Frage von Walpups, 37

Ich habe mal eine Frage und zwar, wenn ich im Weltall bin, platze oder schrumpfe ich?

Antwort
von Startrails, 23

Moin,

es gibt ja so einige Behauptungen was passiert wenn man ohne Schutzanzug im All unterwegs ist.

Oft liest man, dass man einfach platzen würde. Platzt man wirklich? Nein, man platzt nicht einfach so. Im All herrscht ein Druck von 0 bar, wir hier auf der Erde haben einen Druck von 1 bar. Der Druckunterschied beträgt also 1 bar. Wenn jemand 10 m tief taucht, beträgt der Druckunterschied ebenfalls 1 bar. Hast du schon mal einen Taucher platzen sehen welcher aus 10 m Tiefe auftaucht? Ich nicht ;-)

Was liest man noch häufig? Man würde aufgrund der Kälte sofort erfrieren. Auch das ist nicht richtig. Wärmetransport findet über folgende drei Wege statt - Wärmeleitung, Wärmestrahlung und Konvektion. Da sich im annähernden Vakuum kaum noch Atome befinden die für eine Wärmeleitung sorgen, scheidet diese Möglichkeit aus. Auch Konvektion findet bei unserem Körper nicht statt. Im All verliert unser Körper über Wärmestrahlung Wärme. Es würde ca. eine halbe Stunde dauern bis man erfroren ist.

Auch ist es nicht so, dass unser Blut im Körper aufgrund des fehlenden Außendrucks anfangen würde zu kochen. Unsere Haut sowie Muskeln und Fettschichten verhindern dies.

Und wie stirbt man dann im All? Im Grunde ist die Todesursache ganz banal, nämlich durch Ersticken weil uns die Atemluft fehlt. Bereits nach einigen Sekunden tritt die Bewusstlosigkeit ein während man dann nach wenigen Minuten tot ist.

Kommentar von bartman76 ,

Sehr gut und ausführlich referiert. Worauf beruht deine Angabe 0,5 h bis zum Erfrieren? Ich hätte gedacht, dass es deutlich länger dauert, bzw. eher einem Verhungern entspricht, da der Körper die Wärme selbst nachliefert. Hast du hier Quellen?

Antwort
von juergen02, 16

Wenn du so ganz ohne entsprechendem Anzug im Weltall bist, dann platzt du. Es hängt mit dem Außendruck zusammen.

Aus diesem Grund benötigen die Menschen bei Arbeiten außerhalb des Raumschiffes oder der -station einen entsprechenden Anzug. Diese sind alle Spezialanfertigungen, was mit einem hohen technischen und wissenschaftlichen Aufwand verbunden ist.

Antwort
von rolfmengert, 12

Wenn man Objekte oder Tiere in einen künstlichen Unterdruck bringt, dann findet man, dass bei 37 °C etliche Flüssigkeiten vermehrt in die Dampfform übergehen. Genau diese Situation herrscht aber im Weltraum. Man könnte zwar die sich ausdehnende Luft in den Atemwegen und in den Höhlen und Nebenhöhlen der Nase abatmen, aber es würden wegen der sich entwickelnden Gase dennoch tödliche Prozesse ablaufen.

Man kann das sehr gut beim Tauchen beobachten. Wenn ein Taucher einen Notaufstieg machen muss, findet er sich in einer vergleichbaren Situation wie die des Astronauten, der plötzlich einen Druckabfall durchstehen muss. Beim Taucher werden dann im Blut gelöste Gase als Bläschen frei, die sich sammeln und unter der Haut große Cavernen bilden. Der Bauchraum bläht sich auf, auch im Nackenbereich kommt es zu Aufblähungen, der Hoden schwillt und nach ganz kurzer Zeit tritt ein Schockzustand ein, der wenig später zum Tod führt. Der Körper platzt zwar nicht, weil die Gewebe relativ dehnbar sind, aber durch die Gasbildungen werden die normalen Körperfunktionen irreversibel gestört, so dass der Tod eintritt.

Antwort
von SweetieBot, 17

allgemeiner Irrglaube das man platzt.

Unter dem hohen Außendruck sieden erstmal alle deine Körperflüssigkeiten und werden zu Dampf, der Innerhalb von Sekunden gefriert und deinen Körper ziemlich aufgequellt zurücklässt.

Antwort
von siggiiii, 15

Nein du wirst gefriergetocknet aber merkst nix davon weil du sofort Bewusstlos wirst.

Kommentar von siggiiii ,

Es gab übrigens nen NASA Techniker der 20 Sekunden im Vakuum war und überlebt hat. Viel länger darf aber nicht sein weil die Lungenbläschen austrocknen.

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