Frage von Neugier8800, 39

Ich habe mal eine Frage Wenn ich mit 18 noch Japan ziehen WÜRDE Könnte ich dann in Japan auf eine Oberschule gehen würde mich hier sehr interessieren?

Japanischer Schüler werden

Antwort
von KimieRaili, 3

Nein. Die meisten schließen die Schule mit 17 oder 18 ab und sind mit ende 18 bereits auf der Uni (mehr als 95%) und manche besuchen eine Berufsschule (weniger als 2%).
Manche wo aufgrund von Krankheit, privaten Problemen, etc ein Jahr wiederholen mussten schließen mit spätestens 19 die Schule ab.

Du kriegst ohne (sehr gutes!) Abitur eigentlich keinen Platz an einer Uni in Japan und du musst für die Aufnahme sprachlich auch mind. Niveau B1 haben.
Und ohne mind. Bachelor kriegst du eigentlich auch nicht wirklich Arbeit.

Auswandern nach Japan ist sowieso das schwerste..
Personen, welche keinen jap. Staatsbürger geheiratet haben, nicht vom Arbeitsgeber nach Japan geschickt wurden und selbst auch keine jap. Staatsbürgerschaft besitzen, kommen nur sehr schwer an ein Visum.

Antwort
von WiesoImmerBans, 32

nein da bist du zu alt für... eher eine uni aber die wird dann wohl zu schwer sein. Das ist das problem das bildungssystem in japan ist eigentlich WESENTLICH weiter und durchdachter als in europa

Kommentar von yohanesu ,

Sorry, aber das japanische Bildungssystem ist bei weitem nicht weiter oder durchdachter als in Europa. In Japan gilt das Auswendiglernen und Abspulen immer noch zu den vorrangigen Lernmethoden.

Bildung wurde zB Privatisiert und ist ein enormes Geschaeft geworden. Da ist das Kind nicht mehr so wichtig. Das Wichtigste ist auf eine beruehmte Uni zu gehen. Nach der tatsaechlich schweren Aufnahmspruefung ist auf ein paar Ausnahmen dann das Studentenleben aber einfach nur noch viiel Freiheit mit wenig bis nichts lernen.

Auf der Uni in Tokyo, welche u.a. zu den besseren zaehlt, auf der ich meinen Austausch machte waren die Kurse so leicht, dass ich am am Ende des Semesters einfach nur die Pruefung ohne zu lernen bestehen konnte. Meist bestehen die Fragen aus "Schreiben Sie Ihre Meinung zu Thema XY".

Ich habe zwei Lehrerinnen als Freunde. Beide arbeiten in einer Oberschule und haben mir unabhaengig bestaetigt, dass am Bildungssystem in Japan einiges falsch ist.

Kommentar von M1603 ,

Das schlimme ist, dass man nach drei Jahren Spaß beim 部活動 und einem Jahr Jobsuche am Ende quasi gar nichts, bzw. auf Abiniveau gelernt hat, dazu nen jahrelangen Sack voll Schulden (nicht den ersten und nicht den letzten) hat und dann irgendwo einen fachfremden Job anfängt, den wir bei uns Hilfskraft nennen würden.

Wir haben nen Neuen bei uns in der Firma, der hat Wirtschaft oder so 'studiert' und wäscht jetzt bereits knapp ein Jahr bloß Autos und fährt ab und an mal zum TÜV Papiere abholen. Ich hab den mal gefragt, wie so sein Ausbildungsplan für die nächsten Jahre ist, da hat er nur gemeint, dass er das im Grunde alles selbst lernen muss (ohne Plan was) und er für eine Unterrichtung quasi Glück haben muss, wenn einer der Vorgesetzten mal Zeit hat. Der war richtig neidisch, als ich von meiner Ausbildung erzählt hab.

Da fragt man sich, warum man in Japan überhaupt zur Uni geht. Mal abgesehen von den wenigen, die es an die teuren Unis schaffen und die richtig, richtig gut sind und es in der Wissenschaft weit bringen, ist der Rest einfach Abfall, der dann am Ende bloß irgendwas macht und das dazu auch sehr ineffektiv.

Ich habe aber meine Meinung zu Senmon Gakkoo und den ganzen Shikaku geändert. Je nach Fach ist der Unterricht dort wirklich sehr gut und fordernd und wer beim Ablegen der Prüfung nicht bloß Glück gehabt hat, der hat auch wirklich was gelernt, womit er sich dann einen Spezialistenjob sichern kann.

Aber ganz allgemein: das japanische Bildungssystem ist sehr, sehr schlecht; ebenso wie Gesundheit- und Altersvorsorge. Kein Wunder, dass es die Japaner, die es anders kennen, aus Japan herauszieht.

Kommentar von WiesoImmerBans ,

okay das komplette gegenteil von meinen erfahrungen. Aber gut ich war auch nicht auf einer uni sondern "nur" auf ner mittelschule

Kommentar von yohanesu ,

Das trifft die Naegel wieder auf die Koepfe!

Ich frag gar nicht mehr, was meine Kollegen so studiert haben. Mein Verstaendnis fuer Japanischen Unis habe ich sowieso schon laengst verloren. Aber ein Beispiel faellt mir dann doch ein: da gibt es eine Kollegin bei uns, die auf der 東京外大 2 Fremdsprachen (nicht Deutsch) "studiert" hat. Jetzt arbeitet sie bei uns in einer deutschen Firma und man merkt ihr die Ablehnung gegenueber "Auslaendern" die nicht perfekt Japanisch mit ihr sprechen richtig an. Selbst schiebt sie aber gerne Anfragen an mich weiter, die ich ans HQ in Deutschland weitergeben muss/soll - eben 先輩 halt. Dafuer geht man aber extra etwas internationales studieren...

Ich denke auch, dass die Fachschulen um einiges besser sind. Wie aber gesagt, das ist ein Teil privatisierten Bildungsniesche in Japan. Die Frage ist, wird das dann auch wirklich im Job genutzt?

Ich glaube ja, es liegt vor allem am 就活. Da gehts dann vor allem darum, dass man erst mal eine gute Anstellung bekommt, mit der man dann die Eltern und Grosseltern zufrieden stellen kann. Bildung und Ausueben des gelernten im Job? Zweitrangig!

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