Frage von JintR, 81

Ich halt es nichtmehr aus mein Kopf leidet?

Wieso überschreiten meine Eltern einfach meine persönlichen Grenzen immer. Ich meine so wie man mit anderen ungeht draussen mit Freunden z.B. also dass man ihnen nicht zu nahe tritt und Sie nicht zwingt/bedrängt/belästigt, so sollte man sich doch auch innerhalb der Familie verhalten ? Ich habe das Gefühl meine Eltern sind emotional abhängig von mir - also das ist nichtmehr liebe sondern kranke abhängigkeit. Wenn Ich Dinge die für Sie schön wären (wie z.B. Abiball) nicht tue dann verlieren sie sich in verzweiflung und selbstmitleid als ob Ich jemand GESTORBEN wäre. Was geht in solchen Menschen nur vor ? Ich halte es einfach nichtmehr aus ich muss reden mit jemandem

Antwort
von verquert, 26

Vielleicht wünschen sie sich auch ein anderes Leben für Dich, als sie es hatten. Sehen einiges als "wichtiger" an, wie Du es siehst. Das heißt, vielleicht erträumen Deine Eltern sich ein Leben für Dich, was sie gerne Leben wollen würden.

Ich habe in einem Beitrag gelesen, dass Du in Therapie bist!? Bringt es denn etwas? Ich mein, weißt Du mit Deinem Leben etwas anzufangen, kennst Du Deine Richtung im Leben?

Du bist nun 19 Jahre alt, hast Dein Abi offenbar geschafft. Nun machst Du Dir enorm viele Gedanken um Deine Eltern. Obwohl Du nun zum Beispiel in einer anderen Stadt Dir eine WG suchen kannst, um dort zu studieren oder wenn es wegen Geld nicht klappt, dann eine Ausbildung zu absolvieren.

Hast Du eine Idee, was Du aus Deinem Leben machen magst oder wird dies eine Art "Problemverlagerung"? Oder sogar der Versuch, sich besser von Deinen Eltern *lösen* zu können? Oder bist Du tatsächlich abhängig von ihnen und kannst/darfst nicht ausziehen?

Denn Dein Körper rebelliert. Dieser sagt Dir, dass Du SO Dein Leben nicht führen magst, wie Deine Eltern es für Dich vorstellen. Du hast Dir somit Deinen eigenen Willen noch bewahrt, was sehr wertvoll ist. Dennoch scheinst Du nun sehr unsicher zu sein. Aber mein Gefühl ist nicht, dass diese Unsicherheit tatsächlich wegen der Eltern ist. Denn nun könntest Du tatsächlich gehen. Wenn auch in der Nähe wohnen bleiben - aber eine eigene Wohnung beziehen. Stattdessen machst Du Dir enorm viele Gedanken um die Beziehung Deiner Eltern und die Frage ist "Warum"? Zu was sollen diese Gedanken führen!?

Kommentar von JintR ,

ich hab so starke minderwertigkeitagefühle und depressionen schon seit jahren. Ich hab sogar angst aus dem haus rauszugehen. wie soll ich da eine wohnung finden ? Ich bekomm auch mein bafög erst in 4 monaten muss also solange klarkommen

Kommentar von verquert ,

Vielleicht kannst Du Dir auch eine betreute Wohngruppe suchen. Oder eine psychosomatische Klinik besuchen, wo Du besser an - und mit Dir arbeiten kannst. Sodass Du Dich (hoffentlich) selbst finden kannst und wirst. Ich glaube, Auseinandersetzung mit Deinem eigenen Sein wird nun unumgänglich sein, damit Du Deinen Weg gehen kannst.....

Antwort
von Schuhu, 41

Kann es sein, dass deine Eltern sich Gedanken um dich machen? Dass sie versuchen, velleicht mit ungeeigneten Mitteln, dir zu helfen? Sie denken, der Abiball wäre schön für dich (für Eltern sind Abibälle doch eher ein Pflichtveranstaltung). Da könntest du noch einmal mit deinen Freunden feiern, Abschied von der Schulzeit auf einem schönen Fest nehmen und ins "Erwachsenenleben" gehen.

Kommentar von JintR ,

Ja so ist es. aber Sie tuen es auf herabwürdogende art und weise. Meinen Ich bin krank und brauche das. Wobei sie nicht merken dass sie mich krank machen bzw mein vater (bin in therapie deswegen). Ich habe ihnen gesagt ich mag es einfach nicht. Sie sollen mich in Ruhe lassen. Ich meine Es ist mein Leben, Ich fühle mich wohl dabei also warum mischen sie sich so sehr ein

Kommentar von Schuhu ,

Ja, leider sind Eltern oft so: überbehütend, übergriffig und dadurch verhindern sie, dass die Kinder eigene Wege suchen und finden. Vielleicht kannst du zusammen mit dem Psychologen mal ein Gespräch führen, damit sie beruhigt sind und ihr vielleicht einen neuen Anfang starten könnt, bei dem du nicht immer das zu versorgende Kind bist.

