Frage von Weiniii, 189

ich habe Angst vor Menschen, was tun?

Hallo Leute,
Ich habe Angst vor Menschen und dass sie mich ablehnen und verletzen.
Ich weiß ich sollte mir keine Gedanken darüber machen was andere denken, aber ich muss es immer tun. Vorallem bei Menschen, die älter als ich sind oder Autoritäten sind, ist die Angst besonders stark. Ich habe dann auch immer, wenn ich in Anwesenheit dieser Personen bin, Gedanken wie "ich bringe mich um, ich bringe mich um, ich will sterben, ich will sterben".
Diese Gedanken kommen einfach so. Ohne dass ich wirklich gerade sterben will. Ich habe zwar schon manchmal Selbstmordgedanken, aber nur weil ich keine Freude am Leben hab und das Leben langweilig finde. Ich habe immer so Panik und hab auch Angst, dass mich die Personen bei einem Vortrag in die Augen gucken. Ich habe mittlerweile auch nicht mehr große Lust was mit anderen zu machen, weil ich so sehr Angst vor Ablehnung habe.
Könnt ihr mir helfen?
Bin gerade in Nordirland und mache dort ein FSJ in einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft mit Behinderten. Also sagt jetzt bitte nicht gehe dort zum Psychotherapeuten. Der spricht nur englisch und hier will ich da auch nicht hin.
Danke schonmal:)
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Antwort
von Xena17, 65

Hallo,

um deine Frage zu beantworten, müsstest du dir vielleicht zuerst selbst einige Fragen beantworten.

Glaubst du deine Angst vor Autoritäten kommt von deinem Elternhaus? Wann hast du diese Ängste zum ersten Mal empfunden?

Du hast dich selbst in eine Situation gebracht, in der du - weit weg von zu Hause - alleine in einem fremdem Land in einer fremden Kultur "überleben" musst. Vielleicht hast du dir zu viel zugemutet?

Ablehung spürtst du besonders an Orten, wo du de Fakto anders bist: du sprichst eine andere Sprache, kannst dir aus deiner Situation heraus nicht so leicht Hilfe holen. Versuche, mit einer Vertrauensperson über deine Gedanken und Ängste zu sprechen. Es ist völlig normal, dass ein senbibler Mensch bei so einem "Kulturschock" Probleme bekommt. Oder fühltest du dich zu Hause ganz genauso?

Mein Rat an dich:

1. Erwäge, das Auslandsjahr früher zu beenden. Es ist keine Schande, sondern eine Leistung, eigene Grenzen zu erkennen.

2. Wenn es eine konkrete Person gibt, die dir Angst einflößt, versuche - nur wenn du dich dazu überwinden kannst - dieser Person das so zu sagen. Veilleicht hat sie einen schroffen Ton und kann mehr Rücksicht nehmen - in jedem Fall hat es mir immer geholfen, Probleme an- und auszusprechen, weil du sie dann nicht alleine tragen musst.

3. Du schreibst, du hast keine Freude am Leben, weil du dich langweilst. Möglicher Weise bist du beruflich auf dem falschen Weg. Versuche in dich zu gehen und darauf zu achten, was dir wirklich Spaß macht und versuche, diese Dinge öfter - möglichst den ganzen Tag lang - zu tun.

4. Ich kenne deine Ängste auch. Ich hatte früher panische Angst vor Gruppen zu sprechen, laut Vorzulesen und viele andere Dinge. Mein Weg funktioniert sicher nicht für jeden, aber ich habe solche Dinge ganz bewusst immer wieder geübt. Erst alleine zu Hause (Vorträge/Referate) und dann vor immer mehr Leuten. Ich habe sogar gezielt geübt, Witze zu erzählen, weil ich vor anderen so Herzklopfen hatte, dass ich keinen Witz zu Ende erzählen konnte, ohne zu hyperventilieren. 

Wenn du trotz deiner Ängste ein Jahr im Ausland machst, bist du ein Kämpfertyp und stellt dich bewusst neuen Herausforedeungen um daran zu wachen. Das finde ich toll! Ich war auch mehrere Jahre im Ausland und es war nicht immer leicht - also lass dich nicht ins Boxhorn jagen- du schaffst das!

Trotzdem bin ich auch der Meinung du solltest dir fachmännische Hilfe holen.
Aber ich wollte dir trotzdem ein paar DInge sagen, die bei mir geklappt haben.

Manchmal haben solche Gefühle auch körperlich oder hormonelle Ursachen. Vielleicht bist du auch eine HSP (Hyper Sensitive Person) - das würde deine Angst erklären. Wenn man das weiß und versteht, kann man besser damit umgehen - zumindest ging mir das so.

Alles Gute!

Antwort
von ToniShock, 83

Auch wenn du es nicht willst, du solltest dringend zu einem Psychotherapeuten. Ich habe selbst eine Sozialangst, und hatte Suizidgedanken. Aber das ist weniger geworden und meine Angst wird auch langsam besser. Ich habe das gleiche Problem wie du, ich kann auch Leuten selten in den Augen gucken. 

Ich kann schon verstehen, dass du erstmal Angst davor hast, zu einem Psychologen zu gehen, weil sie irgendwo ja auch eine Autorität sind. Aber das Gefühl geht schnell weg, denn du wirst verstehen, dass du ihnen alles sagen kannst. Das Vertrauen baut sich langsam auf und dann steht ihr auf einer gleichgestellten Stufe. Danach können alle Probleme nach und nach angegangen werden. 

