Frage von Anton7222, 18

Ich habe ein Schreiben von einem Anwalt bekommen, indem ich aufgefordert werde einen Vergleichsbetrag zu zahlen. Sind Zivilrechts exeperten hier?

Ich Kurze Zusammenfassung. Eine Bekannte bat mich im Dezember darum, auf Ihren Hund aufzupassen, da Sie in den Urlaub flog. Sie bot an, mir Ihren PKW ebenfalls zu überlassen, da Ihr Hund nachts nicht allein bleiben konnte und ich im 3-Schichtsystem tätig war. So konnte ich mich ausreichend um den Hund kümmern. Ich habe mich, gutmütig wie ich war darauf eingelassen. Da Sie niemanden hatte, der Sie im Anschluss vom Flughafen abholte übernahm ich dies auch. Ich war etwas sauer auf Sie, weil ich vor dem Urlaub Geld geliehen hatte und Sie mir dieses überweisen wollte. Allerdings kam Sie dem nicht nach. Daher forderte ich Sie das Geld bei Anreise von der Bank zu holen. Im Anschluss fuhr ich mich nach Hause und Sie überführte den Wagen dann eigenständig nach Hause. 2-3 Tage später behauptete Sie, ich hätte einen enormen Lackschaden an Ihrem Wagen (Beifahrerseite) verursacht. Aber der Schaden ist so groß, dass ich dieses hätte bemerkt haben müssen. -Daher streite ich alles ab und bekomme heute ein Schreiben von Ihrem Anwalt.- Ich habe noch nie etwas mit einem Anwalt zu tun gehabt und Frage mich, was ich tun soll.

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 5

Was Du tun sollst? Das ganze erst einmal locker angehen. Das ist "nur" ein Anwalt. Deine "Freundin" muss Dir beweisen, dass Du den Schaden verursacht hast. Dass dieser Anspruch auf extremst wackeligen Beinen steht, sieht man bereits daran, dass der Anwalt nur ein Vergleichsangebot schickt und nicht den ganzen Betrag von Dir verlangt.

Wenn Du überhaupt antwortest dann lehn das Angebot dankend ab. Weis den Anwalt darauf hin, dass Du Dir selbst rechtliche Schritte vorbehältst, wenn Deine Freundin nicht auf die Geltendmachung etwaiger Ansprüche verzichtet.

Antwort
von BenniXYZ, 4

Wenn du keine Privathaftpflicht hast, dann geh zu einem Anwalt.

Vielleicht kannst du/dein Anwalt Prozeßkostenbeihilfe beantragen. (Wenn
du wirtschaftlich bedürftig bist) Ohne Rechtsbeistand kommst du nicht
raus aus der Nummer.

Antwort
von valvaris, 6

Schwer zu sagen. Ich bin jetz kein Experte, aber einiges Grundlegende kann ichbdir mit auf den Weg geben.

1. Fordere von ihr ein Gutachten über den Schaden. Grade bei höheren Summen, die so ein Lackschaden schonmal bedeuten kann, ist es wichtig, festzustellen, wann und wie dieser zustande kam.
Wenn sie was gestreift hat, kann man das feststellen und auch wie alt der Schaden ist.

2. Du wirst nicht drumrum kommen, selbst einen Annwalt zu nehmen, sonst dreht dich ihrer durch den Wolf.
Du kriegst, wenn du wenig Einkommen hast, bei Gericht nen Beratungsschein. Kostet dann 10€ und du kannst dich damit beim Anwalt zu einem ersten Gespräch melden.

3. Das Geld wirst du seperat einklagen müssen, und wenn sie versucht, das zu verrechnen, verweigere das definitiv.

Hoffe das hilft.

