Frage von lavelgran, 96

Ich habe kein gemeinsames Sorgerecht, aber eine ausgestellte Vollmacht der Mutter meiner Kids. Die Lehrerin fordert Jahren eine noterielle beglaubigte Vollmacht

Hallo,

ich habe eine 11-jährige Tochter, die die 6. Schulklasse besucht.

Die Mutter und ich sind auch schon seit über 10 Jahren getrenntlebend, haben jedoch ein sehr gutes Verhältnis. Das Sorgerecht liegt nur bei der Mutter meiner Kids, jedoch habe ich eine Vollmacht von ihr erhalten, dass ich jederzeit sämtliche Auskünfte über den schulischen Entwicklungsstand und alle in diesem Zusammenhang notwendigen Informationen von der Schule erhalten darf (muss) sowie miteintscheiden darf. Diese Vollmacht liegt der Schule auch vor.

Auch habe ich auf jedem bisherigen Zeugnis meiner Tochter mit unterschrieben. Die ganzen Jahre hat NIEMAND etwas dazu gesagt. Jetzt aber meint ihr neue Klassenlehrerin, dass das nicht rechtens ist. Das es sich um ein Dokument handelt und sie die ausgestellte Vollmacht nicht mehr anerkennt. Sie würde sie nur anerkennen, wenn die Vollmacht noteriell beglaubigt wird!

Wer kann mir BITTE einen Hinweis geben, ob sie mit ihrer Aussage richtig liegt? Meines Erachtens ist das ein absoluter Blödsinn. Sie kann doch froh sein, dass ich mich immer und fortlaufend um die schulischen Belange meiner Tochter bemüht habe bzw. bemühe.

Das ist aber auch nebensächlich. Ich möchte nur eine Einschätzung bekommen, ob sie halt recht hat.

Dafür einen herzlichen und liebern Dank im Voraus.

Expertenantwort
von Nadelwald75, Community-Experte für Schule, 12

Hallo lavelgran,

ich habe folgenden Text gefunden, kann aber nicht herausbekommen, welches Bundesland das ist. NRW ist es aber nicht. - Nach dem Text ist eine notarielle Beglaubigung überflüssig.

§ 37 Schulgesetz
(1) Die Eltern haben das Recht und die Pflicht, an der schulischen Erziehung
ihrer Kinder mitzuwirken.
(2) Eltern im Sinne dieses Gesetzes sind die für die Person des Kindes
Sorgeberechtigten.
(3) Die Rechte von Sorgeberechtigten können von den mit der Erziehung
und Pflege der Kinder Beauftragten ausgeübt werden, solange die Sorgeberechtigten nicht widersprechen. Die Beauftragung ist der Schule
schriftlich nachzuweise
n.

Antwort
von haufenzeugs, 28

wenn ihr so ein gutes verhältnis habt, dann gehst du mit deiner ex zum jugendamt und erklärst mit ihr das gemeinsame sorgerecht.

ansonsten hat die vollmacht der lehrerin zu genügen. der sorgeberechtigte elternteil, hier die mutter, hat eine vollmacht ausgestellt, dass du jederzeit informationen betreffend eurer tochter einholen darfst. wenn das der lehrerin nicht genügt, dann gehst du zum direx und fragst nach ob der seiner angestellten mal kräftig auf die finger klopft. oder du müsstest eine etage höher ins schulamt gehen.

wenn ihr als eltern gemeinsam das zeugnis unterschreibt, dann ist das euer gemeinsames recht. die frau erdreistet sich sachen die ihr nicht zustehen und überschreitet hier ganz klar ihre kompetenzen.

Kommentar von lavelgran ,

Vielen, vielen lieben Dank für deine Meinung.

Kommentar von Menuett ,

Ein Direx an der Schule ist normalerweise nicht oder kaum weisungsbefugt. primus inter pares Lediglich die Verwaltung hängt an ihm.

Schulamt wäre da besser.

