Frage von Weiniii, 218

Ich hasse das Leben und will am liebsten sterben, was tun?

Hallo Leute, ich habe überhaupt keine Lust zu leben. Mir macht das Leben einfach keinen Spaß. Ich finde es nur langweilig, anstrengend und quälend. Ich habe an wirklich nichts Spaß und will sterben, weil ich echt keinen Bock mehr hab. Ich fand es in der Schule blöd und jetzt im Ausland in Nordirland gefällts mir auch nicht. Da muss ich 12-14 Stunden am Tag arbeiten und die Chefs machen einen immer noch runter obwohl das alles Freiwilligenarbeit ist und ich mein bestes gebe. Wenn ich frei hab, hab ich auch keine Lust irgendwas zu machen und wenn ich nur rumliege ist es auch beschissen. Auch habe ich große Angst vor Menschen und das belastet mich hier besonders, weil ich hier in einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft bin für ein Jahr und immer von Menschen umgeben bin. Ich will echt nur noch sterben. Wisst ihr wie ich wieder Freude finde, meine Angst überwinden kann [...]? Danke schonmal

Support

Liebe Weiniii,

Deine Situation klingt besorgniserregend. Aber auch wenn es hier um einen guten Rat geht, ist es schwierig Dir einen zu geben, ohne Deine tatsächliche Situation genauer zu kennen. Sprich bitte zusätzlich mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson sein.

Selbstmord ist keine Lösung! Daher haben wir einen Teil Deiner Frage auch herausgenommen.

Du kannst Dich zudem jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen. Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz).

Herzliche Grüße

Chris vom gutefrage.net-Support

Antwort
von ASRvw, 57

Moin.

Eine universelle Lösung zur Rückerlangung verlorener Lebensfreude gibt es nicht. Sterben allerdings ist definitiv die dümmste Lösung. Das Problem am Sterben ist die Endgültigkeit. Danach gibt es keine Alternativen mehr. Davor hast Du die aber zu Hauf.

Du wirst zu Deinem Arbeitsort vermutlich nicht allein gekommen sein, sondern durch eine Vermittlungsorganisation. Ist dem so, dann spreche mit denen. Mache denen klar, dass Du ja gerne arbeiten und auch was lernen willst, Du Dich aber nicht als Sklave verpflichtet hast. Fordere sie auf, Dir eine Arbeitsstelle zu vermitteln bzw. mit Deinem aktuellen Arbeitgeber zu sprechen um entsprechendes zu erreichen, bei der Du Deine 8 Stunden (im Ausland durchaus auch üblich 10 Stunden) arbeiten gehst, aber eben keine 12-14 Stunden.

Wenn sie Dir dumm kommen, drohe ihnen notfalls rechtliche Schritte an. Um solche in die Wege zu leiten, hast Du reichlich Möglichkeiten. Irland, auch Nordirland, gehören zur EU. Da gilt also in jedem Fall EU-Recht. Sitzt die Organisation in Deutschland, gilt für sie deutsches Recht. Deutschland ist in Irland auch mit einer Botschaft vertreten, an die Du Dich wenden kannst:

http://www.dublin.diplo.de/Vertretung/dublin/de/Startseite.html

Darüber hinaus kannst Du Dich auch an Auswärtige Amt wenden:

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Startseite_node.html

Läuft das Ganze nicht über eine Organisation, wende Dich an die Schule, die dieses Jahr von Dir verlangt und fordere sie auf, entsprechend zu vermitteln. Signalisiere Deine Bereitschaft, 8-10 Stunden zu arbeiten, aber eben keine 12-14. Sollten sie nicht entsprechend vermitteln können oder wollen, fordere sie auf, Dir entweder eine andere Stelle zu vermitteln, oder zu akzeptieren, dass Du die Stelle auf eigene Initiative wechselst.

