Ich habe eine eigene Theorie zum Urknall und würde gerne wissen, ob es einen physikalischen Grund gibt, weshalb diese auf keinen Fall stimmen kann?

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6 Antworten

Als erstes möchte ich die letzte Frage beantworten:

Meine Frage also gibt es physikalische Gesetze, die meine Theorie als Blödsinn bestätigt oder zerbreche ich mir den Kopf nicht umsonst über das Thema?

Selbst wenn Deine Hypothese - um eine Theorie zu sein, müsstest Du sie erst noch ausarbeiten und mathematisch beschreibbar machen - »Blödsinn« wäre, zerbrichst Du Dir nicht umsonst den Kopf. Nachdenken und Hypothesen generieren und diese bestätigen oder verwerfen ist des Homo Sapiens tägliches Geschäft.

Urknall aus dem Nichts leuchtet mir nicht ein.

Der Terminus heißt nur, dass da nicht ein »Urstern hochgegangen« ist, auf und in dem sich vorher alles abgespielt hätte, sondern dass Zeit, wie wir sie kennen, wahrscheinlich nicht vorher gegeben hat. Das passt übrigens zu der Aussage des Augustinus, die Zeit sei Eigenschaft des von Gott geschaffenen Universums und habe vorher nicht existiert.

Als Jugendlicher, inspiriert von Büchern wie Sagans »Unser Kosmos«, habe ich mir die bisherige Geschichte des Universums früher gern als das Innere eines Ballons (mit dessen Haut als Gegenwart) vorgestellt, mit dem Urknall selbst als Mittelpunkt des Ballons, r = 0.

Dies korrespondiert damit, dass in einem Schwarzschild'schen Schwarzen Loch r = 0 nicht mehr für einen bestimmten Ort steht, sondern für einen Zeitpunkt, und zwar den ultimativ letzten in jener kollabierenden Region des Weltalls, den das Innere eines Schwarzen Lochs darstellt.

Kann es sein, dass etwas in der Zukunft geschehen kann, sodass es in der Vergangenheit einen Urknall auslöst?

Nicht undenkbar. Schließlich bietet dieses Modell, wenn es denn mal ausgeformt ist, nicht die üblichen Zeitreise-in-die-Vergangenheit-Widersprüche:

  1. Großvater-Paradoxon: Der ZR verändert die Vergangenheit so, dass er damit seine eigene Existenz verhindert (etwa, indem er das Zustandekommen der Ehe seiner Großeltern verhindert). Dies ergäbe natürlich keinen Widerspruch, wenn man wesentlichen Determinismus à la griechische Tragödie annimmt: Der ZR versucht vielleicht, die Ehe seiner Großeltern zu verhindern, sorgt aber gerade dadurch erst für ihr Zustandekommen. Eine Alternative wäre eine Art Multideterminismus einer unendlich verzweigten Geschichte, bei der der ZR einfach nur in einem anderen Zweig landet.Wie dem auch sei: Ein Versuch, den Urknall so zu beeinflussen, dass irgendetwas anders passiert als es für das Zustandekommen des Beeinflussers erforderlich wäre, dürfte so ziemlich zum Scheitern verurteilt sein.
  2. Kontinuitätsgleichungen und Erhaltungssätze: Ein Weltstrang kann an einer bestimmten Stelle durch Verzwirbelung mehrerer »Weltfäden« zustande kommen, aber nicht einfach plötzlich anfangen. Er kann auch wieder zerfasern, aber nicht einfach aufhören. Dagegen verstößt insbesondere eine Zeitreise in die Vergangenheit, wo ein Weltstrang plötzlich abreißen und dafür in der Vergangenheit doppelt auftauchen müsste. Spränge jemand freilich in ein Schwarzes Loch und käme beim Urknall wieder heraus, wäre die Kontinuitätsgleichung gewahrt.

Das was näher am Abfluss ist, würde schneller werden und aus einer gewissen Perspektive würde es so aussehen, als würde es expandieren.

Du meinst, als würde es beschleunigt expandieren.

Die Dunkle Materie wäre dann die Zeit welche eine Kraft ist.

Damit kannst Du nur die sog. Dunkle Energie meinen. Auf die passt nämlich das von Dir vorher gesagte wesentlich besser.

So in Alltagssprache klingt der Satz allerdings noch ein wenig wirr, aber ich habe eine Ahnung, was Du meinst. Um eine Theorie im eigentlichen Sinne daraus zu machen, wäre das noch etwas auszuarbeiten, insbesondere mathematisch.

