Frage von EveMare, 285

Ich habe keine Lust mehr auf meinen Beruf (Altenpflege). Was soll ich tun?

Ich arbeite seit ca. 4 Jahren in der Altenpflege und bin examinierte Pflegekraft. Ich habe meine Ausbildung vor einem Jahr erst beendet und kann einfach nicht mehr! Schon während der Ausbildung musste ich 2 mal den Betrieb wechseln (Mobbing, Insolvenz, usw.) Der Betrieb wo ich jetzt arbeite ist eigentlich ganz ok. Ich habe regelmäßig frei und bekomm meine 1500€ im Monat..

Die kompletten Bedingungen nerven mich einfach..

~ Lange Dienste ! (Von 5:45 bis 14:00 Uhr und von 12:00 bis 20:30 Uhr) ~ Schlecht gelaunte Kollegen und schlecht gelaunte PDL ~ überhaupt keine Abwechslung im Berufsalltag ~ Wochenende und Feiertage arbeiten ~ die Tatsache mit 21 Jahren schon Rückenschmerzen zu haben ~ usw.

Ich habe schon (zusätzlich die Praktika) bemerkt, dass es auch einfach überall gleich ist!!

Die Leute aus dem Büro (als Beispiel) laufen ständig rum, trinken mit jedem Kaffe, sind Permanent am arbeiten und machen 2 mal die Woche früher Schluss um ins freie Wochenende zu starten während ich nach meinem 12. Tag rausKRIECHE ..

Manchmal Spinne ich abends vor mich hin und überlege wie es wäre woanders zu arbeiten und was ganz anderes zu machen! Diese "Spinnereien" machen mich immer so,froh aber ich wüsste noch nicht mal wie ich das anstellen soll..

Ich mein.. Ich denke dass jeder manchmal keine Lust mehr auf seinen Job hat! Nicht mal das Pflegen der alten Menschen macht mir mehr Spaß..

Ich ermutige mich immer dass durchzuziehen bis ich mich wenigstens weiterbilden kann aber das ist fast unmöglich! Ich sehe kein Ziel am Ende der Straße. Jeden Tag werde ich 2 Schritte zurück geworfen wenn ich höre dass wir nur 2 Personen im Dienst sind, dass mir 12 Tage lang ein früh/spät Wechsel bevorsteht..

Mein Freund verdient sehr gut und wir wollen bald heiraten.. Ich habe Angst irgendwann, wenn ich mal Kinder habe, ihnen beibringen zu müssen dass Mama Weihnachten nicht Zuhause sein kann und Silvester auch nicht ! (Hört sich zwar blöd an aber ich hoffe ihr wisst was ich meine)

Betreuung oder so für alte Menschen wär auch nicht mein Fall daran habe ich wirklich keinen Spaß..

Jeden freien Tag sich Gedanken darüber machen, dass das frei schon bald rum ist und 12 Tage voller Rückenschmerzen und Müdigkeit und schlecht gelaunten Kollegen bevorsteht..

Wurde vor kurzem auch krank geschrieben weil ich durch die Belastung Zittern am ganzen Körper hatte, das fand mein Chef nicht so toll.. Könnte mir bei doofen Gesprächen dann anhören was mir denn einfallen würde! (Obwohl ich mich nie krank gemeldet hab, naja was Solls)

Das ist in der Altenpflege ja alles schön fast "normal".. Aber ich halt es nicht mehr aus!! Vielleicht habt ihr ja eine Idee?

Liebe Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MaLew, 171

Geh in den Westen NRWs da sieht Altenpflege ganz anders aus. Viele aus Süden und Osten sind schon hergezogen und sagen „Wenn ich hier nicht gelandet wäre, dann würde ich wahrscheinlich nie mehr Altenpflege machen.“ Diese Arbeitzeiten sind unmöglich normalerweise arbeitet man von 6-2 Uhr. Das mit den Rücken interessiert leider niemanden, das musst du selber regeln. Die schlechte Laune der Kollegen geht gar nicht, in der Pflege sollte man gute Laune an die alten Menschen weitergeben. Kündige, komm zu mir in den Westen Westen da ist Pflege super. Wenn du wirklich nicht mehr pflegen möchtest, dann mach doch die Weiterbildung Qualitätsmanagement (arbeite später dann in nem großen Heim, da macht man dann nur dies Management ohne Pflege und du kannst dafür sorgen das andere Leute nicht so arbeiten müssen). Ich hoffe ich konnt helfen :)

Antwort
von angy2001, 160

Deine Arbeitszeit liegt doch im normalen Bereich. Früh- und Spätdienst halt und Wochenendedienste. Das ist in vielen anderen Berufen auch so. Mal Weihnachten und Silvester zu arbeiten, ist doch nun wirklich nicht das Problem. Schau dir die Menschen an, die in der Gastronomie arbeiten...

