Ich halte das Burnout meines Mannes nicht mehr aus, wie grenze ich mich ab?

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5 Antworten

Burnout/Depression ist eine tückische Krankheit.

In wie weit dein Mann betroffen ist lässt sich nur schwer sagen, jedoch wenn es ein ausgereiftes Krankheitsbild ist, dann geht Buchstäblich "gar nichts mehr". Ich weiß, wovon ich spreche...

Deine Beschreibung klingt jedoch sehr danach, als würde sich dieses Krankheitsbild sehr ausprägen und es wäre -jetzt- die Zeit, etwas dagegen zu tun!
Man sollte den Job pausieren/wechseln BEVOR es eben nicht mehr geht. Und eine intensive Therapie ist definitiv angebracht - alle 4 Wochen mal ein Gespräch reicht nicht mal ansatzweise bei einem aufkommenden Burnout.

Ich wünsche euch alles Gute und falls du konkret Hilfe brauchst, lass es mich wissen :)

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Kommentar von cinegrah
06.06.2016, 16:04

Und dir möchte ich auch eine Therapie ans Herz legen, denn mit Panikattacken ist nicht zu spaßen.

Aber, es gibt definitiv Hilfe, man muss sie nur suchen und sich darauf einlassen! :)

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Kommentar von Snatiline
06.06.2016, 16:06

Danke Dir! Die Therapeutin meines Mannes ist aus unerfindlichen Gründen der Meinung, dass mein Mann jetzt eigentlich gesund ist - er hatte seinen letzten Termin direkt nach einem Kurzurlaub, und da war er relativ entspannt, aber gesund ist er deswegen doch noch lange nicht.

Jobwechsel hat mein Mann schon in Angriff genommen, und er sagte auch, dass er bald so und so kündigen wird, auch ohne neue Stelle.

Aber ich persönlich finde sein Benehmen mir gegenüber am schlimmsten. Ich nehme ihm schon ab, was geht, aber 100% Haushalt und Alltagskram, meine selbständige Tätigkeit und dauernd angemeckert werden halte ich halt nicht durch. Und meine Panikattacken scheinen meinen Mann nicht wirklich zu interessieren.

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ich würde an deiner Stelle mit ihm so offen reden. Wenn er weiterhin sein Verhalten dir gegenüber so zeigt, lässt du dir das nicht weiter gefallen. Wenn er verhindern will, dass ihr euch evtl. bald trennt, MUSS er was unternehmen. Er kann nicht das Burnout als Grund vorschieben, mit dir weiterhin so umzugehen. Er riskiert damit eure Ehe. Die Therapie alle 4 Wochen reicht da denke ich nicht mehr. Eine Kur wäre absolut angebracht in einer Klinik für Burnout. Wenn dein Gesundheitszustand nun auch beginnt mit Panikattacken zu reagieren musst auch du etwas unternehmen. Zum Arzt, darüber reden, was dich belastet, dich gründlich untersuchen lassen, eine Therapie für DICH oder evtl. sogar auch eine Kur. Wenn man bei einem Burnout sein Leben nicht ändert (der oder die Aspekte, der/die einen in das Burnout treibt) dann kann es auch zu körperlichen Symptomen kommen oder gar zur Depression. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, dass du als erstes Deinen Mann zu seiner Therapie begleitest und ihr gemeinsam mit dem Therapeuten besprecht, was am besten für euch ist. Überlege dir, ob du für deine Ehe noch kämpfen möchtest, dann würde ich das alles tun.

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Kommentar von Snatiline
08.06.2016, 10:50

Reden habe ich schon zigmal versucht. Mein Mann hat immer abgeblockt und hatte jedesmal eine andere Begründung, warum es gerade nicht geht - er hatte einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich, einen anstrengenden Arbeitstag vor sich, am Wochenende will er sich erholen etc. Ich habe es ihm irgendwann einfach gesagt. Er war nur körperlich anwesend, aber mit den Gedanken irgendwo. Ich könnte wohl genausogut mit einer Wand reden.

Zur Therapie begleitet habe ich ihn schon einige Male. Ich finde seine Therapeutin ehrlich gesagt sehr merkwürdig. Sie gab ihm Empfehlungen, z.B. seine Arbeitszeit zu reduzieren, die er aber nicht durchsetzen kann. Zu mir sagte sie nur, es würde für mich schwierig werden, aber egal, was mein Mann sagt oder tut, es sei nicht persönlich gemeint, sondern nur Symptome, und das müsse ich halt hinnehmen. Super...

Aber ich werde wohl mal einen Termin bei meinem Hausarzt ausmachen, schaden kann es ja nicht.

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Ich habe hier einen Link gefunden, der dir vielleicht etwas Trost in deiner so schwierigen Lage geben könnte:

http://trotzallem-jazumleben.de/hilfe-fur-angehorige-von-burnout-betroffenen/

und außerdem noch ein Burn-out-Forum

https://www.burn-out-forum.de/forum/108/9675

Mir kommen fast die Tränen, wenn ich lesen, was du alles mitmachst. Lässt man einen Mann eine Zeitlang einmal alleine, um selbt wieder zu Kräften und zu sich zu kommen? Besprich das doch doch einmal mit deinem Arzt. Es tut mir leid, aber das ginge über meine Kräfte und ich würde gehen, sorry, ich bin ehrlch.

