ich halte demnächst einen Vortrag über Dorfkinder und wollte fragen ob ihr mir so viele Informationen geben könnt wie ihr habt?

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7 Antworten

Dorfleben ist stark von den Eindrücken und Bedürfnissen der Landwirtschaft geprägt. Im Jahreskalender eines Landwirtes geht es nicht nur um Pflanzen und Ernten sondern auch um Naturereignisse und den Kirchenkalender. In der Sprache und im täglichen Leben findet man viele Beispiele der genauen Beobachtungsgabe bei Mensch, Tier und Natur. (Hinweis auf Plattdeutsche Sprache).

Mit dieser Tradition im Herzen erziehen sie die Kinder, die fest eingebunden sind in diesen Jahresablauf.

Landwirtschaftliche Betriebe können nur überleben, wenn eine Dorfgemeinschaft zusammenhält und an gemeinsam an einem Strang zieht.
So haben Gemeinschaftsaktionen und der Schutz des Dorfes einen hohen Stellenwert. Da diese Erfahrungen genauso wie die landwirtschaftlichen Notwendigkeiten mündliche übergeben werden sind sie tief im Denken der Menschen verwurzelt.

So kommt es gerade im ländlichen Raum zu einem besonderen Stellenwert von Traditionen und Kirchlichen Festen (Krautbundbinden, Erntedank etc.). Da die Kinder auch von viel Natur umgeben sind, erleben sie auch viel Natur und Tierwelt. Sie können noch einen Baum erklettern, eine Fahne von der Stange holen (im Zeltlager) oder eine Bach stauen. Einfach weil die nötige Ausstattung dafür da ist.

Hier sind die Großeltern oft noch im Haus und helfen mit. Die Kinder haben trotz arbeitender Eltern immer Familie im Haus und gehen seltener in einen Ganz-Tages-Hort. Da viele Produkte des täglichen Lebens noch selbst gepflanzt bzw. produziert werden, kennen viele Dorfkinder noch frisch gekochtes und selbst hergestelltes Essen. Sie holen die Milch noch selber aus der Kuh (oder sehen es beim Nachbarn, wenn sie Milch und Eier holen) und erleben wie die gezüchteten Kaninchen geschlachtet werden. Sie kennen Eier-sammeln und selber ernten, Verarbeitung großer Mengen Lebensmittel (z. B. Obsternte) und Vorratshaltung. Überhaupt wissen wie wie die Lebensmittelherstellung funktioniert.

Dorfkinder sind auch früh geübt in der Handhabung von Maschinen, wenn sie auf dem eigenen Hof oder bei Freunden bei der Ernte etc. helfen.  Helikoptereltern hätten ihre reinste Freude. Sie sind auch robuster, da sie von klein auf an schon mal schmutzig werden. Sie erleben einfach wie man was selber macht.

Ich begegne auf dem Dorf trotz der tiefen Religiösität auch viel Aberglauben. Fast schon wie eine Schrulle wird der gepflegt und man ist sich nie ganz sicher, ob sie nicht doch daran glauben. Den Kindern erzählt man hier auch gerne Dönekes und sie bekommen auch schon mal die volle Packung Mutterwitz ab.  Da sich alle für ihre Heimat verantwortlich fühlen, kann man ein wenig sagen: Das ganze Dorf erzieht die Kinder. Denn wenn sie Quatsch machen, weiß sofort jemand wie der Bengel heißt und küttert es an die Mutter weiter. Geheimnisse sind schwer zu geheim zu halten. Der Gemeinschaftsdruck hilft beim Erziehen und Beschützen mit.

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Kommentar von mimi142001
13.08.2016, 22:12

ich komme und lebe in einem Dorf hier gibt es nicht mehr als in Großstadt an Religion und Traditionen gibt es hier sehr wenig und für gewöhnlich wohnen hier auch nicht mehr die Eltern mit im Haus..... Also Aberglaube und Religion ist hier nicht! Mein Vater ist schon hier groß geworden und jetzt wird auch meine Tochter hier groß!

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Kommentar von mimi142001
14.08.2016, 10:10

ne das ist bei uns nicht so extrem da wäre ich aus meinem Dorf schon längst weg.... soviel Kirche das geht nicht und ist hier bei uns nicht zum Glück!

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Kommentar von mimi142001
14.08.2016, 19:15

hier geht auch Nächstenliebe ohne so tief mit der Religion verankert zu sein.... Natürlich gibt es hier auch Kirche und einen Dorfpfarrer. Allerdings hat das hier keinen großen Stellenwert auch Aberglaube ist hier nicht tief verankert.......