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Theorien sind immer nur so gut wie das zugrunde liegende Weltbild und das, was man für logisch hält, weil man ganz fest glaubt, daß es logisch wäre. Das gilt sowohl für Normalbürger als auch für angesehendste Wisschenschaftler.

Egal, was ist und wie es ist, es ist nur deshalb so, weil ganz bestimmte Bedingungen dafür vorliegen. Und diese Bedingungen liegen nur deshalb vor, weil ganz bestimmte andere Bedingungen dafür vorliegen, daß es so ist usw. usw.

Sich darüber Gedanken machen, daß etwas nur dann so ist, wenn es nicht völlig anders ist, halte ich für sinnvoll, denn nur dadurch kann Fortschritt kommen (sogar von sonst ziemlich Unwissenden).

Was den "Urknall" und dessen diskutierte Varianten betrifft, gilt ebenfalls "es kann gar nicht anders sein", was sich vor allem durch Glaubensfestigkeit auszeichnet.

Recht winzig und doch langsam zunehmend breitet sich aber auch der Gedanke aus, daß es Materie, Raum und Zeit vielleicht gar nicht wirklich gibt.

Ob man nun das Entstehen des Universums als herkömmlichen Urknall betrachtet oder als Endlosschleife oder als bloßes Produkt menschlicher Denk- und Wahrnehmungsbesonderheiten, bleibt sich gegenwärtig gleichwertig, weil es um Hypothesen geht.

Ich selbst beurteile die Dinge nach dem Grundstock, daß es einen logischen Zwingenden Grund dafür geben muß, daß es überhaupt etwas gibt, wobei dieser Grund dann zwangsläufig ewig sein muß.

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Kommentar von SlowPhil
24.08.2016, 16:05

Theorien sind immer nur so gut wie das zugrunde liegende Weltbild und das, was man für logisch hält, weil man ganz fest glaubt, daß es logisch wäre.

Weltbilder bestehen meistens aus einem konglomerat aus Wunschdenken und  erfahrungsbedingt verfestigten Überzeugungen und sind längst nicht deshalb schon »logisch«, weil jemand dies fest glaubt.

Theorie hingegen muss sich daran messen lassen, wie konsistent sie einerseits in sich selbst und andererseits mit Befunden von Experimenten oder Beobachtungen ist. Sie muss sich Versuchen stellen, sie zu widerlegen.

Ich würde auch nicht unbedingt sagen, dass einer Theorie immer ein Weltbild zugrunde liegt statt etwa umgekehrt, zumindest im besseren Fall.

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Wenn ich dich richtig verstehe, ersetzt du den Urknall aus dem "Nichts" durch eine ewige Schleife. Also alles "fliesst" zusammen, ergeben eine Explosion, reisen dadurch in der Zeit zurück und erschaffen sich dann selbst durch den Urknall?

Dadurch wird doch nur eine Theorie, die der menschliche Verstand schwer akzeptieren kann, durch eine noch schwerer verständliche ersetzt?

Man darf auch nie vergessen, dass die Urknall-Theorie, wie der Name schon sagt, eine Theorie ist und nicht eine bewiesene Tatsache.

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Kommentar von SlowPhil
24.08.2016, 15:06

Man darf auch nie vergessen, dass die Urknall-Theorie, wie der Name schon sagt, eine Theorie ist und nicht eine bewiesene Tatsache.

»Theorie« bedeutet weit mehr als »Hypothese«, und »bewiesene Tatsachen« gibt es außerhalb der Mathematik nicht.

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Anders rum ;) Das "Wasser" fliesst nicht Richtung abguss, sondern es kommt von dort. Abguss - Urknall 

Es zerfließt ins unendliche..... 

Kennst du diesen Trichter-Darstellung? 

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Kommentar von Astroknoedel2
25.08.2016, 00:47

Diese Darstellung habe ich schon immer gehasst. Populärwissenschaftlicher Müll.

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Hallo amanitu,

Ich finde deine Theorie sehr faszinierend! Diese Theorie stellt meiner Meinung nach alles auf den Kopf, was ich gerade so interessant daran finde!! Würde das dann auch bedeuten, dass wir irgentwann in ein Loch "fließen" und somit alles wieder am Anfang wäre und, dass es sich immer wiederholt? Wäre dann das ganze nur wie eine dieser Holzrollbahnen, die man aus dem Kindergarten kennt, nur dass wir wie "flüssig" sind und, dass diese Bahn unendlich läuft? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden;D

LG: Fabian

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Frag den Lesch.

Sich darüber Gedanken zu machen, hält geistig fit, egal ob was dabei rauskommt, das richtig ist, oder nicht.

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Kommentar von ynwl17
24.08.2016, 14:16

Genau die Antwort wollte ich auch geben :D

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