Kommentar von haufenzeugs ,

hm also wenn unser direx bellt dann steht die belegschaft der lehrer stramm. was der sagt ist befehl. der ist erster ansprechpartner, wenns auf lehrerebene nicht funktioniert. danach kommt in der regel erst die stufe höher.

Kommentar von haufenzeugs ,

schulleiterin oder Schulleiter als Vorgesetzte

(1) Die Schulleiterin oder der Schulleiter ist allen an der Schule tätigen Personen gegenüber in der Erfüllung ihrer Aufgaben weisungsberechtigt (§ 59

Absatz 2 Satz 2 SchulG). Zu den Aufgaben gehört es auch, die beruflicheEntwicklung und Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer sowie die Ausbildung der Lehramtsanwärterinnen und -anwärter zu fördern (§ 59 Absatz 3 SchulG). Im Rahmen der übertragenen Zuständigkeiten wirkt die Schulleiterin oder der Schulleiter in Personalangelegenheiten mit und trifft selbst Personalentscheidungen, soweit diese Befugnisse übertragen sind (§ 59Absatz 4 SchulG). I

...usw. hab ich mal faul kopiert, da ich einfach neugierig war. also hat er als direx erheblich was zu sagen...

Antwort
von ErsterSchnee, 42

Das Sorgerecht liegt bei DEINER Mutter???

Die Lehrerin hat da gar nichts anzufordern - wenn, dann muss das von der Schulleitung kommen.

Kommentar von lavelgran ,

Sorry, das Sorgerecht liegt bei der Mutter meiner Kids natürlich! Ich bin ein wenig aufgeregt.

Für die Antwort bedanke ich mich, sehr freundlich.

Kommentar von Menuett ,

Nein, die Schulleitung kann das auch nicht fordern.

Antwort
von Menuett, 19

Das ist eine Frechheit sondergleichen.

Nein, selbstverständlich brauchst Du keine notarielle Bescheinigung.

Die Vollmacht der Mutter ist völlig ausreichend.

Geht doch einfach zum Jugendamt und richtet kostenlos die gemeinsame Sorge ein.

Dann kann auch im Falle des Todes der Mutter nicht so schnell etwas schief gehen.

Antwort
von berlina76, 34

Wende dich an den Direktor. 

Notfalls stellt eine neue Bescheinigung aus, die die Mutter in gegenwart des Direktors unterschreibt und der Direktor als Zeuge mit unterschreibt. 

Notar halt ich für übertrieben, kostet nur Geld.

Kommentar von lavelgran ,

Vielen Dank für die Antwort. Eine weitere gute Idee.

Kommentar von haufenzeugs ,

die frage ist ob die lehrerin gewillt ist den notar und die beglaubigung zu bezahlen. dann könnte man den aufwand für einen zettel mit unterschrift ja betreiben.

Antwort
von Joergi666, 42

also ich bin kein Experte für Schulrecht, was ja auch in jedem Bundesland etwas anders ist, kenne mich aber gut mit den Jugendhilfegesetzen aus. Die Forderung der Lehrerin erscheint mir absurd- ich würde da den Ball zurück spielen und die Lehrerin auffordern, dir entweder den genauen Paragraphen oder entsprechende Richtlinien zu nennen / zu zeigen- ich vermute mal, dass sie das nicht kann.

Kommentar von lavelgran ,

Genauso sehe ich das nämlich auch!!! Ich hatte die gleich Idee und wollte auch das heute so vortragen, da die Mutter meiner Kids und ich noch heute ein persönliches Gespräch, mit der entsprechenden Lehrkraft haben! Deine persönliche Einschätzung beruhigt mich sehr, vielen Dank.

Antwort
von jcreich, 27

Es kann ja sein, dass sich die Gesetzeslage geändert hat?! Einfach nochmal das (persönliche) Gespräch suchen, am Besten mit allen Betroffenen (Deine Ex, die Lehrerin und du).

Kommentar von lavelgran ,

Vielen Dank. Das Gespräch wird heute Nachmittag stattfinden.

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