Frage von Jeses, 73

Ich habe Depressionen und mein Leben ist so schwer, wieso?

Ich habe zwei Menschen sehr früh verloren. Mein bester Kumpel hat vor einem Jahr Selbstmord begangen, nach dem er 5 Jahre lang gemobbt wurde. Und meine Tante ist bei einem Autounfall gestorben, als sie vor vielen Jahren zu meinem 9. Geburtstag gefahren ist.

Ich gebe mir immer wieder die Schuld dafür, sie ist wegen mir gekommen und mein Freund hätte ich besser helfen müssen sich gegen das Mobbing zu wehren. Es ist aber so schwer, da ich selbst gemobbt werde... Ich habe die Schule gewechselt und finde keine Freunde. Außerdem sehe ich oft Halluzinationen und schäme mich es könnte jmd. bemerken.

Ich gehe seit 5 Jahren regelmäßig 2-3 mal im Monat zur Therapie und nehme Antidepressiva-Tabletten.

Was kann ich noch tun, damit mein Leben schöner und normaler wird?

Antwort
von derMannohnePlan, 9

Anscheinend greift die Therapie nicht wie sie soll? Sonst hättest Du Deine Frage ja wohl kaum hier positioniert.

Ein Mensch der echt und dauernd in der Gegenwart lebt, ist frei von Depressionen, Neurosen oder sonstigen psychosomatischen Störungen.

Leider sind Probleme wie Deine heutzutage eher die Regel, denn
eine Außnahme.
Ich bekomme öfter Post und Leser Leser tragen mir
ihre Nöte und Probleme vor, in de Hoffnung ich könnte helfen.

Ich wills versuchen, obgleich mir noch im selben Augenblick, da
ich dies schreibe bewusst ist, das die Hilfe allein vom Betroffenen
kommen muss, wenn sie wirken soll.
Die vielfältigen
Krankheitsbilder, Störungen und Probleme der menschlichen Psyche
sind nicht deshalb so schwerwiegend, weil sie unheilbar wären, sie
sind es, Entschuldigung, weil sie so absurd sind.

Denn die menschliche Psyche ist ein Denkprodukt. Sie wird einzig
durch unsere Erinnerungen und die damit gekoppelten Gedankengänge
als Ich - Betrieb am Leben erhalten.
Real, aber ohne die sie
hervorbringenden Ideenbilder, existiert sie überhaupt nicht.Und
dieses Gebilde erzeugt in uns nun pausenlos Wirkung – fast könnte
man meinen, ein Böser Kobold habe es eigens dafür erfunden uns zu
quelen, und zu piesacken.

Nun wäre es leichtfertig, zu behaupten, bloß, wenn Du nicht mehr
daran denkst, ist der Spuk verflogen.
Derjenige, nämlich Du selbst,
der ständig sich selber als Ich denkt, das von der Außenwelt
abgesondert existiert, als individuelle Einheit, ist letztlich
zugleich der Täter.
Von der intelektuellen Seite oder seitens des
Willens her ist keine Hilfe oder Lösung des Konfliktes zu erwarten.

Doch es gibt ein anderes Mittel: in dem Augenblick, wo der
menschliche Verstand, das Denken selbst (das schließlich nicht blöd
oder dumm ist) ganz real erkennt, wie aussichtslos jeder Versuch ist
sich von sich selber und seinen gewachsenen Irrtümern zu befreien,
wird der Spuk nach und nach besser.

Wenn Du erkennst daß Dein Gefühl ein Mensch zu sein, Dein
Gefühl, zu existieren, zu leben das Originalgefühl des Urgrundes
aller Schöpfung ist -und nicht Dein individuelles, wenn Dir klar
wird das jedes Geschöpf, die ganze Menschheit aus diesem gemeinsamen
Grundgefühl heraus ist und lebt und handelt, dann fällt der
Abschied vom Wahn, ein von allen anderen getrenntes Individuum zu
sein, gar nicht mehr schwer.

Und nach dieser Einsicht sind wir noch genauso handlungs- und
entscheidungsfähig wie vorher. Bloß haben wir eine Illusion und
einen ganzen Buckel voll krankmachender Irrtümer aufgegeben.

Woran sehr viele Menschen heutzutage leiden, sind unbekannte,
unerkannte Spätfolgen traumatischer Kindheitserlebnisse. Man sagt
kurzer Hand Neurosen dazu.
Da beeinflußt tief aus den unbewussten
kommend eine einst gemachte Erfahrung unser heutiges Leben und wirkt
wie eine Zeitbombe fort und vergällt uns die Freude am Alltag.

Analysen können mit einiger Mühe und viel Zeit solche Traumen
ins aktuelle Bewustsein förden, und nach affektivem Nacherleben der
alten Geschichte ist Erleichterung möglich. Freilich auch bloß
in diesem einzigen Punkt aus der Vergangenheit.

Der Rest, unsere gesamten Lebenserfahrungen, gute und böse,
bilden zusammen den Bodensatz, aus dem das Denken unsere Psyche,
unser Ich oder Selbst pausenlos im Alltagsleben strickt und uns die
Illusion vermittelt, es gebe einen Denker, der unsere Gedanken denkt.
Den gibt es nämlich gar nicht. Darum kann niemand wirklich sein
Denken kontrollieren, wie sollte er wenn dieses Denken ihn erst
jeweils erzeugt.

Im Grunde ist die Psyche ihrer Struktur nach selber eine einzige
voluminöse Neurose.
Es ist wichtig dies zu erkennen und zu
verstehen.

