Frage von G1uecksfee, 66

Ich habe einen sehr wahrscheinlich depressiven Freund, der es aber nicht zugibt und weiß nicht wie ich damit umgehen soll, Ratschläge?

Die Situation ist ziemlich kompliziert: (Also schonmal sorry für den langen Text )

Wir sind grade beide ungefähr 18. Ich kannte ihn schon lange übers Internet, er ist mein bester Freund geworden und hat dann irgendwann zugegeben in mich verliebt zu sein. Wir haben angefangen uns zu treffen und irgendwie n komisches Verhältnis miteinander zu haben (eigentlich denken alle anderen wir wären zusammen)

Problem: Ich will eigentlich nicht mit ihm zusammen sein, er ist mir aber auch sehr wichtig. Ich komme damit nicht klar, dass er unglaublich eifersüchtig ist sobald ich andere männliche Wesen nur erwähne. Er sagt öfters Sachen wie: du bist das einzige was ich will, alles andre ist mir egal, wenn ich dich nicht hätte könnte ich auch einfach sterben. Und mich macht es ziemlich fertig, dass er quasi kaum Lebenswillen hat und ich quasi von ihm eingeengt bin, weil ich für ihn da sein will und auch evtl. gern mit ihm zusammen wäre, wenn mich es nicht so belasten würde, dass er ständig depressive Phasen hat, taurig ist dass wir weit voneinander weg wohnen, dann aber trotzdem nicht mit mir schreiben oder zocken will. Und ich habe echt Angst, dass falls ich nichtsmehr mit ihm haben wollen würde er sich umbringen würde Aber er meint er ist nicht depressiv und hält auch soweit ich weiß nichts von Psychologen. Außerdem bemüht er sich eigentlich nie wirklich um mich und wenn wir Probleme haben zieht er sich immer zurück und ich weiß nicht ob er nur sagt, dass er mich liebt weil er denkt dass ich die einzige Person bin die sich für ihn interessiert und ihn je mögen wird oder ob er mich wirklich meiner selbst willen liebt.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeterLustig1999, 19

Guten Abend.

Ich hatte mir erhofft, dass in einiger Zeit mehr Leute auf diese Frage antworten, damit ich nicht weiter auf das Offensichtliche eingehen muss, da aber bis zum jetzigen Zeitpunkt außer der Antwort von Dennissan keine Antworten geschrieben wurden, werd ich wohl oder übel auch darauf eingehen müssen.

Mit ihm zusammen zu kommen ist keine Option. Das ist ein Fehler. Ich spreche hier aus Erfahrung, da ich eine Zeit lang in der selben Situation wie dein Freund war. Die Geschichte ist sogar erstaunlich nah an meiner dran. Wenn du mit ihm zusammen kommst, nur, damit es ihm besser gehst, wenn du ihm falsche Hoffnungen machst und ihn verlässt, sobald es ihm besser geht, wird dies seine Situation nur verschlechtern.

Auch wenn es dir schwer fallen wird, kann ich dir nur raten, dich in erster Linie um dein eigenes Wohlbefinden zu kümmern. Wenn du nicht mit ihm zusammen sein willst, sei es nicht. Egal, wie sehr es ihm weh tut. Tu ihm vor allem den Gefallen, ihn nicht anzulügen, was das angeht.

Alles, was du tun kannst, ist mit ihm über die Situation zu reden. Erzähle ihm, wie du dich bei der Sache fühlst, was du für Sorgen ihm gegenüber hast. Nur ein offenes und ehrliches Gespräch kann dir an dieser Stelle helfen, seine Gefühle nicht unnötig zu verletzen. Nur so kannst du diese Themen aus der Welt schaffen und Gewissheit erlangen.

Ich kann dir erzählen, was bei mir alles falsch lief. Ich hatte vor zwei Jahren ein wunderschönes Mädchen kennen gelernt, sie war ein Jahr älter als ich, wunderschön, intelligent, liebenswert, freundlich... Alles in allem, ein Mädchen, in das man sich nur verlieben kann.

