Frage von Felix193, 90

Ich habe seit 8 Monaten einen religiösen "Denk-Konflikt". Bin ich zuviel am Computer bzw ist mein Alltag zu Eintönig?

Hallo,

hab seit circa jetzt 8 Monaten einen "Denk-Konflikt" zum Thema Religion, wenn nicht unter Umständen eine leichte Art von Zwangsgedanken. Und zwar hatte ich am Anfang diesen Jahres, einen Film zum Exorzismus gesehen. Das hatte mich sehr beschäftigt und beschäftigt mich irgendwie noch heute, wenn ich so wieder daran denke. Danach hatte ich regelrecht Angst und konnte eine Zeitlang schlecht schlafen, obwohl es eigentlich keinen Grund dazugibt. Ich glaube nicht ansowas wie den Teufel.

Jetzt zwischendurch war es wieder besser, durch meinen Alltag habe ich es wahrscheinlich vergessen können.

Jetzt habe wieder mehrere Wochen frei und habe sehr viel Zeit allein am Computer verbracht, und habe mich eigentlich gar nicht anderes beschäftigt. Und gestern Nacht bin ich wieder mitten in der Nacht aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen, da ich wieder daran denken musste.

Könnte es sein, dass es vielleicht an meinem eintönigen Alltag liegt? Ich meine vielleicht ist das ja wirklich tief vom Unterbewusst sein und ist so ein Weckruf, nach dem Motto "Hey! Du verliest die Kontrolle" oder so in etwa. Ich meine der Teufel wäre ja ein Symbol, das sowas auch verkörpert. Andererseits könnte es auch daranliegen, dass man Geist einfach zuunterfordert ist und sich eine beschäftigung sucht.

Ist es was ernstes oder doch wirklich, das was ich gesagt habe? Sollte ich einen Psychologen aufsuchen? Sollte ich schnellstmöglich meinen Alltag ändern, Kontakt suchen... ? Ist es sogar eine Art von Zwangsgedanken? Rede ich mir nur was ein?

Ich bin echt dankbar für eure Antworten. Bitte nimmt die Frage ernst und schreibt keine Scherzantworten drunter.

LG

Antwort
von Dxmklvw, 30

Computer sind durchaus in der Lage, Denk-Konflikte nicht nur in bezug auf Religion auszulösen, doch dabei gibt es zwei gegensätzliche Richtungen.

Wer dazu neigt, auch Unsinniges zu glauben (Gespenster-Aberglaube oder fanatisch religiöser Unsinn), der ummäntelt sein Leben auch mit diversen Dingen, durch die sich der Aberglaube selbst verstärkt (vermehrt Horrorfilme ansehen, Horror-Computerspiele knüppeln usw., oder auch solche vermeintliche Fachliteratur lesen, die aber tatsächlich nur Unsinn ist, aber den schon bestehenden Aberglauben verstärkt usw..)

Wer dagegen zwar einiges an Unsinn für wahr hält, sich daneben aber am Computer mit Programmieraufgaben oder solchen Dingen beschäftig, die strengstes logisches Denken erfordern, auf den wirken solche Übungen bis ins Unterbewußtsein zurück und wecken ein Konfliktbewußtsein für das, was im eigenen Denken ungereimt ist, zuvor aber nicht aufgefallen ist.

Allgemein kann man sagen, daß Denkkonflikte oder auch aufkommende mehr oder weniger starke Ängste Signale dafür sind, daß im Denkapparat etwas Wesentliches nicht zusammenpaßt, ähnlich der Funktion, wie auch Schmerz ein Signal dafür ist, daß etwas rein Körperliches nicht in Ordnung ist.

Kommentar von Felix193 ,

vielen Dank erstmal! Bei mir kommt unglücklicherweise beides zusammen. Ich Programmiere oft, und beschäftige mich auch oft damit auch noch kurz vor dem Schlafen und ich bin dazu geneigt, einiges zuglauben. Ich bin etwas abergläubisch. Im nachhinein bereue ich es natürlich massiv, dass ich mir das angesehen habe. Aber man lernt für die Zukunft.

Ich werde mich jetzt bemühen schnellst möglich mal meinen Alltag umzustrukturieren und mal in Ordnung zubekommen. Auf jedenfall werde ich weniger mit dem Computer arbeiten, dafür mehr in der Realität leben, und auch mehr Kontakt suchen. Wird das das Problem sein, was mein Gehirn versucht zuerörtern und besonders löst es? Hast du noch Tipps? Was ist deine Meinung? Sollte ich vielleicht lieber mit dem programmieren aufhören? Das wäre natürlich Schade.

Kommentar von Dxmklvw ,

Programmieren und Derartiges kann schon gut sein, aber nur, wenn man sehr genau darauf achtet, es nicht zu übertreiben.

Die Wirklichkeit selbt (also das reale Umfeld) bietet bereits genügend Möglichkeiten, Dinge auf ihren Logikgehalt zu prüfen, so daß Genosse Computer eigentlich überflüssig ist. Früher gab es das alles ja auch nicht, und die Menschen kamen trotzdem klar.

Einen funktionierenden Tip kann ich nicht geben. Ich kann nur weitersagen, was mir selbst bestens hilft.

Ich habe mir angewöhnt, jedes und alles darauf zu prüfen, ob es in sich Widersprüche enthält oder mit anderen Dingen des Lebens nicht kompatibel ist. Diese Gewohnheit sitzt inzwischen in meinem Unterbewußtsein und funktioniert ebenso vollautomatisch wie das Atmen oder irgend ein Reflex.