Jede Einzelreparatur von Traumen bleibt Flickwerk, angesichts der
Tatsache, daß das ganze Gebilde der Vergangenheit angehört und in
der lebendigen Gegenwart nichts als Störungen und Reaktionen
hervorruft.

Untersuche einmal Dein Innenleben daraufhin, ob es nicht stimmt,
was hier geschrieben steht.
Sofern Dir real, nicht bloß als Idee,
als Einbildung klar wird daß dem so ist, wird der Spuk aufhören.

Leg Dir dazu ruhig eine robustere Lebensauffassung zu. Spuck gegen
den Wind und sag den Angstgespenstern aus Deiner unbekannten
Vergangenheit, sie mögen sich zum Teufel scheren.

Genau genommen brauchst Du nichts zu tun als Deine wirkliche
Position in der Welt und im Universum zu erkennen, real, wirklich,
ohne Vorurteile und ohne Deine gewachsenen Meinungen.

Kurzum: Du kannst nichtst tun, Du brauchst auch nichts zu tun.
Wer
einfach sich komentarlos, vorurteilslos, neutral beobachtet, ohne zu
sagen, ich bin so oder ich bin so, der kommt ganz alleine hinter die
Mysterien seiner Identität. Es taucht einfach auf.

Gewöhn Dir an, daß Du merkst, wie Dein Geist aus einem Zentrum
heraus agiert und handelt. Und begreife; dieses Zentrum ist selber so
erfunden wie eine Romanfigur, bloß mit dem Unterschied dass der
Stoff für den Roman Deine Vergangenheit ist!

Antwort
von einfachichseinn, 14

Klingt ein bisschen, wie die Geschichte aus dem Roman "The perks of being a wallflower".

Aber Naja wenn du nach 5 Jahren Therapie keine Erfolge erzielst und fremden Menschen aus dem Internet mehr vertraust, als deinem Therapeuten solltest du dringend einen Therapeutenwechsel in Angriff nehmen.

Antwort
von Bambi201264, 39

Nun, dass Du Depressionen hast unter diesen Umständen halte ich für normal.

Es ist gut, dass Du eine Therapie machst, aber dass sie nach fünf Jahren offenbar noch nicht angeschlagen hat, wundert mich.

Sprich mit Deinem/r Therapeut/in über die Halluzinationen! Vielleicht hilft es, wenn Du andere Tabletten verschrieben bekommst.

Hast Du Hobbies? Oder Lust, einem Verein beizutreten? Unter Gleichgesinnten findet man leichter Freunde...

Ich wünsche Dir alles Liebe.

Antwort
von Jule59, 14

Wenn du seit 5 Jahren zur Therapie gehst und keine nennenswerten Erfolge erlebst, kann ich nur dringend dazu raten, den Therapeuten - und eventuell auch die Therapieart - zu wechseln.

Es sieht zumindest von außen ein wenig danach aus, als hätten dein Therapeut und du es sich ganz gemütlich eingerichtet. Man trifft sich regelmäßig, hält ein Pläuschchen und trennt sich wieder - bis zum nächsten Mal. Wenn es tatsächlich so wäre, dann sei gesagt, dass das leider gar nicht so selten passiert.

Eine Therapie ist anstrengend, manchmal verstörend und/oder unangenehm. In jedem Fall aber muss sie nach einer gewissen Zeit zu einer erkennbaren Verbesserung des Zustandes führen.

Antwort
von psychomimi, 25

Ich würde gerne mit dir darüber privat ausführlicher schreiben.. Wenn du das möchtest sag bescheid 

Antwort
von SweetApple23, 20

Vielleicht reichen die wenigen Therapiestunden einfach nicht hör Musik nicht depressive Musik sondern fröhliche Musik mach das was dir Spaß macht zumindest wenn es da was gibt und ich bin mir sicher dass du irgendwo Freunde finden wirst wer nicht an deiner Schule dann bestimmt woanders hast du vielleicht irgendein Hobby oder du kannst ja vielleicht was ausprobieren was ihr vielleicht Spaß machen könnte irgendeinen Sport oder tanzen oder was auch immer ich weiß ja nicht was dir Spaß macht oder was dir Spaß machen könnte da findest du bestimmt den ein oder anderen Freund wenn ich das jetzt richtig verstanden habe dass du nicht so richtig Freunde findest also jetzt keine besonders guten und selbst wenn ich es nicht richtig verstanden habe dann sorry klar es ist immer schwer wenn man zwei wichtige Personen im Leben früh verliert aber man muss lernen damit zurecht zu kommen und das geht einfach nur mit vieler gute Ablenkung meiner Meinung nach wie das bei den anderen ist weiß ich nicht du wirst bestimmt was finden was dir Spaß macht und dann wird dein Leben auch "normaler"

Antwort
von Cherry1985, 36

Hast du einen Psychologen? Oder drüber nachgedacht in eine Klinik zu gehen? Ich finde für so ein Trauma nur 2-3 mal Therapie im Monat recht wenig

Kommentar von Mimi33394 ,

Eigentlich geht das. Ich habe sogar noch weniger, weil mein Psychiater nicht so viel Zeit hat und meine Krankheitsbilder sind sehr stark ausgeprägt.

Kommentar von Cherry1985 ,

Der Psychiater ist ja auch meist nur für medis da. Is ja bei mir auch so. Ich denk du müsstest jemanden zum reden haben, halt einen Psychologen, um verarbeiten zu können. Darf ich fragen welche medis du nimmst

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