Kommentar von Anton7222 ,

Also viellicht sollte ich die Zeiträume etwas genauer benennen. Sie kam am 11.12.2015 aus dem Urlaub, 2-3 Tage später kam ich selbst, um mir das ganze anzusehen und der Brief vom Anwalt kam jetzt 7 Monate später. (Frist evtl verstrichen) und im Brief steht ein angekündigtes Gutachten durch Ihre Werkstatt in Höhe vn 800-1000€. Ich hatte zwischenzeitlich einen Bekannten Werkstattmeister um eine kurze Einschätzung gebeten. Dieser sagt, weil Schaden beheben, da das Auto keinen Wert mehr ahat, weil es von außen überall beschädigt ist. (Seat Arosa) vor 6 Jahren 5000 Kaufpreis.

Kommentar von valvaris ,

Ich würde mich an einen Anwalt wenden, oder zumindest an die Anwaltshotline. Bei denen auf der Internetseite gibt es einen ähnlichen Fall mit Schäden an einer Mietwohnung. Dort wird erwähnt, dass laut BGB Schäden nach 6 Monaten verjähren. http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/108345-ex-vermieter-moechte...n Mich macht vor allem stutzig, dass da eine Vergleichszahlung gefordert wird, ohne dass vorher eine Forderung erfolgte.

Antwort
von julius1963, 2

Die "Herrschaften" sind eindeutig in der Beweispflicht. Reagiere wie folgt: "Sehr geehrter Herr..., ich weise den Vorwurf, das Fahrzeug Ihrer Mandantin beschädigt zu haben, entschieden von mir. Gegenteiliges weisen Sie mir bitte detailiert (wann und wo wurde der Schaden verursacht) nach! MfG..."

Hat ne gute Abzockemasche, Deine "Freundin"! ;-) 

Kommentar von Anton7222 ,

Ja, Sie ist mit allen Wassern gewaschen! Zumal man den PKW echt eigentlich gar nicht als `geliehen` bezeichnen kann. Weil es eher eine Gefälligkeit von mir war. Ihr zu helfen, die Opferrolle kann die Dame sehr gut. Sie hat einfach immer überall Probleme. Ich hatte Ihr angekündigt, dass ich ein Gutachten erstellen lasse, da habe ich gedacht, für so eine Rostlaube kostet das ganze 100€ maximal. Aber nicht mal 24 Stunden später kriege ich eine reisen Nachricht bei Whatapp. In der ich übel beschimpft werde und Sie mir alles mögliche droht, insgesamt 3 dieser Nachrichten. Worauf ich gar nicht geantwortet habe. Dann hat sich mich nach 1-2 Wochen (Zeitraum Juni) mega gestalked. Mir nachrichten geschrieben, ruf an und ist vor meine Tür gefahren, meine Frist wäre um und Sie würde alles Mögliche in meine Kosten stellen lassen.

Antwort
von Interesierter, 6

Hier hat deine Bekannte ganz schlechte Karten. 

Zum Einen kommt eine Haftung deinerseits nur in Frage, wenn dir an dem Schaden ein Verschulden nachgewiesen werden kann. Das alleine ist schon äusserst schwierig. Die Bekannte kann weder beweisen, dass der Schaden vorher noch nicht da war, noch kann sie beweisen, dass der Schaden nicht nach Rückgabe von ihr selbst verursacht wurde. Weiter könnte der Schaden auch durch einen Dritten am abgestellten Fahrzeug verursacht worden sein. In all diesen Fällen bist du nicht zum Schadensersatz verpflichtet. 

Zum Schadensersatz verpflichtet bist du nur dann, wenn dir ein direktes Verschulden nachgewiesen werden kann. 

Ich würde hier sogar noch weiter gehen. Dir wurde das Auto überlassen, um dich um ihren Hund zu kümmern. Damit war das eine Gefälligkeit. In diesem Fall wäre würde sogar ein Verschulden durch einfache Fahrlässigkeit nicht zu einem Schadensersatzanspruch führen, sondern erst grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Beides wäre nochmals schwieriger nachzuweisen. 

Deswegen kannst du der Forderung des Anwaltes relativ gelassen widersprechen. Dieser Anspruch hat sehr wenig Aussicht auf Erfolg.

