Frage von JohnGrammaticus, 305

Ich höre viele Leute immer sagen, dass die Böden heute ausgelaugt seien und dass deshalb Lebensmittel heutzutage weniger Mineralstoffe und Vitamine hätten?

Stimmt das?

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Antwort
von beglo1705, 34

Nun, dann haben diese Leute wahrscheinlich keine Ahnung oder plappern halt irgend was nach. Als Landwirt(in), die natürlich Gewinn einfahren will, obliegt es mir meiner Meinung nach, regelmäßig Bodenproben zu entnehmen und diese analysieren zu lassen um bei etwaigen Mineralstoffunterversorgungen des Bodens gegen zu steuern in Form von Dünger, Kalk oder was halt eben fehlt.

Des Weiteren mache ich nebenbei darauf aufmerksam, wenn du das nächste Mal einen grünen Kopfsalat kaufst, achte Mal wie viel Erde da beim Waschen mit raus kommt, keine nämlich. Wie das kommt? Schon mal dran gedacht, dass der Salat für 69cent gar nicht mehr in der Erde wächst?

Das finde ich weitaus erschreckender, als über etwaige "Mineralstoffverluste" zu diskutieren.

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Gesundheit, 246
  • Nein, das ist einfach nur eine moderne Mär ohne naturwissenschaftliches Fundament. Das ist Angstmacherei oder auch unlautere Werbung durch die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Unsere Lebensmittel enthalten auch heute noch vergleichbare Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen wie früher.
  • Der durchschnittliche Mensch ernährt sich heutzutage gesünder als früher. Mangelversorgung war früher viel häufiger. Die steigende Lebenserwartung zeigt doch eindrucksvoll, dass es diesbezüglich kein Problem gibt.
Kommentar von DreiGegengifts ,

Nein, das ist einfach nur eine moderne Mär ohne naturwissenschaftliches Fundament. Das ist Angstmacherei oder auch unlautere Werbung durch die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln.

Quelle?

Unsere Lebensmittel enthalten auch heute noch vergleichbare Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen wie früher.

Auch hier: Quelle?

Der durchschnittliche Mensch ernährt sich heutzutage gesünder als früher.

Auch hier: Quelle?

Mangelversorgung war früher viel häufiger.

Und auch hier: Hast du eine Quelle für deine Behauptung, die belegen, dass der Durchschnitt  häufiger an Mangelversorgungen litt (wann, wo?). Und hast du vergleichbare Daten, die eine Aussage für die Gegenwart treffen?

Die steigende Lebenserwartung zeigt doch eindrucksvoll, dass es diesbezüglich kein Problem gibt

Nein überhaupt nicht. Eine Unterversorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen usw. muss keineswegs ein kurzes Leben bedingen. Die steigende Lebenserwartung hat zahlreiche Faktoren. Die Lebenserwartung in der Steinzeit war übrigens ähnlich hoch wie heute.

Hast du irgendeine Datengrundlage, die nahe legt, dass es zwischen der steigenden Lebenserwartung und der Qualität der  Versorgung mit Mineralstoffen / Vitaminen einen Zusammenhang gibt?

Kommentar von OlliBjoern ,

Hier gibt es eine Quelle, was die Lebenserwartung angeht: http://www.h-age.net/aktuelles/1163-steigende-lebenserwartung-heute-ist-72-wie-3...

Interessanterweise kommt die nicht zu dem Schluss, dass die Lebenserwartung in der Steinzeit hoch gewesen sei. Natürlich hängt die Lebenserwartung auch von anderen Faktoren als der Ernährung ab (Gefahren, Medizin...).

Da steht auch "Wir kümmern uns um ältere Menschen. Wir können sie gesünder ernähren und besser versorgen."

Nochmal zum Thema "ausgelaugte Böden". Wenn du da eine Quelle hast, darfst du sie gerne posten.

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Ernährung, 156

Wissenschaftlich belegen lassen sich diese Behauptungen jedoch nicht.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat dazu Untersuchungen
angestellt und kam zu dem Schluss, dass unsere heutigen Nahrungsmittel
durchaus ausreichend Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Im Verlauf
der letzten 50 Jahre schwankte der Mineralstoffgehalt in pflanzlichen
Lebensmitteln kaum, wie eine Untersuchung der DGE zeigt.