Deine Schule ist indes auf jeden Fall an deutsches Recht gebunden. Von daher hast Du da in jedem Fall eine Handhabe. Und eine Schule ist bei weitem nicht die höchste Instanz im Schulsystem. Wende Dich ggf. an den Kultusminister Deines Bundeslandes oder ans Bundministerium für Bildung.

https://www.bmbf.de/de/kontakt.php

Willst Du das Jahr dagegen, wenn, dann eben bei dieser Arbeitsstelle, durchziehen, dann wende Dich direkt an den Arbeitgeber. Sprich Deine Probleme mit ihm durch. Möglicherweise gibt es in dem Unternehmen auch eine Mitarbeitervertretung, an die Du Dich wenden kannst. Ansonsten gibt es in Irland auf jeden Fall auch starke Gewerkschaften. Wende Dich an diese.

Überlege Dir ggf. wie lang Dein Jahr noch ist und ob Du es nicht vielleicht auch so durchziehen willst. Fakt ist, in niemandes Leben läuft es immer toll. Schau nach Afrika, wo die Menschen heute nicht wissen, ob sie im nächsten Monat wenigstens einen Tag was zu essen haben. Kaum jemand von denen aber wünscht sich den Tod.

Würden alle Menschen beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten gleich sterben wollen, wir hätten eine tolle Welt, ohne jede Überbevölkerung und mit intakter Umwelt.

Die Erfahrung die Du gerade machst, mag vielleicht aktuell nicht toll sein. Aber langfristig betrachtet wird sie Dich sicher weiter bringen. Wenn Du erst mal tot bist, wirst Du das allerdings nie erfahren. Willst Du Dich wirklich um den wahrscheinlich positiven Effekt dieser aktuell negativen Erfahrung bringen?

Ich habe zwei Lebensgefährtinnen an den Krebs verloren und hatte diesen auch selbst schon. Dabei hatte ich gewiss lange, lange Zeit keine fröhliche Lebenseinstellung. Aber ich habe es ausgehalten und dabei viele Erfahrungen gesammelt, mit denen ich heute anderen, auch hier bei GF, helfen kann. Das ist ein verdammt schönes Gefühl. Hätte ich aufgegeben ...

Du bemängelst neben Deiner Arbeitszeit nur, immer Leute um Dich zu haben. Warum ist dem so? Ich meine, wer 14 Stunden arbeiten geht (ich hab es 8 Jahre lang 14,5 Stunden am Tag getan, in Spitzenzeiten 330 Stunden im Monat), dem bleiben noch 10 Stunden vom Tag.

Veranschlagt man 6 Stunden Schlaf, bleiben einem immer noch 4 Stunden am Tag. Und die muss man doch wirklich nicht jeden Tag mit den leuten verbringen, die man den ganzen Rest des Tages schon an der Backe hat. Oder?

Da geht man einfach mal raus. Man sucht sich ein Hobby. Irland ist ein schönes Land. Da kann man tolle Fotos machen. Ganz allein. Und offensichtlich hast Du ja auch Internet. Da bietet es sich doch förmlich an, sich auch mal auf die Suche nach neuen Freunden zu machen. Leute außerhalb der Arbeit, mit denen man nach der Arbeit oder am Wochenende was gänzlich anderes unternehmen kann.

Du bist gewiss auch nicht der einzige junge Deutsche in Irland. Gewiss machen da auch andere ein solches Jahr. In einer anderen Firma, in einer anderen Stadt. Oder sie studieren dort. Und dank Internet kann man sie finden. Also mach Dich auf die Suche nach ihnen.

So oder so, sieh zu, dass Du auf andere Gedanken kommst. Sterben zu wollen, ist der dümmste Gedanke, den Du haben kannst. Er ist geboren aus Bequemlichkeit und Faulheit. Und er macht alles völlig wertlos, was Du bisher geleistet und erreicht hast und bringt Dich gleichzeitig um alles, was Du noch erreichen könntest.

Ist er was wirklich wert?

HiH
ASRvw de André

Antwort
von silberwind58, 89

Nur weil es momentan nicht Rund läuft,ist das kein Grund,sich das Leben zu nehmen. Es bleibt ja nicht so,nix bleibt ,wie es ist. Zieh das Jahr durch,da gibt es bestimmt nicht nur negatives,nur hast Du zur Zeit keinen Blick,für das positive! Versuch mit anderen in Kontakt zu treten,die müssen ja auch da durch.Und wenn es gar nicht geht,dann fahr nach hause! Alles Gute!