Ich persönlich bin ein Mensch, der Mädchen, die genau so sind, wie alle anderen auch, langweilig findet. Ich suche Mädchen, die anders sind. Die den Mut dazu haben, sich nicht vom Gruppenzwang beeinflussen zu lassen, die den Mut haben, sie selbst zu sein, die selbstsicher sind und die sich vor allem nicht wie 12-Jährige Ziegen verhalten, um es mal etwas direkt auszudrücken. Sie hatte all dies.

Schnell hatte ich mich in sie verliebt und sie sich vermutlich auch in mich, also kamen wir zusammen. Nach ca. einem halben bis ganzen Jahr wurde unser Kontakt weniger, sie hatte weniger Zeit, ständig irgendwelche Ausreden benutzt, wobei wir vorher gerne viel unternommen haben und ich hatte das Gefühl, sie wollte nichts mehr mit mir zu tun haben. Und so war es dann auch.

Als ich sie darauf ansprach, beichtete sie mir, dass sie schon seit ein, zwei Monaten keine Gefühle mehr für mich hätte. Damals hatte ich bereits ziemliche Probleme mit der Gesellschaft und meinen Mitmenschen, was mich ständig eher negativ gestimmt hatte. Heute ist es zwar immer noch so, aber ich habe zumindest einigermaßen gelernt, mit Einsamkeit klar zu kommen.

Auf jeden Fall blieb sie dann bei mir und wir hatten viel geschrieben, und irgendwann meinte sie, dass sie doch Gefühle für mich hätte, was mich damals schon ziemlich verwirrte, wobei sie mich wieder angelogen hatte und einfach Angst hatte, ich könnte mich umbringen oder mir sonst was antun, wenn ich zu einsam bin. Teilweise waren ihre Befürchtungen aber auch berechtigt.

Auch wenn ich mich beschissen gefühlt habe, habe ich immer gesagt, dass alles in Ordnung sei und ich nicht depressiv wäre, dass mir das Leben Spaß macht. Depressive Menschen sind nach meinen Erfahrungen auch eher Menschen, die nicht viel Interaktion mit anderen Menschen haben, ihre Probleme daher eher für sich selbst behalten, weil sie nicht wissen, wie sie mit ihren Mitmenschen darüber reden sollen. Depressiven Menschen fällt es oft schwer, zuzugeben, dass es ihnen schlecht geht. Teilweise hängt das auch mit gemachten Erfahrungen zusammen, die es einem unmöglich machen, anderen Menschen zu vertrauen.

Letztlich kam dann doch raus, dass sie gelogen hat, aber sie wollte noch mit mir befreundet sein, zumindest sagte sie das, aber auch das war gelogen und sie hat mir letzten Endes eine Menge Herzschmerz bereitet. Das Schlimmste an der Geschichte war aber, dass sie mich angelogen hat, dass sie ihre Gefühle vorgetäuscht hat. Ich hatte mich selbst dafür verantwortlich gemacht, weil ich dachte, ich hätte sie dazu veranlasst, Sachen zu tun, die sie nicht tun will. Danach fühlte man sich natürlich noch schlechter.

Mittlerweile bin ich über sie hinweg. Wir hatten schon etwas länger keinen Kontakt mehr und auch wenn ich, wenn ich zurück denke, immer noch ein paar Gefühle für sie habe, komme ich super ohne sie klar. Auch meine Situation hat sich mittlerweile einigermaßen verbessert. Ich habe zwar immer noch keine Freunde und immer noch niemanden, mit dem ich mich unterhalten könnte, aber es tut nicht mehr weh, alleine zu sein. Ich bin einfach anders und ich habe gelernt, das zu akzeptieren und mich trotz allem zu lieben, wie ich bin.