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Kommentar von Snatiline
06.06.2016, 16:16

Danke, die Links werde ich mir mal ansehen.

Natürlich unterstütze ich meinen Mann gerne, aber sich monatelang extrem zurückzunehmen, dem Partner alles abzunehmen und dafür noch angemeckert zu werden, wünsche ich niemandem. Ich habe auch schon überlegt, mich da meiner Schwiegermutter anzuvertrauen, weiß aber nicht, ob das so gut wäre.

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wahrscheinlich hat dein Mann genug Baustellen und möchte eher weniger als zuviel im Augenblick.Aber das darf nicht auf deine Kappe gehen 

Hier jetzt einen Mittelweg zu finden stelle ich mir sehr schwierig vor...außer sich selber da auszuklinken,damit er hoffentlich wieder klar kommt und sein Verhalten erblickt.

das soll aber jetzt keine Entschuldigung für sein negatives Verhalten sein,dem du dich auch gegen seinen Fahrtwind stellst und STOP rufst.

Nimm dir doch einfach mal ne Auszeit und sei nicht da wenn er nach Hause kommt.Treff dich mit einer Freundin und habt Spaß.Geht gemeinsam essen oder ins Kino.

Buche dir einen Wochenendtripp und relaxe mal am Strand.

Vor allen Dingen lass dein Handy mal Zuhause damit du mal nicht erreichbar bist.

Mal sehen ob ihm ein Licht aufgeht,am Ende des dunklen Tunnels. 

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Kommentar von Snatiline
06.06.2016, 16:19

Ich verstehe, dass mein Mann weniger Baustellen will, aber wenn er so mit mir umspringt, ist unsere Ehe die nächste Baustelle, ob es ihm nun passt oder nicht.

Freunde sind uns leider nur sehr wenige geblieben. Mein Mann ist mit seiner Diagnose offen umgegangen, und da haben sich die meisten verabschiedet...

Ich war übrigens schon öfter nicht da, wenn er heimgekommen ist. Mein Handy hatte ich war dabei, aber ausgeschaltet. Es kam kein Anruf von ihm, und mein Mann war wohl sogar froh, dass ich nicht da war - aus seiner Sicht bin ich ja eh nur fremdbestimmend, und wenn ich ihn nicht fremdbestimme, mache ich alles falsch.

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Hab selbst zu hören bekommen, du kannst den anderen nicht ändern, nur Dich selbst.

Und, mir scheint, als wenn Dein Mann seinen beruflichen Frust jetzt auf Dich ablädt. Lass Dir das nicht gefallen, Du hast genug Stress, Symptom Panikattacken. Vielleicht kannst Du Dein Arbeitspensum irgendwie reduzieren, sicherlich schwierig. Oder auch Deine finanziellen Verpflichtungen. Finde angemessene Konsequenzen, die Dir helfen, mit seinem Verhalten zurecht zu kommen. Vielleicht möchtest Du mal ausbrechen, Pause haben, sag ihm, dass Du die private Situation unerträglich findest. Es ist doch so. Das kann nicht einfach nur zu Deinen Lasten gehen.

Auch in meinen Augen geht das bis zur Trennung. Klingt hart, aber man ist nicht der Fußabtreter. Geh raus, wenn er morgens gleich meckert, schmeiß die Tür hinter Dir zu, damit Du das nicht hören musst. Vielleicht versteht er dann auf die Art, dass Du ernst genommen werden musst, Schütz Dich vor solchen Grollausfällen. Ich kenne sowas aus eigener leidvoller Erfahrung.

Und handele, bevor Du hinterher merkst, dass Du Dir zuviel gefallen lassen hast. Panikattacken sind Reaktion auf Stress, vergehen auch wieder ( bei mir nach einiger Zeit von selbst, mit bißchen Autogenem Training und allgemeiner Beruhigung der Lage), aber was willst Du machen, wenn Du mitten im Problem steckst? Also setz Dich seinem belastenden Verhalten nicht zuviel und zulange aus, schütze Dich selbst! Alles Gute!

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Kommentar von Snatiline
08.06.2016, 10:52

Wieso soll ich denn mein Arbeitspensum reduzieren? Mit meiner Arbeit habe ich überhaupt kein Problem, im Gegenteil, sie macht mir Spaß. Und ich habe arbeite 35-40 Stunden pro Woche, Überstunden mache ich nur in Ausnahmefällen.

Mir ist aber klar, dass ich Grenzen setzen muss. Ich denke, ich werde fürs Erste mal im Gästezimmer schlafen, dann wache ich morgens wenigstens nicht von Schimpftiraden auf. Vielleicht löst das bei meinem Mann ja etwas aus.

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