Frage von 1893Unbekannt, 49

Ich habe etwas bestellt, nun heißt es dieser Artikel ist nicht lieferbar und das Geschäft hat mir nur die hälfte meines Geldes zurückbezahlt. Was kann ich tun?

Antwort
von Eisenklaue, 18

1. Eine Zahlungsaufforderung schicken

Schicken
Sie dann eine Zahlungsaufforderung, nennen Sie darin genau den Grund
Ihrer Forderung und den Betrag und setzen Sie eine Zahlungsfrist.

2. Richtige Mahnung sorgt für Verzug

Geschieht
nichts, mahnen Sie. Tun Sie das schriftlich per Einschreiben, beziehen
Sie sich auf die Zahlungsaufforderung und setzen Sie eine letzte Frist.

Sie
müssen nicht „Mahnung“ darüber- schreiben und auch nicht drohen. Ihr
Schreiben ist rechtswirksam, wenn es klar als Aufforderung zu verstehen
ist. „Ich hätte es gerne, wenn ...“ reicht nicht.

Statt zu mahnen,
können Sie auch die Zeit für sich arbeiten lassen. Spätestens 30 Tage
nach Zugang der Zahlungsaufforderung oder Rechnung kommt Ihr Schuldner
automatisch in Verzug. Das gilt nur dann nicht, wenn er keine Schuld an
der Verzögerung hat, etwa weil er schwer erkrankt ist und es beweisen
kann. Ein Zahlungsengpass ist keine Entschuldigung.

3. Berechnen Sie Zinsen

Ist
Ihr Schuldner im Verzug, können Sie für die Zeit ab Verzugsbeginn
Zinsen verlangen. Die berechnen Sie, indem Sie 5 Prozentpunkte auf den
amtlichen Basiszinssatz aufschlagen. Derzeit beträgt er 1,17 Prozent.
Den jeweils aktuellen Satz nennt Ihnen die Bundesbank (Tel.
0 69/95  66 35 11).

4. Gehen Sie bei Verzug zum Anwalt

Ist
Ihr Schuldner im Verzug, muss er auch die Kosten tragen, wenn Sie einen
Anwalt einschalten. In der Regel schickt dieser seine Rechnung dann mit
weiteren Mahnschreiben direkt an den säumigen Zahler.

Wichtig:
Schreibt der Anwalt bereits die erste Mahnung, die den Verzug bewirkt,
müssen Sie dafür selber zahlen. Ebenfalls nicht in Rechnung stellen
dürfen Sie Geld für Freizeiteinbuße wegen des Mahnaufwands. Mahnen Sie
nach Verzugsbeginn aber noch einmal selber, können Sie zumindest die
Portokosten ansetzen. Ist Ihr Schuldner im Verzug und ist klar, dass er
nicht zahlt, etwa weil er das angekündigt hat, sollten Sie weitere
Kosten vermeiden und gleich einen Anwalt mit Zahlungs­klage beauftragen.
Es kann sein, dass Sie Mahnkosten sonst selber tragen müssen.

5. Gerichtliches Mahnverfahren nutzen

Sie
können auch alleine Druck machen und das gerichtliche Mahnverfahren
nutzen. Der „blaue Brief“ vom Gericht wirkt Wunder. Das Antragsformular
bekommen Sie im Schreibwarenhandel. Das Amtsgericht sagt Ihnen, welches
Gericht zuständig ist.

Das Mahngericht überprüft nicht, ob Ihre
Forderung berechtigt ist, es verschickt nur einen Mahnbescheid. Doch
rührt sich der Schuldner dann zwei Wochen lang nicht, können Sie beim
Gericht die Vollstreckung beantragen und nach weiteren zwei Wochen
Funkstille den Gerichtsvollzieher losschicken. Er treibt das Geld
inklusive Verfahrenskosten ein.

Soll es schnell gehen, können Sie den Mahnbescheid auch über spezialisierte Kanzleien online beantragen (zum Beispiel www.mahnung-online.de). Kommt es zum Vollstreckungsbescheid, muss der Schuldner die Kosten auch dafür tragen.

6. Klagen Sie

Widerspricht der Schuldner dem Mahn- oder Vollstreckungs­bescheid, können Sie immer noch vor Gericht Zahlungsklage erheben.

Antwort
von dresanne, 9

Nicht immer gleich losschießen. Hast Du mal mit dem Verkäufer Kontakt aufgenommen? Vielleicht war es ein Versehen.

Antwort
von PainFlow, 28

Anzeige erstatten... Einfachste Lösung ;-)

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