Antwort
von eraser65, 2

In 2-3 Tagen kann viel passieren. Wieso ist es ihr also nicht am ersten Tag aufgefallen?

Ich würde den Brief zurückschicken und reinschreiben, dass eine Anzeige wegen Verleumdung und versuchten Betrugs eingeleitet wird. Im schlimmsten Fall gehst du zum Anwalt.

Hier werden dir unwahre Tatsachen unterstellt, die dir nicht nachweisbar ist. Zunächst muss nachgewiesen werden, dass der Schaden schon bestand bevor du das Auto bekommen hast.

Kommentar von Anton7222 ,

Also dazu muss ich sagen, der Schaden muss wirklich neu sein, weil ich Ihn für sehr groß halte. Der Schaden reicht von der hinteren Heckseite mittig bis zur Radkappe. Und er war definitiv nicht bis einschließlich Übergabe da.

Antwort
von Innovate, 3

Können sie denn (z.B. durch ein Übernahmeprotokoll etc.) beweisen, dass du dafür verantwortlich bist bzw. gibt es Indizien dafür?

Kommentar von Anton7222 ,

Nein, ich war es wirklich nicht und war so verblüfft als ich am 3. Tag solch eine Nachricht bekommen habe. Zudem habe ich es auch erst durch Ihre Töchter erfahren. Ich habe wie wild alle Gesetze durchwälzt.

Zumal die Frau gesundheitlich stark eingeschränkt war, am Tag der Übergabe, Sie hatte extremen Durchfall, sodass Sie sogar den Sitz vollgemacht hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass Ihr der Schaden, bei der Heimfahrt, oder beim Einkaufen, bei der Fahrt zum Arzt, oder sonst wohin passiert ist.

Kommentar von Innovate ,

Bevor du dem Anwalt schreibst, würde ich vorsichtig die Besitzerin fragen, wie sie denn darauf kommt, dass du daran schuld bist.

Der direkte Weg ist immer besser und so hat sie die Möglichkeit Ihre Sicht darzustellen.
Falls sie dann blockt und keine Beweise auf den Tisch legt, würde ich dem Anwalt schreiben, dass du nur zahlst, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Schaden von dir verursacht wurde (im Sinne von § 823 BGB). Vorher würde ich mir trotzdem nochmal den Brief genau durchlesen und achte darauf, keine Fristen zu versäumen, bzw. unterschreibe nichts voreilig ;)

Kommentar von Anton7222 ,

Also ich hatte ja bis zu diesem Tag im Juli ein normales Verhältnis zu Ihr, wo ich mich sogar beteiligt hätte, an möglichen Reparaturen (wegen der Opferrolle) Aber Sie ist wenn jetzt auf gleich mit Angriff gekommen um mich einzuschüchtern, weswegen ich mich komplett rausgezogen habe. Sie hat sogar behauptet, Sie hätte viele Zeugen, die berichtet haben, der Schaden sei während Ihrer Abwesenheit passiert.-Was nicht stimmen kann, das wird heiße Luft, oder eine Falschaussage sein.

Kommentar von Innovate ,

Kennst du Augenzeugen, die das Gegenteil beweisen könnten?

Wenn sie tatsächlich Zeugen vorführen kann, müsstest du grundsätzlich beweisen, dass die Zeugen eine Falschaussage tätigen.

Kommentar von Anton7222 ,

Oweia, natürlich kann ich mir so etwas bei niemandem vorstellen. Und ich kann mir auch Granit ausmalen, wie man eine Falschaussage widerlegen kann. Allerdings kann ich hoffen, dass man eine genaue Zeit der Entdeckung mitteilt, weil meine Arbeitszeiten wirklich unübersichtlich sind. Und so könnte ich evtl. meine Abwesenheit bezeugen.

Kommentar von Innovate ,

Meine Einschätzung ist, dass die Besitzerin dafür kein Gutachten anfertigen lässt, weil sie es aufgrund der Zeugenaussagen grdsl. nicht müsste. Ist der Betrag, der von dir verlangt wird sehr hoch?

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