All dies habe ich ohne einen Psychologen erreicht, auch in der Hinsicht sind dein Freund und ich uns gleich. Auch ich halte nicht viel davon, auch wenn es mir mit Sicherheit einiges erleichtert hätte. Es ist also auch ohne einen Psychologen möglich, gegen Depressionen anzukämpfen. Es ist nur schwerer.

Ich hoffe, ich konnte dir einigermaßen erklären, wieso du dich wie verhalten sollst und ich hoffe vor allem, dass ich dir hier nicht zu viel über mich erzähle. Ich wollte nur, dass du einigermaßen nachvollziehen kannst, warum ich dir rate, mit ihm darüber zu reden und keine Fehler zu begehen.

Gruß

Kommentar von G1uecksfee ,

Ich finde deine Geschichte sehr interessant und auch hilfreich. Und ich hoffe mal dir geht es wirklich alleine gut und du sagst das nicht nur so. Darf ich fragen wie alt du zu der Zeit der Beziehung mit dem Mädchen warst? Weil ich glaube nicht dass er die Kraft hat das allein durchzustehen. Er hat sehr wenig Selbstbewusstsein und er meint manchmal, dass er garnicht versteht was ich an ihm mag, weil er selbst nichts an sich mag. Aber ich hab minimal die Hoffnung, dass es besser wird, wenn er älter wird, sich mal in nem Job oder so beweisen kann und nichtmehr in nem Kaff in der Schule hängt. Ich bin ein sehr ehrlicher Mensch und bei mir heulen Leute eher weil ich ihnen zu ehrlich meine Meinung sage, als dass sie traurig sind weil ich ihnen etwas nicht gesagt habe. Er weiß, dass er mir sehr sehr wichtig ist und wir sagen uns, dass wir uns lieben und so. Aber er weiß auch dass ich keine Zukunft für uns beide sehe und ich generell eigentlich keine Beziehung mit niemandem haben will und es so wie es grad ist nicht bleiben kann. Nur wir wissen halt beide keine bessere Lösung als es vorerst zu belassen wie es ist. Ich will ihn mindestens als meinen besten Freund haben. Am liebsten wäre es mir er wäre mein Bruder, dann könnte ich ihm nah sein ( natürlich nicht sexuell, aber halt umarmen und oft beieinander sein und so) und wäre trotzdem nicht so an ihn gebunden. Nur da das ja leider nunmal nicht so ist sind wir halt beste Freunde und haben was miteinander und benehmen uns wie ein Paar und sind nur nicht offiziell zusammen weil er keine Fernbeziehung will und ich eigentlich generell keine. Glaubst du es besteht die Möglichkeit, dass er komplett "geheilt" wird? Ich kann mich absolut nicht in depressive Menschen hineinversetzen, weil ich eigentlich schon immer zufrieden und glücklich mit meinem Leben war und mit allen Problemen klar gekommen bin. Ich will nicht mit ihm zusammen sein solang es so problematisch ist mit uns, aber wenn es besser wäre könnte ich mir schon vorstellen es mit ihm zu versuchen. Und ich weiß es war eigentlich ein Fehler etwas mit ihm anzufangen, weil das für ihn nicht gut ist und ich ihn sehr verletzen könnte, aber jetzt ist es nunmal zu spät. Und es gibt noch ein zusätzliches "Problem": Ich hätte selbst nicht von mir gedacht dass ich was mit ihm anfangen würde, deshalb hab ich mich auch nur mit ihm getroffen. Ich halte mich eiiiigentlich für asexuell. Ich hatte nie an irgendwem Interesse, aber mit ihm wollte ich wirklich etwas anfangen als wir uns paarmal getroffen hatten. Er ist der einzige Kerl den ich kenne bei dem ich nicht zurückweiche wenn er mich anfasst. Wir schlafen zwar bisher nicht miteinander, weil ich es nicht möchte, aber machen ansonsten schon ziemlich viel. Aaaalso ich weiß einfach selbst nicht wie sehr ich ihn liebe und ob ich überhaupt fähig dazu bin eine Beziehung zu führen und eigentlich möchte ich ja auch keine. Aber das weiß er eigentlich alles. Wir haben schon öfters über uns geredet. Es ist eigentlich immer: wenn wir beieinander sind ist alles super, er ist mehr oder weniger fröhlich, zumindest kann ich ihn aufmuntern, wir kommen super miteinander aus und können reden und alles. Aber wenn wir getrennt sind, was halt wegen der Entfernung (und ehrlich gesagt weil ich ihn eh nicht jeden Tag an mir klebend ertragen würde, das weiß er aber auch) sehr oft so ist, dann ist er sehr oft depri, er hat eigentlich noch einen anderen Freund, aber dem erzählt er nicht wirklich was, wenn ich mit ihm zocke ist er sobald er einmal verliert genervt, wenn wir schreiben auch fast nur depri, wie ich schon meinte immer eifersüchtig wenn ich von anderen rede usw. Also... keine Ahnung. Ich weiß einfach nicht wie er und ich gut aus der Situation heraus kommen sollten Aber ich bin der Meinung dass ich eigentlich immer ehrlich zu ihm bin und er weiß wieso ich bei ihm bin Ob er es jetzt wirklich wahrhaben will ist ne andere Sache, aber er weiß zumindest dass ich so wie es ist keine Zukunft sehe. Die einzigen Möglichkeiten die ich sehe wären halt, dass er sich glücklich in wen anders verliebt, damit könnte ich schon leben. Oder er irgendwie aus der Depression kommt Und Sorry für den langen Text, du meintest ja auch du wolltest eigentlich garnicht antworten, also wenn du hierrauf nicht antworten willst, kein Problem. Mich würde zwar interessieren was du dazu denkst, weil du ja offensichtlich viel Ahnung von der Situation hast, aber mir geht es auch nicht schlecht oder so. Ich weiß irgendwann wird es viele Probleme geben, wenn es nichtmehr so halbwegs läuft wie grade mit ihm, aber grade ist es ok. Nur weil mir selber keine Lösung einfällt würde mich interessieren, ob andere immerhin einen Ansatz hätten.

