Frage von Kai1963, 49

Ich habe schon seit einiger Zeit eine Lebensversicherung. Mir ist aufgefallen, dass der Betrag den ich jährlich zahle nicht komplett auf den Gesamtbetrag anger?

Ich habe schon seit einiger Zeit eine Lebensversicherung. Mir ist aufgefallen, dass der Betrag den ich jährlich zahle nicht komplett auf den Gesamtbetrag angerechnet wird. Z.B. 1900-.jährlich, davon kommen nur 900-. auf den Endbetrag. ist das so richtig?

Antwort
von kevin1905, 27

Ich habe schon seit einiger Zeit eine Lebensversicherung.

Eine Lebensversicherung gibt es nicht. Es gibt die kapitalbildende und eine Risikolebensversicherung. Anhand deines Beitrags schlussfolgere ich, dass es sich um eine kapitalbildende handelt. In Zukunft solltest du hier aber präziser schreiben. Nicht immer wird das aus dem Kontext klar.

Mir ist aufgefallen, dass der Betrag den ich jährlich zahle nicht
komplett auf den Gesamtbetrag angerechnet wird. Z.B. 1900-.jährlich,
davon kommen nur 900-. auf den Endbetrag. ist das so richtig?

Natürlich.

Eine nach Art der Lebensversicherung kalkulierte Police hat einen sog. dreigeteilten Beitrag. Der größte Teil des Beitrags geht in den Sparanteil von dem anfänglich aber die Abschluss- und Vertriebskosten (Provision/Courtage) bezahlt werden.

Dann gibt es den Risikotopf, denn deine Police ist kein reiner Sparvertrag, sie sichert auch den Begünstigten gegen das vorzeitge Ableben der versicherten Person. Damit die Versicherung dies tun kann, auch nach z.B. dem Ableben innerhalb eines Monats, ist der Risikotopf bei einer KLV recht groß.

Und als letztes gibt es die Verwaltungskosten.

Antwort
von Samy795, 26

Über die ersten fünf Jahre werden Abschlußkosten abgezogen, danach "nur noch" Service und Verwaltungskosten. Bei Fondsprodukten sind zusätzlich noch die dazugehörigen Fondskosten zu tragen. Das ist zwar "normal", führt aber in Summe dazu, dass sich Lebensversicherungen nur selten zur Kapitalanlage eignen. Wirklich Geld verdienen damit lediglich Banken, Versicherungen und dein Versicherungsverkäufer.  

Kommentar von kevin1905 ,

Altverträge sind renditetechnisch durchaus noch ziemlich interessant.

Wenn mit 4% garantieverzinst und steuerfrei in der Auszahlung, sollte man dies einfach laufen lassen.

Die Risikokosten für den Todesfallschutz hast du nicht erwähnt.

Kommentar von Samy795 ,

Naja, wenn der Break-even noch nicht erreicht ist, ist es wohl sicher kein Altvertrag.
Und über Todesfallabsicherung sprech ich in der Tat nicht, deswegen beziehe ich mich auf die LV als Kapitalanlage.

Kommentar von Samy795 ,

Ach ja: Die Steuerfreiheit bei Altverträgen ist auch nur dann interessant, wenn man den Gesamtbetrag entnimmt und sofort verpulvert. Bei Verrentung oder Wiederanlage verpufft dieses Argument genauso...

Antwort
von DolphinPB, 25

Wenn das eine Kapitalbildende Lebensversicherung ist, dann entfällt natürlich ein Teil des Beitrages auf den Todesfallschutz, und ggf. auch noch auf einen zusätzlichen Todesfallschutz bei Unfall. Das müsste aber aus den jährlichen Mitteilungen des Versicherers hervorgehen.

Kommentar von siola55 ,

... und den größten Anteil in den ersten Jahren hast du leider vergessen - nämlich die Abschlußkosten bzw. die Provision für den Versich.vertreter!

