Frage von PolakoPL, 63

ich habe Depressionen und soll auf eine Kur?

Ich bin 18 Jahre alt. Vor 2 Jahren wurden bei mir Depressionen und Angstzustände festgestellt. Ich nehme Medikamente und besuche auch einen Psychologen. Im Juni habe ich eine Ausbildung zum Verkäfer angefangen, die mir von meinem Vater aufgezwungen wurde, obwohl ich Friseur werrden wollte und auch einen Ausbildungsplatz hatte. Ich bin jeden Tag mit Bauchschmerzen und Angst zu Arbeit gegangen, mich selber verletzt und ich denke jeden Tag über meinen Tod nach. Meine Psychologin empfiehlt mir eine Kur, 1 Monat Auszeit von meiner Familie damit ich mich entspanne und psychologische Hilfe bekomme. sie empfiehlt mir auch nach der Kur von Zuhause auszuziehen damit ich das mache was ich für richtig halte, und nicht das was meine Familie mjir einredet. Heute war ich bei meinem Hausarzt und der sagte, ich soll zu noch einem Psychologen gehen der mir ein Gutachten erstellt und für mich eine 2-3 Monatige Kur für Psychosomatik einleitet, jedoch hätte ich einen Termin erst ende Oktober. Du Ausbildung sollte ich auf Empfehlung der Psychologin abbrechen, das es mir Psychisch und gesundheitlich immer schlechter geht, was ich heute auch getan habe. Jetzt weiss ich einfach nicht mehr was ich machen soll, welcher Arzt hat Recht und wie soll ich es bis zum Termin ende Oktober beim Psychologen auhalten? Ich brauche jetzt die Hilfe, ich kann nicht mehr. ich hoffe jemand kann mir hier weiterhelfen.

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Antwort
von kiralovely, 20

Dein Vater scheint sehr streng zu sein und dir dein Leben vorschreiben zu wollen. Hör zu: Du bist dein eigener Mensch. Sei, wie du magst und wie du es für richtig hältst! Diese moralischen Werte, die du dir als Sohn unbedingt aneignen sollst, damit deine Familie dich akzeptiert, sind absolute scheiße! Ich habe auch viele Jahre versucht, es jedem recht zu machen, so zu sein, wie andere mich haben wollen. Echt zum kotzen. Irgendwann bin ich ausgebrochen, habe den ganzen Dreck abgeschüttelt und fühlte mich so frei wie noch nie zuvor! Das heißt nicht, dass ich rebelliert habe. Ich habe einfach nicht mehr so viel darauf gegeben, was andere von mir halten. Ich habe eine 3 monatige, stationäre Therapie gemacht, in der mir die Gespräche mit den Mitpatienten vor allem gut taten. Die Medikamente, die ich dort bekam taten mir nicht wirklich gut. Diese machten mich aggressiv und ich bin dann irgendwann auf homöopathische Mittelchen umgestiegen, wie Johanniskrautdragees, Beruhigungstees oder Bachblütentropfen.

Wenn du es zulässt, so zu sein, wie du bist, dann wird eine so große Last von dir fallen, dass du irgendwann bereit bist, deinem Vater vernünftig und selbstbewusst zu begegnen ohne dich verletzen zu lassen.

Ich kenne diese Probleme auch aus meinem Bekanntenkreis. Ich habe einige schwule Freunde (ich will damit nicht dich ansprechen oder irgendetwas behaupten), die damit zu kämpfen hatten oder immer noch haben, dass sie von ihrer Familie einfach nicht akzeptiert werden. Ein Ausbruch war da die einzige Lösung, um sich frei zu fühlen. Sie waren offen und ehrlich zu ihren Familien und sind oft auf große Abneigung gestoßen. Aber irgendwann näherten sich die einen oder anderen Familien wieder an, weil den Eltern bewusst wurde, dass man das eigene Kind mit seinem egoistischen Verhalten verlieren kann. Man darf halt nur nie den Respekt verlieren.

Vielleicht solltest du mal deine Therapeutin fragen, ob du als Überbrückung bis Oktober in eine Tagesklinik gehen kannst. Du brauchst Hilfe. Jetzt!

Im schlimmsten Fall einer Panickattacke o.ä. rufst du den Krankenwagen und lässt dich einliefern. So war das bei mir damals auch.

Und auf deinen Traumjob bewirbste dich einfach neu, wenn du dich gefestigt fühlst. Viel Glück.

Kommentar von PolakoPL ,

Danke für deine Antwort! Nein ich bin nicht schwul mir hat der Beruf einfach nur Spaß gemacht. Ich schaue mal was ich jetzt mache.

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 16

Deine Situation scheint völlig verzwickt zu sein. Der Stress und Druck deiner Familie ist das Letzte, was man in einem psychisch angeschlagenen Zustand verträgt. Von dem her finde ich die Idee einer Kur sehr gut (inkl. dem vorübergehenden Ausziehen von zuhause).

Es ist wichtig das du ausbildungstechnisch das machen kannst, was du willst. So hast du auch Motivation durchzuhalten und es lenkt dich von den Depressionen und der Angststörung ab.

Grundsätzlich kann dich jeder Arzt, also auch ein Hausarzt, in die Kur einweisen. Ich persönlich würde nochmals zu ihm gegen und klar stellen, dass du es nicht bis ende Oktober durchhältst. Vielleicht lässt er sich darauf ein, dich selbst einzuweisen.

