ich hasse mein leben und wie kann ich wieder lebendfreude bekommen?

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10 Antworten

Hallo xjoleenx,

ich habe Deinen Text von Anfang bis Ende durchgelesen und möchte Dir gern helfen. Zunächst einmal möchte ich etwas zu Deinen Essstörungen sagen. Bedenke bitte, dass es sich hierbei um eine Sucht handelt. Bei einer Sucht hat man einen zwanghaften Drang, die Handlung zu wiederholen und kann sich nicht vorstellen ohne diese zu leben. Das kannst Du sicher auch bestätigen. Ich möchte Dir nachfolgend einige Tipps geben, die Dir helfen könnten.

1. Gestehe Dir Dein Problem ein - Der erste Schritt ist, Dir selbst einzugestehen, dass Du ein Problem hast. Auch wenn Du Dein Essverhalten vor anderen verbirgst, rede Dir bitte nicht selber ein, dass alles gut ist wie es ist. Erst wenn Du Dein Problem auch als Problem siehst, kannst Du den Entschluss fassen, dagegen anzugehen. Oft stecken hinter Essstörungen ernsthafte psychische Ursachen, wie z.B. ein geringes Selbstbewusstsein oder Missbrauch.

2. Versuche so viel wie möglich über die Krankheit zu erfahren - Informiere Dich in seriösen Quellen über Deine Krankheit und ihre Auswirkungen. Beispielsweise bekommst Du bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einige hilfreiche Informationen und auf folgender Website: www.bzga-essstoerungen.de . Es gibt auch Beratungsstellen für Essstörungen und Telefonnummern, bei denen man sich anonym beraten lassen kann.

3. Geh in die Offensive - Ein weiterer wichtiger Schritt ist, Dein Problem nicht zu verheimlichen, sondern mit jemandem, dem Du vertraust und der Dich versteht, offen darüber zu reden. Je mehr Du Deine Probleme in Dir einschließt, desto schlimmer werden sie. Manchmal kann schon ein solch offenes Gespräch eine heilende Wirkung haben. Ein mitfühlender Gesprächspartner kann Dir helfen, Dich wegen Deiner Essstörung nicht zu schämen. Sich angenommen und verstanden zu fühlen kann ein erster Schritt nach vorn sein. Solch ein Gesprächspartner könnte ein Elternteil oder ein anderer reifer Erwachsener sein, am besten jemanden, der über Erfahrungen mit der Behandlung von Essstörungen verfügt.

4. Nimm professionelle Hilfe an - Falls Deine Situation unerträglich geworden ist, kann es erforderlich sein, einen Krankenhausaufenthalt zu erwägen. Auch wenn dieser keine Heilung bringt, kann er dennoch helfen, über eine schlimme Zeit hinwegzukommen. Oftmals reicht jedoch schon eine ambulante psychotherapeutische und medizinische Behandlung aus. Die Kosten für eine Therapie übernehmen auf Antrag die Krankenkassen, der Rententräger oder das Sozialamt. Das hat den Vorteil, dass man in seiner häuslichen Umgebung bleiben und das Gelernte gleich umsetzen kann.

Neben diesen praktischen Hilfen möchte ich noch auf eine andere Hilfe aufmerksam machen, an die in der heutigen Zeit die wenigsten denken. Ich meine die Hilfe, die von Gott kommen kann. Da er als unser Erschaffer die menschliche Natur in all ihre Facetten am besten kennt, kann er uns doch am besten helfen und Rat geben. Du kannst Dich z.B. jederzeit im Gebet an ihn wenden. Der berühmte König David, der viele Höhen und Tiefen in seinem Leben durchmachte, wandte sich in Zeiten der Not und Bedrängnis oftmals an Gott. Viele seiner innigen Gebete sind in den Psalmen festgehalten. So schrieb er z.B. in einem Psalm folgendes: "Gesegnet sei Gott, der mein Gebet nicht abgewiesen, noch seine liebende Güte von mir [abgewandt] hat" (Psalm 66:20). Ja, David machte die Erfahrung, dass seine Gebete nicht nutzlos waren und ins Leere gingen. Er verspürte immer wieder die Hilfe seines Gottes. Die gleiche Erfahrung machen auch viele Menschen in unserer Zeit. Auch ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nichts besseres gibt, als eine Freundschaft zu Gott aufzubauen und ihn als ein Helfer an seiner Seite zu wissen.