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Ich selbst bin auch ein Dorfkind und ich liebe es einfach am Morgen mit viel Ruhe aufzuwachen
Ich bin jetzt schon ein bisschen älter aber ich finde leben im Dorf ist einfach  nur schön. Und da noch ein kleiner  See  dan isz der paradis perfekt
Dorfkinder sind im wald grösse künstler  und wissen genau wo die Gefahr ist
Dorfkinder kommmen  fast immer schmutzig nach hause
Diese Kinder  sind auch am meisten ins freie und spielen mit den anderen kindern.
Wir Dorfkinder grüssen jeden und wir wiesen auch alles über den anderen
Das macht uns speziel wir Dorfkinder

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Ich war ein Dorfkind ich hatte eine wunderbare Kindheit mit vielen anderen Kindern und Natur&Tiere
Viel Freiheit und Platz
Alle kennen sich das war immer ein Gefühl von Sicherheit und Freiheit
Vor 13 Jahren bin ich zurück in mein Dorf gezogen
Meine Tochter liebt es genauso wie ich.
Mittlerweile wird sie älter aber hier gibt es eine super Busverbindung ringsherum haben wir Großstädte die gut zu erreichen sind....
Wenn wir ein paar Tage in der Großstadt waren bei meiner besten Freundin genießen wir das allerdings lieben wir es auch wieder nach Hause zu kommen.
Die Ruhe und Stille
Es wird richtig dunkel je nach Wetter können wir die Sterne sehen
Der Bäcker schräg gegenüber der selbst backt der herrliche Duft der zu uns rüber zieht.....
Der Nachbar der klingelt um sich Zucker zu holen....
Meine Tochter die ich durch das Dorf laufen lassen kann und ich sofort erfahre wenn was ist
Die Kinder die ständig Kuchen Brötchen und Eis bekommen(weil jeder jeden kennt)
Der Kartoffelmann und auch der einmal die Woche kommt und ich noch schnell etwas kaufen kan.
Die Kinder die Obst direkt vom Baum essen
Gemüse vom Feld direkt essen
Milch frisch von der Kuh
Hier können die Kinder im Winter super rodeln
Die spontanen zusammen treffen mit Nachbarn Bekannten und Freunden sind die besten

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Kommentar von Realisti
13.08.2016, 21:31

Na, das mit der "Ruhe und Stille" ist relaiv, wenn der Nachbar Enten oder Hühner hat.

Dem Anderen kann ich fast ungeteilt zustimmen. Ich habe mal gesagt, ich könnte meine Tochter nackt durchs Dorf schicken. Die würde komplett angezogen, satt und unbeschadet noch vor dem Abendbrot wieder zurück gebracht. 

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Kommentar von mimi142001
13.08.2016, 22:04

Enten und Hühner das stört mich nicht. Die Unruhe und gewussel und chaos finde ich lauter als die Hühner.... Jo da kann ich voll und ganz zustimmen jeder bekommt seine Fehler aufs Brot geschmiert;-)

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Dorfkinder kennen die besten Schleichwege(und Orte die niemand kennt) .und google mal Bauernhofeffekt. Auch wissen wir Dorfkinder wie frische Landluft riecht. Im Dorf kennt jeder jeden.

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Eher schönere Kindheit als Stadtkinder. Meistens jedenfalls.

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Hallo anonymus2331,

Gegefrage, damit hier nichts Überflüssiges steht:

Wie lautet das genaue Thema? - Wann soll das sein? - Was weißt du bereits darüber?

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Kommentar von anonymous2331
17.08.2016, 21:02

ein genaues Thema gibt es nicht wir durften uns aussuchen was wir für eine Gruppierung nehmen. es soll im Prinzip ein allumfassender Vortrag darüber sein. 

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anonymous:

Noch ein paar Schlagworte:

Hufschmied beschlägt Pferd, Hausmetzger schlachtet Schwein, ein Kalb kommt zur Welt, Katzenfamilie spielt im Stroh, Oma ruft ein Huhn, Gemüsepflanzen setzen, bei der Herstellung von Obstwein helfen, im Herbst  Kartoffelfeuer erleben, Dorfeste genießen, Äpfel, Birnen, Mirabellen, Kirschen ernten, Pflaumenkuchen zum Bäcker bringen, Haustiere (Hasen, Ziegen, Kühe) füttern usw.

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