Kommentar von G1uecksfee ,

oh und sry ich habe vergessen Absätze zu machen

Kommentar von PeterLustig1999 ,

Hallo erneut.

Das mit den Absätzen ist nicht weiter schlimm, solange das bei längerem Schriftverkehr nicht zu häufig vorkommt.

Als ich mit ihr zusammen war, das war wie bereits erwähnt vor ungefähr zwei Jahren, war ich 15 Jahre alt. Mittlerweile bin ich fast 18, zwei Monate fehlen mir noch.

Generell ist der Umgang mit depressiven Personen schwer, weil sie sich oft nicht verstanden, missachtet, unbeliebt oder schlecht fühlen. Sie lassen andere Personen oftmals nur wenig an sie heran, was es oft selbst der Familie schwer macht, der Person zu helfen.

Im Allgemeinen ist es so, dass man versuchen kann, mit den Personen den Grund für die Krankheit zu finden, das ist aber nicht unbedingt immer eine gute Idee, da das teilweise Gedanken wieder ans Tageslicht ruft, die depressive Menschen lieber vergessen wollen. Außerdem müssen Depressionen nicht immer einen Grund haben, manchmal gibt es einfach Zeiten, das fühlt man sich, auf gut Deutsch gesagt, beschissen, ohne, dass es einen ersichtlichen Grund dafür gibt.

Von daher bietet sich nur die Möglichkeit, ihm beizustehen, ihm zuzuhören und für ihn da zu sein. Ich glaube, wenn ich mich selbst damals hätte aufmuntern müssen, hätte ich folgendes gesagt:

"Hör mal, ich kann nichts an deiner Situation ändern. Ich kann nicht machen, dass der Schmerz aufhört, dass du mit dir selbst zufrieden bist, dass es dir gut geht, dass du erfolgreich in deinem Sozialleben wirst. Ich kann nicht machen, dass der Mist aufhört. Nur du kannst deine Situation ändern.