Dein anderes Problem ist, dass es Dir an echten Freunden fehlt. Dass Du Probleme hast, neue Kontakte zu schließen, kann verschiedene Ursachen haben. Dennoch liegt keine unüberwindbare Kluft zwischen Dir und den anderen. Vielleicht hilft es Dir, wenn Du zunächst einmal Deine eigene Persönlichkeit ein wenig unter die Lupe nimmst.

Wie ist es um Dein Selbstbild bestellt? Glaubst Du, niemand würde Dich mögen und Du könntest nichts Sinnvolles zu einem Gespräch beitragen? Was könnte Dir jetzt helfen, dieses negative Selbstbild zu überwinden? Mach Dir bewusst, dass auch Du über eine ganze Reihe von Pluspunkten verfügst. Denke einmal ganz bewusst über Deine Stärken und Begabungen nach und schreib sie Dir am besten auf. Wenn Du Deine Pluspunkte kennst, gewinnst Du an Selbstvertrauen und siehst nicht nur das Negative an Dir.

Vielleicht macht Dir ja Schüchternheit zu schaffen. Es fällt Dir wahrscheinlich sehr schwer, auf andere zuzugehen und Dich im entscheidenden Moment in ein Gespräch einzubringen. Wenn es Dir so geht, dann braucht dies keine unüberwindbare Kluft zu anderen entstehen zu lassen. Fang einfach mit kleinen Schritten an, in dem Du Dir jemanden aussuchst und Dich nach ihm erkundigst. Dabei musst Du Dich nicht unbedingt auf Deine Altersgruppe beschränken. Es kann auch sehr enge Freundschaften zu Personen geben, die einen sehr großen Altersunterschied aufweisen.

Denke daran: Bei neuen Freundschaften geht es vor allem darum, ehrliches Interesse am anderen zu zeigen. Sprich daher nicht zu viel von Dir selbst, sondern sei vor allem ein guter Zuhörer. Es kann leicht passieren, wenn Du in einem Gespräch mit anderen versuchst zu dominieren oder Deinen Gesprächspartner gar herabsetzt, dass eine Kluft entsteht und man sich von Dir zurückzieht. Wenn Du mit jemandem nicht einer Meinung bist, sei dennoch geduldig und lass ihn ausreden. Besser ist es, eine gemeinsame Gesprächsgrundlage zu finden. Du gewinnst auch bei anderen enorm an Sympathie, wenn Du im Umgang mit ihnen Einfühlungsvermögen und Mitgefühl entwickelst.

Natürlich findet man gute Freunde nicht von heute auf morgen, zumal diese in der heutigen Zeit auch nicht so leicht zu finden sind. Bedenke jedoch, dass es besser ist, keine Freunde zu haben, als die falschen! Wenn Du jedoch nicht aufgibst, dann wird es Dir bestimmt gelingen, irgendwann jemanden zu finden, der echtes Interesse an Dir hat und für Dich einsteht.

Dass Deine Mutter in letzter Zeit so dünnhäutig ist, könnte daran liegen, dass sie wegen dem zweimaligen Ehebruch Deines Vaters tief verletzt und frustriert ist. Vielleicht hat sie niemanden, mit dem sie darüber sprechen kann. Es mag sein, dass sie dann in einer spannungsgeladenen Situation ihre ganze Wut ungerechterweise an Dir auslässt. Auch wenn es schwer ist: Habe auch Verständnis für ihre Situation und behandle Deine Mutter mitfühlend und geduldig. Vielleicht mag sich dann mit der Zeit Euer Verhältnis zueinander wieder entspannen.