Kommentar von JintR ,

ich hab keinen nerv mehr für diese menschen. ich will am liebsten ausziehen muss aber noch auf bafög warten und auch die depressionen machens mir schwer komme kaum noch aus dem bett heraus

Kommentar von JintR ,

Mein Therapeut meint ja auch ich soll mich von meinem Vater distanzieren weil man Menschen in dem Alter nichtmehr ändern kann

Kommentar von Schuhu ,

Vielleicht kann dein Therapeut deinen Vater dazu bringen, dir nicht immer auf den Pelz zu rücken. Das wäre doch mal einen Versuch wert. Wieso soll ein Mensch, nur weil er keine 20 mehr ist, keine neuen Einsichten haben und sich entsprechend verhalten können? Da unterschätzt dein Therapeut uns Alte aber sehr.

Kommentar von JintR ,

Es geht nicht nur ums bedrängen. Ich habe mittlerweile ein Ekelgefühl bzw unangenehmes gefühl in seiner gegenwart selbst wenn er sich im augenblick normal verhält. Er benimmt sich aber zuhause meist asozial also furzt, rölpst legt die füße auf den Tisch und redet wie ein kleines kind bzw verachtend. Nimmt dann nichts ernst. Dazu eben dass er mich versucht kleinzuhalten um selbst groß darzustehen. Also dass er sagt Ich wäre psychisch krank und bräuchte hilfe, würde mit nichts klar kommen und könnte nichtmal ein butterbrot selbst schmieren. Er hat auch extreme panikattacken z.B. wenn es klingelt bricht er in panik aus "Wer ist das?" schreit er u.ä. komplett aus dem nichts. Kleinigkeiten kann man ja ändern aber die ganze Persönlichkeit was bei meinem Vater eindeutig nötig ist geht einfach mit 52 Jahren vmtl nichtmehr

Kommentar von Schuhu ,

Wie sieht deine Mutter euren Konflikt? Kann sie dir helfen, woanders unterzukommen, damit du und dein Vater nicht täglich aufeinander trefft? Manchmal sind Omas hilfreich oder andere Verwandte. Dann könntest du dich "erholen" und ohne weiteren Druck dein Leben in die Hand nehmen.

Kommentar von JintR ,

Meine Mutter ist auch vom Einfluss meines Vaters stark geprägt. man merkt dass Sie psychisch labil ist aber vom denken her nicht so krank wie mein vater sondern eher fürsorglich und nett. Das Problem ist sie ist abhängig von ihm, das merk ich stark und mein Vater redet meiner Mutter ein Ich sei einfach nur verwöhnt und würde die Schuld auf ihn schieben obwohl Ich krank geboren bin und er ja nichts dafür kann. Ihre Verwandten sind alle in der türkei.. haben keine in deutschland.

Antwort
von Nashota, 38

Es gibt Zeiten, wo Eltern ihre Kinder wirklich nicht verstehen. Und das liegt einfach, wie meist, an mangelnder Kommunikation.

Wie viele Jugendliche sind der Meinung, sie leben in einer WG, dass sie nur zum Essen fassen im Gemeinschaftsraum auftauchen? Gespräche gleich null dabei oder nur genervte Antworten?

Hast du zum Beispiel nachvollziehbar erklärt, warum du nicht zum Abiball gehen möchtest? Für Eltern ist das schon immer ein Ereignis gewesen, so wie Geburt, Schulanfang oder Jugendweihe. Es sind begonnene oder beendete Lebensabschnitte, die sie mit ihren Kindern zusammen erleben möchten.

Und nicht jede Frage ist eine Einmischung ins Leben. Verstehen aber auch nur die Wenigsten.

Kommentar von JintR ,

Ja weil Ich solche Bälle nicht mag. Ich bin volljährig. Wieso muss Ich mich da rechtfertigen ? Wenn es soetwas wie Räum dein Zimmer auf ist, kann ich das verstehen dass ist meine Pflicht. Aber sowas wie abiball oder auch zum frisör gehen wenn ich es nicht möchte ist meine freie Entscheidung

Kommentar von Nashota ,

Deshalb muss man immer noch nicht wie ein Trotzkopf auftreten. Willst du erwachsen behandelt werden, verhalte dich auch so. Und dazu gehört auch eine nicht genervte Kommunikation.

Kommentar von JintR ,

Es geht nicht um die Frage, sie dürfen fragen. aber wenn Ich dann nicht dahingehe sollen sie mich nicht beleidigen runtermachen und in selbstmitleid versinken. Sie sagen ernsthaft Ich würde Ihnen etwas schlimmes damit antuen und geben mir die Schuld

Kommentar von Nashota ,

Hast du eine bessere Erklärung als "keinen Bock"? Mir wäre das auch zu wenig an Erklärung.