Und es ist auch verständlich, dass du nicht englisch reden willst, aber das scheint eine Ausrede, deines Unterbewusstseins zu sein, dich den Problemen zu stellen. Du wirst bestimmt einen deutschsprachigen Psychologen finden, wenn du nur danach suchst. Oder nehme online Kontakt auf mit einer deutschen Praxis. Wenn du es ihnen genauso schilderst, wie hier, werden sie dir helfen.

Antwort
von Adlerblick, 31

Ich glaube es macht keinen Sinn, wenn man mit Dir hier eine Analyse macht über das bisher Geschehene.

Du brauchst praktische Hilfen.

Zunächst ist ja schon mal sehr hilfreich, dass Du in einer Einrichtung für Behinderte arbeitest als FSJ.

Du hast ja zumindest erkannt, dass Du ein Problem hast und eigentlich schon eine Diagnose für Dich gefunden. Das sollte Dich stärken, denn sehr häufig stehen Betroffene nicht zu dem, was sie beeinträchtigt.

Jetzt gehe doch mal einen Schritt weiter: Wie würdest Du auf einen Mitarbeiter in derARGE für Behinderte zugehen, wenn Du erkennst, dass auch der Angst hat vor den Menschen in seiner Umgebung.

Da gibt es zwei Möglichkeiten.

1. Man denkt sich, der hat sowieso Einschränkungen, vielleicht gehört dieses Empfinden zu seinem Krankheitsbild.

Dann wäre es sinnvoll, dass Du Dich mit dessen Krankheit vertraut machst und die Symptome näher studierst. Anschließend geht man die Empfehlungen durch, wie man solchen Menschen ihre Ängste nehmen kann.

2. Du erinnerst Dich Deiner eigenen Ängste und gehtst für Dich durch, wie Du Dich dabei fühlst.

Mit diesem Wissen gehst Du auf den Behinderten zu und versuchst nun ihm
auf seine ganz persönliche Art bezogen zu erklären, was ihn ängstigt und wie
er sein Verhalten so abstimmen kann, dass diese Angst nicht übermächtig
wird.

Da gibt es beispielsweise Ablenkungsübungen, mit denen man sich aus der Situation heraus begibt.  Ist auch möglich über leichte Entspannungsübungen, die schnell zu lernen sind. Z.B. die Kristall-Meditation, die man aber genauso gut mit einem Stein machen kann, man benötigt nicht unbedingt einen Kristall
dazu.

Einem Behinderten kann man so etwas leichter beibringen, wenn man die Übung mit ihm zusammen macht.

Und durch diese praktische Arbeit mit dem Behinderten näherst Dich automatisch Deiner eigenen Problematik.

Antwort
von minime6114, 44

Hypnose !!! Ich hatte selbst Angst (eine andere) aber ich bin seit 3 Monaten geheilt. 11 Jahre lang Paranoia und suizidgedanken waren der pure Horror. Dein Unterbewusstsein schafft so viel mehr als du dir vorstellen kannst. Probier es aus und dein Leben wird lebenswerter! Die Sprache ist nicht mal wichtig .

Antwort
von Wonnepoppen, 61

Was stört dich daran, daß er englisch spricht, das kannst  das doch auch?

Das es ein FSJ ist, kann ich dir keinen anderen Rat geben, als zu einem zu gehen!

Kommentar von Weiniii ,

Ich weiß aber gar nicht wo es Therapeuten gibt. Höchstens bei uns in der Stadt, die ist ca. 7 Kilometer entfernt und da komme ich nur mit dem Taxi hin und zurück und das ist voll teuer.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Dann solltest du dich erst mal schlau machen, wo es den nächsten gibt!

Gibt es in Nordirland keine anderen öffentlichen  Verkehrsmittel als Taxis?

Kommentar von Weiniii ,

Doch schon, aber ich wohne hier total ab vom Schuss und da komme ich nur mit dem Taxi Weg.
Und englisch Reden kann ich schon aber wenn es komplizierter wird und bei ernsten Dingen ist es sehr schwierig für mich mich genau auszudrücken. Und mir fällt es sowieso schon schwer im deutsch es anderen Menschen genau zu erzählen.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Bei deinen Problemen kann ich dir leider keinen anderen Rat geben!

Antwort
von UnknownKid2, 80

Da brauchst du mal keine Angst haben, es kommt immer drauf an was du für Menschen ansprichst.

Sind das Familien Mitglieder oder doch Fremde auf der Straße.

Vorallem wenn du in einer Bar bist und irgendeiner die anspricht, (nicht der Kellner) dann ignoriere ihn.

Hau einfach ab von ihm oder dreh dich um.

Man braucht keine Angst vor Menschen zu haben und nicht Schüchtern sein! :DD

Sprich am besten auch noch mit dem Psychologen wenn du Zurück bist! :)

Umbringen hilft auch nichts denn dann siehst du deine Freunde nie wieder und sie dich nicht. :c

( Tipp : Such dir was, was dir spaß macht und wo du weißt das es deinen Freunden auch spaß macht. Depressionen sind total blöd. Ich kenne die Situation. Du wirst nicht von Menschen o. s. abgelehnt. :) )

Hoffe die Antwort hilft. :DD


MfG ~Kid.


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