Mit deinem Rücken musst du was machen und zwar Sport zur Stärkung der Muskulatur. Das solltest du so oder so machen, egal, wir es beruflich weitergeht für dich.

Weiterbilden kannst du dich natürlich und das solltest du auch tun. Schau dich mal an der Volkshochschule nach Kursen um. Vielleicht erstmal einen höheren Schulabschluß zu erreichen. Das könnte der erste Weg sein. Gerade für einen Bürojob wäre das wichtig.

Antwort
von WolfsNala, 127

 also was du auf jeden Fall brauchst, ist Spaß im Beruf denn sonst bringt das alles nichts! Wenn du sagst, dass er dir kein Spaß mehr macht, dann solltest du damit aufhören und dir etwas Neues suchen sonst wirst du nämlich seelisch krank und fühlst dich unwohl in deinem Beruf das bringt ja alles Nix! Mit deinem Rücken das ist sehr alarmierend damit solltest du definitiv zum Arzt gehen! Es könnte nämlich gut sein , dass du unter einer Skoliose oder einer Kyphose leidest… D.h., dass du eine Krümmung im Rücken hast und in einem Beruf als Altenpfleger würde mich das auch nicht wundern! Das Mobbing in deinem Beruf kommt ja leider häufiger mal vor! Überall gibt es irgendwelche Idioten, die einen gerne das Leben schwer machen… Allerdings sollte man sich auch nicht alles gefallen lassen! Wie ich das sehe solltest du dich wirklich hinsetzen und dir genau überlegen was du jetzt tun möchtest !  Ich selber habe damals meine Ausbildung zur Kindergärtnerin abgebrochen, weil ich gemerkt habe, das ist doch nicht das richtige war und weil mich das Gemobbe an der Berufsschule in den Wahnsinn getrieben hat! Gib  auf jeden Fall nicht auf und mach einfach weiter! Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Kraft auf deinem weiteren Weg  ! ❤️💪🏻

Antwort
von 5432112345, 129

Du könntest dich wehren.

§ 6 ArbZG
"Die Arbeitszeit der Nacht- und Schichtarbeitnehmer ist nach den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit festzulegen."

http://www.arbeitsschutz.nrw.de/themenfelder/arbeitszeit/nacht\_und\_schicharbei...
"Aufgrund der gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse ergeben sich zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer folgende Empfehlungen zur Gestaltung der Nacht- und Schichtarbeit:
[...]
-die Vermeidung von Arbeitsperioden von mehr als 7 Arbeitstagen in Folge"

Dein Arbeitgeber verletzt hier eindeutig seine Fürsorgepflicht. (siehe auch BGB, ArbSchG)

Außerdem kommen die 12 Tage von einem Urteil des BAG welches das ArbZG so interpretiert hat, dass der Arbeitnehmer mindestens einen freien Tag pro Woche haben muss.
Sprich, 12 Tage am Stück sind nur möglich wenn du in der einen Woche Montag und in der darauf folgenden Sontag frei hast. Alle anderen Varianten oder eine Wiederholung dieses Rhythmus könnte den "einen freien Tag pro Woche" nicht erfüllen.

Blöderweise wissen die meisten Menschen nicht was sie eigentlich für Rechte haben und meistens Wissen es auch die Vorgesetzten nicht besser.


Antwort
von lastgasp, 129

http://www.mdk.de/315.htm

Vermutlich kommt ein Wechsel nach Norwegen oder andere skandinavische Länder nicht infrage. Sonst bleibt mit der Ausbildung nur die Weiterbildung in Richtung Leitungsaufgaben oder eben beim medizinischen Dienst, im obigen Link findest Du den Verband Deines Bundeslandes. Hier gibt es zahllose Beschäftigungsmöglichkeiten, z.B. in der Pflegebegutachtung usw....evtl. auch auf Honorarbasis.

Kleiner Tipp: fang nicht an mit "mein Freund verdient gut"... fast 50% solcher Sätze enden als Alleinerziehende Hartz4erin. Sieh zu, dass Du eine eigene Existenzgrundlage behältst.

Antwort
von sabbelist, 124

Wechsle doch in die häusliche Krankenpflege. Oder, wenn Du gar nicht mehr willst, orientiere Dich um. Besprich das mit deinem Freund und suche Dir etwas anderes.

Antwort
von Marbuel, 120

Dann lern halt nochmal. Hab ich auch gemacht und bereue es nicht.

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