Aber ich werde dich unter allen Umständen dabei begleiten. Ich bleibe bei dir, höre dir zu, ich bin für dich da, wenn du eine Person zum Reden brauchst, ich bin auch für dich da, wenn du nicht reden willst. Ich bleibe bei dir und wenn du dich dazu bereit fühlst, der Welt wieder zu zeigen, wer du bist, werde ich diesen Schritt mit dir gehen."

Manchmal ändern sich solche Sachen mit der Zeit. Manchmal braucht es einen Psychologen, weil man es alleine nicht schafft. Manchmal reicht der Wille, davon los zu kommen, um es tatsächlich auch zu schaffen. manchmal klappt es aber auch nicht. Keiner kann dir sagen, wann sich das bei ihm ändern wird und auch wenn ich dir deine Hoffnung nicht zerstören möchte, so, wie du ihn beschrieben hast, wirkt er auf mich wie eine Person, die bereits aufgegeben hat. Solltest du diesen Eindruck auch besitzen, versuche, ihm Mut zu machen und diesen Willen, die Krankheit zu bekämpfen, wieder in ihm zu erwecken. Du kennst ihn besser, als wir alle und somit wirst du am Besten wissen, wie man an ihn ran kommt.

Um deine Frage bezüglich Heilung zu beantworten, es kommt darauf an. Wenn diese Depressionen nur eine Phase sind, wird er sein Leben und sein Selbstbewusstsein wieder in den Griff kriegen. Falls er ziemliche Probleme hat, schlechte Erfahrungen gemacht hat, wird man ihn nicht komplett heilen könne, genau so wenig, wie man mich komplett heilen kann.

Er kann lernen, damit umzugehen, damit klar zu kommen, er kann versuchen, mit der Vergangenheit abzuschließen. Er kann lernen, wieder Freude am Leben zu haben. Die hervorgerufenen Symptome werden aber nie verschwinden.

Mich hatte man jahrelang gemobbt, tyrannisiert, geschlagen und selbst einmal versucht, im Sandkasten zu ersticken (als ich noch kleiner war, ich selbst erinnere mich nicht richtig daran). Ich habe zwar gelernt, mich zu akzeptieren, wie ich bin, selbstbewusst zu sein, damit klar zu kommen. Einige Symptome aber, wie zum Beispiel die Angst vor körperlicher Nähe oder die leichte Anfälligkeit für Nervenzusammenbrüche durch was Andere als "geringfügigen Stress" bezeichnen würden, die extreme Panik, wenn sich jemand meinem Gesicht nähert oder wenn es um den Zahnarzt geht, die introvertierte Art und Weise, die Probleme mit meinem Vertrauen, das ständige Unwohlsein in größeren Menschenmengen, die fehlende Empathie, die für mein Alter eher unterentwickelten sozialen Fähigkeiten, all dies sind Sachen, die mich vermutlich mein gesamtes Leben lang begleiten werden. Man kann nur lernen, mit diesen Symptomen umzugehen und das Risiko zu verringern, wirklich beseitigen kann man sie aber nicht.

Du solltest deinem Freund aber sagen, dass du ihn toll findest und er einzigartig ist, du solltest ihm erzählen, dass du dir eine Beziehung mit ihm gut vorstellen könntest, dass du aber denkst, dass eine Beziehung unter diesen Umständen schief gehen wird. Damit setzt du ihm einen Ansporn, gegen die Krankheit anzukämpfen.

Auch, was du beschrieben hast bezüglich Zeit, die ihr zusammen verbringt, kann ich von meiner Seite aus bestätigen. Ich weiß nicht, ob dein Freund es dir vorspielt, ich gehe einfach mal davon aus, dass er es nicht tut. Als ich mit dem Mädchen, das ich liebte, zusammen meine Zeit verbracht habe, ging es mir immer super, weil ich endlich wen hatte, der mich verstand und mit dem ich meine Zeit verbringen konnte.

