Frage von HaseNevin, 80

Ich habe eine schulische Ausbildung gemacht, mache jetzt ein Duales Studium, bekomme ich noch Kindergeld und wie sieht es mit BAB/Bafög/Wohngeld aus?

Ich beginne im August meine Ausbildung als Elektronikerin für Automatisierungstechnik sowie Ausbildungsbegleitend ein Studium Fachrichtung Elektrotechnik/Automatisierungstechnik.

Dafür werde ich in eine eigene Wohnung ziehen und muss mich jetzt um das Finanzielle kümmern.

Zurzeit mache ich noch die schulische Ausbildung zur elektrotechnischen Assistentin mit Fachhochschulreife, die ich im Juli beenden werde. Die Wohnung meiner Eltern liegt sehr nahe am zukünftigen Ausbildungsort, ich nehme mir aber aus familiären Gründen eine eigene Wohnung. Ich bekomme mein Kindergeld über Abzweigungsantrag, also das was meine Eltern sonst kriegen würden. Ich bin 22 Jahre alt.

Einigen Seiten zufolge bekomme ich kein Kindergeld mehr weil die neue Ausbildung als zweite Ausbildung gilt, andere Seiten sagen mir dass ich es noch bekommen werde weil ich studieren werde. Was ist nun richtig?

Ausserdem: Angeblich ist BAB nicht für mich zuständig weil ich Studiere, aber Bafög bekäme ich nicht weil ich in der Ausbildung zu viel Geld verdienen werde. Das würde Wohngeld für mich aussschließen.. Es sei den ich komme aus grundsätzlichen gründen nicht für BAB/Bafög infrage, bei BAB wäre das wegen der oben genannten 2. Ausbildung. Bei Bafög kann es sein dass ich wegen der 2.Ausbildung entweder elternunabhängig oder garnicht gefördert werde..

Ich bin total verwirrt, bekomme ich jetzt Kindergeld oder nicht? Gibts BAB/Bafög/Wohngeld oder nicht?

Danke schonmal für Eure Hilfe! :)

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung & Kindergeld, 42

Kindergeld steht dir in jeder Ausbildung / Studium zu,solange du noch keine 25 bist und keiner Kindergeld schädlichen Nebentätigkeit nachgehst,wenn du schon eine abgeschlossene Berufsausbildung hast und eine Zweitausbildung / Studium machen würdest !

Denn dann darfst du neben einer weiteren Ausbildung / Studium nebenbei nicht mehr als durchschnittlich 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Wenn du also schon eine abgeschlossene Berufsausbildung hast,dann hast du keinen Anspruch mehr auf BAB - oder - Bafög - denn in der Regel wird nur die Erstausbildung gefördert.

Dann hättest du dem Grunde nach keinen Anspruch mehr auf BAB - oder - Bafög - und wenn das der Fall sein würde,dann könntest du im Prinzip Wohngeld beziehen.

Dazu musst du aber schon auf eine eigene Wohnung / WG - gemeldet sein,also einen Mietvertrag haben und ein Mindesteinkommen brauchst du beim Wohngeld auch.

Ob und wenn ja,was dir dann an Wohngeld zustehen könnte,kannst du dir im Internet von einem kostenlosen Rechner für Wohngeld berechnen lassen.

Antwort
von siola55, 49

Einigen Seiten zufolge bekomme ich kein Kindergeld mehr weil die neue
Ausbildung als zweite Ausbildung gilt
, andere Seiten sagen mir dass ich
es noch bekommen werde weil ich studieren werde. Was ist nun richtig?

Richtig ist, was die Richtlinien der Familienkasse aussagen, wie z.B. in der Broschüre "Merkblatt Kindergeld" von der Familienkasse (siehe Kommentar) auf Seite 17 unter Punkt 4.5 verständlich erklärt!

Bis zum 25. Lebensjahr erhälst du weiterhin Kindergeld, falls die Voraussetzungen erfüllt sind, auch bei einer Zweitausbildung/Zweitstudium: du mußt nur die 20-Wochenstunden-Regel bei einem evtl. Hinzuverdienst bzw. einem Nebenverdienst beachten!

