Frage von jenshiller, 91

Ich habe ein Erbe ausgeschlagen und soll einem Erben Auskunft gemäß § 2314 BGB geben?

Hallo, sollte ich ein Erbe ausgeschlagen haben und ein Erbe fordert mich nun zur Abgabe einer Stellungnahme zu s.o. auf, verhalte ich mich wie? Ist eine Frist von einer Woche nicht etwas knapp?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Erbrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 42

Der Erbe verlangt von Dir Auskunft nach § 2314 BGB? Dazu hat er kein Recht. Du kannst vielmehr gem. § 2314 BGB Auskunft von ihm über das Erbe verlangen. Abgesehen davon ist eine allgemeine Stellungnahme zur Angemessenheit einer Frist nie möglich, da dies immer von den Umständen abhängt, hier also z.B. die Größe des Nachlasses. In der Regel sollten aber zwei Wochen angemessen sein.

Kommentar von jenshiller ,

"Fristen", auch ein Thema für sich. Hat man nach einem Mängelbericht für ein Kraftfahrzeug nicht nur 10 Tage Zeit, die Schäden beheben, begutachten und von der Behörde abzeichnen zu lassen?

Sei es drumm....danke für die liebe Antwort.

Antwort
von sergius, 34

Wenn Sie die Erbschaft formrichtig ausgeschlagen haben, sind Sie nicht Erbe geworden und mithin kein Adressat für ein Auskunftsverlangen des Pflichtteilsberechtigten gem. § 2314 BGB. Das können Sie dem Briefschreiber in einem Satz mitteilen. Eine Frist brauchen Sie dabei nicht zu beachten.  Sollten Sie allerdings zum Nachlass des Erblassers gehörende Gegenstände im Besitz haben, wären Sie verpflichtet, dem Erben gemäß § 2027 BGB Auskunft zu erteilen und nach § 2018, die Gegenstände herauszugeben.

Kommentar von jenshiller ,

'Super. Vielen Dank, für die erweiterte Antwort. Wenn man erstmal eine Richtung hat, kann man sich den Rest anlesen und ggf. nochmal nachfragen.

Hilfe zur Selbsthilfe, thanks a lot.

Kommentar von jenshiller ,

...und wenn ich Gegenstände, auch nur mit einem persönlichen Wert, entnommen hätte, wäre das eine Straftat? Diebstahl?

Kommentar von sergius ,

das könnte "tatbestandsmäßig" als Unterschlagung eine Straftat sein

Antwort
von peterobm, 69

in der Tat zu knapp, man hat noch andere Aufgaben zu bewältigen. 14-Tage sind das mindeste. 

Kommentar von jenshiller ,

nun, das sieht nicht mal der Gesetzgeber in allen Lebenslagen so....

Antwort
von dresanne, 38

Wenn Du ein Erbe amtlich ausschlägst, ist das Deine Entscheidung und Du brauchst niemanden dafür Rechenschaft ablegen.

Antwort
von Biberchen, 60

wenn ich es richtig lese, dann kannst du eine Auskunft verlangen. Schau mal hier: https://dejure.org/gesetze/BGB/2314.html

Kommentar von jenshiller ,

ich denke auch, operiere hier aber, widerwillig, mit Halbwissen und in dem Bereich in dem ich arbeite, mag ich es auch lieber, wenn mir jemand seine Ahnungslosigkeit "beichtet" und sich beraten lässt.

Danke dir

Kommentar von Wippich ,

Aber er hat doch ein Erbe ausgeschlagen,das ist doch was anderes.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community