Antwort
von Maisbaer78, 28

Am Anfang bestreitet die Versicherung Ihren Unterhalt mit deinem Geld. So funktioniert das nunmal. Darum versichern Sie dich, damit du Ihnen dein Geld gibst mit dem Sie dann auf dem Finanzmarkt arbeiten können, sei es altmodisch durch Zinsen oder neu und gefährlich, durch Investmentfonds.

Erst ab etwa der Hälfte der Laufzeit eruiert eine Kapital-LV ein tatsächliches Guthaben gemessen an den eingezahlten Beiträgen.

Kommentar von kevin1905 ,

Investmtentfonds sind nicht gefährlich.

Es gibt eben gute und weniger gute. Langfristig sind Aktien bzw. Fonds jedoch mit die sinnvollste Geldanlage.

Kommentar von Maisbaer78 ,

Investmtentfonds sind nicht gefährlich.

Die Einlagensicherung für einen Investmentfond ist deutlich geringer da unsicherer. Eine neue Wirtschaftskrise entwertet die Wertpapiere von einem Tag auf den anderen. Keine Bank der Welt und kein Staat ersetzt die Verluste. Die Versicherer die sich hauptsächlich darauf stützen, legen die Verluste völlig legal und auch notgedrungen zu 100% auf die Kunden um. An einer solchen Wertminderung sind doch vor ein paar Jahren so 2 kleine Unternehmen pleite gegangen. Wer war das noch...ach ja, Griechenland und Island. Nur das diese eben keine Versicherungen sind.

Eine Zins- und Anleihenbasierte Finanzierung kann man nicht nachträglich entwerten, das Geld ist ausgeschüttet. Solang die haltende Bank zahlungsfähig ist, bleibt es die Versicherung auch.

Ratings auf Wertpapiere werden ausschließlich von parteiischen Unternehmen getätigt, die selbst Derivathandel betreiben und sehr wahrscheinlich immer in Ihrem eigenen Sinne entscheiden werden. Da stört es wenig wenn Anleger über den Teich betroffen sind, auch nicht wenn einige 100 000 Menschen um Ihre Altersversorgung geratet werden.

Investmentfonds SIND gefährlich. Und wer glaubt er könnte alles was damit zusammen hängt kontrollieren, leidet unter dem selben Größenwahn wie alle die meinen, es wäre Ihrem fahrerischen Können geschuldet wenn Sie mit 300 über die Autobahn brettern und nichts geht schief.

Dabei liegt die Verantwortung hier ausschliesslich bei den übrigen Verkehrsteilnehmern. Im Unterschied zum Wertpapierhandel haben die weiteren Teilnehmer aber im Straßenverkehr kein Interesse, den Raser in einen Unfall zu verwickeln.

Natürlich kann man das Risiko mindern, in dem man die Investition branchenübergreifend breit streut. Dennoch gibt es ab und an auch den Supergau und unter Umständen sind dann 2/3 der Fondaktien kaum das Papier wert auf dem Sie nicht mehr gedruckt werden.

Dieses verdammte "max. Profit = beste Option" ist total dämlich. Darum gibt es überhaupt immer wieder Krisen. Märkte sind eine begrenzte Ressource, solange wir nicht noch ein paar Käufer auf dem Mond finden. Also ist auch Profit eine begrenzte Ressource. Und in unserem Finanzhandelssystem kann nur gewinnen, wenn ein anderer verliert. Wer behauptet fondgebundene Versicherungen seien absolut sicher, der glaubt sich immer auf der Gewinnerseite.

Für die private Investition durch die eigene Person ist das sicher akzeptabel, für Versicherungsnehmer einer kapitalbildenten Versicherung ist das russisch Roulette mit der Altersversorgung.

Und wer den Versicherungsnehmern das anders darstellt, egal ob es Teil seiner Arbeit ist oder einfach weil er gern ein wenig zockt, begeht moralisch ein Verbrechen an diesen Leuten.

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