Antwort
von Windlicht2015, 61

Es gibt immer Situationen im Leben, wo man meint es geht nicht weiter, wo man denkt, dass das Leben keinen Sinn macht. Wenn du der Meinung bist, dass das nicht das Richtige für dich ist, so ändere was daran! Deine Fachhochschulreife nützt dir auch nichts mehr, wenn du dir das Leben nehmen willst. Suche doch einen anderen Weg, diese zu erreichen, wenn Irland nicht das ist, was du dir vorgestellt hast! Es gibt immer einen Weg! Und du bist jung, hast noch genügend Zeit auch die schönen Seiten des Lebens zu erfahren! Kopf hoch! Es gibt immer eine Lösung!

Antwort
von TilidinCut30, 28

Tja, wie das Leben so ist, mal geht es auf und mal ab. Es könnte sein das bei Dir die Botenstoffe wie Serotonin aus den Fugen geraten ist, wie gesagt: "Es könnte sein". Oder aber Du müsstest Dein Leben ein wenig verändern (Arbeit wechseln, einen anderen Tagesablauf etc.) auch das kann unzufrieden machen. Das hört sich vielleicht leicht an, aber hin und wieder genügt nur eine Kleinigkeit um großes zu bewirken. Versuch doch mal mit einem Arzt darüber zu sprechen (die schließen Dich nicht gleich weg, keine Angst)! Aber Selbstmord ist in dieser Situation überhaupt keine Lösung, denn Du hast damit dann ja nicht die Probleme gelöst sondern nur Dein Leben beendet. Am besten ist es mit einem Arzt darüber zu sprechen und am allerbesten mit einem Facharzt. Wie gesagt: "Selbstmord ist keine Lösung sondern nur ein Verschwinden für immer"!

Antwort
von egglo2, 52

Nun, wenn es so schlimm ist, dann solltest du dir dringend Rat bei einem Psychologen suchen.

Klar, der Schritt erfordert erst einmal viel Kraft. Aber du wirst sehen, es kann sich lohnen.

Ich habe einen guten Freund, der ebenfalls in einer Lebenskriese steckte und absolut skeptisch gegenüber "professioneller Hilfe" war, da er sehr rationell denkt und sich nicht vorstellen konnte, dass so eine Therapie etwas bringt.

Nun, es hat geholfen und er hat seine Lebensfreude wiedergefunden.

Diese Chace solltest du dir auch geben! Es ist allemal besser, als alles wegzuwerfen, nur weil du den Wert des Lebens und den Wert deines Seins momentan nicht sehen kannst.

Ich hoffe, du findest diese Kraft.

Antwort
von Xxeon, 94

Geh einfach in ein anderes Land oder eine andere Stadt, wo dich kein Mench kennt. Wenn du auf jemanden triffst mit dem du gerne etwas zutun haben willst, sprichst du ihn einfach an (Er kann nicht mehr als nein sagen und dich irgendwie blamieren kannst du dich auch nicht, wiel du ihn eh nie wieder sehen wirst)
Kopf hoch ;)

Antwort
von Dhalwim, 66

Solche Ratschläge werden dir hier auf GF.net nicht gegeben. Höchstens auf deine Probleme und wie du weg von solchen Gedanken kommst.

Mehr nicht.

Antwort
von lToml, 57

Ich sehe viele Parallelen mit meinem Leben. Aber ich bring mich deshalb auch nicht um! 

Du solltest abwarten, vielleicht ändert sich ja alles zum positiven! 

Das hoffe ich bei mir zumindest. 

Antwort
von latricolore, 60


obwohl das alles Freiwilligenarbeit ist 

Na, dann beende es doch, komm zurück und such dir hier was Netteres! :-)
Das ist doch nun wirklich kein Grund, um dermaßen down zu sein.

Kommentar von Weiniii ,

Ich brauch dieses Jahr für meine Fachhochschulreife

Kommentar von latricolore ,

Aha.
Aber unbedingt dort? Gibt's da nicht eine Organisation, die dir das vermittelt hat und an die du dich wenden kannst?

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