Antwort
von agrabin, 145

Pflanzen wachsen  nicht, damit wir sie essen (und genügend Mineralstoffe, Vitamine usw. bekommen).

Pflanzen nehmen Mineralstoffe auf, weil sie diese für ihren eigenen Stoffwechsel benötigen. Fehlt nur einer davon reagieren Pflanzen mit
Minderwuchs und Mangelsymptomen. Auch Vitamine erfüllen eine besondere Funktion für die Pflanze.

Weltweit kann man aber schon  eine "Bodenverarmung" beobachten. .Durch Auswaschung, Erosion, Versalzung u.ä. gehen Böden der landwirtschaftlichen Nutzung verloren. Auf diesen Böden wächst nichts mehr, jedenfalls keine Kulturpflanze. Hier in Mitteleuropa haben wir mit unseren Böden sehr viel Glück gehabt. Tropische Böden sind wesentlich empfindlicher. Unter- und Mangelernährung in manchen Entwicklungsländern haben mit zu wenig und zu einseitigem Essen zu tun.

Wir in den reichen Ländern hatten noch nie einen so gut gedeckten Tisch.

Ich höre viele Leute immer sagen

Wer sagt denn so etwas? Stecken dahinter besondere Interessen?

Kommentar von DreiGegengifts ,

Pflanzen nehmen Mineralstoffe auf, weil sie diese für ihren eigenen Stoffwechsel benötigen. Fehlt nur einer davon reagieren Pflanzen mit Minderwuchs und Mangelsymptomen.

Hast du dafür irgendeine Datengrundlage, die nahelegt, dass die starke Düngung der Böden, die auf hohes Volumen und Gewicht gezüchteten Pflanzen so wie die Zusammensetzung von synthetische Düngemittel und ihre Wirkung auf den Boden keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der Pflanzen nimmt?

Wir in den reichen Ländern hatten noch nie einen so gut gedeckten Tisch.

Worauf möchtest du hinaus? Bist du der Meinung, die Quantität des Ertrags würde eine Aussage über die Zusammensetzung oder Qualität liefern?

Kommentar von agrabin ,

Natürlich hat eine Düngung Einfluss auf die Pflanzeninhaltsstoffe, das wurde aber nicht gefragt.

Die "Datenlage" zu einer (zu) hohen Düngung, insbesondere mit Stickstoff besagt, dass der Gehalt der Inhaltsstoffe dadurch verdünnt wird. D. h. hoch gedüngte Pflanzen enthalten auf 100 g mehr Wasser und somit auch weniger Mineralstoffe.

 Wobei der Eiweißgehalt der Pflanzen sehr abhängig vom Stickstoffangebot ist. Biobauern, die ohne mineralische Düngung arbeiten, haben oft Probleme mit dem Eiweißgehalt und damit der Backfähigkeit ihres Weizens. 

Kräuter, die auf eher mageren Böden wachsen sollten, haben einen höheren Anteil an Mineralstoffen.

Quantität und Qualität sind zwei unterschiedliche Dinge.

Ich meine damit nicht, dass wir große Mengen an z.B. Weißbrot konsumieren können, sondern ein sehr vielfältiges Angebot an Gemüsen und Obst nutzen können und das über das ganze Jahr.

Antwort
von Brunnenwasser, 16

Das stimmt zwar nicht, aber nur durch entsprechende Düngung der Böden kann dieses Level gehalten werden. Sofern das entsprechende Gemüse überhaupt noch in der Erde gewachsen ist. Dein Thema geht wohl allem Richtung dem heutigen Ackerbau (Getreide, Kartoffeln, Feldgemüse von Lauch bis Weißkohl).

Antwort
von newcomer, 126

die vielen Leute sollten auch sagen das Landwirte mit Stickstoffdünger und Kuhmist Gülle ect den Boden zusätzlich versorgen so dass der Ertrag steigt. Somit sind genügend Mineralstoffe vorhanden

Kommentar von beglo1705 ,

Eine gezielte Aussage über den Nährwert des Bodens bekommst du ausschließlich über eine analysierte Bodenprobe. Ertrag ist nicht gleich Gülle rausbringen, auch wenn sich das bei Landwirten mit Tierhaltung anbietet, da gehört etwas mehr dazu.