Es wäre für mich auch nicht anders denkbar. Denn wie käme wohl ein Tausendfüßlier noch vorwärts, wenn er bei jedem Schritt erst bewußt darüber nachdenken würde, wann er welches Bein wohin setzen will?

Nebenbei bin ich mir ständig darüber klar, daß die Sinngebung für alles nur aus mir selbst herauskommt. Von anderen kommt oftmals nur Unsinn - nicht so sehr, weil es etwas Unvernünftiges wäre, sondern, weil es nicht zu dem paßt, wie ich gestrickt bin.

Von Gruppen (Gruppengeist) halte ich mich am liebsten fern, weil ich lieber mein eigenes Leben lebe als das von anderen.

Antwort
von Aleqasina, 19

Ich vermute, der Film hat dich einfach aufgewühlt und geschockt (weiß nicht, ob die Begriffe so treffend sind), so dass sich die Bilder in die Erinnerung eingebrannt haben. So ein bischen wie ein Trauma.

Da ist es normal, wenn man oft daran denkt. einen wichtigen Schritt hast du bereits getan: Du hast dir bewusst gemacht, dass es so ist.

Mir fallen jetzt zwei Möglichkeiten ein, damit umzugehen. Der eine ist, dich konstruktiv und kreativ mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Filmgeschichte "umzuschreiben" zum Beispiel. Andere, starke und gute Charaktäre einzufügen, die mit dem Grauen umgehen können. Bilder malen. Irgendwie so was.

Die andere Möglichkeit hast du selbst mit dem Stichwort "Eintönigkeit" schon angesprochen. Schaffe dir im real life Erlebnisse,  damit in den Gedanken nicht so viel Raum für den Film ist. Dabei geht es nicht darum, das Filmerlebnis zu verdrängen (irgendwie käme es doch wieder hoch), sondern darum, im echten Leben anzukommen.

Unternimm etwas. Radfahren, Wandern, Segeln, Sport. Triff dich mit Freunden. Geh tanzen, besuche Konzerte. Fotografiere. Pflege ein Hobby. Engagiere dich sozial oder politisch.

Mach was aus deinem Leben!


Kommentar von Felix193 ,

Vielen Dank. Ganz ehrlich, ich muss echt etwas ändern. Ich werde auch was ändern. In den letzten Montaten lebte ich wirklich zu sehr in einer virtullen Realität.

Die erste Möglichkeit ist vielleicht noch nicht so richtig, da ich irgendwie immer noch etwas Panik habe. Aber vielleicht sollte ich sowas nochmal abschließend machen.

Ich denke ich bin auch einfach gar nicht der Typ für Horrorfilme. Ich sollte sie besser in Zukunft vermeiden zusehen.

Ist auch dieser lange Zeitraum normal? Anderseits bin ich auch beruhigt, dass ich was unternehmen muss und nicht für lange Zeit wöchentlich jemand aufsuchen muss.

Kommentar von Aleqasina ,

Na, das kann schon so lange nachwirken.

Das mit dem kreativen Umgang könnte auch so gehen, dass du daraus eine Komödie machst. Aber wenn es dich triggert, solltest du nicht absichtlich die Erinnerungen aufrufen. Aber wenn sie doch kommen und du es nicht abwenden kannst, dann mach irgendwas damit. Dann kannst du beweisen, dass du Macht über die Gedanken hast und nicht sie über dich. Das bedeutet aber Arbeit und ist nicht so ganz einfach.

Viel Erfolg!

Antwort
von 040Daniel1992, 29

ich weiß nicht was das jetzt mit Religion zu tun hat aber wenn du ständig vor dem PC sitzt ist dein Körper unterfordert geh mal ins Schwimmbad oder Fußball spielen oder schnapp die ein bike und mache eine kleine Tour das dir der Film nicht aus den Kopf geht ist wohl weil er gut gemacht ist ehrlich gesagt verstehe ich deine frage nicht recht einen Psychologen brauchs du eher nicht.

LG

Kommentar von Felix193 ,

Vielen Dank. Ich werde auf jedenfall was ändern, das geht so nicht weiter.

Antwort
von Belruh, 9

Ich verstehe dich nur zu gut, ich habe genau dasselbe schon zwei Jahre am Stück gehabt. Aufgehört hat es als ich mich vom Atheismus überzeugen konnte. Ich fand auf Fakten basierende Beweise gegen alle Weltreligionen und konnte mich nach und nach von den Religionen trennen. Ab und an kommen trotzdem noch Gedanken wie: "Ist der Islam nicht doch die wahre Religion?" "Jesus könnte evtl. doch der Messias sein." "Wie steht es mit den Lehren des Buddhimus und Hinduismus." "Tappe ich nicht doch im Dunkeln?" usw. Ich versuche mich dann auf etwas anderes zu konzentrieren und es geht wieder weg. Wenn mir dann Dinge einfallen, dann schreibe ich sie auf, und Kommentiere sie. Ich habe mir dazu extra einen Ordner angelegt, wo ich vieles von dem aufschreibe, was mir durch den Kopf geht. Und es hilft wirklich.

Ich hoffe ich kann dir damit weiterhelfen, viel Erfolg!

LG: Belruh

Antwort
von salazar22, 6

Ich weiß nicht, wodurch du diesen Zwangsgedanken plötzlich bekommen hast aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass diese sehr schwer wegzukriegen sind und es sein kann, dass sie dich mehrere Jahre beschäftigen werden (auch aus persönlicher Erfahrung). Für gewöhnlich denkst du dann an Sachen vor denen du Angst hast oder die dich beunruhigen. Du musst nicht, solltest aber zu einem Psychologen gehen, da Zwangsgedanken sehr schwer zu "löschen" sind.

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