(Fortgeführt im nächsten Kommentar, Platz hier reicht  nicht aus.)

Kommentar von PeterLustig1999 ,

Auch sie wohnte etwas weiter weg und wann immer ich nicht bei ihr war, hatte ich sie unglaublich vermisst und im Allgemeinen gings mir dann immer genau so schlecht wie sonst auch. Immer, wenn ich nach Hause kam, war ich zurück im beschissenen Alltag mit den beschissenen Leuten, auf die ich keine Lust hatte, mit den ständigen beschissenen Beschäftigungen, mit denen ich meine Zeit verbringen musste, um nicht komplett vor Langeweile zu sterben, zurück zum schulischen Stress, zu anderen Problemen, zu meinen Eltern, die mich null verstehen... Lieber wäre es mir gewesen, bei ihr zu bleiben. Leider ging das ja nicht.

Kommentar von G1uecksfee ,

Danke, danke, danke für die erneut sehr ausführliche Antwort. Ich werde mir das bestimmt noch öfter durchlesen und versuchen ihm verständlich zu machen, dass es für ihn und uns besser ist und ich es mir für ihn wünsche wenn er glücklicher und zufriedener mit seinem Umfeld wäre und etwas dafür tun würde, dass es besser wird. Und nur so mal angemerkt: Ich finde es ziemlich beeindruckend wie erwachsen und reflektiert du schreibst. Viele hier können keine ordentlichen Sätze formulieren und reden viel Unsinn. Er erzählt mir eigentlich nie irgendwas über seine Vergangenheit, aber ich vermute zumindest ich weiß annähernd woher seine Depressionen kommen, nur auf das Thema dann zu sprechen zu kommen finde ich ziemlich schwer, weil er halt nicht gern über sich und was so mal war redet. Seine Eltern haben sich vor ein paar Jahren getrennt und er meint zwar es wäre ihm egal, aber das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen und selbst wenn macht es ihm zumindest jetzt sehr wahrscheinlich etwas aus, dass er allein als Junge mit seiner Mutter und einiges älteren Schwester wohnt. Die beiden sind irgendwie eine Einheit wo er nicht wirklich dazu gehört, auch wenn ich seine Familie eigentlich sehr nett finde und sie siweit ich weiß auch sehr nett zu ihm sind und sich um ihn kümmern. Das Problem ist auch, dass ich ja nicht weiß wie er war bevor er so depressiv war und wann es angefangen hat. Es kann sein das es im letzten Jahr schlimmer geworden ist, aber ich denke eher dass es mehr daran liegt, dass ich ihn besser kennengelernt habe und er mir mehr erzählt. Sein bester Freund hat mal angedeutet, dass er früher viele Freunde hatte und dann irgendwie viel blödes passiert ist und sie sich alle gegen ihn gewand haben und er seit dem keine wirklichen Freunde mehr hat. Wahrscheinlich liegt es hauptsächlich daran, also wie bei dir an so mobbing Sachen und blöden Schulsachen und so. Aber ich möchte ihn ja jetzt auch nicht zwingen darüber zu reden, vorallem weiß ich davon ja nichtmal von ihm, aber ich werds beim nächsten Treffen mal versuchen. Und ich kann seinen besten Freund auch nicht einfach so mehr dazu fragen, weil er auch sofort eifersüchtig ist, wenn ich mit seinem besten Freund schreibe, was ich auch total bescheuert finde, aber naja. Ich werd wohl auch mal versuchen ihm so in etwa das zu sagen was du vorgeschlagen hast. Aber ich denke ich muss ihn erstmal überhaupt soweit bringen einzusehen, dass er ein Problem hat und etwas dagegen tun muss und Hilfe annehmen muss und mal irgendwie eine Art Lebenswillen entwickeln sollte. Du meintest ich sollte am besten wissen wie ich den Willen wecken kann. Nur ich habe es eigentlich noch nie wirklich geschafft das zu tun. Außer ganz selten wenn es darum ging sich dafür einzusetzen, dass wir uns sehen können, aber aller meistens verzweifelt er da auch, meiner Meinung nach sehr unnötig. Ich werd das vielleicht auch nochmal versuchen ihm zu sagen, dass es mit uns nur klappt wen er etwas ändert, aber ich fürchte dass er dann eher einen Schritt zurück machen wird und sagt, dass es keinen Sinn mit uns hat, er mich nicht verletzen will und wenn es nicht ok ist wir Kontakt lieber lassen sollten. Aber naja, mal sehn. Und mich beruhigt es immerhin etwas, wenn du sagst du hast deine Freundin ehrlich geliebt und dich sehr ähnlich verhalten hast wie er. Es ist natürlich keine Garantie, aber ich bin mir auch öfters nicht sicher, ob ich nicht nur eine Art Rettungsanker für ihn bin. Weil er kennt mich schon länger und war immer in andere verschossen und erst als keine mehr da war ist er bei mir angekommen... Aber das könnte auch an anderen Sachen gelegen haben, deshalb bin ich mir unsicher. Nur er hat sich halt nie so wirklich direkt für mich entschieden, sondern es hat sich mehr einfach ergeben und dadurch dass er oft abweisend ist weiß ich nicht wie ernst es ihm ist. Aber wenn du sagst sein abweisend sein und sowas gehört zur Depression dazu erhöht es für mich die Chance dass er mich immerhin echt liebt. Zu Heilung: Ich wüsste nicht was er für Symptome haben sollte, außer seiner Eifersucht und Verschlossenheit. Aber solang die etwas besser werden würden und er insgesamt immerhin glücklich und was fröhlicher wäre könnte ich ja damit leben. Ich werd denke ich mal versuchen es ihm erstmal überhaupt bewusstet zu machen, dass es ihm nicht gut geht und nur er etwas daran ändern und ich für ihn da bin. Uuund dann versuchen ihm zu helfen was zu ändern und ihn vielleicht mal dazu bewegen nicht Psychologen aus Prinzip abzulehnen. Nur ich möchte ihn jetzt auch nicht wie ein Projekt betrachten, oder nen Patienten oder so, das käme mir auch falsch vor. Ich muss mal schaun wie ich es hinbekomme. Jedenfalls vielen Dank :)