Eines ist in Deiner Situation ganz wichtig: Gib die Hoffnung niemals auf! Es bleibt nicht für immer alles so, wie es gerade ist. Und wenn es um Deine Depressionen geht, dann versuche nicht, allein damit fertig zu werden. Schwere Depressionen sind eine Krankheit, die unbedingt ärztlich behandelt werden sollte.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du wieder Perspektiven in Deinem Leben siehst und Du es mit der Hilfe anderer schaffst, wieder in ein seelisches Gleichgewicht zu kommen! Alles Gute! Bei weiteren Fragen kannst Du mich gern anschreiben.

LG Philipp

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Kommentar von Philipp59
17.10.2016, 10:29

Vielen Dank für den Stern!

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hol Dir professionelle Hilfe, Vertrauenslehrer, in einer Jugenberatungsstelle, beim Arzt, oder Psychologen.

Es ist fast normal, in Deinem Alter mal am Sinn und dem ganzen warum über das Leben zu verzweifeln.

Dafür gibt es Hilfen!

Ein Jugendpsychiater kann Dir da sicher weiter helfen.

Versuch's auf jeden Fall, jedem vierten Jugendlichen geht es mal ähnlich und keiner spricht darüber!

Wenn Du darüber sprechen kannst, mit einer Vertrauensperson, geht es weiter. Und Du entwickelst Dich weiter.

Sehr mutig, Deine Frage hier so zu stellen!

Das war der erste Schritt, und der zweite kommt sogleich.

(W.Busch: dieses war der erste Streich und der zweite kommt sogleich) ;-) oder nicht?

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Ich kenne das was du durchmachst sehr gut. Meine Empfehlung: such dir einen Psychiater, der dir notfalls auch Medikamente verschreiben kann. Such dir einen, der dich ernst nimmt. Das ist deine Chance aus dem ganzen Chaos herauszukommen. Auch wenn du damit schon schlechte Erfahrungen gemacht hast. Jemand neues wird dir helfen können. Du bist zu jung, um dein Leben aufzugeben. Kämpfe weiter. Es wird sich lohnen.

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Hast du nur den Verdacht eine Depression zu haben oder hast du eine Diagnose? Das ist für mich wichtig. Du solltest dich an das Jugendamt wenden, wenn das mit deiner Mutter öfter vorkommt. Dann wende dich auch nochmal an einen anderen Therapeuten und rufe bei der Nummer gegen Kummer an.

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Eine große Hilfe ist es in einen Verein zu gehen, da kommst du unter leute und findest sicherlich freunde. Beim Zocken findest du auch Leute die cool drauf sind, da solltest du aber aufpassen man weiß nie wer da tatsächlich am Ende der Leitung sitzt.

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Hey wenn du sowas postet steht heute Nacht vllt noch die Polizei vor der Tür und bribgt dich in die gesxhlossene . Unterlass das , wenn du das nicht willst ;) ich wünsche dir alles gute . Such dir ein Sport Hobby das macht glücklich und man lernt nette Leute kennen alles gute

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Bei mir hat es geholfen mit Freuden zu reden...Ich war auch sehr lange fertig mit der Welt...Und dann kam halt mein freund...Er hat mich aus dem Loch geholt...Er hat mich gerettet...Aber ich denke wenn du eine beste Freundin hättest oder dir eine suchst...Könnte das ein Schritt zur Besserung sein :) wenn du willst kannst du auch mit mir drüber reden?
LG Bella

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Die Antwort von mir ist jetzt nicht vollständig aber zum anderen dazu:
Rede mit Bekannten darüber. Es hilft.
Nicht darüber zu reden ist nicht gut und macht es nur schlimmer.
Versuchen nicht daran zu denken oder sich ganz darauf zu konzentrieren ist auch nicht gut. Am besten mit Fachleuten besprechen

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Ich kann dir anbieten in meine Selbsthilfegruppe für Leute mit Suizidgedanken zu kommen wir unterstützen uns wie eine Familie und halten zusammen

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Hey.
Tut mir echt leid, was Du erlebst.
Wenn Du schreiben möchtest was Dich alles bedrückt, lese ich es gerne.
Ich denke Du brauchst einfach jemanden der zuhört / liest

LG Micha

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