Näheres siehe Kommentare:

Kommentar von siola55 ,
Kommentar von siola55 ,

siehe auch Beispiele hierzu ab Seite 19ff in dem "Merkblatt Kindergeld" der Familienkasse.

Kommentar von siola55 ,
Kommentar von siola55 ,

Infos über Kindergeld und BAföG findest du auch in klicktipps.de unter  Geld- und Haushaltstipps -> Kindergeld und BAföG bzw. -> FAQ zum Kindergeld...

Kommentar von siola55 ,

Ich beginne im August meine Ausbildung als Elektronikerin für
Automatisierungstechnik sowie Ausbildungsbegleitend ein Studium
Fachrichtung Elektrotechnik/Automatisierungstechnik.
 

Hi HaseNevin,

nach meiner Einschätzung bekommen deine Eltern bzw. du weiterhin das Kindergeld, da du ja noch in Schulausbildung bist und weder bei deiner Ausbildung als Elektronikerin für Automatisierungs-technik sowie deinem ausbildungsbegleitenden Studium Fachrichtung Elektrotechnik/Automatisierungstechnik ja noch keine Prüfungen abgelegt hast, also diese Ausbildung bzw. dieses ausbildungsbegleitende Studium jeweils als Erstausbildung bzw. als Erststudium zählt und hier die Einkommensgrenzen bereits seit 2012 ganz abgeschafft wurden! Ergo spielt hier die Verdiensthöhe überhaupt keine Bedeutung mehr.

Anders bei einer Zweitausbildung bzw. bei einem Zweitstudium wie in meiner Antwor bereits erklärt!

Gruß siola55

Antwort
von 19wholived12, 46

Ich kenne es auch nur so, dass man ab der 2. Ausbildung nichts mehr bekommt. Ist bei meiner Schwester auch so.

Wende dich doch einfach mal an das zuständige Amt in deiner Stadt/an der nächsten Uni.

Kommentar von siola55 ,

Ich kenne es auch nur so, dass man ab der 2. Ausbildung nichts mehr bekommt. Ist bei meiner Schwester auch so...

... auch bei bei einer Zweitausbildung oder einem Zweitstudium gibt es Kindergeld für die Eltern bis zum 25. Lebensjahr des Kindes, falls die Voraussetzungen erfüllt sind und das Kind nicht mehr als 20 Wochenstunden nebenbei hinzuverdient!

Nachzulesen in dem Link hier: www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/FamilieundKinder/Kin...

wie z.B.:

Wegfall des Kindergeldanspruchs nach Erstausbildung und anspruchsschädlicher Erwerbstätigkeit

In den unter a) bis d) genannten Fällen wird ein Kind nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums nur
berücksichtigt, wenn es keiner anspruchsschädlichen Erwerbstätigkeit nachgeht. Dies gilt auch dann, wenn die erstmalige Berufsausbildung bereits vor Vollendung des 18. Lebensjahres abgeschlossen worden ist.

.

.

Eine Erwerbstätigkeit wird dann als anspruchsschädlich betrachtet, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit insgesamt mehr als 20 Stunden beträgt (beim Hinzuverdienst!).

Unschädlich ist eine Erwerbstätigkeit

  • die im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses ausgeübt wird, wobei die Ausbildungsmaßnahme Gegenstand des Dienstverhältnisses sein muss.
  • die geringfügig ist im Sinne der §§ 8 und 8a Viertes Buch Sozialgesetzbuch 
  • wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit insgesamt nicht mehr als 20 Stunden beträgt. Hierbei ist stets die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit zu Grunde zu legen. Wird die Beschäftigung nur vorübergehend (d. h. für höchstens 2 Monate, aktuell max. 3 Monate bis 31.12.2018) ausgeweitet, ist dies unbeachtlich, wenn während des gesamten Berücksichtigungszeitraumes im Kalenderjahr die durchschnittliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt.
Kommentar von siola55 ,

Hi 19wholived12, mit welcher Begründung wurde bei deiner Schwester denn bitte der Kindergeldanspruch untersagt?

Gruß siola55

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