Kommentar von G1uecksfee ,

ok ich kann für die fehlenden Absätze nichts. Irgendwie macht mein Handy die weg vor dem abschicken, sorry

Antwort
von Pleague91, 29

Naja Ratschlag von mir, ich würde versuchen die Zeit mit ihm Stück für Stück zu verringern. Alternativ könntest du ihm auch deine Meinung direkt sagen was dich stört und gucken, wie er darauf reagiert.

Ich meine denk mal an dich selber. Und alleine schon die Tatsache, dass er selber öfters keine Lust auf schreiben mit dir hat spiegelt ja schon das ein oder andere ab, das macht man nicht, wenn einem die Person wirklich was bedeutet.

Klingt für mich eher nach nem Aufmerksamkeitsproblem seiner seits. Kommt mir ziemlich kindisch vor wenn ich erhrlich sein darf.

Kommentar von G1uecksfee ,

Das mit Zeit Stück für Stück verringern hab ich schon mal bei einer anderen Person ausprobiert, nem lesbischen Mädchen dass in mich verliebt war und mit der hab ich grad auch wieder viel zu diskutieren, also ich finde dass ist keine gute Lösung. Und er würde sich halt niemandem mehr anvertrauen wenn er mich nicht hätte glaube ich. Und ich denke er will eher nicht mit mir schreiben, weil er schlecht gelaunt ist, nicht daran erinnert werden will, dass ich Kilometer weg bin, nicht weiß was er schreiben soll und sowas. Also ich kann ihn von meinem Gewissen her auf jeden Fall nicht sich selbst überlassen. Und noch mach ich mich selbst nicht kaputt glaub ich. Meine Familie unterstützt mich sehr und ich hab viel Selbstbewusstsein und außer ihm eigentlich keine Probleme.