Ansonsten hast du keine Wahl einfach durchzuhalten. Dies ist alles andere als optimal und sehr schwierig. Auch ist es für dein gesundheitlichen Zustand sicher nicht förderlich. Stelle dies bei deinem Hausarzt klar, denn als Arzt hat er die Verpflichtung bestmöglich auf deinen Gesundheitszustand einzuwirken. Aber wie gesagt, sonst musste einfach durchhalten.

Da du auch Medikamente nimmst sollten dich diese eigentlich ein wenig stabilisieren. Wenn nicht nimmst du ev. das falsche Medikament. Nicht alle Medikamente wirken bei jedem gleich gut. Oft müssen mehrere durchprobiert werden bis eines wirklich greift. Falls dies der Fall ist besprich dies ebenfalls mit deinem Arzt. Eine Übersicht über alle Medikamente bei Depressionen und Angststörungen findest du übrigens hier: http://deprimed.de/home/

Was du auch machen kannst, ist dir eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Ev. weist dich der Zweitarzt direkt in die Kur ein.

Es tut mir ehrlich leid, dir nicht besser weiterhelfen zu können. Also mein Tipp: nochmals zum Hausarzt gehen und sonst Augen zu und durch.

Kommentar von PolakoPL ,

Vielen Dank für die Tipps! 

Kommentar von samm1917 ,

jederzeit ;)

Antwort
von Tini39l, 4

Ich bin Mutter eines 18jährigen Sohnes und er hat ähnliche Probleme wie du. Er wollte vor 3 Jahren nicht mehr zur Schule gehen, war dann 2mal stationär in Behandlung. Er hat Depressionen mit einer Angststörung. Ich weiß heute, dass Druck überhaupt nicht hilft und ich lasse ihm sein eigenes Tempo. Er macht jetzt per Fernschule seinen Hauptschulabschluss nach und ist jetzt stabil genug um vorsichtig weiterzumachen. Deine Eltern sind sicher unsicher, was deine Zukunft betrifft und wollen dich vorantreiben. Das wird nichts bringen. Wenn deine Eltern nicht bereit sind, sich auf deine Probleme einzustellen, wäre vlt. eine Wohngruppe oder ähnliches sinnvoll. Das wollte mein Sohn aber auch nicht. Ich habe es geschafft, ihn nicht mehr unter Druck zu setzen und muss dann auch Vertrauen darauf haben, dass das am Ende schon gut wird. Bis dahin war es aber ein schwerer Weg auch für mich. Mit Druck geht gar nichts. Was deine Psychologin sagt, hört sich sehr gut an. Du musst eigentlich deine häusliche Situation verändern, damit es dir dauerhaft besser gehen kann. Das ist alles natürlich einfach geschrieben und schwierig umzusetzen. Kopf hoch und vielleicht hast du jemanden, dem du vertraust und der dich unterstützt. Eine Kur ist sicher gut aber Veränderungen müssen danach folgen.

Und lasse dich bloß nicht in eine Ausbildung drängen,  die du nicht willst. Du kannst dich auch vom Jugendamt beraten lassen.

 

 

Antwort
von Hugito, 29

Das ist tatsächlich keine gute Situation. Einfach bis Ende Oktober warten ist nicht gut.

Als ich deine Frage gelesen habe, dachte ich:

1. Gibt es die Möglichkeit, den Termin bei dem Psychologen im Oktober vorzuverlegen? Oder kann ein anderer Psychologe das Gutachten machen?

2. Du hast geschrieben, du hättest einen Ausbildungsplatz als Frisör gehabt. Kannst du den noch antreten? Wenn dir das gefallen würde, könnte das eine Lösung sein?

Was mir auch noch einfällt, lies mal das: http://www.depression-therapie-forschung.de/ausdauertraining.html



Kommentar von PolakoPL ,

Leider kann ich die Ausbildung nicht mehr dort machen, ich habe ein Stipendium bekomme und meine Vater hat so lange auf mich eingeredet bis ich wieder ein geknickt bin, das ich dieses abgesagt habe. Vielen dank für deine Antwort!

Kommentar von Hugito ,

Da wollte ich noch sagen, dass du 18 bist. D.h. du triffst alle Entscheidungen selber. Dein Vater kann nichts mehr für dich entscheiden. Er kann dir nur einen Rat geben.

Ich denke, wichtig für die wäre, mal für einige Zeit von Zuhause raus zu kommen, in eine andere Umgebung.

Antwort
von Konrad Huber, 7

Hallo PolakoPL,

Sie schreiben unter anderem:

ich habe Depressionen und soll auf eine Kur?

Ich bin 18 Jahre alt. Vor 2 Jahren wurden bei mir Depressionen und Angstzustände festgestellt. Ich nehme Medikamente und besuche auch einen Psychologen. Im Juni habe ich eine Ausbildung zum Verkäfer angefangen, die mir von meinem Vater aufgezwungen wurde, obwohl ich Friseur werrden wollte und auch einen Ausbildungsplatz hatte. Ich bin jeden Tag mit Bauchschmerzen und Angst zu Arbeit gegangen, mich selber verletzt und ich denke jeden Tag über meinen Tod nach.

Antwort:

Bitte wenden Sie sich an neutrale Hilfesteller wie z.B.

http://www.cjd.de/

http://www.cjd.de/arbeiten-im-cjd/warum-cjd/was-wir-bieten/

https://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/onlineberatung

https://www.diakonie.de/service-navigator.html?action=map&consulting=1

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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