Frage von Detefete, 44

Ich habe mal eine Frage zu Nebenkosten Abrechnung des Vermieters. Habe ich das Recht nachträglich mehrere Jahre einzusehen?

Ich habe die Vermutung das ich jahrelang zu viel für Wasser bezahlt habe und ich würde mal gerne sehen wie der Vermieter das genau abrechnet. Ich wohne in einem Zweifamilienhaus in der es aber nur eine Wasseruhr gibt und ich musste 120 Euro nachzahlen und mein Nachbar hat 300 erstattet bekommen. Zusätzlich hat die Vermieterin zu meinem Nachbarn gesagt ich würde zu viel Wasser benutzen. Wie kommt sie darauf wenn es definitiv nur eine Wasseruhr gibt

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von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 12

Du hast nur das Recht, die Abrechnungen und Belege einzusehen, die innerhalb der letzten 12 Monate zugestellt wurden. So kann es ohne weiteres sein, dass die Abrechnung für 2014 schon vor mehr als 12 Monaten geschickt wurde und die vorherigen sowieso.

Falls es aber doch noch die Möglichkeit gibt, die für 2014, neben der für 2015 zu prüfen und Du kommst darauf, dass in beiden Abrechnungen das Wasser und/oder andere Posten falsch aufgeteilt wurden, kannst Du eine korrigierte Abrechnung verlangen.

Du könntest zwar dann die Vermieterin auch auf die falschen Abrechnungen für 2013 und älter ansprechen, aber einen Rechtsanspruch auf Korrektur und ggf. Rückzahlung hast Du nicht mehr.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 17

Die Einspruchsfrist des Mieters beträgt 12 Monate, gerechnet ab Zustellung seiner Abrechnung. Nur innert dieser Zeit hat er Anspruch auf Einsichtnahme in die relevanten Belege.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 39

Du hast das Recht bis 12 Monate nach Zugang der Abrechnung noch Einwände dagegn zu erheben und sie zu prüfen. Danach ist der Zug abgefahren.

Wie werden denn die Wasserkosten abgerechnet? Das müßte ja aus der Abrechnung ersichtlich sein.

Wenn nach Verbrauch nicht möglich und vertraglich nicht anders vereinbart muß der Vermieter nach der Wohnfläche abrechnen.

Deine Nachzahlung bzw. die Gutschrift muß ja nicht zwingend aus den Wasserkosten resultieren.

Kommentar von Detefete ,

Genau das ist ja mein Problem. Mein Nachbar hat die gleiche Wohnfläche und wohnt zu dritt in der Wohnung und hat im Sommer immer ein 600 Liter Pool im Garten stehen. Stutzig bin ich geworden weil die Vermieterin bei ihrem letzten Besuch bei meinem Nachbar so ein Kommentar los gelassen hat. Zitat : "Dem Herrn....... muß ich auf mal auf die Füße treten, der verbraucht viel zu viel Wasser" Ich habe die Vermutung das die es abrechnet wie sie sich das denkt.

Kommentar von anitari ,

Wenn es keine separaten Wasserzähler für die Wohnungen gibt, woher will die Vermieterin dann wissen das der Nachbar viel zu viel Wasser verbraucht?

Ich habe die Vermutung das die es abrechnet wie sie sich das denkt.

Wie, nach welchem Umlageschlüssel, abgerechnet wird muß aus der Abrechnung ersichtlich sein. Heißt da müßte drin stehen ob nach Verbrauch, Personenzahl oder Wohnfläche. Auch die Gesamtkosten der jeweiligen NK-Art muß in der Abrechnung stehen.

Geht aus der Abrechnung nicht der Umlageschlüssel und die Gesamtkosten hervor, ist sie formell falsch.

Wie schon geschrieben, binnen 12 Monate nach Zugang einer Abrechnung kannst Du noch Einwände dagegen erhaben. Bei kalenderjähriger Abrechnung wäre das aktuell noch für die Abrechnung 2014 möglich, sofern die 12 Monate ab Zugang noch nicht um sind.

Antwort
von schleudermaxe, 5

... und die lieben Nachbarn sagen immer die Wahrheit? Da habe ich aber ganz andere Erlebnisse.

Ein Blick in Deine Abrechnung belegt doch, wie die Kosten und Lasten verteilt wurden. Es wird zwei Erfassungsgeräte oder mehr geben, wie sonst sollen die m³ für die beiden Bereiche genannt werden können.

Lasse es Dir einfach einmal zeigen/vorlesen.

Kommentar von Detefete ,

Ne so ist es leider nicht. Die Vermieterin ist eine ältere Dame und rechnet es sich irgendwie selbst zusammen. Es gibt auch definitiv nur eine Wasseruhr von den Stadtwerken. Keine sonstigen Erfassungs Geräte. Die Abrechnung schlüsselt auch nur auf was ich angeblich verbraucht haben soll. Ich hatte mit der Damen ganz am Anfang wo ich hier eingezogen bin Ärger. Es gibt nämlich auch kein Zähler für den Allgemein Strom. Das wäre angeblich 50 / 50 aufgeteilt. Da ich Elektro Meister bin, habe ich das natürlich überprüft. Stimmte natürlich nicht. Es lief zu 90 Prozent über meinen Zähler. Seit dem haben wir einen Zähler für Allgemein Strom. Wie sich das gehört.

Kommentar von schleudermaxe ,

... toll, und somit auch noch doppelte Grundgebühr, wie es sich gehört.

Und wenn in der Abrechnung eben Werte erscheinen, die nicht stimmen können, sieht der Gesetzgeber und die herrschende Meinung ja eine einfache und klare Vorgehensweise vor. Viel Glück.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 27

Die von dir erwähnte Wasseruhr kann ja nur die W-Uhr des Versorgers sein, oder hat der 2. Mieter eine separate W-Uhr? Dann könnte durch Differenzverfahren dein Wasserverbrauch festgestellt werden, vorausgesetzt die Wasseruhren liegen alle in der Eichfrist.

Zudem gibt dein Mietvertrag Auskunft, wie die Kosten für Trinkwasser, Abwasser und Niederschlagswasser, die Miete für Wasseruhren und deren Wartung auf dich als Mieter umgelegt werden. 

Es scheint so zu sein, dass der Vermieter nicht mit im Haus wohnt. Du kannst die Abrechnungsunterlagen beim Vermieter einsehen oder, falls der Vermieter weit weg wohnt, dir Kopien der Unterlagen gegen Bezahlung aushändigen lassen.

Ich kann ohne diese Grundlagen keine positive Antwort geben.

Kommentar von Detefete ,

Ne, das ist es ja. Es gibt nämlich nur die eine Wasseruhr der Stadtwerke. Ich habe keine und mein Nachbar auch nicht.

Kommentar von Gerhart ,

Unter diesen Umständen gibt es 2 Möglichkeiten der Abrechnung - Die nach Personenanzahl oder nach m²Wohnfläche . Im Mietvertrag muss die Art der Umlage vereinbart sein. Kontrolliere selbst die Abrechnung der Vermieterin in ihrem Büro.

Ein Recht auf Einbau einer Wasseruhr hast du nicht, es sei denn, du trägst die Kosten.

Antwort
von klklier, 11

Wenn im Mietvertrag nichts vereinbart ist und es keine Zähler gibt, dann muss nach qm abgerechnet werden. Aussagen wie " der Mieter hat einen hohen Verbrauch" können gar nicht getroffen werden, wenn keine Zähler da sind. Ich würde, wenn das nicht klar ersichtlich ist, die Zahlung der Wasserkosten verweigern. Eine formell unrichtige Abrechnung ist nicht fällig.

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