Antwort
von DreamerJessy, 28

Hey Glücksfee

Meine beste Freundin ist auch depressiv ich kann mir also sehr gut vorstellen was du durchmachst. Das einzigste was du tun kannst ist ihm zuzuhören, zeigen das jemand da ist. 

So wie du das beschreibst ist er definitiv Depressiv aber solche Menschen tuen sich schwer damit sich das einzugestehen. Informiere dich im Internet und mach ihm klar das er Krank ist, ja eine Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit. Mach ihm aber auch klar das du dich von ihm nicht erpressen lässt und du ihn lieber hast wenn er Glücklich ist. Ich hofffe sehr das ich dir helfen Konnte und wenn du probleme damit hast dann mich einfach an einfach.

Ich drück dir die Daumen Jessy

Kommentar von G1uecksfee ,

Vielen Dank für die netten Worte :) Ich habe mal darüber nachgedacht ob ich mit seiner Mutter darüber reden soll? Aber er hat nicht so ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern und ich weiß nicht ob er das als Vertrauensbruch sehen würde. Und wenn ich zuviel damit ankomme dass ich mir Sorgen um ihn mache und alles kompliziert mit ihm ist fängt er eher damit an, dass wir keinen Kontakt mehr haben sollte, er mich nicht verletzen will, aber sich nicht ändern kann und sowas. Also ich hab eher dass Gefühl, dass er sich weiter von mir entfernt, wenn ich ihm versuchen will klar zu machen dass er depressiv ist und es nicht so bleiben kann

Kommentar von DreamerJessy ,

Ich hab auch lange mit dem Gedanken gespielt es der Mutter meiner Freundin zu sagen, die beiden haben kein gutes Verhältnis zueinander und ich hab es dann doch lieber gelassen, ich hab ihr aber klar gemach das ich immer zum zuhören da bin und unternehme jetzt viel mehr mit ihr und sie zeigt tatsächlich Besserung, also Kopf hoch auch der dunkelste Brunnen spiegelt das Licht

Kommentar von G1uecksfee ,

Und dir auch viel Glück mit deiner besten Freundin!

Kommentar von DreamerJessy ,

auf Youtube kannst du mal bei Teilzeitnerd vorbeikuken der erklärt richtig gut worauf du achten musst.

https://www.youtube.com/results?search_query=teilzeitnerd+depressionen

Kommentar von G1uecksfee ,

Ich kann den link grad nicht öffnen, aber ich hab gestern erst Videos von diesem Youtuber zu Depressionen gesehen ^^ Aber danke :)

Kommentar von DreamerJessy ,

Lieber einmal zu viel hinschauen, als einmal zu wenig ;) 

Immerwieder gerne

Kommentar von G1uecksfee ,

Naja das Problem ist halt auch, dass ich ja wegen der Entfernung nicht bei ihm seien kann. Wenn es nach mir ginge würde ich an den Wochenenden zu ihm fahren, aber er meint er will mich nicht nur für 2 Tage da haben und mich dann wieder 3-4 Wochen nicht sehen. Und ich kann ihn ja schlecht zwingen mich zu sich einzuladen, oder zu mir zu kommen. Aber mirselbst gehts auch eigentlich sehr gut. Ich mach mir nur halt Sorgen um ihn und find da für die Situation keine gute Lösung.

Kommentar von DreamerJessy ,

Zuhören, ist das beste was du machen kannst, überenn in einfach nicht damit :)

Kommentar von G1uecksfee ,

ok danke

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