Frage von Lucy9876, 59

Ich habe Zwangsstörung. Was soll ich tun?

Hey erstmal :)

Es fing alles vor ein paar Jahren an... (14 Jahre ca.) Da bekam ich plötzlich eine Panikattacke. Ich kam mir selbst fremd vor, als ich mein Leben durch eine Art "Glasscheibe" betrachten würde. Nichts kam mir mehr real vor. Als die Phase dann vorbei war, ging es los. Ich hatte das Verlangen, mit meiner Schulter zu zucken. Ab und zu. Das verschwand irgendwann. Als unser Haus abgebrannt ist und wir in einer Ferienwohnung waren, hatte ich immer wieder das Verlangen, den Wasserhahn anzufassen mit dem Gedanken: "Ist der wirklich zu?" Dann stand ich tatsächlich Minutenlang dar und habe diesen blöden Hahn runtergedreht. Irgendwann wurde es so doll, dass er mir abgebrochen ist.

Nun, jetzt bin ich 17 und es kontrolliert mich regelrecht. Ich muss 100 mal vorm schlafen kontrollieren, ob alle Stecker raus sind, weil in meinem Kopf der Gedanke schwirrt "Was ist, wenn das Has abbrennt? Dann bist du Schuld." Nachdem ich aus dem Haus bin, ziehe ich 1-2 Minutenlang mehrmals an der Tür, weil ich nicht realisieren kann, ob sie zu ist. Dann hab ich ernsthaft Leute gefragt, ob sie denn auch wirklich zu wäre. "Es könnten ja Leute einbrechen." Ich zucke bewusst mit meiner Schulter und meiner Gesichtshälfte. Ich will nicht, ich habe einfach diesen Zwang. Damit zieht mich mein Freund immer auf, da er denkt, dass es nur eine Macke ist. Also er macht halt Spaß. Auch kurz vor dem Einschlafen, bewege ich mich durchgängig. "Der Fuß liegt falsch, Schulter zucken, meine Rippe drückt ein bisschen, Schulter zucken." Selbst im Schlaf, berichtete mein Freund. Vor dem Schlafen gehen muss ich mehrmals mein Handy entsperren um WIRKLICH sicher zu gehen, dass die Wecker an sind. Und laut genug. Und ob das Internet aus ist, da die Internet Flat ja leer gehen könnte.

Jetzt aber das krasseste: Ich muss Gegenstände mehrmals berühren, weil einfach ohne Grund die "Stimme" kommt: WENN du diesen bestimmten Gegenstand nicht so und sooft anfässt, passiert das und das. (Meistens etwas wie, dann wird der und der ermordet. Dann wird der und der wieder gesund. ) Heute geschah dies mit einem KLEIDERHACKEN! Ich hatte den Zwang, ihn richtig aufzuhängen, weil sonst etwas passiert. Ich hab ihn dann oft angeguckt, bis ich mich überwunden hab, zu gehen. Der ganze Tag wird dadurch kontrolliert. In meiner Ausbildung habe ich den Zwang, Akten GENAU dahin einzuhängen. Wenn ich das nicht mache, hab ich ein schlechtes Gefühl. Egal, was ich tue...

Was soll ich tun? Ich kann das langsam nicht mehr. Dieser Zwang alles tun zu müssen, redet mir mittlerweile Dinge ein. Ich rede sie mir immer aus, aber dann hab ich ein schlechtes Gefühl. Gleichzusetzen mit einem schlechten Gewissen.

Ich weiß, das alles klingt bescheuert. Trotzdem spart euch blöde Sprüche, da ihr wahrscheinlich nicht wisst, wie bedrückend sowas ist. Was soll ich tun? Gibt es eine Möglichkeit ohne zum Psychiater gehen zu müssen?

Antwort
von Triochrio, 23

Wenn es soweit ist, würde ich schon professionelle Hilfe annehmen.
Was du selbst machen kannst,
wäre dich 1. durch bewusstes atmen zu entspannen und 2. in dieser Entspannung die einzelnen Tätigkeiten in Gedanken durchgehen und dies so als wenn du durch deine Augen schaust

Antwort
von Lucy9876, 59

Ich entschuldige mich wegen der Rechtschreibfehler bzw. der falschen oder vergessenen Wörter. Es ist spät und ich hab hier schließlich einen Roman geschrieben. Und mit "Stimme" meine ich keine Stimme die hier rumlabert, sondern eher ein ungewolltes selbst einreden.

Antwort
von Leopatra, 31

Hallo Lucy,

was du gerade durchmachst ist wirklich schlimm! Deine Zwangsstörung (wer hat das diagnostiziert?) behindert dich massiv im täglichen Leben. Du merkst selber, dass du die Handlungen, die du immer wiederholst, nicht kontrollieren bzw. eindämmen kannst.

Wenn du es nicht kannst, ist die logische Konsequenz, sich helfen zu lassen. Das macht übrigens kein Psychiater, sondern ein Psychotherapeut. In diesem Fall wäre vermutlich eine Verhaltenstherapie anzustreben.

Offensichtlich hat sich deine Zwangsproblematik nach dem Hausbrand noch verschlimmert, was auch definitiv behandelt/aufgearbeitet werden muss.

Also: lass´ dir helfen! Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt.

Alles Gute!

Leopatra

Antwort
von napoloni, 20

Auf jeden Fall solltest du dich in Behandlung begeben.

Vielleicht hilft es dir zu wissen, dass nicht wenige junge Leute davon betroffen sind. Sollte es bei dir bis zu einer stationären Therapie gehen, wirst du dort auch Leute vorfinden, die etwa in deinem Alter sind.

Auch haben viele berühmte und erfolgreiche Leute Zwangsstörungen. Bisher kann man letztere nicht 100%ig ablegen, aber doch so gut kontrollieren, dass man mit einer kleinen Marotte gut weiterleben kann.

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