Antwort
von fielfras, 74

Die  Böden ausgelaugt, kaum möglich bei diesen Düngermengum.Das ist ein Werbetrick der Nahrungsergänzungsmittel Hersteller und dessen Vertreiber. Ist ja oft ein guter Nebenverdienst.

Antwort
von Kuestenflieger, 62

viel antworten gab es ja schon , trotzdem .

es ist etwas dran an dem "on dit " . denn die agrofabriken und der mittlere landwirt entziehen durch monokulturen natürliche kräfte des bodens. beispiel: quadratkilometerweise mono- maisanbau für bio-gas !!!

 kommt etwas anderes , dann muß erst wieder chemie eingebracht werden, die das grundwasser erfreut .

Kommentar von OlliBjoern ,

Und welche "natürliche Kräfte des Bodens" werden entzogen? Beleg?

Kommentar von frank394 ,

Also nichts gegen die Bio Landwirte  - aber wenn eine Landwirtschaft den Boden "auslaugt", dann ist es die biologische und ökologische, aufgrund zu geringer Nährstoffrückführ an den Boden durch Düngemittel.


Antwort
von lupoklick, 83

"Hörensagen" .... was soll denn DAS?

Düngen und Fruchtfolge sind seit Jahrtausenden bekannt...

Antwort
von neuerprimat, 10

Du wirst sogar Leute finden, die dich genau deswegen dazu überreden wollen Borsalze, z.B. das gute alte Borx, mg weise zu futtern. Das tötet dich aber ...

Es liegt einfach in der Natur der Sache, die Mehrheit ist doof.

Antwort
von Omnivore08, 85

Nein, das sind Mythen und Propaganda, welche vornehm von der Veganerlobby verbreitet werden um mal wieder Panik zu schüren. Die grünen Organisationen B.U.N.D. und Heinrich Böll Stiftung sind in der Beziehung sogar richtig dreist und brachten parallel zu dem Hetz-Buch "Fleisch-Atlas" auch einen "Boden-Atlas" raus.

Sowohl den Fleisch-Atlas, als auch den Bodenatlas hat der Agrarstatistiker Georg Keckl mal genauer unter die Lupe genommen.

http://keckl.de/texte/Anti%20Bodenatlas.pdf

Lass dich nicht verrückt machen. Landwirte sind sehr gewissenhafte Menschen!


Kommentar von MeliS1998 ,

Veganerlobby? Denkst du ernsthaft, die von dir genannten Organisation hätten was mit Veganismus zu tun?

Kommentar von Omnivore08 ,

Das sind grüne Ideologen, die das Fleisch verteufeln! Wie nennst du das denn sonst? Beim BUND steht auf der Seite, dass 1kg Schweinefleisch 10 Kubikmeter TRINKwasser verbraucht.

Wer so einen Unfug verbreitet, der will auch was damit bezwecken, aber ganz sicher keine Bildung verbreiten. Natürlich haben die was mit Vegetarismus und Veganismus zu tun! Ist doch nix anderes wie die grüne Partei.

Kommentar von MeliS1998 ,

Vegetarier sind keine Veganer. Und Leute die was von "weniger Fleisch essen" labern ja wohl erst recht nicht. Die diversen Tierschutz- und Spendensammelorganisation haben ganz sicher nichts mit Veganismus zu tun. Auch wenn sie sich gern mit der Bezeichnung "vegan" schmücken, rufen sie weder dazu auf, vegan zu leben, noch tun die Mitglieder es. Wäre Veganismus in diesen Organisationen eine Bedingung, würden sie ja die ganzen zahlenden Mitglieder verprellen, die eben nicht vegan, sondern vegetarisch oder sonstirgendwie "grün" oder öko leben...

Wem es wirklich um Veganismus geht, dem geht es nicht ansonsten noch um Geld, Einfluss oder "hippen Lifestyle"...

Kommentar von Omnivore08 ,

Auch wenn sie sich gern mit der Bezeichnung "vegan" schmücken, rufen sie weder dazu auf, vegan zu leben, noch tun die Mitglieder es.

Ach nicht? Da lese ich aber ganz andere Dinge raus!

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