Frage von sunshinehochn, 73

Ich habe einen Mann kennengelernt. Ich vermute, dass er Asperger ist. Darf ich ihn fragen, ob er Asperger ist?

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 8

Das wäre grob unhöflich bzw. ganz ungeschickt für eine sich ggf. anbahnende Beziehung. Das ist in etwa vergleichbar, wie wenn man jemanden fragt: "Sag mal, hast du Krebs?" oder so.

Erstens ------> sollte er es nicht sein, könnte er sich verletzt, diffamiert und bei entsprechend fehlendem Wissen auch für "geisteskrank" erklärt fühlen. 

Zweitens ------> sollte er es tatsächlich sein, könnte er sich genauso verletzt, diffamiert & stigmatisiert fühlen. 

Ich würde es nicht tun & erst recht nicht, wenn man es nur als Laie "ahnt".

Antwort
von aringa12345, 46

Du könntest ihn damit SEHR verletzen.

1.)wenn er Asperger hat, ist er verletzt, er denkt du reduzierst ihn nur auf sein Asperger, hat vllt Angst, dass du ihn nicht mehr willst etc...

2)wenn er kein Asperger hat, ist er verletz weil du dachtest er hat es. 

Warum denkst du denn er hat es? Also ich denke, wenn er es hat wird er es dir schon irgendwann sagen, nur in der kennenlernenphase will er dich halt nur verschrecken.

Die Frage ist: was willst du machen wenn er es hat? Bringt dich diese Erkenntnis weiter?

Kommentar von sunshinehochn ,

Ganz herzlichen Dank für Deine schnelle Rückmeldung!

Ich denke, dass mir die Erkenntnis Verständnis für viele Verhaltensweisen und damit ein bisschen mehr für den Menschen bringen würde.

Antwort
von einfachichseinn, 10

Die Frage ist, was du mit dieser Frage bezweckst.

Was bringt es dir zu wissen, dass er Asperger oder auch eine andere Form des Autismus hat?

Sensibel mit Macken eines Mitmenschen umgehen, kann man auch ohne eine genaue Diagnose zu kennen.

Bei solchen Fragen hätte ich auch Angst, dass so eine Frage nur aufgrund von "Sensationsgeilheit" gestellt werden, so dass die einzige Intention der Frage ist, den Freunden erzählen zu können, dass man jemanden kennt, der Autismus hat.

Ich würde also niemanden fragen.

Antwort
von RasThavas, 22

Ich würde es machen. Asperger sind kompliziert. Ein Freund von mir ist einer, er hat es mir aber von sich aus gesagt.

In einer Beziehung ist es sehr wichtig zu wissen, ob der Partner Asperger ist. (Asperger hat man nicht, das ist keine Krankheit!)

Er könnte natürlich Keiner sein, und dann ist er eventuell beleidigt, Aber grundsätzlich würde ich versuchen, sein Verhalten zu klären. Wenn er dann nein sagt: "Warum machst du denn dies und Jenes so, wie du es machst? Ds kann ich nicht nachvollziehen!"

Ist er Asperger, gibt es Dinge, die du beachten solltest, um euer Leben leichter zu machen.

Es gibt für die meisten Asperger nichts Schlimmeres, als ihm in die Augen zu gucken. Als Beispiel.

Antwort
von Pramidenzelle, 15

Ich kann nur von mir selbst sprechen, inwieweit das übertragbar ist, kann ich nicht einschätzen.
Dass irgendwer mich 5min kannte und sofort meinte "Hey, kann es sein, dass du irgendwo im Autismusspektrum rumschwimmst?" das ist mir noch nie passiert.
Aber es sind schon Leute drauf gekommen, bevor ich ihnen das sagen wollte - ich finde, es gehört eine gewisse Grundbeziehung dazu, bevor man solche Themen anspricht.
Wenn es aber jemand von sich aus merkt, dann finde ich das klasse und freue mich - die Person muss dann nur damit rechnen, dass ich dann auch ERWARTE, dass sie nach dieser Feststellung bereit ist, sich mindestens 30min mit mir über das Thema Autismus zu unterhalten.

Allerdings solltest du dich vielleicht nicht zu sehr aus Asperger "festlegen". Gerade im Erwachsenenalter kann es selbst für Experten schwer sein, die unterschiedlichen "Autismusarten" (die als Diagnosen sowieso abgeschafft werden und durch die gemeinsame Autismus Spektrum Störung ersetzt werden) und einige andere Dinge auseinander zu halten, also vielleicht ist es ja auch etwas anderes ...

Liebe Grüße
Die Pramidenzelle

Antwort
von Zytglogge, 35

Man IST nicht Asperger, sondern HAT es

Kommentar von sunshinehochn ,

Ich dachte, es sei keine Krankheit.

Kommentar von RasThavas ,

IST ist hier zulässig.

Kommentar von Zytglogge ,

Primär IST er ein Mensch, der allenfalls ein Asperger-Syndrom HAT

Kommentar von Pramidenzelle ,

Tja, über Mensch-zuerst oder Identität-zuerst scheiden sich die Geister. Bin ich ein Mensch mit Asperger-Syndrom? Ein autistischer Mensch? Oder ganz einfach Autistin? Das funktioniert auch mit jeder anderen Behinderung ganz ähnlich: Welche Variante eine Person vorzieht, das muss man sie schon selbst fragen, auch wenn es einige Tendenzen gibt: Gehörlose und Autisten ziehen es oft - aber nicht immer - vor, die Identität in den Vordergrund zu stellen, während zumindest bei denjenigen die ich kenne, die meisten Menschen mit einer körperlichen Behinderung lieber sorum benannt werden möchten.
Die allermeisten Aspies, die ich kenne sind jedenfalls eher der Meinung: Ich HABE manchmal Schnupfen - aber ergal was sonst noch los ist, BIN ich Aspie!

Vielleicht ist das kein leichtest Thema, das sehe ich irgendwie ein, aber es wäre TOLL, wenn diese Pauschalisierung aufhören könnte.

Liebe Grüße
Die autistische Pramidenzelle :D

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