Frage von susanel, 103

Ich habe den Drang mich bewegen zu müssen?

Ich liege seit 1 1/2 Wochen 24 Stunden im Bett. War außer auf dem Kilo und eventuell Küche nirgends und lag einfach und vegetierte, da ich aufgrund meiner Depression nicht mehr aus dem Bett komme.
Plötzlich merke ich heute, dass ich ein ganz komischen Gefühl in den Muskeln(?) habe. Also den Drang mich bewegen zu müssen weil es sich total unangenehmen anfühlt. Also tut nicht weh, aber das ist so ein krasser drang mich bewegen zu müssen, das fühlt sich ganz komisch an. Was kann ich da tun? Zum aufstehen habe ich momentan keine Energie und auch keine Kraft. Weder psychisch noch körperlich. Ich dreh bald völlig durch, weil ich einfach nicht weiß, was ich tun soll. Zu einem wegen dem komischen Gefühl gerade, zum anderen habe ich noch eine Frage an euch: Kann man sich deswegen in eine Psychatrie (Notfallaufnahme) einweisen lassen? Das ist quasi meine letze Hoffnung weil ich es alleine nicht schaffe aufzustehen, obwohl ich es möchte. Therapieplatz finde ich nicht, ich brauch ehrlich gesagt jemanden um mich herum. Finde aber die Kraft nicht dazu, überhaupt einen Fuß aus dem Bett zu stellen.
Ich bin normalerweise ein sportlicher Mensch und keines Weges faul. Seit den Ferien wurde meine Depression (habe uA Persönlichkeitsstörung) sehr schlimm. Was nun?

Antwort
von EinNarr, 32

Vorweg: Auch wenn Diagnosen genannt werden, bin ich weder fachlich noch situationsbedingt in der Lage Diagnosen zu stellen. Wenn Diagnosen namentlich fallen, dann lediglich um einen Begriff nutzen zu können, der eine mögliche(!) Antwort auf deine Situation liefern könnte(!). Ich bitte dies beim lesen zu beachten.

Ein enormer Bewegungsdrang und innere Unruhe im Kontext einer Depression wird als "agitierte Depression" bezeichnet. Es ist, wenn man so möchte, eine Unterart der Depression und zeichnet sich genau durch diese Charakteristika aus, die du unter anderem beschreibst. Auch die Form der Depression lässt sich, in einer Psychiatrie, gut behandeln und die Intensität der Symptomatik lässt sich mittlerweile auch sehr gut abschwächen.

Dein Vorhaben und deine Bereitschaft dich in eine Klinik einweisen zu lassen ist an der Stelle, so meine Auffassung, der richtige und auch der notwendige Weg. Behalte dir diesen Willen bei, etwas tun zu wollen gegen deine Situation - du hast nicht kapituliert und das ist eine starke Leistung und zeugt von viel Willen und Kraft.

Hilfreich wäre es den üblichen Weg zu gehen - also eine Einweisung vom Hausarzt ausschreiben lassen und damit in eine Klinik gehen. Gerade in dieser Situation wäre es gut, wenn ein Freund oder ein Verwandter dir unter die Arme greifen könnte, um dich bei diesen Wegen zu unterstützen. 

Sollte das nicht möglich sein, dann kannst du auch direkt in einer Klinik vorstellig werden, also über die Notaufnahme. Wenn du dort deine Situation schilderst und die Notwendigkeit erkannt wird, wirst du zumindest im Rahmen einer Krisenintervention aufgenommen werden. Das ist dann zwar keine Therapie im eigentlichen Sinne aber zumindest befindest du dich dann in einem geschütztem Rahmen und in der Obhut von Fachpersonal und Fachärzten. 

Je nach Wohnort findest du hier:

http://www.depressionen-depression.net/notfaelle/notfallnummern.htm

eine Auflistung von Nummern nach Bundesland geordnet. Solltest du keine Möglichkeit haben dich an Freunde oder Verwandte wenden zu können, dann wird dir spätestens dort die nötige Unterstützung zuteil und dort bekommst du auch konkrete Anweisungen respektive Vorschläge, wie du weiter vorgehen kannst. 

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die TelefonSeelsorge, die zwar oftmals belächelt wird aber im Notfall kompetente Hilfe bietet und das rund um die Uhr. Im Zweifel sollte auch dieses Angebot angenommen werden um, direkt auf dich zugeschnitten, einen Plan zu erstellen wie es weiter gehen kann.

Ich denke du hast sehr gute Chancen zumindest im Rahmen einer Krisenintervention einen Platz zu bekommen - unter diesen Umständen halte ich alles andere für unwahrscheinlich.

Ich wünsche dir nur das Beste für die kommende Zeit und hoffe sehr, dass du die nötige Unterstützung erhältst und einen Genesungsprozess starten kannst.

Liebe Grüße.

Antwort
von Euripides55, 30

Wenn du nicht aus dem Bett rauskommst, dann streck dich doch einfach mal, dehn dich(geht ja auch zum teil im liegen); streck die beine mal gen decke und lauter so kleinigkeiten. Das macht Lust auf mehr : )

Würde dir raten zum hausarzt zu gehen, wenn der dir ne Überweisung für eine psychaterin/ psycho Therapeuten in einer Praxis gibt kommst du dort schneller dran. Die können dich notfalls immer noch an eine klinik vermitteln.

Hab den ganzen scheiß auch durchmachen müssen aber das was ich beschrieben hab hat mir geholfen.

Ansonsten; lad Freunde hin und wieder ein; Oftmals geht es einem besser selbst wenn man sich erstmal dazu aufraffen muss.

Iss als mal was gesunde auf dass du bock hast oder überred dich dazu; Äpfel, Bananen etc. versuch den geschmack bewusst wahrzunehmen und zu genießen., egal was du isst.

Reiß als mal das Fenster auf. 

Informier dich im web über neue Sachen, sachen die dich interessieren, dich reizen.

Benutz Deo/Parfum dessen Geruch dir gefällt

Versuch dir auch tägliche Rituale fest einzuplanen; Wann du zum abend isst, dass du abends zur gleichen zeit nachrichten schaust, das hilft einem aus dem trott herauszukommen

Ich drücke dir auf jeden Fall die daumen ; ) 

Antwort
von Cliche, 33

Ich bin zwar kein Arzt, aber würde dir eine Psychatrie empfehlen, da man dort beobachtet wird und es auch oft einen Tagesablauf gibt, der aus Gruppengesprächen und Sport besteht.

Umso eher du was gegen deine Depressionen machst, desto schneller können sie verschwinden.

Gute Besserung!

Antwort
von pizza666, 33

Wenn es mir so geht dann putze ich ordentlich die Wohnung auch wenn ich anfangs keine Lust habe. Irgendwann steigere ich mich so da rein bis alles perfekt aussieht. Und dabei bewegt man sich wenigstens etwas ohne das Haus verlassen zu müssen.

Finde ich gut, dass du dir helfen lassen willst, ich könnte das nie im Leben freiwillig. :)!

Antwort
von LittleMistery, 1

Was hat das mit Depression und Borderline zu tun?

Hast du feste professionelle Diagnosen? 

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