu stottern und sonstiges. Dies legt sich schon von alleine, wenn du öfters Englisch sprichst.

Antwort
von M1603, 5

Das wichtigste beim Sprachenlernen ist nicht nur, dass man ein gutes Grammatikwissen hat und viele Wörter kennt, sondern vor allen Dingen, dass man sehr viel automatisiert hat, sodass es völlig ohne Nachzudenken aus einem herauskommt. Mag sein, dass du dir mit etwas Vorarbeit gute Sätze bauen kannst, du scheinst das Material dazu aber noch nicht so gut zu kennen, dass du es immer abrufen kannst.

Ist bei unserer Muttersprache ja nicht großartig anders: du kannst mit jedermann einen Plausch über das Wetter halten, weil du das schon tausend Mal gemacht hast. Ein Vortrag über ein Thema, dass du nicht so gut kennst, wird dir auch eher holprig gelingen.

Und: Es ist natürlich toll, dass du englische Quellen konsumierst, aber beschäftigst du dich auch wirklich damit? Schreibst du dir unbekanntes Vokabular raus und beschäftigst dich mit Bedeutung und Anwendung? Liest du laut oder sprichst du nach, um die Aussprache zu üben? Von nichts kommt nichts und sich einfach nur berieseln zu lassen, führt nicht zum Ziel.

Antwort
von qwertz6561, 11

Ach ich kenne das, Im Kopf geht's perfekt, im wahren Leben dann nicht so 100% wie im Kopf. Wahrscheinlich bist du etwas nervös, daher einfach weiter machen und dich nicht entmutigt fühlen, wenn es mal nicht so flüssig läuft. Ist eigentlich meistens Übungssache.

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