Es sind wie gesagt Lebensabschnitte, die Eltern auch mitbegleitet haben. Dann ist es für sie auch schlimm, wenn sie davon ausgeschlossen werden.

Kommentar von JintR ,

was heisst nicht genervt, ich hab es ihnen gesagt. Ich bin volljährig und mein Vater ein arbeitsloser hartz 4ler der ständig darüber meckert wieviel stress er ja hat und dass er uns ernähren würde (tut nichts) mit dem Hartz 4. Es ist auch nicht das erste mal und nur dieses Thema sondern schon seit ich klein bin alles versucht aufzuzwingen. damals habe ich auch gesagt ich will das nicht weil xy aber dann redet man und zum schluss zwingen sie mich trotzdem indem sie entweder versuchen mir ein schlechtes gewissen einzureden oder mir drohen mit Entzug.

Kommentar von JintR ,

Ja ich bin in therapie und hab depressionen diagnostiziert. Für mich ist das alles wahnsinnig anstrengend. Ich bin volljährig und muss mich nicht rechtfertigen. Meine Eltern haben für mich schulisch gesehen nichts getan, die haben ja selbst nur einen hauptschulabschluss

Kommentar von Nashota ,

Ähm, du merkst schon, dass du mit diesen Aussagen arrogant rüberkommst? Es muss nicht jeder aufs Gymnasium, erst recht nicht, wenn seine Leistungen gar nicht entsprechend sind, was bei vielen da der Fall ist.

An einem Hauptschulabschluss ist nichts Schlimmes. Es ist auch ein Abschluss. Schlimmer wäre nur, gar keinen Abschluss zu haben. Und das ist nicht der Fall.

Du scheinst auch keinen Plan zu haben, wie es ist, mit wenig Geld tatsächlich eine Familie am Laufen zu halten. Dein Vater ist Leistungsempfänger, wie Millionen mit ihm. Unterstellst du allen damit Faulheit, Dummheit und dergleichen?

Solltest du mal in die Situation kommen, nichts zu finden oder den Job zu verlieren, darfst du dich dann daran erinnern, was du heute vom Stapel gelassen hast.

Deine Eltern mögen nicht perfekt sein. Aber das bist du auch nicht.

Kommentar von JintR ,

Nein aber du meintest sie hätten mich unterstützt in der Schule also mitbegleitet. Damit wollte ich nur zeigen dass sie dazu gar nicht in der lage waren. Schon ab der 6. Klasse nichtmehr weil sie den stoff selbst nicht verstehen. Außerdem versinkt mein Vater im Selbstmitleid und meint allen anderen die schuld geben zu muessen

Kommentar von Nashota ,

Ich habe nicht "unterstützt", sondern "begleitet" geschrieben. Und das haben sie. Ich konnte meinen Kindern auch nicht mehr großartig helfen, außer beim Abfragen, weil die Lern-oder Lehrmethoden ganz andere, als zu meiner Schulzeit sind.

Zum Teil völlig konfus und unnötig schwer, wenn ich nur daran denke, wie man Kindern heutzutage das Addieren und Subtrahieren in Tabellenform beibringt. Zu meiner Zeit wurde untereinander geschrieben, das hat jeder verstanden.

Unterhalte dich mal mit anderen Eltern, die verstehen das heutige Schulsystem auch nicht, selbst wenn sie auch mal auf dem Gymnasium waren.

Was das Verhalten deines Vaters abgeht, stellt sich das fast von allein ein, wer schon lange keine vernünftige Arbeit mehr hat. Dann stellen sich auch Zweifel und Selbstzweifel ein. Es gibt viele Berufe, die mal gelernt wurden und heute keiner mehr kennt.

Es haben viele Menschen Umschulungen gemacht, teils mit tollen Abschlüssen und finden trotzdem nichts oder werden auch nur im untersten Lohnbereich eingestellt? Oder werden als "überqualifiziert" abgelehnt, wenn sie schon mehrere Umschulungen gemacht haben?

Wie viele Jugendliche sollen schon lange Berufserfahrung vorweisen, obwohl sie gerade mal ihr Ausbildung beendet haben?

Wieviele Frauen, die Mütter sind, bekommen permanent Knüppel zwischen die Beine geworfen wegen ihrer Mutterschaft, weil ihnen dauerkrank durch Kinder unterstellt werden?

Wieviele Frauen bekommen weniger Geld als Männer, für dieselbe Arbeit? Ist das motivierend?

Das ist das Leben, JintR, wie es real für sehr viele Menschen läuft.

Man sollte sich über sie kein Urteil erlauben, wenn man nicht in ihren Schuhen läuft.

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